Klassen, Irena: Thema: „METASTASEN BEI UNBEKANNTEM PRIMÄRTUMOR - VORSCHLAG EINES STATISTISCHEN VERFAHRENS ZUR IMMUNHISTOCHEMISCHEN DIFFERENZIERUNG HÄUFIGER ADENOKARZINOME “

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Kapitel 2. Aufgabenstellung

Die Diagnostik von Metastasen eines unbekannten Primärtumors (CUP-Syndrom) stellt im klinischen Alltag nach wie vor ein in vieler Hinsicht offenes Problem dar. Histologisch handelt es sich am häufigsten um ein metastasierendes Adenokarzinom (in etwa 60% der Fälle). Die Immunhistochemie hat in den letzten Jahren entscheidend zur Differentialdiagnostik von Metastasen mit unbekanntem Primärtumor beigetragen. Nur für wenige Tumortypen existieren allerdings hochspezifische und zugleich hochsensitive Marker, wie beispielsweise das Thyreoglobulin für das Schilddrüsen- oder das PAP für das Prostatakarzinom, die eine relativ sichere Diagnose zulassen. In der Regel kommen Markerkombinationen zur Anwendung.

Aus der Vielzahl der verfügbaren Antikörper ergibt sich für den einzelnen Untersucher das Problem der mangelnden Überschaubarkeit von möglichen Markerkombinationen. Zum anderen ist die zunehmend breiter werdende Palette der angewendeten Antikörper ein nicht unerheblicher Kostenfaktor.

Die beiden zentralen Aufgaben der vorliegenden Arbeit sind:

  1. Es soll ein statistisches Verfahren vorgeschlagen und untersucht werden, das es ermöglicht, auf der Grundlage von Tumormarkerspektren häufiger metastatischer Adenokarzinome
    - die Wahrscheinlichkeit für eine bestimmte Organlokalisation eines klinisch-radiologisch nicht faßbaren metastasierenden Primärtumors anzugeben,
    - innerhalb einer engen Auswahl von in Frage kommenden primären Adenokarzinomen zu differenzieren sowie
    - die Validität der benutzten Tumormarker zu prüfen, um gegebenenfalls eine effektivere Markerauswahl treffen zu können.
  2. Es soll geprüft werden, ob neben den immunhistochemischen Befunden auch allgemeine Patientendaten wie Alter, Geschlecht, Metastasenlokalisation statistisch zu verwerten sind, um unter Berücksichtigung der typischen Metastasierungsmuster und der alters- und geschlechtsabhängigen Inzidenzen häufiger Adenokarzinome die Vorhersagewahrscheinlichkeit für die Primärlokalisation beim CUP-Syndrom zu erhöhen.

Damit soll für den Pathologen ein Hilfsmittel entstehen, das es ihm erlaubt, bei minimalem Zeitaufwand die immunhistochemischen Untersuchungsergebnisse überschaubarer und für die Differenzierung von Metastasen unbekannten Ursprungs besser nutzbar zu machen.


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Tue Apr 8 17:03:11 2003