5.  Zusammenfassung

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Der humane Stammzellfaktor (SCF) ist ein zentraler Wachstumsfaktor für Mastzellen in der Dermis und für Melanozyten in den Basalzellschichten der Epidermis. Er wird von zahlreichen Zellen des menschlichen Organismus produziert, u. a. von Keratinozyten, und ist auf dem Chromosom 12 kodiert.

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In dieser Arbeit wurde die mögliche Regulation der Expression von SCF aus Keratinozyten durch All-Trans-Retinsäure (RA) und Dexamethason in vitro untersucht.

Als Modell für humane Keratinozyten wurde die spontan immortalisierte, humane Keratinozyten-Zelllinie HaCaT benutzt. RA und Dexamethason sind physiologisch beim Menschen vorkommende Substanzen und werden seit relativ langer Zeit in der Dermatologie systemisch und topisch eingesetzt.

Die HaCaT Zellen wurden mit den beiden o. g. Substanzen über 24 h und 11 Tage in Konzentrationen von 10-5 M bis 10-9 M inkubiert. Im Anschluss erfolgte sowohl die photospektrometrische Auswertung der SCF Produktion, als auch die Bestimmung auf mRNA-Ebene mittels RT-PCR. Dabei standen zum einen die Zellzahl der HaCaT Zellen an sich, aber auch das Gesamtprotein SCF, dessen Splicevarianten (mSCF, sSCF) und die bekannten Rezeptoren von RA (RAR-α, -β, -γ) und von Dexamethason bzw. von Glukokortikoiden (GR-α, -β) im Fokus.

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Dabei ergaben sich folgende Resultate: RA bewirkt einen Anstieg von SCF, Dexamethason bei Kurzinkubation eine deutliche Zunahme von SCF, bei Dauerinkubation einen starken Abfall.

Die RA-Rezeptoren RA-α und –γ waren nach Inkubation mit RA verstärkt nachzuweisen; die Glukokortikoid-Rezeptoren GR-α und –β zeigten nach Inkubation mit Dexamethason ebenfalls eine vermehrte Expression.

Die in dieser Arbeit gewonnenen Ergebnisse zeigen eine Kontrolle der Expression bzw. Freisetzung von SCF aus Keratinozyten durch RA und Dexamethason unter physiologischen Bedingungen, mit Implikationen für die unter therapeutischen Bedingungen beobachtete klinische Wirkung dieser Substanzen insbesondere bei dermatologischen Erkrankungen.


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20.09.2006