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3  Arbeitsmethoden

3.1 Kartenarbeit

Für die Arbeit wurde sowohl historisches als auch aktuelles Kartenmaterial verwendet. Das Kartenmaterial leistete bei den Geländearbeiten unersetzliche Dienste, diente der Erstellung eigener Karten und gab Hinweise auf die jüngste Landschaftsentwicklung im Untersuchungsgebiet.

Für das gesamte Arbeitsgebiet wurde eine Isohypsenkarte im Maßstab 1:25.000 mit einem Höhenschnitt von 5 m angefertigt. Insgesamt wurden dafür 17 Blätter der TK 25 verwendet. Ausschnitte davon flossen in die Arbeit ein. Für besonders interessante Gebiete wurden Isohypsenkarten im Maßstab 1:10.000 angefertigt.

Die in der Arbeit verwendeten Hoch- bzw. Rechtswerte wurden den aktuellen Topographischen Karten des Landes Brandenburg entnommen, die zwischen 1992 und 1995 erschienen sind. Sie weichen von den Werten in älteren Kartenwerken ab.

3.2 Verwendung von Luftbildern

Zur Auffindung und Erforschung von Altläufen der Spree und der Dahme fanden CIR- und Schwarzweißluftbilder Verwendung. Die CIR-Luftbilder wurden freundlicherweise von Mitarbeitern der Unteren Naturschutzbehörde in Königs-Wusterhausen zur Verfügung gestellt.

Die Unterschiede im Feuchtegrad der Vegetation und des Bodens bewirkten auf beiden Luftbildserien deutliche Farb- und Kontrastunterschiede. Die etwas tieferen und damit feuchteren Altarme der Flüsse hoben sich deutlich von den höheren und trockeneren Gebieten ab.

Ausschnitte der Luftbildkarten des Landes Brandenburg wurden in diese Arbeit eingefügt. Die Nutzung der Luftbilder erfolgt mit Genehmigung des Landesvermessungsamtes Brandenburg, Nummer LVermA BB GB 140/2000.

3.3 Geländearbeiten

3.3.1 Peilungen und Bohrungen

Bohrungen auf mineralischen Standorten wurden mit der Nutstange, dem EIJKELKAMP-Sedimentbohrer und der Rammkernsonde niedergebracht. Alle Geräte können meterweise verlängert werden. Maximal wurde mit der motorbetriebenen [Seite 30↓]Rammkernsonde eine Bohrtiefe von 13 m erreicht.

Auf Moorstandorten kam die Nutstange, der Klappenbohrer und das Stechrohrbohrgerät nach STREIF zur Anwendung. Auch diese Geräte können durch aufsetzbare Meterstücke verlängert werden. Maximal wurden auf einem Moorstandort 20,15 m erbohrt.

3.3.2 Schürfe und Aufschlüsse

Die Aufschlussverhältnisse im Jungmoränenland südlich Berlins werden von wenigen großen Kiesgruben geprägt, die punktuell einen guten Einblick in die Lagerungsverhältnisse ermöglichen. Die Tongruben im Arbeitsgebiet sowie kleinere Sand- und Lehmgruben sind meistens auflässig und verfallen, so dass an geeigneten Stellen nachgegraben bzw. -gebohrt wurde. Einmal mehr war der Spaten das wichtigste Arbeitsgerät. Weiterhin wurden für die Untersuchungen temporäre Aufschlüsse genutzt. Als Glücksfall erwies sich dabei von 1997 bis 1999 der Bau einer Erdgastrasse durch das Arbeitsgebiet, der einen 3 bis 3,5 m tiefen und kilometerlangen Einblick in die Lagerungsverhältnisse der oberflächennahen Sedimente bot. Aufgrund des enormen Tempos beim Bau der Trasse waren viele Aufschlussprofile nur wenige Tage zugänglich, so dass sich auf wenige, besonders interessante Profile konzentriert werden musste.

3.3.3 Messungen an Sedimenten

In ausgewählten Profilen wurden vorgefundene Rippelstrukturen zur Bestimmung der Schüttungsrichtung mit dem Kompass eingemessen. Die Bestimmung der Schüttungsrichtung erfolgte nach FÜCHTBAUER (1988) durch Messung in der horizontalen Schnittebene. Bei größeren Geschiebemergelaufschlüssen erfolgte mit dem Kompass die Einregelungsmessung der Geschiebelängsachsen, bei Stauchungen auch der Stauchungsrichtung.

Entlang der Erdgasleitung mit ihrer großen Metallmasse mussten die Messungen aufgrund der Nadelabweichung mit der Topographischen Karte erfolgen.

3.3.4 Vermessungsarbeiten

Die Klärung der Höhenverhältnisse machte Vermessungsarbeiten notwendig. Dank der freundlichen Unterstützung von Dr. I. Schulz und Dr. R. Kleßen (Humboldt-Universität zu Berlin, Geographisches Institut) konnten große Teile der [Seite 31↓]Vermessungsarbeiten im Rahmen von Lehrveranstaltungen abgedeckt werden. Verwendet wurde meist ein elektrooptisches Nivelliergerät der Firma LEICA. Teilweise kamen auch Nivelliergeräte und Theodoliten älterer Bauart zum Einsatz. Auch wenn die Messfehler der älteren Geräte höher ausfielen, so erweisen sie sich mit 10 cm für den Zweck der Arbeit als unerheblich. Da die Höhe der Trigonometrischen Punkte auf 10 cm Genauigkeit bestimmt wurde, müssen für die Höhenangaben 20 cm Toleranz eingerechnet werden.

3.4 Laborarbeiten

3.4.1  Laborarbeiten außerhalb des Geographischen Institutes

Die Bestimmung von Makroresten aus der Kernbohrung TÖP K1 (siehe Kap. 4.7.2.2, S. 139) nahm freundlicherweise Prof. MAI vom Museum für Naturkunde der Humboldt-Universität zu Berlin vor.

Die Pollenanalysen wurden von folgenden Wissenschaftlern durchgeführt:

Die Radiokarbondatierungen Klein Ziescht (siehe Tab. 5, S.90) und Töpchin (S. 139) nahm die Sektion S3 des Institutes für Geowissenschaftliche Gemeinschaftsaufgaben in Hannover unter Leitung von Prof. M. GEYH vor. Die 14C-Proben Kraus 248 und Lub 285 (Tab. 15, S. 161) wurden im Leibnitzlabor für Altersbestimmung und Isotopenforschung der Christians-Albrecht-Universität Kiel bearbeitet.

3.4.2 Glühverlustbestimmung

Zur Bestimmung des Glühverlustes wurden die Proben – nach der Trocknung im Trockenschrank bei 100° C – im Muffelofen bei 500°C geglüht. Anschließend wurde durch Wägung der Gewichtsverlust bestimmt und auf Prozentwerte umgerechnet.


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3.4.3  Karbonatbestimmung

Im Gelände wurden die entnommenen Proben durch Beträufeln mit verdünnter Salzsäure auf ihren Karbonatgehalt hin getestet. Im Labor wurde mit Hilfe der SCHEIBLER-Apparatur der Karbonatgehalt quantitativ bestimmt.

3.4.4 Korngrößenanalysen

Zur Bestimmung der Kornverteilung wurden die meist zwischen 100 und 200 g schweren Proben nach DIN 4188 mit folgenden Siebsätzen gesiebt:

Gesiebt wurde grundsätzlich im Nasssiebmodus, da bei der Trockensiebung die Schluffgehalte meist deutlich kleiner ausfallen.

Bei Proben mit einem deutlichen Schluffgehalt wurde das Material < 0,063 mm im A20-Korngrößenmessgerät der Firma FRITSCH weiter analysiert. Das Gerät misst die Fallgeschwindigkeit in destilliertem Wasser nach dem STOOKEschen Gesetz. Folgende Korngrößenfraktionen < 0,063 μm wurden ausgehalten:

3.4.5  Geschiebeanalysen

Die entnommenen Geschiebemergelproben wurden gemäß TGL 25232 aufbereitet und geschiebestatistisch untersucht. Gezählt wurde die Fraktion 4–10 mm. Eingeordnet wurden die Feinkiese in folgende Kategorien (Die Abkürzungen vor den Kategorien werden für Abbildungen und Tabellen verwendet):

Tab. 1: verwendete Kleingeschiebekategorien

NK

Nordisches Kristallin

MK

Mesozoischer und Känozoischer Kalkstein

PK

Paläozoischer Kalkstein

S

Sandstein

D

Dolomit

Q

Quarz

F

Feuerstein und Flint

So

Sonstiges

PS

Paläozoischer Schieferton

Nb

Neubildungen

Wird in der folgenden Arbeit von einer schieferreichen Probe gesprochen, so besteht sie zu 6 % und mehr aus Paläozoischen Schiefern. Werte zwischen 3 und 6 % [Seite 33↓]kennzeichnen einen erhöhten Schieferanteil.

Wenn der Gehalt an Paläozoischem Kalkstein etwa den Gehalt an Nordischem Kristallin erreicht oder übertrifft (NK/PK-Quotient um 1 oder kleiner), so gilt diese Probe als reich an Paläozoischem Kalkstein.

Zu den widerständigen Kleingeschiebekategorien zählen Nordisches Kristallin, Feuerstein, Quarz und stark verfestigte Sandsteine. Besonders der Gehalt an Quarz kann als Indiz für eine Anreicherung widerständiger Komponenten verwendet werden. Ab einem Quarzgehalt von 5 % wird von einer quarzreichen Probe gesprochen, ab 15 % von einer extrem quarzreichen.

Wird eine Probe vom Nordischen Kristallin dominiert, so besitzt sie einen Anteil kristalliner Geschiebe von 40 % und mehr. Ein deutlicher Dolomitgehalt setzt bereits bei Werten von größer als einem Prozent ein. Werte über 3 % kennzeichnen erhöhte Feuersteingehalte.

Weiterhin wurden Leitgeschiebeanalysen durchgeführt. Gezählt wurde nach SMED (1994 und mündliche Mitteilung 1999). Es wurden alle Geschiebe größer 2 cm und alle bestimmbaren Kalksteine berücksichtigt. Zur Wahrung der Vergleichbarkeit wurde das Theoretische Geschiebezentrum (TGZ nach LÜTTIG 1958a) berechnet.

3.4.6 Zählung windgeschliffener Geschiebe

Zur Bestimmung des Grades der periglazial-äolischen Überprägung einer Oberfläche wurde der Gehalt an windgeschliffenen Geschieben bestimmt (nach NITZ 1966). Für die Unterscheidung Jung-/Altmoränenland stellt diese Methode ein wichtiges Hilfsmittel dar. Beprobt wurden periglaziale Steinsohlen aus sandigen Sedimenten bzw. die glazifluvialen Aufarbeitungsprodukte derselben. Die Geschiebe wurden dabei nach dem Grad ihrer Überprägung in folgende Kategorien eingeordnet:


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3.5  Rechnergestützte Arbeiten

Die vorliegende schriftliche Arbeit wurde vollständig rechnergestützt erstellt. Für die geplante digitale Veröffentlichung wurden die von der Humboldt-Universität zu Berlin/Rechenzentrum vorgegebenen Formatvorlagen eingehalten. Alle Karten und Zeichnungen wurden ebenfalls mit Hilfe von Zeichenprogrammen angefertigt. Sie liegen in verbreiteten Grafikformaten vor.

Die Fotos wurden entweder eingescannt oder im Gelände mit einer digitalen Kamera aufgenommen. Ausgewählte Aufnahmen wurden mit Bildbearbeitungsprogrammen nachbearbeitet. Es wurden ausschließlich Schönheitsreparaturen vorgenommen.


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23.09.2004