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6  Zusammenfassung

Die Darmischämie ist eine seltene und, wenn unbehandelt, tödliche Erkrankung, die häufig ältere Menschen betrifft. Trotz großer Fortschritte in der Therapie liegt die Letalität der Erkrankung immer noch bei ca. 70%. Eine Verbesserung ist hauptsächlich durch eine sichere Diagnose in dem kurzen diagnostischen Zeitfenster von 12 Stunden zu erreichen. Hierzu kann das Mehrschicht-Spiral-CT mit seinen verbesserten Auf­nahmebedingungen und Darstellungsmöglichkeiten beitragen.

In dieser Studie wurde untersucht, ob eine Untersuchung in einem Mehrschicht-Spiral-CT bei Verdacht auf Darmischämie sinnvoll ist. In einem Zeitraum von drei Jahren fanden sich in der Charité Berlin Campus Mitte, 112 Patienten, bei denen ein Mehrschicht-Spiral-CT bei Verdacht auf Darmischämie durchgeführt wurde. Das Durchschnittsalter des Patientenkollektivs betrug 63,8 Jahre und das Mann / Frau Verhältnis betrug 1 zu 0,72. In 26 Fällen handelte es sich um eine Darmischämie. Durch das CT wurden 24 (92,4%) Fälle erkannte, ein Fall (3,8%) wurde falsch negativ befundet und ein Fall (3,8%) wurde als unklar eingestuft. Von den 86 Fällen, die keine Darmischämie aufwiesen wurden 77 (89,5%) korrekt erkannt, drei (3,5%) wurden falsch positiv befundet und 6 Fälle (7,0%) wurden als unklar eingestuft. Bei einigen Patienten wurden zusätzlich Sonographie oder konventionelle Röntgen­unter­suchungen durchgeführt. Durch die Sonographie konnte von 15 Darmischämien keine erkannt werden (14 falsch negativ, 1 unklar). Durch die konventionelle Röntgen­untersu­chung konnte keine von 4 Darmischämien erkannt werden (3 falsch negativ, 1 unklar).

Bei den Formen der Darmischämie trat die nicht okklusive Darmischämie mit 35% (n=9) am häufigsten auf. Die Häufigkeiten der okklusiven Darmischämien lagen bei der arteriellen Embolie bei 31% (n=8), bei der venösen Thrombose bei 11% (n=3) und bei der arteriellen Thrombose bei 8% (n=2). Ein sekundärer mechanischer Verschluss trat in 15% (n=4) der Fälle auf.


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Das Überleben wurde über einen Zeitraum von 30 Tagen nach der CT-Untersuchung verfolgt. Die Letalität betrug bei den Fällen mit Darmischämie 69%, bei den Patienten ohne Darmischämie 29% und lag im Gesamtkollektiv bei 38%. Das mediane Überleben betrug bei den Patienten mit Darmischämie 9 Tage.

Bei den durchgeführten Laboruntersuchungen wurden bei Leukozytenzahl, Serumlactat und D-Dimere keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Patienten mit und ohne Darmischämie gefunden.

Das Mehrschicht-Spiral-CT hat sich mit einer Sensitivität von 92% und einer Spezifität von 97% als geeignet zur Erkennung einer Darmischämie gezeigt. Befunde des Mehrschicht-Spiral-CT, die nicht sicher eine Darmischämie zeigen sind mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht operationswürdig.


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20.05.2005