Köder, Kerstin: Thema: Einfluß kardiologischer Rehabilitationsmaßnahmen auf hämorheologische Parameter

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Kapitel 6. ZUSAMMENFASSUNG

Bei Patienten mit arteriosklerotischen Gefäßveränderungen imponiert häufig eine pathologisch veränderte Blutfluidität.

Die vorliegende Arbeit sollte deshalb der Frage nachgehen, ob sich im Verlauf einer stationären Anschlußheilbehandlung (AHB) neben einer Normalisierung klassisch kardiovaskulärer Risikofaktoren auch positive Veränderungen rheologischer Parameter beobachten lassen. Dazu wurden 64 männliche und weibliche Patienten zu Beginn und am Ende ihrer vierwöchigen kardiologischen AHB untersucht. Es wurden der Blutdruck, Gewicht und Gesamtcholesterin, sowie die hämorheologischen Parameter Plasmaviskosität, Hämatokrit und Fibrinogen bestimmt. Bis auf geschlechtsspezifische Hämatokritwertunterschiede wurden keine statistisch signifikanten Differenzen der rheologischen Werte in verschiedenen Patientengruppen gefunden. Im Verlauf der AHB kam es neben einer statistisch signifikanten Reduktion klassisch kardiovaskulärer Risikofaktoren zu einer statistisch signifikanten, von koronarer Herzkrankheit und Risikofaktoren unabhängigen Verminderung der Plasmaviskosität und Hämatokrit. Keine statistisch signifikanten Änderungen zeigten sich beim Fibrinogen. Desweiteren wurden einige schwach positive Korrelationen zwischen der Änderung klassischer Risikofaktoren und der Änderung hämorheologischer Faktoren aufgezeigt.

Die hier vorgelegten Daten bestätigen einerseits Zusammenhänge zwischen klassischen Risikofaktoren und hämorheologischen Meßgrößen. Sie zeigen andererseits, daß es im Verlauf einer Rehabilitationsbehandlung nicht nur zu der erhofften Reduktion diverser Risikofaktoren kommt, sondern daß auch hämorheologische Kenngrößen günstig beeinflußt werden.

Derartige Befunde beweisen zwar keinen Kausalzusammenhang, geben aber wertvolle Hinweise für die weitere Forschung. Es ist denkbar, daß klassische Risikofaktoren zum Teil dadurch atherogen wirken, daß sie die Blutfluidität limitieren. Dieses bedeutet, daß die Fließeigenschaften des Blutes möglicherweise einen Prädiktor des Gefäßschadens darstellen. Diese Erkenntnis könnte man sich zunutze machen, indem man die Bestimmung hämorheolologischer Parameter in das Diagnose- und Therapiekonzept einer Rehabilitation aufnimmt.


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Fri Mar 16 17:10:29 2001