3.  Resultate

3.1  Zellkultur der HaCaT-Zellen

↓40

Alle im Folgenden beschriebenen Untersuchungen basieren auf der im Methodenteil beschriebenen Zellkultur mit Zellen der HaCaT-Zelllinie, es handelt sich ausnahmslos um in-vitro Modelle.

Die einzelnen Versuche sind – mit Ausnahme der Zellwachstumskurven, s. u. - jeweils mindestens fünf mal durchgeführt worden, um eine statistische Sicherung zu gewährleisten. Zur Überprüfung der Ergebnisse wurde der „Student`s T-Test“ durchgeführt und damit die Signifikanz der Resultate bestätigt (s. jeweilige Abbildung).

3.1.1  Zellwachstum der HaCaT-Zellen (Charakterisierung der Differenzierung durch Keratin 5 und Involukrin)

↓41

In drei Wachstumskurven zu verschiedenen Zeitpunkten (Aussaat jeweils 0,5 x 105 Zellen pro ml) war die Konfluenz der Zellen am sechsten bzw. siebten Tag mikroskopisch erkennbar. Das durchschnittliche Wachstum der Zellen erfolgte von Tag 0 zu Tag 4 um den Faktor 2,8, von Tag 4 zu Tag 7 um den Faktor 4,99, von Tag 7 zu Tag 11 um den Faktor 1,04 und von Tag 11 zu Tag 14 um den Faktor 1,15. Dies zeigt die vorher schon beschriebene Eigenschaft der HaCaT-Keratinozyten, ab etwa dem siebten Tag einen konstanten Teilungszyklus einzugehen (s. Abb. 3 und Abb. 1, Einleitung), d. h. wenn die Proliferation in die Differenzierung übergeht.

Abb. 3: Wachstumskurve der HaCaT-Zellen über 14 Tage. Die Aussaat der Zellen erfolgte mit jeweils 3 x 105 Zellen /ml. Zur Darstellung kommt hier ein repräsentatives Experiment.

3.2 Inkubation der HaCaT-Zellen mit All-Trans-Retinsäure (RA)

3.2.1  Inkubation der HaCaT-Zellen mit RA für 24 Stunden

3.2.1.1  Zellwachstum der HaCaT-Zellen

↓42

Die Inkubation der humanen Keratinozyten Zelllinie HaCaT mit RA erfolgte in einer Verdünnungsreihe von 10-5 bis 10-9 M. Zusätzlich wurde ein Kontrollmedium unter Zugabe von DMSO in einer Konzentration von 10-5 M angelegt. Jeweils nach 24 Stunden Inkubation (Tag 4 auf 5 und Tag 11 auf 12) wurde sowohl die Zellzahl, als auch quantitativ die SCF-Freisetzung auf Protein-, und qualitativ und quantitativ auf mRNA-Ebene gemessen.

Bezüglich der Konfluenz der Zellen konnte Folgendes festgestellt werden: Am Tag 4 waren die Zellen in keinem Fall (n=5) konfluent, am Tag 7 in 4 von 5 Versuchen, am Tag 11 waren die Zellen in allen Fällen konfluent. Mit RA in unterschiedlichen Konzentrationen (s.o.) war dabei kein Unterschied nachzuweisen, nur in einem Fall waren die Zellen bei einer Konzentration von 10-5 und 10-6 RA M auch am Tag 7 nicht konfluent (Konfluenz am Tag 11).

Auf das messbare Zellwachstum (Neubauer-Zählkammer, s.o.) hat RA je nach Zeitpunkt der Inkubation unterschiedliche Effekte: So war am Tag 5 eine dosisabhängige Inhibierung des Wachstums zu beobachten. Auch hier gilt: Mit steigender Konzentration stieg auch die Inhibierung. Dagegen war am Tag 12 kaum ein Effekt nachweisbar (s. Abb. 4,5).

↓43

Abb. 4: Zellzahl der HaCaT-Zellen nach Inkubation mit RA über 24 h am Tag 5.
* = p<0.05, im Vergleich zum Kontrollwert.

Abb. 5: Zellzahl der HaCaT-Zellen nach Inkubation mit RA über 24 h am Tag 12.

3.2.1.2  SCF-Produktion aus den HaCaT-Zellen auf Proteinebene (ELISA)

Nach Messung der SCF-Produktion auf Proteinebene über die Extinktion im ELISA haben wir am Tag 5 (nach Inkubation mit RA für 24 Stunden) keinen Effekt auf diese feststellen können. Am Tag 12, wiederum nach 24 Stunden Inkubation mit RA, ergab sich eine Erhöhung der SCF-Produktion, die teils konzentrationsabhängig war; mit steigender Konzentration (s. Konzentrationsreihe oben) war die Erhöhung ausgeprägter, bei einer RA-Konzentration von 10-5 M war die Erhöhung der SCF-Produktion mit p<0.01 am signifikantesten gegenüber den übrigen Konzentrationen (s. Abb. 6, 7).

↓44

Abb. 6: SCF-Produktion aus HaCaT-Zellen nach Inkubation mit RA über 24 h am Tag 5.

Abb. 7: SCF-Produktion aus HaCaT-Zellen nach Inkubation mit RA über 24 h am Tag 12. * = p<0.05; ** = p<0.01

3.2.1.3  SCF-Produktion aus den HaCaT-Zellen auf mRNA-Ebene (PCR)

Siehe hierzu Punkt 3.7

3.2.2 Inkubation der HaCaT-Zellen mit RA für 11 Tage

3.2.2.1  Zellwachstum der HaCaT-Zellen

↓45

Die Inkubation der humanen Keratinozyten Zelllinie HaCaT mit RA erfolgte in einer Verdünnungsreihe von 10-5 bis 10-9 /ml. Zusätzlich wurde ein Kontrollmedium unter Zugabe von DMSO in einer Konzentration von 10-5 /ml angelegt. Jeweils nach 11 Tagen Inkubation (über die gesamte Dauer) wurde sowohl die Zellzahl, als auch quantitativ die SCF-Freisetzung auf Protein, und qualitativ und quantitativ auf mRNA-Ebene gemessen.

Bezüglich der Konfluenz der Zellen konnte folgendes festgestellt werden: Am Tag 4 waren die Zellen in keinem Fall (n=5) konfluent, am Tag 7 in 3 von 5 Versuchen nicht konfluent bis subkonfluent (2 von 5 waren konfluent), am Tag 11 waren die Zellen in allen Fällen konfluent. Auffällig dabei war, dass mit abnehmender Konzentration von RA (s.o.) die Konfluenz der HaCaT-Zellen zeitlich früher erreicht war.

Das messbare Zellwachstum (mittels der Neubauer-Zählkammer) wird durch RA beeinflusst. Mit steigender Konzentration der RA ist eine vermehrte Inhibierung des Zellwachstums zu beobachten. Vor allem im Vergleich zur DMSO-Kontrolle fällt eine über das Konzentrationsgefälle durchgängige Inhibierung des Zellwachstums auf (s. Abb. 8,9).

↓46

Abb. 8: Zellzahl der HaCaT-Zellen nach kontinuierlicher Inkubation mit RA über 11 Tage am Tag 4. ** = p<0.01

Abb. 9: Zellzahl der HaCaT-Zellen am Tag 11, nach kontinuierlicher Inkubation mit RA über 11 Tage. * = p<0.05; ** = p<0.01

3.2.1.2 Gesamt-SCF-Produktion aus den HaCaT-Zellen auf Proteinebene (ELISA)

↓47

Nach Messung der SCF-Produktion auf Proteinebene über die Extinktion im ELISA konnte am Tag 4 (nach Dauerinkubation) ein geringer Hemm-Effekt durch RA festgestellt werden, am Tag 11 ist eher eine Hochregulation zu beobachten, die jedoch keine Signifikanz erreichte. Für beide Zeitpunkte und Effekte gilt, dass sie konzentrationsabhängig sind (s. Abb. 10,11).

Abb. 10: SCF Produktion aus HaCaT-Zellen am Tag 4, bei Inkubation mit RA über 11 Tage. * = p <0.05

Abb. 11: SCF Produktion aus HaCaT-Zellen am Tag 11, bei Inkubation mit RA über 11 Tage. * = p<0.05

3.2.2.2 Gesamt-SCF-Produktion aus den HaCaT-Zellen auf mRNA-Ebene (PCR)

↓48

Während der Inkubation der HaCaT-Zellen mit RA über 11 Tage (Dauerinkubation) konnten wir keinen Effekt auf der mRNA-Ebene mittels der RT-PCR nachweisen.

Abb. 12: Resultate der molekularen Analyse der Expression von SCF 3´5´ während der Inkubation mit RA über jeweils 11 Tage. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: DMSO Tag 4; Reihe 4: RA Tag 11; Reihe 5: DMSO Tag 11.

↓49

Zur Übersicht sind in der folgenden Tabelle die Ergebnisse noch einmal aufgelistet:

Tab. 4: Zusammenfassung der Ergebnisse unter RA Einfluss

Tag 4/5

Tag 11/12

RA 24 h

Zellzahl

(↓)

SCF (Elisa)

SCF (PCR)

RA 11 d

Zellzahl

SCF (Elisa)

(↓)

(↑)

SCF (PCR)

3.3 Inkubation der HaCaT-Zellen mit Dexamethason

3.3.1  Inkubation der HaCaT-Zellen mit Dexamethason für 24 Stunden

3.3.1.1  Zellwachstum der HaCaT-Zellen

Nach Inkubation der humanen Keratinozyten Zelllinie HaCaT mit Dexamethason in einer Konzentration von 10-6 M über jeweils 24 h war auf das messbare Zellwachstum an Tag 5 keinerlei Effekt nachzuweisen (s. Abb. 13). An Tag 12 trat eine schwache, aber signifikante Inhibierung des Zellwachstums (Faktor 1.1, s. Abb. 14) durch Dexamethason auf. Der Vergleich erfolgte über ein Kontrollmedium mit DMSO in einer Konzentration von 10-5 M, die Zellzählung mittels Neubauer-Zählkammer (s. o.). Jeweils nach 24 h Inkubation wurden sowohl die Zellzahl, als auch quantitativ die SCF-Freisetzung auf Protein-, und qualitativ und quantitativ auf mRNA-Ebene gemessen.

↓50

Abb. 13: Zellzahl der HaCaT-Zellen nach Inkubation mit Dexamethason (10-6 M) über 24 h am Tag 5.

Abb. 14: Zellzahl der HaCaT-Zellen nach Inkubation mit Dexamethason (10-6 M) über 24 h am Tag 12. * = p<0.05

3.3.1.2 SCF-Produktion aus den HaCaT-Zellen auf Proteinebene (ELISA)

Nach Messung der SCF-Produktion aus den HaCaT-Zellen über die Extinktion im ELISA war sowohl an Tag 5 als auch an Tag 12 eine nur schwache, aber jeweils doch signifikante Inhibierung der Produktion zu sehen (Tag 5 Faktor 1.2, Tag 12 Faktor 1.1, jeweils bezogen auf DMSO, s. Abb. 15, 16).

↓51

Abb. 15: SCF Produktion aus HaCaT-Zellen nach Inkubation mit Dexamethason (10-6 M) über 24 h am Tag 5. * = p<0.05

Abb. 16: SCF Produktion aus HaCaT-Zellen nach Inkubation mit Dexamethason (10-6 M) über 24 h am Tag 12. ** p<0.01

3.3.1.3 SCF-Produktion aus den HaCaT-Zellen auf mRNA-Ebene (PCR)

Während der Inkubation der HaCaT-Zellen mit Dexamethason über jeweils 24 h ist eine deutliche Hochregulation der SCF-Produktion nachzuweisen. Von Tag 5 zu Tag 12 erfolgt die Hochregulation der SCF-Produktion im Mittel um den Faktor 1.6. Bezogen auf DMSO (als Lösungsmittel) wird die Hochregulation noch stärker deutlich: Am Tag 5 erfolgt sie im Mittel um den Faktor 1.1, am Tag 12 hingegen um den Faktor 2.3 (s. Abb. 17).

↓52

Abb. 17: Resultate der molekularen Analyse der Expression von SCF 3´5´ während der Inkubation mit Dexamethason über jeweils 24 Stunden. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: Dex. Tag 5; Reihe 4: DMSO Tag 5; Reihe 5: Dex. Tag 12; Reihe 6: DMSO Tag 12.

3.3.2 Inkubation der HaCaT-Zellen mit Dexamethason für 11 Tage

3.3.2.1  Zellwachstum der HaCaT-Zellen

Die Inkubation der HaCaT-Zellline mit Dexamethason erfolgte in einer Verdünnungsreihe von 10-5 bis 10-9 M. Zusätzlich wurde ein Kontrollmedium unter Zugabe von DMSO in einer Konzentration von 10-5 M angelegt. Jeweils nach 4 und 11 Tagen Inkubation wurde sowohl die Zellzahl, als auch quantitativ die SCF-Produktion auf Protein-, und qualitativ und quantitativ auf mRNA-Ebene gemessen.

Am Tag 4 waren dabei die Zellen in allen Fällen (n=5) nicht konfluent, am Tag 7 in 2 Fällen subkonfluent, in 3 Fällen konfluent, und am Tag 11 waren die Zellen in allen Fällen konfluent. Auch hierbei fiel wie schon in anderen Versuchen (s. o.) die Konzentrationsabhängigkeit auf, Sub- bzw. Nicht-Konfluenz war nur bei Konzentrationen von 10-5 bis 10-6 M festzustellen.

↓53

Bezogen auf das messbare Zellwachstum (Neubauer-Zählkammer, s. o.) hat Dexamethason je nach Zeitpunkt unterschiedliche Effekte: Am Tag 4 war eine schwache, konzentrationsunabhängige Hochregulation des Zellwachstums zu sehen, die keine statistische Signifikanz erreichte; am Tag 11 hingegen war bei einer Konzentration von 10-5 und 10-8 M eine signifikante Inhibierung des Zellwachstums zu beobachten (s. Abb. 18, 19).

Abb. 18: Zellzahl der HaCaT-Zellen nach Inkubation mit Dexamethason über 11 Tage am Tag 4.

↓54

Abb. 19: Zellzahl der HaCaT-Zellen nach Inkubation mit Dexamethason über 11 Tage am Tag 11. * = p<0.05

3.3.2.2 SCF-Produktion aus den HaCaT-Zellen auf Proteinebene (ELISA)

Nach Messung der SCF-Produktion auf Proteinebene über die Extinktion im ELISA konnte an Tag 4 und Tag 11 eine konzentrationsabhängige signifikante Inhibierung der Produktion gezeigt werden. Auch hierbei gilt: Mit steigender Konzentration erfolgte eine stärkere Inhibierung der Produktion (s. Abb. 20, 21).

Abb. 20: SCF Produktion aus HaCaT-Zellen nach Inkubation mit Dexamethason über 11 Tage am Tag 4. * = p<0.05

↓55

Abb. 21: SCF Produktion aus HaCaT-Zellen nach Inkubation mit Dexamethason über 11 Tage am Tag 11. * = p<0.05; ** = p<0.01

Zur Übersicht sind die Ergebnisse in der folgenden Tabelle noch einmal dargestellt:

Tab. 5: Zusammenfassung der Daten zur Modulation mit Dexamethason

Tag 4/5

Tag 11/12

Dex. 24 h

Zellzahl

SCF (Elisa)

SCF (PCR)

↑↑

Dex. 11 d

Zellzahl

(↑)

↓↓

SCF (Elisa)

↓↓

↓↓

3.4 Bestimmung des Differenzierungsmarkers Keratin 5 (K5) auf mRNA-Ebene mittels RT-PCR

3.4.1  Differenzierungsmarker Keratin 5 (K5)

↓56

Keratin 5 wird mit zunehmender Differenzierung der Keratinozyten (auch der HaCaT-Keratinozyten) herunterreguliert.

Bei der Inkubation mit RA für 11 Tage (Dauerinkubation) konnten wir am Tag 4 keinen Effekt auf die Expression von Keratin 5 mRNA feststellen, am Tag 11 wurde K5 leicht herunterreguliert (s. Abb. 22). Im Vergleich zur Inkubation mit RA über jeweils 24 h fällt hierbei die Inhibierung der Expression schwächer aus als bei der beschriebenen Dauerinkubation. Dexamethason hemmt Keratin 5, bei einer Inkubation über 24 h sowohl am Tag 5 als auch am Tag 12.

Abb. 22: Resultate der molekularen Analyse der Expression von K5 unter Inkubation mit RA über 11 Tage. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: RA Tag 4; Reihe 4: DMSO Tag 4; Reihe 5: RA Tag 11; Reihe 6: DMSO Tag 11.

↓57

Zur Übersicht sind die Ergebnisse noch einmal in der folgenden Tabelle dargestellt:

Tab. 6: Zusammenfassung der Daten zur K5 Expression

Tag 4/5

Tag 11/12

RA 24 h

K5

(↓)

RA 11 d

K5

Dex. 24 h

K5

3.5 Auftrennung in Gesamt-SCF und SCF-Splicevarianten

3.5.1  Gesamt-SCF (SCF 3´5´)

↓58

Während der Differenzierung der HaCaT-Zellen steigt die Produktion von Gesamt-SCF.Die jeweiligen Effekte von RA und Dexamethason während der Inkubation mit den HaCaT-Zellen über 24 h bzw. 11 Tage auf die Produktion von Gesamt-SCF sind sowohl auf Protein-, als auch auf mRNA-Ebene unter den einzelnen Abschnitten (s. o.) erläutert.

3.5.2 sSCF/mSCF

Es handelt sich bei sSCF/mSCF um die beiden Splicevarianten von SCF (siehe dazu Einleitung Nr. 1.5.1).

3.5.2.1  Produktion von sSCF/mSCF nach Inkubation mit RA über 11 Tage

Während der Inkubation von HaCaT-Zellen mit RA über 11 Tage (Dauerinkubation) zeigte sich im Vergleich zur Kontrolle mit DMSO eine deutlich stärkere Produktion von sSCF/mSCF (entspricht den Splicevarianten, s. o.), wie in Abb. 23 klar zu sehen ist. Auffällig ist darüber hinaus auch die höhere Expression der mRNA von mSCF gegenüber der mRNA von sSCF.

↓59

Abb. 23: Resultate der molekularen Analyse der Expression von sSCF/mSCF (359/275bp) während der Inkubation mit RA über jeweils 11 Tage. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: RA Tag 4; Reihe 4: DMSO Tag 4; Reihe 5: RA Tag 11; Reihe 6: DMSO Tag 11. Obere Bande: mSCF; untere Bande: sSCF.

3.5.2.2 Produktion von sSCF/mSCF nach Inkubation mit Dexamethason über 24 h

Während der Inkubation von HaCaT-Zellen mit Dexamethason über jeweils 24 h war am Tag 5 kein Effekt nachzuweisen, am Tag 12 fiel eine im Vergleich zur Kontrolle mit DMSO gleiche bzw. leicht verstärkte Produktion von sSCF/mSCF auf (s. Abb. 24).

Abb. 24: Resultate der molekularen Analyse der Expression von sSCF/mSCF während der Inkubation mit Dexamethason über jeweils 24 Stunden. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: Dex. Tag 5; Reihe 4: DMSO Tag 5; Reihe 5: Dex. Tag 12; Reihe 6: DMSO Tag 12. Obere Bande: mSCF; untere Bande: sSCF.

↓60

Zur Übersicht sind die Ergebnisse noch einmal in der folgenden Tabelle dargestellt:

Tab. 7: Zusammenfassung der Ergebnisse zur sSCF/mSCF Expression

Tag 4/5

Tag 11/12

RA 11 d

sSCF/mSCF (PCR)

↑↑

↑↑

Dex. 24 h

sSCF/mSCF (PCR)

3.6 All-Trans-Retinsäure Rezeptoren (RAR)

3.6.1  RAR-α

↓61

Während der Inkubation der HaCaT-Zellen mit Retinsäure über jeweils 24 h konnten wir eine Hochregulierung der mRNA des Retinsäure-α Rezeptors feststellen (nicht gezeigt); während der Inkubation mit RA über 11 Tage (Dauerinkubation) zeigte sich im Vergleich zur Kontrolle mit DMSO ebenfalls eine Hochregulierung der mRNA des RAR-α Rezeptors (s. Abb. 25).

Abb. 25: Resultate der molekularen Analyse der Expression von RAR-α während der Inkubation mit RA über jeweils 11 Tage. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: DMSO Tag 4; Reihe 4: RA Tag 11; Reihe 5: DMSO Tag 11.

Dexamethason zeigt dagegen während der Inkubation mit HaCaT-Zellen keinen Effekt auf den RAR-α Rezeptor, unabhängig von der Dauer der Inkubation (s. Abb. 26).

↓62

Abb. 26: Resultate der molekularen Analyse der Expression von RAR-α während der Inkubation mit Dexamethason über jeweils 24 Stunden. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: Dex. Tag 5; Reihe 4: DMSO Tag 5; Reihe 5: Dex. Tag 12; Reihe 6: DMSO Tag 12.

3.6.2 RAR-β

HaCaT-Zellen sollen laut Literatur im Gegensatz zu humanen Keratinozyten den RAR-β exprimieren (Törmä H 1999). In diesen Untersuchungen ist es dagegen in keinem Fall (n=4) gelungen, diesen Rezeptortyp auf mRNA-Ebene nachzuweisen.

3.6.3 RAR-γ

In bezug auf den Retinsäure-γ-Rezeptor haben wir durch die Inkubation mit Retinsäure keinen signifikanten Effekt auf die Regulation dieses Rezeptors aufweisen können, wiederum unabhängig von der jeweiligen Dauer der Inkubation. Lediglich während der Inkubation der HaCaT-Zellen mit RA über 11 Tage (Dauerinkubation) zeigte sich eine sehr schwache Hochregulation der Produktion des RAR-γ Rezeptors von Tag 4 zu Tag 11 (s. Abb. 27).

↓63

Abb. 27: Resultate der molekularen Expression von RAR-γ während der Inkubation mit RA über jeweils 11 Tage. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: RA Tag 4; Reihe 4: DMSO Tag 4; Reihe 5: RA Tag 11; Reihe 6: DMSO Tag 11.

Während der Inkubation der HaCaT-Zellen mit Dexamethason über jeweils 24 h wurde die Produktion des RAR-γ Rezeptors im Mittel um den Faktor 1.9 von Tag 5 zu Tag 12 hochreguliert. Im Vergleich zur Kontrolle mit DMSO zeigte sich sowohl an Tag 5 als auch an Tag 12 nur eine schwache Hochregulierung der RAR-γ Rezeptor-Produktion (jeweils im Mittel um den Faktor 1.0; keine Abb. zu diesen Daten).

Zur Übersicht sind die Ergebnisse in der folgenden Tabelle dargestellt:

↓64

Tab. 8: Zusammenfassung der Ergebnisse zur mRNA Expression der RAR Rezeptoren

Tag 4/5

Tag 11/12

RA 24 h

RAR-α

RAR-γ

RA 11 d

RAR-α

RAR-γ

(↑)

Dex. 24 h

RAR-α

RAR-γ

(↑)

(↑)

Dex. 11 d

RAR-α

3.7 Glukokortikoid-Rezeptoren (GR)

3.7.1  GR-α

Unter der Behandlung (jeweils 24 h und Dauerinkubation) mit Retinsäure haben wir bei proliferierenden HaCaT-Zellen eine Hochregulierung der mRNA des GR-α Rezeptors nachweisen können, dagegen ergab sich bei den differenzierenden Zellen kein Hinweis auf eine Regulationsveränderung durch Retinsäure (nicht gezeigt).

Dexamethason erhöht die Exprimierung des GR-α Rezeptors sowohl bei den proliferierenden als auch bei den differenzierenden Zellen während der Inkubation der HaCaT-Zellen über jeweils 24 h.

↓65

Dies war zum einen von Tag 5 zu Tag 12 zu sehen (im Mittel um den Faktor 1.8), zum anderen erfolgte am Tag 5 im Vergleich zur Kontrolle mit DMSO eine starke Hochregulation (stärker auch als am Tag 12) der Exprimierung des GR-α Rezeptors, im Mittel um den Faktor 1.2 im Vergleich zu 0.5 (s. Abb. 28).

Abb. 28: Resultate der molekularen Analyse der Expression von GR-α während der Inkubation mit Dexamethason über jeweils 24 Stunden. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: Dex. Tag 5; Reihe 4: DMSO Tag 5; Reihe 5: Dex. Tag 12; Reihe 6: DMSO Tag 12.

3.7.2 GR-β

Bei der Inkubation mit Retinsäure (jeweils über 24 h und Dauerinkubation) konnten wir bei den proliferierenden HaCaT-Zellen keinerlei Effekt nachweisen. Auf die differenzierenden Zellen übte Retinsäure jedoch einen inhibierenden Effekt in bezug auf die mRNA Expression des Rezeptortyps GCR-β aus.

↓66

Während der Inkubation der HaCaT-Zellen mit Dexamethason über 24 h erfolgt von Tag 5 zu Tag 12 eine schwache Hochregulierung der Exprimierung des GCR-β Rezeptors, an Tag 12 auch im Vergleich zur Kontrolle mit DMSO (s. Abb. 29).

Abb. 29: Resultate der molekularen Analyse der Expression von GCR-β während der Inkubation mit Dexamethason über jeweils 24 Stunden. Reihe 1: 1-kb-Leiter; Reihe 2: Wasserkontrolle; Reihe 3: Dex. Tag 5; Reihe 4: DMSO Tag 5; Reihe 5: Dex. Tag 12; Reihe 6: DMSO Tag 12.

Zur Übersicht sind die Ergebnisse in der folgenden Tabelle dargestellt:

↓67

Tab. 9 : Zusammenfassung der Daten zur mRNA Expression der GR-Rezeptoren

Tag 4/5

Tag 11/12

RA 24 h

GR-α

GCR-β

RA 11 d

GR-α

Dex. 24 h

GR-α

↑↑

GR-β

(↑)


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20.09.2006