Bezugnahme statt Nonsens: Eine semantische Untersuchung zu Goodmans Symboltheorie und zu literarischen Dada-Artefakten

Dissertation

zur Erlangung des akademischen Grades
doctor philosophiae
(Dr. phil.)

eingereicht an
der Philosophischen Fakultät II
der Humboldt-Universität zu Berlin

von
M.A. Jo , Il

geb. am 10. 08. 1964 in Chollanamdo(Wando)/Südkorea

Präsident der Humboldt Universität zu Berlin: Prof. Dr. Jürgen Mlynek

Dekan: Dekan der Philosophischen Fakultät II: Prof. Dr. Erhard Schütz

Gutachter:
1. Prof. Dr. Danneberg, Lutz
2. Prof. Dr. Martus, Steffen

eingereicht: am 01. April 2005

Tag der mündlichen Prüfung: 13. Juli 2005

Zusammenfassung:

Beim ersten Teil der Studie handelt es sich um eine Exposition der Symboltheorie Nelson Goodmans, deren Rezeption in der kognitivistischen Analyse der modernen Kunst an Bedeutung gewinnt. Goodmans Ästhetik-Konzeption geht von der philosophischen Problemstellung und vom Beschreiben und Lösen der Ästhetik als Erkenntnistheorie aus, deren kognitive Potentiale auf dem nominalistisch ausgerichteten Standpunkt vor dem Hintergrund seiner Symboltheorie dargestellt werden. Hauptthemen seiner philosophischen Untersuchungen sind die Revision der induktiven Logik und die Theorie der Welterzeugung an vorherrschenden Weltordnungen und pluralistischen Weltauffassungen. Insbesondere wird Goodmans Versuch „Kunstauffassung als ein Symbolsystem“ auf der Basis unserer erkenntnistheoretischen Aktivitäten seinem ästhetischen Anspruch „Erzeugung der Welten durch Kunstwerke“ gerecht, wobei Symbolsysteme ohne Weltbezüge, keineswegs aber Weltbezüge ohne Symbolsysteme behauptet werden. Ziel im zweiten Teil soll der Versuch sein, den abweichenden Sprachgebrauch der Dadaisten zu erläutern und als einen Kunstfaktor hinsichtlich seiner dargebotenen Metapher und ihrer ironischen Züge zu legitimieren. Die Dada-Nonsensprodukte kreieren sich aus skandalösen Vorstellungen von der (literarischen) Kunst, vor allem mit ihrem propagierten Unsinn zu einem signifikanten Bestandteil der Kunst. Der ambivalente Ausdruck „Unsinn“ muss nicht buchstäblich als „unsinnig“ aufgefasst werden; bewusst pocht der Unsinn auf den dadaistischen Status und will sich damit von anderer Kunst absetzen. Für dadaistische Kunstauffassungen gibt es zwei Grundannahmen: Entweder soll Kunst nur anhand des bloß Dargebotenen begriffen werden, unabhängig von allen Begleitumständen, oder, ganz im Gegenteil, Kunst könne nur aus den jeweiligen kontextuellen Gegebenheiten heraus verstanden werden, deren kognitives Potential sie dann wäre. Bei Dada-Produkten wird deutlich, dass sie außerhalb ihrer textuell, bildlich oder aktionistisch dargestellten kognitiven Faktoren Bezug nehmen. Unter Bezugnahme auf die Autorität des Dadaismus gerät diese Gestaltung zum Ausbruchsversuch aus herrschenden Denk- und Rezeptionsmustern. So ist der Dada-Nonsens auch als eine Überwindung konventioneller Normierungen zu verstehen, die einen festen Bestandteil jeder Exemplifikation bildet.

Abstract:

The first part of the study is an exposition of the Nelson Goodman’s symbol theory, whose reception in the cognitivistic analysis of the modern art has gained importance. Goodman’s aesthetics conception proceeds with the philosophical problem presentation and from description and release of the aesthetics as an epistemology, whose cognitive potentials on the nominalistic aligned point of view in the context of its symbol theory are represented. Main topics of its philosophical researches are the revision of the inductive logic and the theory of the worldmaking at prevailing world orders and plural views of world. In particular Goodman’s attempt "view of art as a symbol-system" on the basis of our epistemological activities its aesthetic requirement "construction of the worlds by works of art" becomes fairly, whereby symbol-systems without world relations are not maintained by any means, however world relations without symbol-systems. A goal in the second part should be the attempt of describing and of legitimizing as an art factor, regarding its act metaphor and its ironical courses, the deviating linguistic usage of the Dadaists. The products of Dada create themselves from scandalous conceptions of the art, particularly with its publicised nonsense to a significant component of the (literary) art. The ambivalent expression "nonsense" does not have to be understood literally as "nonsensical"; consciously nonsense pounds on the dadaistic status and wants to set off thereby from other art. For dadaistic views of art there are two basic assumptions: Either art is to be understood only on the basis, only the act, independently of all attendant circumstances, or, completely the opposite, art can be understood only from the respective contextual conditions, whose cognitive potential would be it then. With products of Dada, it becomes clear that they can’t be taken out of their textually, pictorially or actionisticly represented cognitive factors. Referring to the authority of the Dadaism this arrangement turns out to the attempt to break through from dominant thinking- and reception-samples. So the Dada-nonsense is to be understood also as an overcoming of conventional standardisations that makes a firm component of each exemplification.

Widmung:

Diese Arbeit widme ich Hyeonju und Sehun, die lange Zeit treu und geduldig auf meine Heimkehr gewartet haben.

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01.09.2005