2 Material und Methoden

2.1  Das Untersuchungsgebiet

2.1.1  Lage und Abgrenzung

▼ 4 (fortgesetzt)

Städte sind grundsätzlich durch ihre strukturelle Diversität, welche von unterschiedlichen Nutzungs- und Bebauungstypen abhängt, geprägt. Wittig et al. (1998) betonen, dass generell der anthropogene Einfluss vom Stadtrand zum Stadtzentrum zunimmt. Man könne von konzentrisch angeordneten Stadtzonen ausgehen. Andererseits ist es in mehrkernigen Städten günstiger, eine stadtökologische Gliederung nach Nutzungstypen vorzunehmen (ebd.). In Anlehnung an Wittig et al. (1998) können sechs Hauptnutzungstypen unterschieden werden:

▼ 5 

  1. Bebaute Gebiete
  2. Industriestandorte
  3. Verkehrsflächen
  4. Brachflächen
  5. Entsorgungsflächen
  6. Grünflächen

Diese können wiederum weiter aufgeschlüsselt werden. Eine ähnliche Gliederung mit Bezug auf die Avifauna findet sich in Degen & Otto (1988).

Gradient meint allgemein die Änderung einer Größe, beim so genannten Urbangradient die Änderung der Urbanität. Dies heißt vor allem Änderung des Versiegelungsgrades (also z. B. Abnahme der Dichte der Bebauung und damit Zunahme der Vegetation) sowie Änderung der Nutzungstypen und Änderung von menschlicher Störung (z. B. Lärm). Generell wird mit Abnahme der Urbanität eine Zunahme der Diversität der Fauna angenommen (z. B. Davis 1982, Klausnitzer 1993).

Zentrale Probeflächen

▼ 6 

Um die nahrungsökologische Situation entlang eines Urbangradienten einschätzen zu können, wurden fünf Pf mit unterschiedlicher Baustruktur, Flächennutzung und unterschiedlichem Vegetationsanteil auf dem Berliner Stadtgebiet bearbeitet. Die Größe der Pf betrug jeweils ca. 20 ha. Die Flächengröße war nicht ganz einheitlich, da es sinnvoll war, sich bei der Abgrenzung an vorhandene Strukturen wie z. B. Straßenzüge zu halten.

Das Konzept, Pf entlang eines urbanen Gradienten von der Stadtmitte bis an den (südöstlichen) Stadtrand zu untersuchen, war innerhalb des Graduiertenkollegs (780) vorgegeben. Es ist noch einmal zu betonen, dass es sich bei diesem Forschungsprojekt um keinen räumlichen Gradienten handelt (Abb. 6). Die Urbanität wird über die Struktur der Pf bestimmt (Tab. 1).

Tab. 1: Kurzcharakteristik der fünf Pf

▼ 7 

Abb. 1: Pf Ze

Abb. 2: Pf Ge

Abb. 3: Pf Ho

▼ 8 

Abb. 4: Pf Eh

Abb. 5: Pf Pa

Abb. 6: Lage der fünf Pf im Berliner Stadtgebiet

▼ 9 

(Kartengrundlage nach Otto & Witt 2002, verändert)

Sonderuntersuchungsflächen

Der Turmfalke wurde unabhängig von diesen fünf Pf untersucht, da diese Art in der Stadt fast ausschließlich ein Gebäudebrüter und somit an entsprechend hohe Bauten gebunden ist. Um die Nahrungsökologie des Turmfalken entlang eines Urbangradienten einschätzen zu können, wurden insgesamt zehn Turmfalkenbrutplätze in drei Zonen mit unterschiedlicher Baustruktur, Flächennutzung und unterschiedlichem Vegetationsanteil auf dem Berliner Stadtgebiet bearbeitet: City, Mischzone und ländliche Zone. Eine Kurzcharakteristik der drei Zonen und der untersuchten zehn Standorte gibt Tab. 2:

Tab. 2: Kurzcharakteristik der drei in Berlin untersuchten Zonen sowie der zehn Niststätten des Turmfalken

Zonen

und

Abkürzung

(Nist-)

Standorte

und Abkürzung

Stadtbezirk von Berlin

Versiegelungsgrad innerhalb des Horstbereiches

(3,1 km², r= 1,0 km)

Dominierende Nutzungstypen

innerhalb des Horstbereiches

(3,1 km², r= 1,0 km)

Entfernung zum Stadtzentrum

(km)

City

(Ci)

St.-Paulus- Kirche

(Ci 1)

Mitte (Moabit)

90 % (±5 %)

Hochverdichtetes Wohn- und Mischgebiet

5,0

St.-Simeon-Kirche

(Ci 2)

Kreuzberg

85 % (± 5%)

Hochverdichtetes Wohn- und Mischgebiet

1,8

Neumark-Schule

(Ci 3)

Tempelhof-Schöneberg

80 % (± 5%)

Hochverdichtetes Wohn- und Mischgebiet,

Bahngelände mit Brache

4,0

St.-Clara-Kirche

(Ci 4)

Neukölln

90% (±5 %)

Hochverdichtetes Wohn- und Mischgebiet,

Friedhof, Grünfläche

4,8

Mischzone

(Mi)

St.-Sebastian- Kirche

(Mi 1)

Mitte (Wedding)

55 % (±5 %)

Brache (Nordbahnhof), Grünfläche (Humboldt-Hain=Park), Wohnblockzone, Mischgebiet mit Industrieflächen

2,6

Siemens

(Mi 2)

Charlottenburg-Wilmersdorf

50 % (±5 %)

Industrieflächen, Brache, Grünfläche, Kleingartenanlage, Wohnblockzone

9,5

Krankenhaus Neukölln

(Mi 3)

Neukölln

50 % (±5 %)

EinfamilienhaussiedlungHochhaussiedlung, Gewerbefläche, Grünfläche

9,8

Ländliche Zone

(LZ)

Bewag Kraftwerk Neukölln

(LZ 1)

Neukölln

30 % (±5 %)

Brache, EinfamilienhaussiedlungKraftwerksgelände

10,5

Bewag

Kraftwerk Lichterfelde

(LZ 2)

Steglitz-Zehlendorf

40 % (±5 %)

Kleingartenkolonie, Wohngebiet,

Kraftwerksgelände,

Brache

12,2

Johannis-Kirche

(LZ 3)

Reinickendorf

30 % (±5 %)

Einfamilienhaus-siedlung, Villenbebauung mit parkähnlichen Gärten,

Grünfläche

15,2

▼ 10 

Aufgrund von Bauarbeiten an der Neumark-Schule im Jahr 2004 musste für dieses Jahr ein anderer Brutplatz in der Cityzone ausgewählt werden, die St.-Clara-Kirche, so dass insgesamt vier Standorte in dieser Zone untersucht wurden.

Abb. 7: Lage der zehn untersuchten Turmfalkenniststätten im Berliner Stadtgebiet

(Kartengrundlage nach Otto & Witt 2002, verändert)

▼ 11 

Unter anderem lassen sich die Standorte durch ihre Lage im Berliner Stadtgebiet charakterisieren: Die ländlichen Standorte sind viel weiter von der Stadtmitte Berlins (dem Roten Rathaus, in Anlehnung an Otto & Witt 2002) entfernt als die City-Standorte (Abb. 7). Eine Ausnahme des räumlichen Gradienten stellt lediglich der Brutplatz Mi 1 dar, welcher aufgrund der angrenzenden Nutzungstypen trotz Zentrumsnähe zur Mi gerechnet wurde.

Der Versiegelungsgrad der angenommenen kreisförmigen Horstbereiche wurde auf dreierlei Weise bestimmt:

  1. 1. Schätzung anhand des D-Sat Satellitenatlasses von Deutschland (Version 6), welcher für Berlin eine Auflösung von 45 cm pro Pixel bietet
  2. 2. Direkte Sichtbeobachtung von den jeweiligen Niststätten oder von benachbarten hohen Gebäuden (z. B. Wassertürme, Kirchen etc.)
  3. 3. Angaben zum Versiegelungsgrad aus dem Digitalen Umweltatlas Berlin (herausgegeben von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, FIS-Broker)

2.1.2 Klima und Witterungsverlauf

▼ 12 

Berlin ist von einem subozeanisch/subkontinentalen Klima geprägt (Weischet & Endlicher 2000). Man kann auch von einem Übergangsbereich zwischen ozeanischem und kontinentalem Klima sprechen (Hendl 1995).

Generell ist die Metropole durch das so genannte Stadtklima gekennzeichnet. Unter diesem Begriff versteht man ein auf der Wechselwirkung mit der Bebauung und deren Auswirkungen beruhendes Klima, das außerdem durch Abwärme und Luftschadstoffemissionen modifiziert wird (Kuttler 1998).

Bei allen faunistischen Freilanduntersuchungen ist es wichtig, auch den Witterungsverlauf zu betrachten und mit aufzunehmen, da dieser einen bedeutenden Einflussfaktor auf die Tierwelt darstellt. Bei der Avifauna werden z. B. das Brutgeschehen, das Zugverhalten, aber auch die Nahrungsverfügbarkeit beeinflusst.

▼ 13 

Um einen allgemeinen Witterungsverlauf der drei Untersuchungsjahre darzustellen, wurden Messwerte der Klimastation Berlin-Dahlem grafisch aufbereitet (nach der Beilage zur Berliner Wetterkarte). Zur allgemeinen Charakterisierung wurden neben Niederschlag und Temperatur auch die Anzahl der Frosttage sowie die Anzahl der Tage mit Schneebedeckung berücksichtigt, allerdings nur für den Zeitraum der Wintervogelkartierung (vgl. Kap. 2.3).

Der Februar 2002 sowie der Zeitraum Mai bis September 2002 waren deutlich wärmer – im Vergleich zum langjährigen Mittel (Abb. 8). Dagegen lagen die Monatsmittelwerte im Dezember 2002 sowie im Februar 2003 deutlich unter dem Durchschnittswert. Von April bis September 2003 war es im Vergleich zum Durchschnittswert wärmer. Der Temperaturverlauf von Januar bis Juli 2004 war in etwa identisch mit dem langjährigen Mittel, der August 2004 fiel mit knapp 20 ° C etwas aus der Reihe (Abb. 8).

Abb. 8: Temperaturverlauf (Monatsmittelwerte) 2002 bis 2004 im Vergleich zum langjährigen Mittel

▼ 14 

Die Monatsmittelwerte der Niederschlagshöhen zeigt Abb. 9. Einen Spitzenwert erreichte der August 2002 mit knapp 200 mm. (Hohe Niederschlagsereignisse gab es in diesem Monat in vielen Regionen Deutschlands, was teilweise zu einem Jahrhunderthochwasser führte. In Berlin gab es aber glücklicherweise keine derartigen Überschwemmungen.) Auch der Februar und der Oktober 2002 lagen deutlich über dem langjährigen Mittel. In allen Monaten des Jahres 2003, mit Ausnahme des Januars und des Oktobers, lagen die Mittelwerte unter dem Durchschnittswert. Im Jahr 2004 fiel besonders der Juli mit 93,5 mm aus der Reihe.

Abb. 9: Niederschlagshöhe (Monatsmittelwerte) 2002 bis 2004 im Vergleich zum langjährigen Mittel

Im November 2002 gab es neun Frosttage mit einer Minimaltemperatur unter 0 ° C, was in etwa dem Durchschnitt entspricht (Abb. 10). Dagegen gab es im Dezember 2002 und Februar 2003 25 und 28 Frosttage, also weit mehr als im langjährigen Mittel. Der Januar 2003 lag mit 17 Tagen nahe am Durchschnittwert von knapp 20 Tagen.

▼ 15 

Abb. 10: Anzahl der Frosttage (Minimaltemperatur < 0° C) im Winter 2002/2003

Im November, Dezember und Januar des Winters 2002/2003 war die Anzahl der Tage mit Schneedecke (über 1 cm hoch, gemessen um 7: 30 Uhr) gering (Abb. 11). Im Februar 2003 liegt die Anzahl mit 27 Tagen weit über dem Durchschnittswert von 10,8 Tagen.

Abb. 11: Anzahl der Tage mit Schneedecke (>= 1 cm, 7:30 Uhr) im Winter 2002/2003

Eigene Messungen

▼ 16 

Um spezifische Temperaturdaten der Pf zu bekommen, wurde außerdem im Frühjahr 2003 auf jeder Pf ein Min/Max-Thermometer in ca. 2,50 m Höhe entweder direkt an einem Blaumeisennistkasten, oder, um den Anreiz zum Diebstahl der Nistkästen zu mindern, an einem anderen Baum (möglichst unauffällig) so angebracht, dass die Thermometer keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt waren. Bei jeder Begehung wurde der Minimal-, der Maximal- und der aktuelle Wert abgelesen. Die Ergebnisse wurden mit den brutbiologischen Parametern von Blaumeise und Grünling in Beziehung gesetzt und werden in den entsprechenden Kapiteln aufgeführt und diskutiert.

Fehlerbetrachtung

Die Ablesungen an den Thermometern konnten aus Zeitgründen nicht auf allen fünf Pf an denselben Tagen (und zur selben Uhrzeit) durchgeführt werden, so dass die Daten nicht direkt miteinander vergleichbar sind. Um den Vergleich der Pf untereinander zu gewährleisten, wurden die Temperaturdaten unter anderem zu Monatsdekaden zusammengefasst, d. h., es wurde der Mittelwert der Minimumtemperaturen sowie der Mittelwert der Maximaltemperaturen für die jeweilige Dekade angegeben.

2.2 Brutvogelkartierung

Erhebung im Gelände

Bei der Brutvogelkartierung wurden pro Pf fünf Begehungen in den frühen Morgenstunden (vorwiegend von der Morgendämmerung bis 10 Uhr vormittags) von Mitte April bis Ende Juni 2002 durchgeführt. Da die Doktorandinnenstelle erst Anfang April besetzt wurde und danach zuerst die Auswahl der Pf erfolgte, konnte die erste Begehung erst Mitte April erfolgen. Im Durchschnitt lag die Begehungsgeschwindigkeit im Ze bei 10 Min/ha, im Ge bei 5 Min/ha, in der Ho bei 8 Min/ha, in der Eh bei 9 Min/ha, im Pa bei 7 Min/ha. Pf mit einer sehr dichten Bebauung erforderten also eine höhere Verweildauer als Flächen mit einer weniger dichten oder keiner Bebauung. Der genaue Zeitaufwand und die Termine der Begehungen sind in Tab. 3 aufgeführt.

▼ 17 

Tab. 3: Begehungstermine und Zeitaufwand bei der Brutvogelkartierung 2002

Begehungen

2002

Ze

Ge

Ho

Eh

Pa

1.

16.04

15.04

23.04

22.04

28.04

2.

13.05

05.05

08.05

14.05.

07.05

3.

28.05

22.05

27.05

30.05

21.05

4.

11.06

05.06

09.06

10.06

03.06

5.

27.06

19.06

30.06

24.06

22.06

Größe

19,8 ha

24,0 ha

20,8 ha

18,1 ha

23,0 ha

Zeitaufwand insgesamt

16,1 h

10,1 h

14,2 h

12,8 h

13,0 h

Die Ermittlung des Brutvogelbestandes erfolgte mittels der Revierkartierungsmethode in Anlehnung an Bibby et al. (1995) und Bibby (2000). Bei den Begehungen wurden alle Beobachtungen von anwesenden Vögeln in Tageskarten (1:5000, vergrößerte Kopien) eingetragen. Dabei wurden alle revieranzeigenden Merkmale notiert, wie singende Männchen, Nistmaterial tragende Altvögel, fütternde Altvögel, Nest- bzw. Höhlenfund. Zusätzlich wurden Informationen über Geschlecht und Aktivität (z. B. „rufend“, „Auseinandersetzung“) vermerkt. Ein wichtiges Kriterium zur Abgrenzung von eng beieinander liegenden Revieren war die Anwesenheit von gleichzeitig singenden Männchen. Um Randreviere besser beurteilen zu können, wurde die unmittelbare Umgebung der Pf mit bearbeitet. Reviere, die nur teilweise in der Pf lagen, wurden als „halbe“ Reviere gewertet. Bei der ersten Begehung wurde vor allem auf die Neststandorte von Elster und Nebelkrähe geachtet, da diese nach der Belaubung der Bäume schwer zu finden sind. Bei jeder Kontrolle wurde mit einem anderen Flächenabschnitt begonnen, um die gleichmäßige Erfassung der früh aktiven Arten zu gewährleisten.

Beim Haussperling wurde die maximale Anzahl Männchen, welche bei einer Begehung festgestellt wurde, mit der Anzahl der Bp gleichgesetzt. Da die Anzahl der Haussperlingsbrutpaare aufgrund der weitgehend fehlenden Territorialität und dem häufigen Brüten in Kolonien schwer zu erfassen sind, ist dies eine legitime Methode (vgl. Böhner et al. 2003a).

▼ 18 

Bei der Stadttaube wurde die bei einer Begehung festgestellte Maximalzahl halbiert, um so auf die Anzahl der Bp schließen zu können. Allerdings wurden offensichtliche (Nahrungs-)Gäste auf Flächen ohne geeignete Brutmöglichkeiten nicht gewertet.

Beim Mauersegler wurden bei den Begehungen die tief fliegenden Mauersegler gezählt sowie, soweit möglich, die angeflogenen Neststandorte.

Da im Frühjahr/Sommer 2003 auf allen fünf Pf zur Untersuchung des Grünlings, der Blaumeise und des Haussperlings viel Zeit verbracht wurde (vgl. Kap. 2.4.1 bis 2.4.3), konnten noch einige zusätzliche Vogelarten als Brutvögel oder als (Nahrungs-)Gäste registriert werden. Allerdings sind diese Beobachtungen nicht mit einer systematisch durchgeführten Brutvogelkartierung gleichzusetzen und erheben damit keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Sie dienen als Ergänzung, um die Vogelgemeinschaften auf den Pf vollständig zu charakterisieren.

Auswertung

▼ 19 

Bei der Auswertung der Revierkartierung wurden alle Beobachtungen aus den Tageskarten in so genannte Artkarten übertragen. Dies ermöglichte, aus der Häufung von Nachweisen an bestimmten Stellen auf Reviere zu schließen. Vogelarten, bei denen kein Reviernachweis erbracht werden konnte, wurden als so genannte „Gäste“ gewertet (z. B. Nahrungsgäste).

Um die Brutvogelgemeinschaften der fünf Pf auch hinsichtlich des nahrungsökologischen Aspekts vergleichen zu können, wurden alle 2002 festgestellten Brutvögel in nahrungsökologische Gilden eingeteilt: in omnivore, insektivore, herbivore und carnivore Arten. Anschließend wurden die Individuenzahlen der einzelnen Gilden auf den fünf Pf miteinander verglichen. Darüber hinaus wurden die Brutvogelarten hinsichtlich des Ortes des Nahrungserwerbs unterteilt: in Arten, die überwiegend auf dem Boden, in der Strauch- und Baumschicht und im Luftraum nach Nahrung suchen.

Fehlerbetrachtung

Bei der Erfassung von Vögeln in der Stadt gibt es spezielle und zahlreiche Probleme: Es sind nicht alle Flächen begehbar bzw. vollständig einsehbar. Ein Teil der Hinterhöfe ist abgesperrt (vor allem im Ze und im Ge), die Sicht auf die Grundstücke wird durch immergrüne Hecken oder Ähnliches versperrt (vor allem in der Eh) und Balkone sind von unten nur begrenzt einsehbar (vor allem in der Ho und im Ze). Dazu erschwert Lärm (von fahrenden Autos, von Fabriken, aber auch von Kindergruppen in Schulhöfen u. a.) die akustische Erfassung (von singenden Männchen, bettelnden Jungvögeln u. a.). Deswegen ist auf allen Pf von einer Untererfassung des Vogelbestandes auszugehen. Dieser Fehler ist im hochverdichteten Ze am größten, im Pa, in welchem die Erfassung nur teilweise durch Straßenlärm beeinträchtigt wurde, am kleinsten.

▼ 20 

Beim Haussperling ist aufgrund der Methodik generell von einer Untererfassung der Individuen auszugehen, da nie alle Individuen bzw. Männchen auf einer Pf gleichzeitig zu hören oder zu sehen sind.

Da bei der Stadttaube nur die Anzahl der Individuen bestimmt wurde, können keine Aussagen darüber gemacht werden, wie viele Paare tatsächlich gebrütet haben.

Der Mauerseglerbestand wurde bei der oben beschriebenen Methode unterschätzt, da keine Kartierungen in den Abendstunden durchgeführt wurden. Nach Falkenberg et al. (2004) sind die Brutbestände des Mauerseglers aufgrund seiner Lebensweise schwer zu bestimmen. Generell sind die in den Abendstunden erfassten Mauerseglerzahlen (signifikant) höher als in den Morgenstunden (ebd).

2.3 Wintervogelkartierung

▼ 21 

Im Winter 2002/2003 erfolgten vier Begehungen pro Pf. Die Begehungen wurden Anfang Dezember, Anfang Januar, Ende Januar und Ende Februar, in Anlehnung an die Wintervogelerhebung der Berliner Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft (vgl. Witt 1996, 2000), durchgeführt. Es wurde in den Vormittagsstunden (ca. 30 Minuten nach Sonnenaufgang bis 12 Uhr) bei günstiger Witterung kartiert. Die gesamte Pf wurde mit annähernd gleich bleibender Geschwindigkeit begangen, so dass alle Teilbereiche einsehbar waren. Es wurden alle gesehenen und gehörten Individuen gezählt. Überfliegende Vögel wurden allerdings nur aufgenommen, wenn sie eine Beziehung zu der Fläche erkennen ließen, wie z. B. ein jagender Habicht. Da die Pf unterschiedlich strukturiert sind, ergab sich eine unterschiedliche Verweildauer. Flächen mit einer sehr dichten Bebauung und/oder einer hohen Individuenzahl von Vögeln erforderten einen größeren Zeitaufwand als Flächen mit einer weniger dichten bzw. keiner Bebauung und/oder einer geringen Vogelzahl (Tab. 4).

Tab. 4: Zeitaufwand bei der Wintervogelkartierung (alle vier Begehungen summiert)

Pf

Größe

Zeitaufwand

Ze

19,8 ha

13,1 h

Ge

24,0 ha

10,2 h

Ho

20,8 ha

13,2 h

Eh

18,1 ha

11,7 h

Pa

23,0 ha

10,5 h

Des Weiteren wurden alle anthropogenen Nahrungsquellen aufgenommen. Darunter fiel sowohl gezielte Fütterung als auch ungezielte (z. B. durch Hausmüll). Bei der gezielten Fütterung wurde eine Stelle mit Bodenstreu, Brot, Meisenknödeln, Sonnenblumenköpfen, Futterhäuschen oder Ähnlichem als Futterstelle klassifiziert. Um eine Mengenangabe des Futters und damit einen Vergleich zwischen den Pf leichter möglich zu machen, wurde daneben die Anzahl der Meisenknödel/-ringe gezählt. In die Kategorie ungezielte Fütterung wurden Nahrungsreste in Mülleimern, in Müllsäcken oder einfach unabsichtlich auf den Boden Geworfenes eingeordnet. Es wurde registriert, wie viele Vögel und welche Arten das menschliche Nahrungsangebot nutzten und inwieweit natürliche Strukturen zur Nahrungssuche aufgesucht wurden. Dabei wurden die natürlichen Strukturen unterteilt in Boden (unversiegelt), in Strauchschicht und in Baumschicht.

Fehlerbetrachtung

▼ 22 

Wintervogelzählungen unterliegen einer Vielzahl von Fehlerquellen (vgl. u. a. Flade 1994, Oelke 1977, Voßhenrich & Mattes 1998, Witt 1982). Es kann nicht von einem festen Wintervogelbestand ausgegangen werden, da die Individuenzahl räumlich und zeitlich stark wechselt, so dass Abundanzvergleiche schwierig sind (Voßhenrich & Mattes 1998). Die Erfassungswahrscheinlichkeit der Arten ist unterschiedlich. Außerdem sind die Habitatpräferenzen schwächer ausgeprägt. In einer Großstadt kommen zudem besondere Probleme hinzu: Es sind nicht alle Flächen vollständig einsehbar (vgl. Kap. 2.2). Infolge-dessen ist auf jeden Fall von einer Untererfassung des Vogelbestandes sowie der Nahrungsquellen auszugehen. Der von Witt (1996, 2000) empfohlene Zeitstandard (60 min/5 ha) wurde nicht angewandt. Er wurde jedoch probeweise bei der zweiten Begehung getestet und es war kein Unterschied in Individuen- oder Artenzahl erkennbar, dafür nahm die Gefahr von Mehrfachzählungen (vor allem im Pa) zu.

Bei der Zählung der Vögel bzw. der Beobachtung nahrungssuchender und fressender Individuen wurde nur ein kurzer Zeitabschnitt untersucht. Es bleibt unklar, wie viele Vögel tatsächlich eine Fläche im Tagesverlauf zur Nahrungsaufnahme nutzten. Viele Vögel konnten zudem nur in die Kategorie „nahrungssuchend” eingeordnet werden, was jedoch tatsächlich gefressen wurde, wurde oft nicht erkannt (z. B. bei Meisen in Baumwipfeln).

2.4 Brutbiologie und Nahrungsökologie ausgewählter Arten

Um allgemein gültige Aussagen zur Nahrungsökologie von Vögeln in der Metropole Berlin machen zu können, wurden Vertreter unterschiedlicher nahrungsökologischer Gilden ausgewählt: eine überwiegend insektivore, eine herbivore, eine omnivore und eine carnivore Vogelart.

▼ 23 

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung Berlin erteilte freundlicherweise die artenschutzrechtliche Ausnahmegenehmigung gemäß dem Bundesnaturschutzgesetz für die Störung von Blaumeisen, Grünlingen, Haussperlingen und Turmfalken sowie für das Fangen von Insekten besonders geschützter Arten und die Tötung einzelner Exemplare zur Untersuchung der Nahrungsgrundlage für die Avifauna auf den beschriebenen Pf (Datum: 03.05.2002 u. a.).

2.4.1  Blaumeise

Allgemeine Beschreibung der Art

Die Blaumeise gehört systematisch zur Ordnung der Passeriformes (Sperlingsvögel) und hier zur Familie der Paridae (Meisen). Generell werden mehrere Unterarten-Gruppen unterschieden (Föger & Pegaro 2004). In Berlin kommt aber nur die Nominatform Parus caruleus caeruleus L. vor. Das Männchen lässt sich im Feld kaum vom Weibchen unterschieden. Zwar sind Breite und Färbung des Halsbandes sowie die Farbintensität der blauen Kopfplatte sekundäre Geschlechtsmerkmale, doch lassen sich dadurch nicht alle Individuen eindeutig zuordnen (Föger & Pegaro 2004). Nach Svenson (1992) sind Männchen durch ein breiteres, tiefblau-schwarzes Halsband sowie durch eine rein tiefblaue Kopfplatte gekennzeichnet, Weibchen hingegen durch ein schmaleres, matt dunkelbläulich-graues Halsband und eine weniger rein und weniger tiefblaue Kopfplatte. Im Mittel wird für das Männchen im ehemaligen Ostdeutschland 11,5 g und für das Weibchen 11,0 g als Gewicht angegeben (Eck 1988 in Föger & Pegaro 2004).

Generell ist die Blaumeise eine insektivore Art, im Herbst- und Winterhalbjahr gewinnt aber pflanzliche Kost an Bedeutung. Die Nahrungssuche erfolgt hauptsächlich in der Baum- und auch Strauchschicht.

▼ 24 

Die Blaumeise ist als Standvogel oder Teilzieher zu bezeichnen (Föger & Pegaro 2004). Neben Vögeln, die im Brutgebiet bleiben, gibt es aber auch solche, die Merkmale von Zugvögeln aufweisen (ebd.). Dieser Zug erfolgt in Mittel-, Nord- und Osteuropa in südwestliche Richtung (ebd.).

Die höhlenbrütende Blaumeise hat meist eine, selten zwei Jahresbruten. Die Art ist in Deutschland sehr häufig und weit verbreitet, in Berlin wird ein Bestand von 37 000 - 55 000 Bp geschätzt (Otto & Witt 2002).

Die Blaumeise ist zur Untersuchung besonders gut geeignet, da ihre brutbiologischen Variablen in Nistkästen gut zu kontrollieren sind. Die Art scheut die menschliche Nähe nicht und besiedelt neben städtischen Grünflächen auch „innerurbane“ Lebensräume mit hohem Versiegelungsgrad, solange einige Bäume vorhanden sind. Föger & Pegaro (2004) bezeichnen die Blaumeise sogar als „Labormaus der Feldornithologie“ (S.10).

Brutbiologie

▼ 25 

Auf den fünf Pf wurden im Dezember 2002 jeweils zehn Nistkästen, also 50 Kästen insgesamt, aufgehängt. Die hölzernen Blaumeisennistkästen, angefertigt von der Storchenschmiede Linum, hatten eine Einflugöffnung von 26 mm Durchmesser und eine kurze Anflugstange. Sie wurden in einer Höhe von ca. 2,50 m mit Aluminiumnägeln an Bäumen angebracht. Die Öffnungen waren nach Südosten ausgerichtet, der Mindestabstand der Kästen betrug 40 m. Wenn möglich, wurden private Grundstücke oder Gewerbeflächen ausgewählt, um die Störung der Blaumeisen bzw. die Diebstahlgefahr der Nistkästen zu mindern. Die Anfrage bei den betroffenen Personen wurde fast immer mit positiver Resonanz beantwortet. Viele der Nistkästen mussten allerdings aus Gründen der leichten Einsehbarkeit bzw. der einfachen Erreichbarkeit oder aufgrund des Fehlens von Privatgrundstücken (Pa) auf öffentlichen Grünflächen oder an Straßenbäumen angebracht werden.

Um den Beginn der Nestbauphase exakt registrieren zu können, wurden die Nistkästen ab Ende Februar in etwa wöchentlich kontrolliert. Dabei wurden folgende brutbiologischen Daten erfasst: Nestbau und Fertigstellung der Nester, Eiablagebeginn, Gelegestärke, Schlüpfdatum, Schlüpfrate, Ausflugrate und damit der Bruterfolg. Der genaue Legebeginn kann generell durch mehrmalige Kontrollen exakt bestimmt werden, da Blaumeisen einen Legeabstand von einem Tag haben (z. B. Föger & Pegaro 2004, Perrins 1979), solange keine Legepausen, vor allem aufgrund von kühler Witterung, auftreten (Föger & Pegaro 2004).

Das Alter der Nestlinge wurde, falls nicht direkt anhand der Kontrollen ersichtlich, nach Winkel (1970) bestimmt.

▼ 26 

Der Zustand der Nestlinge (Größe, Gewicht) gibt u. a. Aufschluss über deren Ernährungszustand und wurde deswegen bei den Untersuchungen zur Nahrungsökologie berücksichtigt (s. u.).

Während der Kontrollen wurden ab dem 6. Nestlingstag die verbliebenen Eier aus den Nestern entfernt. Wenn Eier allerdings tief ins Nest gerutscht bzw. eingebaut waren, wurden diese erst nach dem Flüggewerden der Blaumeisen mitgenommen, um das Nest nicht zu beschädigen. Es wurde zwischen befruchteten und unbefruchteten Eiern unterschieden. Dazu wurden die Eier mit einer Taschenlampe durchleuchtet und anschließend geöffnet. Die Anzahl analysierter Eier liegt unter der Anzahl der tatsächlich vorhandenen Resteier, da einige von den Blaumeisen (unabsichtlich) zerbrochen wurden.

Alle Nester, in denen Bruten stattgefunden hatten, wurden hinsichtlich ihrer Höhe, ihres Gewichtes und hinsichtlich des Materials nach Beendigung des Brutgeschäfts untersucht. Zur Analyse wurden die Nester mit Hilfe eines Blattes Papier, das unter das Nest geschoben wurde, aus den Kästen entnommen. Dadurch wurde weitgehend verhindert, dass Nistmaterial verloren ging. Nach Überführung auf die Waagschale einer mechanischen Haushaltswaage (auf 5 g genau) wurde mit einem Zollstock die geschätzte durchschnittliche Höhe in cm gemessen. Das Gewicht wurde abgelesen und anschließend das Nest auseinander genommen. Das Nistmaterial wurde in drei Kategorien eingeteilt: Moos, künstliches Nistmaterial (z. B. Lametta, Wollfäden, Kunststofffasern, Kassettenband) und Sonstiges (Gräser, Zweigstücke, Tierhaare). Der Volumenanteil der drei Kategorien wurde geschätzt. Mineralische Bodenbestandteile gingen nur ins Nestgewicht mit ein. Beim Zerlegen der Nester wurden Insektenreste (z. B. Dipterenpuppen, Käferelytren, Käferlarven, Raupen, Insektenbeine) aussortiert und aufgehoben, da dies oft Beutetierreste waren.

Nahrungsökologie

▼ 27 

Untersuchung anhand von Camcorderaufnahmen

An zwei Nistkästen pro Pf wurden je zwei Videoaufnahmen von zwei Stunden Länge durchgeführt, um die Fütterung durch die Adultvögel und das Nahrungsspektrum zu dokumentieren (zur Lage innerhalb der Pf siehe Anhang B). Die erste Aufnahme erfolgte im Nestlingsalter vom 6. bis 8. Lebenstag, die zweite im Alter vom 14. bis 15. Tag. Der Schlüpftag wird als 1. Lebenstag bezeichnet. Dabei wurde für jede Brut ein Durchschnittsalter angenommen, d. h. das Alter, welches die Mehrzahl der Nestlinge hatte, wurde gewertet (Blaumeisennestlinge schlüpfen nach eigenen Beobachtungen oft an zwei bis drei aufeinander folgenden Tagen, siehe auch Glutz von Blotzheim & Bauer 1993, Föger & Pegaro 2004). Eine zweistündige Camcorderaufnahme erfolgte in den Vormittagsstunden (zwischen 8 und 12 Uhr), die andere in den Nachmittagstunden (zwischen 14 und 18 Uhr). Die Mittagsstunden wurden wegen der bekannten „Mittagsdepression”, in welcher die Fütterungsaktivitäten zurückgehen können, gemieden, ebenso wie die Abendstunden (z. B. Blümel 1976). Als Gerät wurde ein digitaler Sony-Camcorder (DCR-TRV25E) mit 10-fachem optischem Zoom und Telekonverter verwendet, so dass insgesamt eine 20-fache Vergrößerung möglich war. Der Camcorder wurde in ca. 2 m Entfernung vom Nistkasten auf einem Stativ platziert.

Bei der späteren Auswertung der Videokassetten am Fernseher wurde die Größenklasse der Beutetiere anhand des Verhältnisses Beutetier – Schnabellänge der adulten Blaumeisen bestimmt. Nach Glutz von Blotzheim & Bauer (1993) beträgt in Mittel- und Westeuropa die Schnabellänge des Männchens 8,8 mm, die des Weibchen 8,7 mm. Da im Feld nicht zwischen den Geschlechtern unterschieden werden konnte, wurde der Mittelwert genommen. Die Beutetiere wurden in folgende 14 Kategorien eingeteilt: Raupe, Insekt/Spinne, Futterpaket (Zusammensetzung unbekannt), Futterpaket (Blattläuse, Aphidae sp.) ; in günstigen Fällen wurde genau erkannt, welche Arthropodenordnung eingebracht wurde, so dass außerdem folgende Kategorien hinzukamen: Gespinstblattwespe (Pamphiliidae sp.), Schmetterling adult (Lepidoptera sp.), Schmetterling Puppe, Spinne (Araneida sp.), Käfer (Coleoptera sp.), Ohrwurm (Dermaptera sp.), Weberknecht (Opilionida sp.), Langfühlerschrecke (Ensifera sp.), Kokon. Extra zu erwähnen ist die Kategorie Sämereien (von Meisenknödeln oder anderen Futterstellen). Zur Kategorie Raupe gehören neben Schmetterlingsraupen auch Pflanzenwespenraupen (Symphyta sp.), da diese anhand der Camcorderaufnahmen nicht voneinander zu unterscheiden sind. Da die Blaumeise ihre Nahrung teilweise bündelt, konnte oft nur die Kategorie „Futterpaket (Zusammensetzung unbekannt)“ gebildet werden. Hier konnte dann nur die Größe des Futterpakets bestimmt werden, obwohl die Größe der einzelnen Beutetiere (z. B. Läuse, Schwebfliegenlarven) kleiner ist. Deswegen wurden die Größenkategorien der Futterpakete getrennt von den Beutetiergrößenklassen ausgewertet. Bei den Größenkategorien der einzelnen Beutetiere wurde die Körperlänge (ohne Cerci o. Ä.) gewertet. Die Größe der Sämereien (oft vermischt mit Talg) wurde nicht bestimmt.

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Die Auswertung der Camcorderaufnahmen wurde durch Beobachtungen der Beuteflüge bzw. Beutetiere im Feld ergänzt. Durch die genaue Zeitangabe auf den Videokassetten sowie das Notieren der Feldbeobachtungen mit Zeitangabe konnten Doppelbeobachtungen aus-geschlossen werden.

Flugstrecken und Orte der Nahrungssuche

Während der zweistündigen Filmaufnahmen fand die Bestimmung der Flugstrecken der adulten Blaumeisen statt. Die Flugstrecke Nistkasten – Ort der Nahrungssuche wurde durch Abschreiten gemessen. Bei einem Baum oder Busch wurde dabei jeweils der Mittelpunkt (am Boden) gewertet, d. h. vertikale Strecken wurden nicht berücksichtigt. Bei der Nahrungssuche in dem Baum, an welchem der Nistkasten hing, wurde pauschal eine einfache Flugstrecke von 3 m angenommen. Zusätzlich erfolgte ein Messen der Strecken mit Hilfe des Software-Programms „Yade Zoom“ (Version 4.2, Geographisches Informationssystem). Um zu analysieren, welche Baum- und Buscharten von den Blaumeisen präferiert werden, wurden diese auf Gattungsniveau bestimmt.

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Fütterungsfrequenz

Bei der Auswertung der Videoaufnahmen wurde die Fütterungsfrequenz bestimmt.

Kotabgabe der Nestlinge

▼ 30 

Außerdem konnte anhand der Camcorderaufnahmen auch das Abtransportieren von Kotballen der Nestlinge durch die Altvögel dokumentiert werden. Der Kotballen eines Nestlings wird immer von einem Altvogel ergriffen, sobald er sich zeigt, und aus dem Nistkasten getragen (ab dem 5. Nestlingstag, Glutz von Blotzheim & Bauer 1993). Über die Anzahl der Kotballen können indirekt Aussagen zur Nahrungsversorgung der Nestlinge gemacht werden.

Nestlingsgewichte

Vor oder nach den Videoaufnahmen wurden die Nestlinge aus dem Nest genommen und mit einer Pesola-Federwaage (20 g; d=0,2 g) gewogen. Bei der Auswertung der Daten wurden alle Gewichte der 1. Altersklasse auf den 7. Lebenstag angeglichen, die Gewichte der 2. Altersklasse auf den 14. Lebenstag. Denn nur so war ein direkter Vergleich zwischen den Pf möglich. Die Transformation wurde nach Gibb (1950) durchgeführt: Vom 6. zum 7. Lebenstag verzeichnet er einen Gewichtszuwachs der Blaumeisennestlinge um 21 %, vom 7. zum 8. Tag um 16 %, vom 14. zum 15. Tag um 1%.

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Tarsuslänge

Die Tarsuslängen (vgl. Zeichnung in Anhang C-d) wurden in den zwei untersuchten Alterskategorien dem (6.-8., 14-15. Lebenstag) nach der Gewichtserhebung mit einer Schieblehre gemessen (Genauigkeit 0,1 mm).

Fehlerbetrachtung

Die Nistkästen wurden nur in einer Höhe von ca. 2, 50 m angebracht, damit sie leicht mit einer extra hierfür konstruierten Stange (siehe Anhang D) abgenommen werden konnten. Der Einsatz einer höheren Leiter war aus Transportgründen nicht möglich. So war es für fremde Personen relativ einfach, die Nistkästen zu stehlen oder sie durch Steinewerfen (das waren Kinder) herunterfallen zu lassen. Insgesamt blieben 35 der 50 Kästen übrig. Mit drei Ausnahmen waren die gestohlenen bzw. beschädigten Nistkästen nicht besetzt. Durch den Diebstahl sind in der Ho (Gropiusstadt) drei Bruten mit insgesamt 15 Nestlingen und neun Eiern umgekommen. (Die toten Nestlinge wurden zwar nicht gefunden, aber es muss davon ausgegangen werden, dass eine unkundige Person keine Blaumeisennestlinge großziehen kann.) Da in der Ho auch ein Nistkasten, bei dem bereits Filmaufnahmen durchgeführt wurden, gestohlen wurde, musste die zweite Filmaufnahme an einem anderen Nistkasten ersatzweise durchgeführt werden, so dass auf dieser Pf Daten von drei Nistkastenstandorten (aber insgesamt auch von vier zweistündigen Filmaufnahmen) in die Auswertung einflossen.

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Um statistisch abgesicherte Daten zu bekommen, hätte man mehr Nistkästen aufhängen bzw. mehr Bruten beobachten müssen. Dies war im Rahmen dieses Forschungsprojektes, durchgeführt von einer Doktorandin, nicht möglich. Hierfür wäre dann ein größerer Mitarbeiterkreis nötig gewesen.

Oft wurde nicht erkannt, welche Beute eingebracht wurde, da die Blaumeisen die Anflugstange teilweise nicht nutzten und direkt in die Nistkastenöffnung flogen. In diesem Fall konnte der Camcorder keine verwertbaren Bilder liefern. Ein weiteres Problem war, dass die Adulten zwar auf der Anflugstange saßen, die Beutetiere aber von der Meise selbst verdeckt wurden. In diesen beiden Fällen wurde nur eine Fütterung gezählt. In manchen Fällen konnte noch die Art des Beutetieres, z. B. „Raupe“, erkannt werden, aber nicht deren Größe, da ein Teil durch die Blaumeise verdeckt war.

Hier könnte man argumentieren, fest im Nistkasten installierte Kameras wären vorteilhafter gewesen. Dies war jedoch aus technischen Gründen sowie wegen der Diebstahlgefahr nicht möglich, da die Nistkästen oft auf frei zugänglichen Grundstücken angebracht waren. Somit war auch die Lösung von Technikkästen mit elektronischer Waage und automatischer Kamera (gebaut und eingesetzt z. B. von Dr. R. Lille, Hamburg, siehe auch http://www.ornitech.de) von vornherein auszuschließen. Daneben hätte auch die Kostenfrage zu erheblichen Problemen geführt.

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Eine andere Herangehensweise wäre gewesen, auf Camcorderaufnahmen zu verzichten und stattdessen die Halsringmethode (vgl. Kluijver 1933, Mattes et al. 1996) durchzuführen. Da aber in der Stadt bei den Untersuchungen meistens „Publikum“ anwesend war, wurde diese Idee verworfen.

Camcorderaufnahmen konnten aus zeitlichen Gründen nur an zwei Nistkästen pro Pf durchgeführt werden. Eine größere Stichprobe hätte statistisch abgesicherte Daten geliefert.

Die Blaumeisen flogen meist nicht direkt zum Ort der Nahrungssuche (sondern mussten z. B. Hindernissen, wie fahrenden Autos, ausweichen), so dass die tatsächliche Flugstrecke nicht der Entfernung entsprach. Die Höhe der Bäume bzw. Büsche (also die vertikalen Strecken) konnten nicht berücksichtigt werden. Die bestimmten Flugstrecken sind also nur Näherungswerte, die wirklichen Flugstrecken der Adulten sind höher. Die Größenordnung der Entfernungen stimmt aber auf jeden Fall und ein Vergleich der verschiedenen Paare bzw. des Fütterungsaufwandes auf den verschiedenen Pf ist aufgrund der standardisierten Erhebung gut möglich.

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Da viele Bäume und Büsche nicht frei zugänglich waren, war eine Bestimmung der Orte der Nahrungssuche auf Artebene nicht zu leisten. So wurde entschieden, alle genutzten Gehölze einheitlich nur auf Gattungsniveau zu bestimmen (bis auf wenige Ausnahmen). Es wäre zwar unter Umständen interessant gewesen, zwischen einheimischen und fremdländischen Gehölzarten zu unterscheiden. Der Zeitaufwand wäre aber für diese rein ornithologische Arbeit zu groß und nur im Rahmen einer Zusammenarbeit mit einem geübten Botaniker möglich gewesen. In zwei Fällen konnten Büsche gar nicht bestimmt werden, da es nicht möglich war, auf die Grundstücke zu gelangen oder sie mit Hilfe eines Fernglases zu bestimmen.

Die Fütterungsfrequenz hängt auch noch von anderen Parametern als dem Nahrungsangebot ab, wie Störung durch Prädatoren oder den Menschen, Witterung, Anzahl und Alter der Nestlinge. Um dies zu berücksichtigen, wurden Notizen zur Witterung während des Zeitraumes der Videoaufnahmen gemacht sowie auch menschliche oder anderweitige Störungen notiert.

Es konnten nur Altersklassen der Blaumeisennestlinge bearbeitet werden, da an insgesamt elf Nistkästen Videoaufnahmen und Beobachtungen durchgeführt wurden. Es wurde lediglich ein Durchschnittsalter für jede Brut bestimmt, da die genaue Bestimmung des Lebensalters eines jeden Nestlings nur mit einer wesentlich höheren Anzahl an Kontrollen möglich gewesen wäre. Dies wäre erstens aus zeitlichen Gründen nicht zu bewältigen gewesen und zweitens wäre die Störung der Meisen dann zu extrem gewesen (Verscheuchen des Weibchens und somit Wärmeverlust der Nestlinge u. a.). Es war zudem aus Zeitgründen nicht möglich, die Nestlinge der einzelnen Bruten während desselben Durchschnittsalters zu wiegen, was den Vergleich der Nestlinge auf den verschiedenen Pf vereinfacht hätte. Auch die tageszeitliche Gewichtszunahme konnte nicht beachtet werden, die Gewichte konnten nicht auf eine Standardzeit umgerechnet werden (vgl. hierzu Neub 1977).

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Das Gewicht der Nestlinge wird etwas dadurch beeinflusst, ob sie vor oder nach dem Wiegen Kot abgeben. Nach Neub 1977 wiegt ein Kotballen zwischen dem 8.-18. Tag durchschnittlich 0,268 ± 0,082 g (Frischgewicht).

2.4.2 Grünling

Allgemeine Beschreibung der Art

Der Grünling, auch Grünfink genannt, gehört systematisch zur Ordnung der Passeriformes (Sperlingsvögel) und hier zur Familie der Fringillidae (Finken). Generell werden mehrere Unterarten-Gruppen unterschieden (Blümel 1983). In Berlin kommt aber nur die Nominatform Carduelis chloris chloris L. vor. Das Männchen lässt sich im Feld vom Weibchen unterscheiden. Es wirkt im Ganzen olivgelbgrün, die großen Flügeldecken sind größtenteils aschgrau und an den Handschwingen nimmt das Gelb fast die ganze Breite der Außenfahne ein. Das Weibchen wirkt dagegen grünlichgrau, die großen Flügeldecken sind bräunlich und an den Handschwingen reicht das Gelb der Außenfahne nicht bis an den Schaft (Blümel 1983). Im Durchschnitt wiegen das Männchen und das Weibchen 30 g (ebd.).

Generell ist der Grünling eine herbivore Art, bei der die vegetabilische Nahrung eindeutig überwiegt (Blümel 1983, Glutz von Blotzheim & Bauer 1997). Dieser Finkenvogel ist ein typischer „Bodensucher“, d. h., er geht dem Nahrungserwerb hauptsächlich am Boden nach.

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Die Einordnung des Grünlings als Stand-, Strich- oder Zugvogel ist schwierig, es kommen wohl alle drei Kategorien vor. Beringungsergebnisse der Vogelwarte Radolfzell zeigen, dass der Grünling teilweise zieht und weite Strecken zurücklegen kann (Blümel 1983).

Die Art brütet fast ausschließlich in Bäumen und Sträuchern, im besiedelten Bereich außerdem oft in Fassadenbegrünungen oder auch in Blumenkästen. Die Regel ist zweimaliges Brüten im Jahr (Blümel 1983).

Der Grünling ist in Deutschland sehr häufig und weit verbreitet, in Berlin wird ein Bestand von 30 000 - 60 000 Bp geschätzt (Otto & Witt 2002).

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Der Grünling ist kein einfaches Untersuchungsobjekt, da die Nester dieses Freibrüters schwierig zu finden und teilweise auch nicht zu erreichen sind (z. B. auf hohen Bäumen).

Brutbiologie und Nahrungsökologie

Zur Untersuchung des Grünlings wurde der Geographiestudent Toni Becker für sechs Monate im Rahmen des Graduiertenkollegs als Forschungsstudent eingestellt2. Die Untersuchung dieser Finkenart erfolgte nach Absprache und unter Anleitung der Autorin auf den von ihr ausgewählten Pf, die Geländearbeiten wurden von Herrn Becker jedoch selbstständig durchgeführt.

Die Untersuchung wurde auf den in Kap. 2.1.1 beschriebenen Pf, zeitlich parallel zur Studie der Blaumeise, durchgeführt. Ab März 2003 fand eine Erfassung der Reviere statt. Die Begehungen erfolgten überwiegend in den Vormittagsstunden zwischen 7 und 11 Uhr, aber auch in den Nachmittagsstunden zwischen 13 und 18 Uhr. Es wurden alle durch Gesang markierten Reviere registriert sowie alle gesichteten Individuen des Grünlings in eine Karte eingezeichnet. Hierbei wurde auf das Hilfsmittel einer Gesangsattrappe (Tonband) zurückgegriffen. Bei jeder Begehung wurden, wenn möglich, nahrungssuchende bzw. fressende Grünlinge registriert. Es wurde immer ein Video-Camcorder mitgeführt, um spontan Aktivitäten des Nahrungserwerbs aufzeichnen zu können.

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Des Weiteren erfolgte eine Suche nach den Grünlingsnestern, wobei auch eine Teleskop-Stange mit drehbarem Spiegel zum Einsatz kam. Es war vorgesehen, die fütternden Altvögel bei der Nahrungssuche zu beobachten. Denn bei der Nahrungsübergabe (aus dem Kropf der Altvögel) kann ein Beobachter keine Bestandteile identifizieren.

Außerdem wurden bei allen gefundenen Nestern brutbiologische Parameter erhoben: Gelegegröße, Bebrütungsbeginn, Zustand der Nestlinge, Anzahl ausgeflogener Jungvögel. Der Bebrütungsbeginn wurde nach Blümel (1983) berechnet: vermuteter Schlupftag minus 14 Tage. Über den Bruterfolg können indirekt Aussagen zur Nahrungsversorgung der Nestlinge gemacht werden.

Da im Pa nur ein erfolgloser Brutversuch beobachtet werden konnte, direkt an die Pf angrenzend (150 m Entfernung) aber noch zwei Nester gefunden wurden, wurden diese in die Untersuchung mit einbezogen, um Aussagen zum Reproduktionserfolg auf städtischen Grünflächen machen zu können.

Fehlerbetrachtung

▼ 39 

Wie bereits in den Kapiteln 2.2, 2.3 und 2.4.1 beschrieben, war die Begehbarkeit der Pf problematisch (abgeschlossene Hinterhöfe, Privatgrundstücke etc.). Balkone, die gerne vom Grünling besiedelt werden, waren von unten nur begrenzt einsehbar. Deswegen konnten nicht alle Grünlingsnester auf den Pf gefunden werden. Des Weiteren wurden durch die gezielte Beobachtung der gefundenen Nester Prädatoren (z. B. Elster und Nebelkrähe) auf diese aufmerksam, was zum Nestraub führen konnte. Die geringe Fütterungsfrequenz des Grünlings (ca. zweimal pro Stunde, Blümel 1983) erschwerte die Beobachtungen zur Nahrungsökologie.

2.4.3 Haussperling

Allgemeine Beschreibung der Art

Der Haussperling gehört systematisch zur Ordnung der Passeriformes (Sperlingsvögel) und hier zur Familie der Passeridae (Sperlinge). Generell werden mehrere Unterarten-Gruppen unterschieden (Glutz von Blotzheim & Bauer 1997). In Berlin kommt aber nur die Nominatform Passer domesticus domesticus L. vor. Das Männchen lässt sich im Feld meist leicht vom Weibchen unterscheiden. Es ist kontrastreich gefärbt mit schwarzer oder dunkelgrauer Kehle, schwarzem Brustlatz und bleigrauem Scheitel, der durch ein braunes Band vom Auge bis in den Nacken eingefasst wird (Glutz von Blotzheim & Bauer 1997). Das Weibchen ist unscheinbar grau-beige gefärbt. Jungvögel ähneln dem Weibchen, sind aber gelblicher gefärbt und haben noch längere Zeit einen gelben Schnabelwinkel (Glutz von Blotzheim & Bauer 1997). Im Mittel wiegt das adulte Männchen 30-32 g, das Weibchen 30 g (ebd).

Generell ist der Haussperling eine omnivore Art, die als Adultvogel oft von anthropogener Nahrung abhängig ist. Er ist ein typischer „Bodensucher“, d. h., er geht seinem Nahrungs-
erwerb vor allem am Boden nach.

▼ 40 

Der Haussperling ist fast ausschließlich als Standvogel zu bezeichnen (Glutz von Blotzheim & Bauer 1997). Es gibt jedoch auch Zugbeobachtungen, hauptsächlich von Jungvögeln (ebd). Adulte Haussperlinge der Nominatform sind nach ihrer ersten Brutansiedlung sehr ortstreu. Die Art brütet fast ausschließlich an Gebäuden und hat, nach Glutz von Blotzheim & Bauer (1997), in der Regel zwei bis drei, teilweise auch mehr Jahresbruten.

Der Haussperling, oft als Kulturfolger bezeichnet, ist in Deutschland sehr häufig und weit verbreitet, in Berlin wird ein Bestand von 100 000 - 200 000 Bp geschätzt (Otto & Witt 2002). Der Haussperling war Vogel des Jahres 2002 (gewählt vom NABU und dem Landesbund für Vogelschutz, LBV).

Der Haussperling ist ein schwieriges Untersuchungsobjekt, zum einen wegen der großen Empfindlichkeit am Nest (Glutz von Blotzheim & Bauer 1997), zum anderen wegen der problematischen Erreichbarkeit der Nester (z. B. unter Dachrinnen).

Brutbiologie

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Anfang Juni 2003 erfolgte auf allen Pf eine Jungvogelzählung beim Haussperling. Dabei wurden die Pf in den frühen Vormittagsstunden mit gleichmäßiger Geschwindigkeit begangen, so dass alle möglichen Teilbereiche einsehbar waren (Tab. 5). Die Jungvögel wurden anhand ihres Aussehens und Verhaltens identifiziert: Die Jungvögel sind vor der ersten Mauser blasser als die Weibchen, oberseits sind sie gelblicher, unten bräunlicher (Glutz von Blotzheim & Bauer 1997). Die Schwungfedern sind nicht abgenutzt, das Gefieder ist insgesamt kürzer und lockerer (ebd.). Auffallend sind die blassgelben Schnabelwülste, genauso wie das Verhalten der Jungvögel. Oft betteln sie bei den Altvögeln um Nahrung. Die festgestellten Anzahlen flügger Jungvögel ermöglichen Aussagen über die (unterschiedliche) Produktivität der Pf bzw. darüber, ob genügend Nahrungsressourcen vorhanden sind.

Da Haussperlinge am Nest sehr störungsempfindlich und die Nester darüber hinaus kaum erreichbar sind, konnten Untersuchungen am Nest, wie bei der Blaumeise und dem Grünling, nicht durchgeführt werden. Eine Lösung wären Technikkästen mit elektronischer Waage und Kamera gewesen, die jedoch allein schon aus finanziellen Gründen nicht eingesetzt werden konnten.

Tab. 5: Begehungstermin und Zeitaufwand der Haussperlingszählung

Pf

Datum

Zeitaufwand (Min)

Ze

3. Jun.

225

Ge

7. Jun.

120

Ho

4. Jun.

210

Eh

8. Jun.

120

Pa3

▼ 42 

Zusätzlich zu den Jungvögeln wurden auch die Weibchen und Männchen mit erfasst, um einen Überblick über den gesamten Haussperlingsbestand zu erhalten.

Fehlerbetrachtung

Auf jeder Pf wurde (nur) eine Zählung durchgeführt, so dass nur ein kurzer Zeitausschnitt beobachtet wurde. Der Haussperling brütet jedoch mehrmals im Jahr. Doch auch wenn hier nur Jungvögel der Erstbrut gezählt wurden, ermöglicht dies doch einen guten Vergleich zwischen den Pf.

Nahrungsökologie

Neben der Erfassung des allgemeinen Reproduktionserfolges auf den fünf Pf wurde bei den Geländearbeiten bei Gelegenheit notiert, wo die Altvögel nach Arthropoden suchten.

▼ 43 

Die meisten Beobachtungen zur Nahrungsökologie erfolgten jedoch bei der Wintervogelzählung.

2.4.4 Turmfalke

Allgemeine Beschreibung der Art

Der Turmfalke gehört systematisch zur Ordnung der Falconiformes (Greifvögel) und hier zur Familie der Falconidae (Falken). Generell werden mehrere Unterarten-Gruppen unterschieden (Piechocki 1991). In Berlin kommt aber nur die Nominatform Falco tinnunculus tinnunculus L. vor. Das Männchen lässt sich im Feld meist leicht vom Weibchen unterscheiden. Es ist kleiner und leichter (ca. 200 g), trägt an Kopf und Hinterhals hellaschgraue Federn und hat meist einen aschgrauen Schwanz mit schwarzer Querbinde vor dem weißen Endsaum. Beim schwereren Weibchen (ca. 218 g) hingegen ist der Kopf rost- bis zimtbraun gezeichnet und der Schwanz hat eine rotbraune Grundfarbe (Piechocki 1991). Allerdings ähnelt das Jugendkleid beider Geschlechter dem des alten Weibchens, so dass es manchmal Probleme

bereiten kann, immature Männchen von Weibchen zu unterscheiden.

▼ 44 

Der Turmfalke ist eine carnivore Art. Generell ist er von seiner Anatomie her daran angepasst, Beutetiere am Boden zu schlagen, er ist jedoch sehr anpassungsfähig und beherrscht viele Jagdtechniken, wie z. B. die Flugjagd.

In Deutschland ist die Art hauptsächlich als Strich- bzw. Standvogel zu bezeichnen (Piechocki 1991). Es gibt jedoch auch Teilzieher, wie z. B. Funde aus Algerien zeigen (Kupko et al. im Druck).

Der Turmfalke hat eine Jahresbrut und brütet in Städten fast ausschließlich an Gebäuden. Die Art ist in Deutschland sehr häufig und weit verbreitet; in Berlin wird ein Bestand von 200 - 250 Bp geschätzt, wobei jährliche Bestandsschwankungen von bis zu 30 % auftreten können (Kupko et al. 2000).

▼ 45 

Der Turmfalke ist zur Untersuchung besonders gut geeignet, da die Art in Berlin überwiegend in Nistkästen brütet und die brutbiologischen Variablen in diesen gut zu kontrollieren sind. Der Turmfalke scheut die menschliche Nähe nicht und ist über das ganze Stadtgebiet Berlins verbreitet.

Brutbiologie

Von April bis August 2002-2004 wurden Untersuchungen an zehn Turmfalkennistkästen durchgeführt. Turmfalken in Berlin brüten beinahe ausnahmslos an Gebäuden, fast 70 % in speziellen Turmfalkennistkästen. Die zehn untersuchten Nistkästen wurden von S. Kupko (Arbeitsgruppe Greifvogelschutz Berlin/Bernau) bereits vor Jahren angebracht, sind mit „Gucklöchern“ versehen und leicht zu öffnen (siehe Skizzen & Fotos im Anhang D).

Um die in Kap. 2.1 beschriebene Unterscheidung zwischen „städtischen“ und „ländlichen“ Turmfalkenstandorten durchführen zu können, wurde ein Horstbereich bzw. eine „Reviergröße“ von 3,1 km², also ein Aktionsradius von 1,0 km um den Nistplatz, angenommen (siehe Anhang B). Diese Größe deckt sich mit Angaben aus der Literatur: So gibt Beichle (1980) für das Stadtgebiet von Kiel eine Reviergröße von 0,9-3,1 km² an4. Dieser Aktionsradius stimmt auch mit eigenen Beobachtungen überein, sichere Aussagen darüber wären allerdings nur mit Hilfe von Telemetrie möglich.

▼ 46 

In den Brutperioden der drei Untersuchungsjahre wurden folgende brutbiologischen Daten erfasst: Legebeginn, Gelegegröße, Schlüpfrate, Ausflugrate und Bruterfolg. Der Legebeginn wurde entweder durch Sichtbeobachtung oder, wenn der Niststandort zu diesem Zeitpunkt nicht zugänglich war, rechnerisch, ausgehend von dem Schlupftermin bzw. dem Alter der Jungvögel, erhoben. Der Legebeginn lässt sich leicht berechnen: Laut Literaturangaben, aber auch nach eigenen Beobachtungen beträgt die Brutdauer im Schnitt 30 Tage (Brown & Amadon 1989: 27-29 Tage, Village 1990: Ø 31 Tage, Kostrzewa & Kostrzewa 1993: 30 Tage). Mit der Bebrütung beginnt das Weibchen teilweise nach Ablage des zweiten Eis (eigene Beobachtungen), spätestens des dritten Eis (Village 1990); die Eiablage erfolgt alle zwei Tage (Piechocki 1991). Demnach wurde bei dieser Studie eine Zeitspanne zwischen Legebeginn und Schlupftermin von 33 Tagen angenommen.

Der Bruterfolg ist abhängig von einer ausreichenden Nahrungsversorgung, so dass über diesen Parameter Aussagen zur Nahrungsökologie gemacht werden können.

Bei den Kontrollen wurde außerdem auf den Zustand der Nestlinge, wie z. B. Parasitenbefall, geachtet. Die Nester wurden allerdings nicht nach Parasiten abgesucht. Es war nicht möglich, die Nestlinge in ungefähr derselben Altersklasse zu wiegen oder zu vermessen, da der Zutritt zu den Nistkästen von dem jeweiligen Eigentümer des Gebäudes abhing. Deswegen musste auf diese Erhebungen, wie sie bei der Blaumeisenstudie durchgeführt wurden, verzichtet werden.

▼ 47 

Wenn die Altvögel beringt waren, konnten außerdem das Alter und die Herkunft der Brutvögel bestimmt werden. Teilweise konnten auch Angaben über die Brutplatztreue der Falken gemacht werden.

Nahrungsökologie

Zur Untersuchung der Nahrungsökologie wurde die unmittelbare Umgebung des Nistkastens nach Gewöllen und Rupfungsresten abgesucht. Nach dem Ausfliegen der Nestlinge wurde der gesamte Inhalt der Nistkästen (Nahrungsreste wie Gewölle, Rupfungen, Einstreu, Sonstiges) mitgenommen. Es wurde somit keine Unterscheidung zwischen den Nestlingsgewöllen und den Gewöllen der Altvögel getroffen. Des Weiteren wurden zufällige Sichtbeobachtungen von eingebrachten Beutetieren bei den Standortkontrollen notiert.

Im Labor wurde das Material aus den Nistkästen grob sortiert nach Rupfungsresten, Gewöllen und sonstigen Nahrungsresten. Der Rest (Einstreu, Mauserfedern des Turmfalken u. Ä.) wurde verworfen. Bei der Analyse wurden aus den Rupfungsresten die Handschwingenfedern aussortiert und anhand dieser eine Artbestimmung der erbeuteten Vögel sowie eine Individuenzahlschätzung durchgeführt. Die Gewölle wurden im trockenen Zustand mit Hilfe von Pinzetten vorsichtig auseinander genommen. Dabei wurden die Volumenanteile der darin enthaltenen Beutetierreste - Vögel, Mäuse und Spitzmäuse, Insekten - in 20 %-Schritten geschätzt. Des Weiteren wurden Kiefer sowie Zähne von Mäusen und Spitzmäusen, alle Insektenteile, die größer als 2 mm waren, sonstige Beutetierreste, Nahrungsreste sowie Ringe erbeuteter Vögel aussortiert. Das andere Gewöllematerial wurde verworfen. Anhand der aussortierten Beutetierreste wurde, soweit möglich, eine Bestimmung auf Art- oder Familienebene durchgeführt. Bei Ringfunden wurde die Ringnummer, soweit möglich, identifiziert, so dass anschließend die „ZZF-Ringstelle5“ Auskunft über Züchter und damit auch Vogelart geben konnte. Die Individuenzahl der erbeuteten Insektenfresser und Nagetiere wurde anhand der gefundenen Anzahl der Unter- bzw. Oberkiefer festgelegt. Dabei wurde immer das Minimum gewertet (Beispiel: drei linke Feldmausunterkiefer und fünf rechte Feldmausunterkiefer ergeben fünf Individuen; aber rein theoretisch könnten es bis maximal acht Individuen sein). Es wurden nicht an allen Standorten gleich viele Gewölle gefunden; generell wurden in der LZ die meisten Gewölle gefunden und in der Mi mehr als in der Ci, was an der unterschiedlichen Begehbarkeit der Gebäude und des Gebäudeumfelds liegt. In die Auswertung flossen deshalb unterschiedliche Gewöllzahlen pro Zone ein, was aber natürlich bei der statistischen Auswertung berücksichtigt wurde. Die Präsenz von Regenwürmern wurde nicht überprüft, da man dann alle Gewölle mit Hilfe eines Binokulars nach Chitinborsten hätte absuchen müssen. Dazu war die Stichprobengröße zu groß und der Aufwand war nicht gerechtfertigt, da diese Beutegruppe für Berliner Falken äußerst unbedeutend ist.6

Jagd des Turmfalken

▼ 48 

Im Frühsommer 2002 wurde an drei Standorten (Ci 2, Mi 1, LZ 1) mit Hilfe eines Spektivs und eines Fernglases versucht, zu erkennen, wohin die Falken zur Jagd fliegen und welche Beute sie zum Nest bringen. Aus Gründen der Begehbarkeit (Kirchenschlüssel waren nur zu bestimmten Zeiten zu erhalten, bei Kraftwerken musste eine Aufsichtsperson mitkommen) wurden diese Beobachtungen (nur) sechsmal über einige Stunden hinweg vormittags durchgeführt. In den Folgejahren wurde darauf verzichtet, da es wichtiger war, die entsprechenden Personen davon zu überzeugen, kurz Zugang zu den Brutplätzen zu ermöglichen, wenn die brutbiologischen Parameter aufgenommen und die Nahrungsreste eingesammelt werden mussten.

Sonstiges

Es erfolgte keine Aufnahme der winterlichen Bestände des Turmfalken an den zehn Standorten.

Fehlerbetrachtung

Eine größere Stichprobe (also eine größere Zahl an Turmfalkennistkästen bzw. Standorten)

▼ 49 

hätte statistisch fundiertere Daten geliefert, war aber im Rahmen dieses Forschungsprojektes

aus zeitlichen Gründen bzw. aufgrund des Arbeitsaufwandes nicht möglich.

Bei der Wahl der Standorte wurde nur die Struktur innerhalb von 3 km² um den Nistplatz beachtet. Manche Autoren geben allerdings eine größere Revierfläche an.

▼ 50 

Dazu ist zu bemerken, dass man beim Turmfalken nicht unbedingt von einem festen „Revier“ sprechen kann, da die Art teilweise Koloniebrüter ist (Kupko et al. 2000, Salvati 2001a) und sich die Jagdreviere dann überschneiden. Um das genaue Jagdrevier eines Turmfalkenpaares abzugrenzen, wäre die Telemetrie dieser Vögel notwendig, was aber in der Stadt mit technischen Schwierigkeiten verbunden ist. (Der Empfang kann durch die Gebäudestrukturen gestört werden.) Telemetrie war aber allein aus Kostengründen nicht möglich. Tatsache ist, dass Turmfalken zur Jagd sehr weit fliegen können, und so ein „städtischer“ Falke theoretisch seine Beute in „ländlichen“ Regionen Berlins fangen könnte. Allerdings kann man davon ausgehen, dass es energetisch günstiger ist, nahe beim Niststandort zu jagen. Ein Falkenpaar mit vielen Jungen (fünf bis sieben) würde es zeitlich gar nicht schaffen, weite Strecken zu fliegen, um alle Jungen zu versorgen. Im Rahmen dieser Untersuchung wurde sehr oft die Jagd im unmittelbaren Horstbereich beobachtet.

Die in den Gewöllen erhaltenen Knochen sind oft angedaut, so dass ein Teil der Substanz fehlt und keine eindeutige Bestimmung mehr möglich ist (März 1987, Yalden & Yalden 1985). Außerdem ist es nicht möglich, die genaue Anzahl der Beutetiere aus den Gewöllen festzustellen (ebd.). Die über Gewöllanalysen ermittelten Beutetierzahlen sind immer geringer als die wirklichen Anzahlen. Eine weitere Fehlerquelle bei der Bestimmung der Mäuse- und Spitzmäuse anhand von Gewöllen kommt dadurch zustande, dass die Altvögel teilweise die Tiere ohne Kopf zum Nest bringen. Allerdings sind diese Fehler bei jedem Standort bzw. bei jeder Zone gleich, so dass ein Vergleich der Ergebnisse durchaus aussagekräftig ist. Wenn jedes Gewölle separat analysiert worden wäre, wären nach Kochanek (1990) exaktere und größere Beutetierzahlen möglich gewesen. Nach Beobachtungen an Zuchtfalken (Kupko, mdl. Mitt.) stimmt allerdings die Regel nicht unbedingt, dass die Reste eines Beutetieres immer in einem Gewölle zutage kommen. Zuchtfalken speien in der Regel zwei Gewölle pro Tag aus, wobei die Nahrungsreste der einzelnen Beutetiere in beiden Gewöllen verteilt sein können. Des Weiteren erfordert eine Einzelanalyse jedes Gewölles enorm viel Zeit, so dass die Stichprobengröße kleiner sein müsste. Bei dem Sammeln der Rupfungsreste können generell nicht alle Federn gefunden werden, da zum einen ein Teil der Beutevögel nicht im/am Kasten gerupft werden, zum anderen werden einige der im Kasten gerupften Federn durch den Wind verweht.

Sehr kleine Beutetierrückstände (z. B. Regenwurmborsten) wurden bei der Gewöllanalyse vernachlässigt. Dieser große Aufwand zu einem vergleichsweise geringen Nutzen schien nicht gerechtfertigt. Aus Zeitgründen hätten dann weitaus weniger Gewölle analysiert werden können.

▼ 51 

Anhand der Nummern der Ringe von erbeuteten Vögeln konnte nicht in allen Fällen auf die Art geschlossen werden, entweder, da die Ringnummern nicht mehr vollständig ablesbar waren, oder aber die Auskunft der „ZZF-Ringstelle“ war hinfällig, da der entsprechende Züchter unbekannt verzogen war und somit nicht mehr befragt werden konnte.

Es wäre günstiger gewesen, von jedem Standort die gleiche Anzahl an Gewöllen zu analysieren. Da aber die Umgebung der Nistkästen sehr unterschiedlich begehbar war (die Kraftwerksgelände durften freundlicherweise abgesucht werden, auf (Kirchturm-)Dächer konnte man allerdings nie gelangen), war dies nicht möglich.

An sich war geplant, 2004 wenigstens an einem Standort eine Kamera mit Videorecorder (Time-Lapse-Recorder) zu installieren (nur in diesem Jahr stand eins dieser sehr teuren Geräte zur Verfügung). Ci 3, die Neumark-Schule, wäre für die Installation ideal gewesen, da hier die Geräte sicher vor Wetter- oder sonstigen Einflüssen gewesen wären. Leider fand aber aufgrund von Bauarbeiten keine Brut an diesem Standort statt.

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Eine Beobachtung der Jagd des Turmfalken ab den frühen Morgenstunden wäre effektiver gewesen, da die Falken bei Tagesanbruch auf jeden Fall zur Jagd aufbrechen. Doch zu diesem Zeitpunkt war noch kein Zutritt zu den entsprechenden Gebäuden zu bekommen. Zwischen dichter Bebauung waren die Falken in den seltensten Fällen mit dem Spektiv zu verfolgen. Es konnten nur einzelne Flugstrecken beobachtet werden, einige präferierte Jagdgebiete wurden erkannt. Aus diesen Gründen und aufgrund des allgegenwärtigen Problems, überhaupt Zugang zu den privaten Gebäuden zu erhalten, wurden diese Beobachtungen abgebrochen und 2003 sowie 2004 nicht fortgeführt.

2.5 Statistik

Die statistische Auswertung erfolgte mit Statistica 6.0 (Studentenversion). Es wurden folgende Signifikanzgrenzen festgelegt:


Fußnoten und Endnoten

2  Die Finanzierung erfolgte durch die DFG.

3  Im Pa wurde während des gesamten Junis kein einziger Jungvogel festgestellt.

4  Je nach Habitattyp und Autor variieren die Angaben hierüber aber beträchtlich: Dass die Reviergrößen (Territorien bzw. „territory“ und Jagdreviere bzw. „home ranges“ ) abhängig von Jahreszeit, Mäusedichten sowie der Turmfalkendichte ist, erklärt Village (1990) ausführlich für Farmland und Grünland in England und Schottland. Shrubb (1993) gibt für verschiedene Habitattypen in Großbritannien (Forst oder Farmland) mittlere Jagdreviergrößen von 3,13-9,01 km² im Sommer sowie 2,25-2,97 km² im Winter an. Dabei betont er, dass sich das Jagdrevier und das Territorium, welches verteidigt wird, nicht unbedingt decken. Piechocki (1991) gibt sommerliche Reviergrößen von 5,69 km² an (Herbst: 1-2 km², Winter: 2-5 km²). Galanos (1991) führt einen Radius eines Turmfalkenjagdreviers von 1,5-4 km für das Stadtgebiet von Frankfurt/Main an.

5  Zentralverband Zoologischer Fachbetriebe Deutschland e.V.

6  Wenn mehrere Regenwürmer gefressen worden wären, hätte man Erdereste in den Gewöllen gefunden, was nicht der Falll war. Außerdem gibt z. B. Village (1982) an, dass Regenwürmer so gut wie nie im Frühsommer und Sommer gefressen werden.



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31.08.2006