5 Zusammenfassung

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Die Ergebnisse der vorliegenden Studie weisen darauf hin, dass bei Mukoviszidose-Patienten für einen eindeutigen und zuverlässigen Nachweis von P. aeruginosa Kulturen aus verschiedenen Ebenen des Respirationstrakts angezüchtet werden sollten. Sputumproben sind hierbei dem Rachenabstrich vorzuziehen, da Rachenabstrichproben für den Nachweis einer Infektion der tieferen Atemwege nicht aussagekräftig sind. Bei expektorierenden Patienten besteht eine gute Übereinstimmung zwischen dem Erregernachweis aus Sputum und BAL-Sekret, so dass eine BAL nur im Falle einer Therapieresistenz erwogen werden sollte. Bei jüngeren Patienten, die häufig noch kein Sputum produzieren, könnte durch die Gewinnung von induziertem Sputum die Sicherheit der mikrobiologischen Diagnostik erhöht werden.

Für die molekulargenetische Charakterisierung der bakteriellen Isolate ist die DNA-Makrorestriktion mit anschließender PFGE der RAPD-Analyse überlegen, da auch zwischen nah verwandten und identischen Isolaten unerschieden werden kann. Die DNA-Makrorestriktion kann somit als zuverlässige und aussagekräftige Methode zur Typisierung von P. aeruginosa-Isolaten empfohlen werden.

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Die Analyse der Pseudomonas-Genotypen, welche aus BAL, Rachenabstrich und Sputum gewonnen wurden, zeigte, dass innerhalb der Atemwege eines Individuums unterschiedliche Stämme co-existieren können und genetische Adaptationsvorgänge häufig sind. Anhand zwei sequentieller Untersuchungen im Abstand von 18 Monaten konnten Modifikationen des ursprünglichen Stammes, Stammverlust, Stammersatz und Co-Infektionen beobachtet werden. Etwa die Hälfte dieser genetischen Heterogenität und der longitudinalen Alterationen war ausschließlich durch bronchoskopisch gewonnenes Sekret nachweisbar. Die bronchoalveoläre Lavage stellt somit ein wichtiges Instrument zur zuverlässigen Beantwortung infektiologischer und epidemiologischer Fragen dar.


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17.07.2006