5 Zusammenfassung

Die partielle Flüssigkeitsbeatmung (PLV) mit PFC ist eine tierexperimentelle und auch am Patienten angewandte Methode zur Behandlung des ARDS. In dieser Arbeit wurde die PLV in einem Tierversuch des Lungenversagens mittels Lungenlavage angewandt. In der vorliegenden Arbeit wird beschrieben, wie intrapulmonal stufenweise per Instillation gegebenes, hochgereinigtes Perfluorocarbon (FC 3280) die Hämodynamik, die Lungenfunktion und die Überlebenszeit bei ARDS im Tierexperiment beeinflusst.

An zwölf anästhesierten Schweinen mit einem Körpergewicht von 30 ± 5 kg wurde eine prospektive, randomisierte und kontrollierte Studie durchgeführt. Bei den Tieren wurde durch wiederholte Lavagen mit warmem Kochsalz ein Surfactantmangel erzeugt, was bei standardisierter Beatmung zu einem PaO2 von 52 ± 12 mmHg bei einer FiO2 von 1.0 führte. Anschließend wurden sechs Tiere mit partieller Flüssigkeitsbeatmung (PLV) durch zweimalige Applikation von 7,5 ml/kgKG FC 3280 im Abstand von 30 Minuten behandelt (Behandlungsgruppe). In der Kontrollgruppe erhielten 6 Tiere keine weitere Therapie. Die Hämodynamik und der Gasaustausch wurden alle 30 Minuten nach Gabe des PFC kontrolliert. Das Intervall der Blutgasanalysen wurde nach 60 Minuten auf stündlich verlängert. Die Analysen und das kontinuierliche invasive Monitoring in beiden Gruppen wurde bis zum Tode fortgeführt.

Bei allen Versuchstieren resultierte aus den Lavagen eine schwere Lungenschädigung. In der histologischen Begutachtung zeigten beide Gruppen einen gleichen Schädigungsgrad. In der Behandlungsgruppe lag der PaO2 nach 7,5 ml/kgKG PFC bei 67 ± 33 mmHg und nach insgesamt 15 ml/kgKG bei 106 ± 74 mmHg. Drei der Tiere sprachen dabei gut auf die Therapie an. Bei ihnen konnten beachtliche Verbesserungen in der Sauerstoffversorgung gezeigt werden. So verbesserte sich der PaO2 von 62 mmHg auf 450 mmHg bei einem der Tiere, welches gut auf PLV ansprach. In der Kontrollgruppe blieb der Gasaustausch jedoch unverändert. Die hämodynamischen Parameter verhielten sich während der ersten 6 Stunden stabil in der Behandlungsgruppe während sich bei den Kontrolltieren die Verhältnisse zunehmend verschlechterten. In der Behandlungsgruppe lag das Mittel der Überlebenszeit bei 8,2 ± 4,5 Std. und bei 1,8 ± 1,4 Std. in der Kontrollgruppe (p < 0,05).

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die partielle Flüssigkeitsbeatmung mit Perfluorocarbon nicht bei allen Tieren im experimentellem Lungenversagen durch Lavage die arteriellen Oxygenierung bessert. Jedoch auch die Tiere die keinen Anstieg des PaO2 zeigten, lebten länger als die Kontrolltiere. Somit zeigt die verbesserte Überlebenszeit durch PLV einen positiven Effekt in der Behandlung des akuten Lungenversagens.


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02.06.2005