Die Mikrodialysesonden wiesen je nach Membranlänge und nach Dauer der Verwendung geringe, aber nicht signifikante Unterschiede in der Wiederfindungsrate für 5-HT auf. Die höchste Wiederfindungsrate wurde beim erstmaligem Gebrauch über 20 h von 3 mm Sonden mit 22,2 ± 1,28 %, die niedrigsten Werte bei einer Verwendungsdauer über 40 h von 2 mm Sonden mit 13,8 ± 1,54 % gemessen (Abb. 8).
| Abbildung 8: Wiederfindungsrate für 5-HT [%] von Mikrodialysesonden mit 2 mm und 3 mm Länge für 5-HT. Beim ersten Gebrauch der Sonden war die Dauer 20 h. Beim wiederholten Gebrauch 40 h. Paired t-Test (n = 6) | ||
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Die Tiere wurden am Tag ihrer Operation um 8 Uhr gewogen und anschließend die Führungskanüle für die Mikrodialyse in den LHA implantiert. In den folgenden 6 Tagen wurde jeweils zum gleichen Zeitpunkt die KM bestimmt. Bei einer mittleren Ausgangsmasse von 252,6 g ± 4,36 g verloren die Tiere nach der Operation bis zu 6 % ihrer KM. Mit einem Anstieg von Tag 1 bis 5 erholten sich die Tiere innerhalb von 5 Tagen und erreichten bzw. überschritten ihre präoperative KM (Abb.9).
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| Abbildung 9: Postoperative Entwicklung der Körpermasse [g] nach Implantation der Mikrodialyseführungskanüle in den LHA. ANOVA on Repeated Measures (n = 5; Mittelwert + SEM; *p<0,05) | ||
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Die Versuchstiere hatten durchgehend freien Futterzugang. Der Futterverbrauch wurde über zwei Stunden gemessen. Die unbehandelten und die mit einer Dosis von 100 µg/kg 8-OH-DPAT behandelten Tiere zeigten eine für das Fressverhalten der Ratten in der Hellphase typische Futteraufnahme von 0,62 ± 0,17 g.
Im Vergleich zur Kontrollgruppe stimulierte 8-OH-DPAT in der Dosis von 300 µg/kg signifikant die Futteraufnahme mit 1,46 ± 0,26 g (Abb. 10).
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| Abbildung 10: Wirkung von 8-OH-DPAT [100 µg/kg und 300 µg/kg i.p.] auf die Futteraufnahme der frei fressenden Ratte. ANOVA gefolgt von Dunnett’s Test. (n = 18; Mittelwert + SEM; *p<0,05 gegenüber Kontrolle) | ||
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Im Gegensatz zum vorausgehenden Versuch bewirkte 8-OH-DPAT in der gleichen Dosierung bei Ratten, die über Nacht 16 h nahrungskarent gehalten wurden, eine signifikante Hemmung der Futteraufnahme. Die nahrungskarenten Kontrolltiere zeigten während der 2-stündigen Testmahlzeit einen Futterverbrauch von
7,70 ± 0,45 g. Dieser Verbrauch wurde durch Gabe von 300 µg/kg 8-OH-DPAT auf 4,71 ± 0,85 g signifikant reduziert (Abb. 11).
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| Abbildung 11: Wirkung von 8-OH-DPAT [100 µg/kg und 300 µg/kg i.p.] auf die Futteraufnahme der nahrungskarenten Ratte. ANOVA gefolgt von Dunnett’s Test (n = 18; Mittelwert + SEM; *p<0,05 gegenüber Kontrolle) | ||
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Die Lokomotionswerte wurden zwischen der frei fressenden und der nahrungskarenten Ratte verglichen. Es wurde im Intervall von 20 min gemessen, nach 60 min wurden 300 µg/kg 8-OH-DPAT i.p. appliziert.
Sechzig und 40 min vor Injektion wurden höhere Lokomotionswerte bei den nahrungskarenten Tieren gemessen, jedoch lediglich 20 min vor Injektion waren diese signifikant unterschiedlich. Hingegen zeigte sich nach Substanzgabe bei motorischen Aktivitätsparametern im Gegensatz zur Futteraufnahme zu keinem Zeitpunkt ein signifikanter Unterschied zwischen den frei fressenden und nahrungskarenten Tieren. (Abb. 12)
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| Abbildung 12: Wirkung von 8-OH-DPAT [300 µg/kg i.p.] auf die Lokomotion der frei fressenden und der nahrungskarenten Ratte gemessen durch das ANIMEX. Mann- Whitney -Test (n = 5; Mittelwert + SEM. *p<0,05 gegenüber nahrungskarenter Kontrolle) | ||
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In den ersten Mikrodialyseversuchen am wachen, frei beweglichen Tier wurden 100 oder 300 µg/kg 8-OH-DPAT i.p. appliziert und die intrahypothalamische 5-HT-Freisetzung gemessen. Die Tiere hatten freien Futterzugang bis vor Substanzgabe, nach der Applikation hatte das Tier kein Futterangebot bis zum Ende des Versuchs. Im Vergleich mit den NaCl-behandelten Kontrolltieren zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen vor Substanzgabe. Zwanzig Minuten nach einmaliger Gabe von 300 µg/kg 8-OH-DPAT zeigte sich ein signifikanter Abfall der hypothalamischen 5-HT-Freisetzung im Vergleich zur Kontrolle, der 40 und 60 min nach Substanzgabe anhielt und signifikant blieb (Abb. 13).
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| Abbildung 13: Wirkung von 8-OH-DPAT [100 µg/kg und 300 µg/kg i.p.] auf die extrazelluläre 5-HT-Freisetzung im LHA der wachen und frei fressenden Ratte. Die Werte sind als Prozentzahl der Basislinie angegeben. Der Mittelwert der ersten drei Proben ergibt 100 %. ANOVA gefolgt von Dunn’s Test (n = 8; Mittelwert + SEM; *p<0,05 gegenüber NaCl-behandelter Kontrolle) | ||
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Im Gegensatz zu Abb. 13 zeigte sich kein Unterschied in der intrahypothalamischen 5-HT-Freisetzung zwischen Tieren, die mit 300 µg/kg 8-OH-DPAT oder NaCl behandelt waren, wenn die Tiere 16 h zuvor nahrungskarent waren (Abb. 14).
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| Abbildung 14: Wirkung von 8-OH-DPAT [300 µg/kg i.p.] und NaCl auf die extrazelluläre 5-HT-Freisetzung im LHA der wachen, 16 h nahrungskarenten Ratte. Die Werte sind als Prozentzahl der Basislinie angegeben. Der Mittelwert der ersten drei Proben ergibt 100 %. ANOVA gefolgt von Dunn’s Test (n = 7; Mittelwert + SEM) | ||
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Wenn die frei fressenden Tiere auch nach Substanzgabe freien Futterzugang hatten, wirkte 8-OH-DPAT stimulierend auf die Futteraufnahme, was in den Verhaltens-Versuchen bereits beobachtet wurde. Dieser Effekt resultierte aus einer Hemmung der 5-HT-Freisetzung, verglichen mit den Bedingungen ohne Futterzugang nach Substanzgabe. Vierzig und 60 min nach Gabe von 8-OH-DPAT war die 5-HT-Freisetzung höher als bei Versuch 3.4.1 (Abb. 15). Die Tiere nahmen 2,54 ± 0,23 g Futter/2h auf.
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| Abbildung 15: Wirkung von 8-OH-DPAT [300 µg/kg i.p.] auf die extrazelluläre 5-HT-Freisetzung im LHA der wachen, frei fressenden Ratte. Nach Substanzgabe hatten die satten Tiere weiterhin Futterangebot bis zum Ende des Versuchs im Unterschied zur Kontrollgruppe. Die Werte sind als Prozentzahl der Basislinie angegeben. Der Mittelwert der ersten drei Proben ergibt 100 %. Student’s t-Test (n = 8. Mittelwert + SEM. *p<0,05 gegenüber Kontrolle ohne Futterangebot). | ||
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Unter den Versuchsbedingungen des Futterangebots nach Substanzgabe zeigte sich am wachen, 16 h nahrungskarenten Tier ebenfalls ein Anstieg der 5-HT-Freisetzung im LHA. Zu keinem Zeitpunkt jedoch war dieser Anstieg im Vergleich zu den ebenfalls nahrungskarenten Kontrolltieren signifikant (Abb. 16). Die Tiere nahmen 3,25 ± 0,28 g Futter/2h auf. Während der ersten Stunde nahmen sie 2,80 ± 0,23 g Futter auf, unter den gleichen Versuchsbedingungen nahmen NaCl-behandelten Kontrolltiere bereits 4,68 ± 0,85 g Futter auf (Voigt et al., 1998).
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| Abbildung 16: Wirkung von 8-OH-DPAT [300 µg/kg i.p.] auf die extrazelluläre 5-HT-Freisetzung im LHA der wachen, 16 h nahrungskarenten Ratte. Nach Substanzgabe wurde bis zum Ende des Versuchs Futter angeboten. Die Kontrollgruppe hatte keinen Futterzugang. Die Werte sind als Prozentzahl der Basislinie angegeben. Der Mittelwert der ersten drei Proben ergibt 100 %. Student’s t-Test (n = 8; Mittelwert + SEM) | ||
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In einem zusätzlichen Versuch an der wachen Ratte mit zentraler Gabe von 8-OH-DPAT über die Mikrodialysesonde in den LHA zeigte sich ein Anstieg der 5-HT-Freisetzung, der von einer starken Ausprägung des 5-HT-Syndroms begleitet war (keine Abbildung). Dieser Effekt war überraschend und es blieb unklar, ob der Anstieg über 5-HT-Rezeptoren vermittelt wurde.
Da es bei der Beantwortung dieser Frage primär nicht um Nahrungsaufnahme ging und das 5-HT-Syndrom störend gewirkt hätte, wurden die diesbezüglichen Experimente in Versuchreihe B an der narkotisierten Ratte geprüft. Vorab sollte in einem Vorversuch gezeigt werden, dass eine intraperitoneale Gabe von 8-OH-DPAT auch bei der narkotisierten Ratte zu dem beim wachen Tier beschriebenen Abfall der 5-HT-Freisetzung führt.
Zwanzig Minuten nach systemischer Gabe von 300 µg/kg 8-OH-DPAT i.p. zeigte sich im Vergleich zu den NaCl-behandelten Kontrolltieren ein signifikanter Abfall von 5-HT im LHA, der mindestens bis 2 h nach Substanzgabe anhielt (Abb. 17).
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Dies zeigt, dass es prinzipiell möglich ist, diese spezielle Fragestellung an der narkotisierten Ratte durchzuführen.
| Abbildung 17: Wirkung von 8-OH-DPAT [300 µg/kg i.p.] auf die extrazelluläre 5-HT-Freisetzung im LHA der narkotisierten Ratte. Der erste Wert stellt den letzten Wert der Basislinie dar. Die Werte sind als Prozentzahl der Basislinie angegeben. Der Mittelwert der ersten drei Proben ergibt 100 %. ANOVA on Ranks gefolgt von Dunn’s Test. (n = 8; Mittelwert + SEM; *p<0,05 gegenüber NaCl-behandelter Kontrolle). | ||
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Nach intrahypothalamischer Substanzgabe von 8-OH-DPAT über die Mikrodialysesonde zeigte sich ein signifikanter Anstieg von 5-HT im LHA in den ersten 20 min nach der Applikation (Abb. 18).
| Abbildung 18: Wirkung von 8-OH-DPAT [2 x 10M] in lokaler Applikation über die Mikrodialysesonde in den LHA auf die extrazelluläre 5-HT-Freisetzung der narkotisierten Ratte. Die Werte sind als Prozentzahl der Basislinie angegeben. ANOVA on Ranks gefolgt von Dunn’s Test (n = 8; Mittelwert + SEM; *p<0,05 gegenüber Kontrolle) | ||
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Nach intrahypothalamischer Gabe des 5-HT-Antagonisten WAY 100635 über die Mikrodialysesonde zeigte sich zu keinem Zeitpunkt ein signifikanter Effekt auf die
5-HT-Freisetzung im LHA (Abb. 19).
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| Abbildung 19: Wirkung von WAY 100635 [2 x 10M] in lokaler Applikation über das Sondensystem in den LHA auf die extrazelluläre 5-HT-Freisetzung der narkotisierten Ratte. Die Werte sind als Prozentzahl der Grundlinie angegeben. ANOVA on Ranks gefolgt von Dunn’s Test (n = 8; Mittelwert + SEM) | ||
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Im Vergleich zu den Kontrolltieren war die 5-HT-Freisetzung nach lokaler Gabe von 8-OH-DPAT auch nach Vorbehandlung mit WAY 100635 signifikant erhöht. Beide Substanzen wurden jeweils über 20 min und in gleicher Dosis appliziert [2 x 10M] (Abb. 20).
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| Abbildung 20: Wirkung von 8-OH-DPAT [2 x 10M] nach Vorbehandlung mit WAY 100635 [2 x 10M] in lokaler Applikation über die Mikrodialysesonde in den LHA auf die extrazelluläre 5-HT-Freisetzung der narkotisierten Ratte. Die Werte sind als Prozentzahl der Basislinie angegeben. ANOVA on Ranks gefolgt von Dunn’s Test (n = 8; Mittelwert + SEM; *p<0,05 gegenüber Kontrolle) | ||
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Der Effekt von 8-OH-DPAT nach lokaler Gabe, dem eine Vorbehandlung mit WAY 100635 in gleicher Dosis [2 x 10 M] vorausging, wurde mit der Wirkung des Agonisten ohne Vorbehandlung verglichen. Der stimulierende Effekt von 8-OH-DPAT auf die 5-HT-Freisetzung im LHA wurde durch den Antagonisten WAY 100635 nicht geblockt (Abb. 21).
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| Abbildung 21: Wirkung von 8-OH-DPAT [2 x 10M] nach Vorbehandlung mit WAY 100635 [2 x 10M] in lokaler Applikation über das Sondensystem in den LHA auf die extrazelluläre 5-HT-Freisetzung der narkotisierten Ratte. Die Werte sind als Prozentzahl der Basislinie angegeben. Student’s t-Test (n = 8; Mittelwert + SEM) | ||
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