[Seite 165↓]

Ausblick

In dieser Arbeit wurden rekombinante Antigene der Sarcoptes-Milbe bereitgestellt, die potenzielle Kandidaten für die Serodiagnostik der Skabies-Infektion darstellen. Serologische Untersuchungen besonders mit den porzinen Seren zeigten unspezifische Reaktionen, die vermutlich durch E. coli-Protein in den Eluaten der Antigene bedingt sind. Die Klonierung in ein anderes Expressionssystem, wie z. B. das Baculovirus, könnte die Spezifität der rekombinanten Antigene optimieren. In anderen Arbeiten wurden die Spezifität und Sensitivität von diagnostischen Antigenen durch die Synthese von Hybriden optimiert (Nde et al. 2002). Die Fusion der Proteine Ss-17 und Ss-14 wurde begonnen, da der Einsatz eines fusionierten Proteins auch hier das diagnostische Potenzial einiger Antigene verbessern könnte.

Eine interessante Fragestellung ist die Ermittlung von Epitopen der rekombinanten Antigene. Durch die Klonierung dieser Fragmente für den Einsatz im ELISA könnten schwach immunogene oder kreuzreagierende Bereiche aus den kompletten Antigenen eliminiert und die Spezifität des jeweiligen Antigens erhöht werden.

Die Aufklärung der genomischen Sequenz sowie die Analyse der Spleißstellen in dem für die „KE-reichen Antigene“-kodierenden Gen könnten im Hinblick auf posttranskriptionale Modifikationen einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung der Molekularbiologie der Sarcoptes-Milben liefern.

Die Frage nach der Lokalisation der „KE-reichen Antigene“ in der Milbe konnte bislang nicht geklärt werden. Die Aufklärung könnte Hinweise auf die Funktion dieser Proteine liefern und weitere Spekulationen über ihre potenzielle Rolle in der Immunevasion zulassen. Die Hypothese, die „KE-reichen Antigene“ dienten der Immunevasion, bleibt eine interessante Fragestellung, da diese für diverse repetitive Parasitenantigene diskutiert wird (Wallis und McMaster 1987, Schofield 1991, Catmull et al. 1994).

In dieser Arbeit wurden diverse Klone isoliert, die für sekretorische- oder Oberflächen-Proteine kodieren. Derartige Proteine sind in der Literatur als potenzielle Vakzinekandidaten beschrieben worden (Zang et al. 2000, Beghetto et al. 2001, Scheiblhöfer et al. 2001, Übersicht Dalton et al. 2003). Die hier identifizierten, sezernierten Antigene könnten einen Beitrag zu Vakzinierungsstudien mit S. scabiei, gegen die bislang keine Vakzine besteht, leisten.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
06.06.2005