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II.  Problemstellung

Die vorliegende Arbeit befasst sich vorrangig mit der Anwendung von Cyclodextrinen (CDen) in Ophthalmika. Im Vordergrund standen die Modifizierung der Arzneistoff-permeation bzw. -penetration in vitro sowie partiell die okulare Arzneistoffverfügbarkeit in vivo. In diesem Zusammenhang wurden verschiedene Arzneistoffe untersucht, die sich in ihren physiko-chemischen Eigenschaften teilweise grundlegend unterscheiden und unterschiedlichen Wirkstoffklassen angehören.

Ausgewählte, strukturell ähnliche Betarezeptorenblockerpaare (Pindolol/Mepindolol; Metoprolol/Betaxolol; Alprenolol/Oxprenolol) waren zunächst hinsichtlich ihrer In-vitro-Permeabilität durch isolierte Schweinecornea zu vergleichen. Beispielhaft sollte nachfolgend der Einfluss von ausgewählten CDen (α-CD, Hydroxypropyl(HP)-α-CD, HP-β-CD, HP-γ-CD) auf ihr Permeationsverhalten evaluiert werden. Von besonderem Interesse war die Kombination eines β-Blockers – mit und ohne Zusatz nativer und hydroxypropylierter CDe – mit Pilocarpinhydrochlorid (P), wofür das hydrophile Mepindololsulfat (MEP) ausgewählt wurde. Für die relativ lipophile Pindolol-Base (PIN) dienten CDe als Lösungsvermittler, um anschließend die Permeation durch Schweinecornea zu ermöglichen. Zur Untersuchung auftretender β-Blocker-CD-Wechselwirkungen sollten Löslichkeitsstudien, Röntgen-diffraktometrie (X-RD) und Infrarotspektroskopie (FT-IR) herangezogen werden.

Ein weiteres Anliegen dieser Arbeit bestand darin, die okulare Verteilung des lipophilen Prodrugs Mycophenolatmofetil (MMF) am Kaninchen in vivo zu ermitteln. Voraussetzung hierfür war die Entwicklung einer löslichen Formulierung, was in einer Vorläuferarbeit [202, 203] durch Verarbeitung mit HP-β-CD gelang, sodass letztere mit einer MMF-Suspension sowie mit der aktiven Wirksubstanz Mycophenolsäure (MPA) verglichen werden konnte. Die Wirkstofferfassung war nach 30, 60 und 240 min in Cornea, Sclera, Conjunctiva, Iris-Ziliarkörper, Kammerwasser sowie im Plasma der Testtiere vorgesehen.

Weiterhin sollten die neuen, sehr schwer wasserlöslichen Selektiven Glucocorticoidrezeptor-agonisten (SEGRA) ZK 216771 und ZK 247756, die sich in der pharmakologischen Testung von Schering befinden, in eine geeignete galenische Formulierung zur okularen Anwendung gebracht und anschließend an Ratten nach Keratoplastik getestet werden.


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10.11.2004