Kojetinsky, Corina: Untersuchungen zur Nachstarprävention in vitro mittels des zyklischen RGD-Peptids cRGDDFV

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Kapitel 2. Ziel der experimentellen Arbeit

10-50 % der Augen von Patienten, die sich einer Katarakt-Operation unterziehen, entwickeln innerhalb von ein bis fünf Jahren einen sogenannten Nachstar [6], [7]. Der Erfolg einer Katarakt-Operation wird durch die Entstehung dieses Nachstars oft wieder in Frage gestellt. Um den Visus der Patienten wieder auf das postoperativ erreichte Niveau zu heben, wird die Nachstarmembran heute überwiegend mittels Nd:YAG-Laser zentral eröffnet. Diese Behandlungsmethode birgt jedoch nicht unerhebliche Risiken und Kosten - ebenso wie die alternative Methode, die operative Nachstar-Absaugung. Es werden daher Möglichkeiten der Nachstar-Prävention gesucht.

Ausgangspunkt und Voraussetzung der Entstehung eines Nachstars ist die Adhäsion der Linsenepithelzellen an der Kapsel. Nach einer Kataraktoperation befinden sich gelöste, aber nicht vollständig entfernte Linsenepithelzellen (LEC) in der Vorderkammer. Gelingt es diesen, an der Kapsel zu adhärieren, kann sich durch Migration und Proliferation dieser Zellen eine Nachstarmembran bilden. Außerdem verbleiben auch bereits adhärente LEC auf der Linsenkapsel, die ebenso eine erneute Eintrübung hervorrufen können. Vorangehende Arbeiten [55], [56], [57], [58] haben gezeigt, daß RGD-Peptide in der Lage sind, Zelladhäsionen zu hemmen.

Ziel dieser Arbeit ist es nun, experimentell zu untersuchen, inwieweit die Hemmung der Zelladhäsion durch RGD-Peptide auch klinisch zur Prävention des Nachstars nach Katarakt-Operation einsetzbar ist.

Dies ist auf zwei Wegen denkbar: Erstens durch eine Hemmung der Adhäsion von Linsenepithelzellen, die intraoperativ durch Spülvorgänge zwar von der Kapsel gelöst, jedoch nicht vollständig entfernt werden konnten. Als ein sehr einfach klinisch umzusetzendes Verfahren ist der Zusatz von RGD-Peptid zur Spüllösung für die Kataraktoperation vorstellbar. Dann ist aber, bedingt durch den Kammerwasser-Turnover, mit recht kurzen Einwirkzeiten des Peptids auf die LEC zu rechnen. Daher wird untersucht werden, ob dennoch ausreichende Effekte zu erzielen sind (s. 1.6.2. b)). Insbesondere soll auch der Effekt einer Langzeit- bzw. Kurzzeitinkubation auf die Adhäsion und Proliferation humaner LEC beobachtet werden (s. 1.6.2. c)). Zweitens ist zu überprüfen, ob Linsenepithelzellen unter RGD-Peptid-Einwirkung besser oder gar vollstän


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dig von der Kapsel gelöst (s. 1.6.2. e)) und somit durch Spül-Saugvorgänge intraoperativ entfernt werden können.

Schließlich soll die Verträglichkeit des von uns verwendeten zyklischen RGD-Peptids cRGDDFV für andere okuläre Strukturen, insbesondere das Hornhautendothel, untersucht werden (s. 1.6.2. d)).


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Tue Oct 1 12:29:56 2002