Lailach, Michael: „Der Gelehrten Symbola“ - Studien zu den >Emblematum Tyrocinia< von Mathias Holtzwart (Straßburg 1581)

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Kapitel 3. „Nun erstmals inn Truck kommen“ - Die Publikation des Buches

Wie kommt im 16. Jahrhundert ein Buch in den Druck? Die Frage lässt sich nicht leicht beantworten, da an der Drucklegung und dem Vertrieb eines Buches in der Regel viele Personen beteiligt waren. An erster Stelle bei der Produktion eines Buches steht natürlich der Autor, der zu je eigenen Bedingungen mit seinem Verleger über den Druck seines Manuskripts verhandelt. Hat der Autor dem Verleger sein Manuskript übergeben, ist er von dem weiteren Verlauf der eigentlichen Drucklegung ausgeschlossen, da diese Arbeit sich nun in der Druckerei in einem komplizierten, arbeitsteiligen Prozess abspielt. Das Manuskript wird in einem ersten Schritt von den Setzern für den Druck aufbereitet. Sie berechnen anhand des Manuskripts, des vom Verleger und Drucker vorgesehenen Formats und der Drucktypen den Satz für jede einzelne Seite. Dabei ist bei einem illustrierten Druck das Verhältnis von Bild und Text zu berücksichtigen. Die eigentliche Schwierigkeit beim Setzen des Textes besteht darin, dass der Satz für mehrere, im Text nicht aufeinanderfolgende Seiten berechnet werden muss. Die Drucker pressen die fertigen und eingefärbten Druckformen auf die je nach Format des Buchs unterschiedlich großen Papierbogen, die nach dem Drucken getrocknet, zusammengelegt und gefaltet werden. Werden zum Beispiel vier Papierbogen übereinandergelegt, müssen die Setzer für die erste Druckform den Satz der Seite 1 recto und der Seite 8 verso berechnen; mit anderen Worten: voraussehen, welche Textpassage des Manuskripts auf welcher Seite zu stehen kommt. Die Illustrationen eines Buches werden ebenfalls in einem arbeitsteiligen Verfahren hergestellt, in dem die gezeichneten Entwürfe von einem Formschneider für den Druck mit dem Holzstock umgesetzt werden. Wenn der Formschneider eine lavierte Zeichnung, die ursprünglich nicht nur für die Umsetzung in den Holzschnitt vorgesehen war, als Vorlage benutzt, muss er beispielsweise die Lavierung durch Parallelschraffuren ersetzen. Der Korrektor prüft schließlich die noch nicht gebundenen, jedoch bereits zusammengelegten Bögen mit Text und Bild und verfügt die notwendigen Korrekturen am Druck.<44>

Das Drucken eines Buches war also ein langwieriges Unterfangen, zumal wenn das Buch durch Holzschnitte illustriert wurde. Im eingangs abgebildeten Titel werden jedoch von allen am Druck beteiligten Personen nur der Autor Mathias Holtzwart und sein Verleger Bernhard Jobin namentlich genannt. Johann Fischart als Verfasser der Vorrede und Tobias Stimmer als Künstler, der die Bilder entworfen hatte, sind anderweitig dokumentiert. Da der eigentliche Arbeitsprozess der Drucklegung nicht mehr rekonstruiert werden kann, soll zumindest die Vorgeschichte des Buches anhand der Biographien der eben genannten Personen nachgezeichnet werden; schließlich waren sie es, die den Druck in der Öffentlichkeit repräsentierten


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Mathias Holtzwart

Mathias Holtzwart, der Autor der >Emblematum Tyrocinia<, wurde um das Jahr 1540 in Harburg, dem heutigen Hoburg im Oberelsaß, als der einzige Sohn des gleichnamigen Vaters geboren.<45> Mathias Holtzwart senior war seit 1531 bis zu seinem Tode im Jahre 1558 als Pfarrer in Harburg und Beblenheim im Dienst des Grafen Georg von Württemberg und Mömpelgard gestanden; also zu einer Zeit, als Georg die Reformation seiner Territorien nach dem Schweizer Vorbild durchführte.<46> Der Tod Georgs im Jahre 1558 bedeutete für Mathias Holtzwart junior den Verlust der Protektion, die er sich andernfalls noch erhofft hatte:


(...) Dann er [ d.h. Georg ] nach meiner Eltern sag
Da ich noch inn der wiegen lag
Mir ein solche verheissung thet
Wan ich erwüchß und sleben het
Und gute künste wollte lehrnen
Wolt er allen vleiß auff mich keren
Und keinen kosten an mir sparen (...).<47>

Der Graf hatte in seinem Testament die Gründung einer Sjpgtung verfügt, die den Unterhalt von Stipendiaten aus Mömpelgard und Reichenweier an der Universität Tübingen sichern sollte.<48> Holtzwart bekam nicht ein solches Stipendium, beendete aber seine Ausbildung mit dem akademischen Grad des „Magister artium“. Wo er zum Magister promoviert wurde, ist nicht bekannt. In den Matrikeln der Universitäten im deutschsprachigen Raum ist Holtzwart jedenfalls nicht nachzuweisen. Nur seinem eben bereits zitierten, im Jahr 1568 publizierten >Lustgart Newer Deuttscher Poeteri<<49> sind einige Informationen über seinen Bildungsweg zu entnehmen. So beklagt sich Holtzwart, dass der Tod des Grafen das Glück von ihm abgewendet und „Penia“, die Dürftigkeit, sich ihm zugesellt habe. Sie habe verhindert, dass er „einer auß der gelerten orden“ geworden sei.<50> Holtzwart hatte also seine Studien aus finanziellen Gründen beendet. Er war dann als ein „geheimer Diener“ in den Dienst des „Graffen zu Leichtenstein“ in Innsbruck getreten.<51> Erst nach seiner Rückkehr aus Tirol „als die sterbenden leüff [die Pest] im Elsaß sehr uberhand genommen hatten, und ich also aller anderer geschefften (ohne mein nutz) ledig war“,<52> begann Holtzwart mit der


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Niederschrift seines >Lustgart Newer Deuttscher Poeteri<, der dann im Straßburger Verlag Josias Rihels veröffentlicht wurde. Zu dieser Zeit war Holtzwart bereits in den Diensten des Grafen Egenolf von Rappoltstein, und nach der Veröffentlichung des Buches avancierte er zum Stadtschreiber von Rappoltsweiler, dem heutigen Ribauvillé.<53> In der Bibliothek von Colmar befindet sich ein Exemplar des >Lustgart Newer Deuttscher Poeteri< mit einer handschriftlichen Widmung des Autors an seinen Rappoltsteiner Dienstherrn.<54> Im Druck ist das Buch hingegen dem Württemberger Herzog Christoph gewidmet, von dem sich Holtzwart jedoch vergeblich Protektion erhoffte.<55> Die Herrschaft von Rappoltstein, in der Egenolf von Rappoltstein erst im Jahre 1563 die Reformation einführte, stellte jenseits der Städte Basel und Straßburg ein höfisches und kulturelles Zentrum vor, in dem Mathias Holtzwart - nach einer Formulierung von Elisabeth Landolt - vermutlich die Rolle eines „Kunstsachverständigen“ spielte.<56>

Der >Lustgart Newer Deuttscher Poeteri< ist ein umfangreiches Gedicht in Knittelversen, ein „Tractat oder schrifft inn sonderheit von disem fürstlichen löblichen hauß Würtenberg“, dessen dynastische Geschichte in allegorische und mythische, zumeist nach den >Metamorphosen< Ovids gestaltete Erzählungen eingebunden wird. Vom Buch sagt der Autor denn auch selbst, es sei „sehr weitleüffig, sinnreich und viler Ecclesiatischer und Politischer heimlicheitten under dem Heidnischen buchstaben, Fabeln und kurtzweiligen Hystorien voll.“<57>

Holtzwart hinterließ ein recht umfangreiches, wenn auch heute kaum mehr bekanntes literarisches Werk. So wurde sein Versdrama >Saul< durch die „Ersamme Burgerschafft der loblichen Statt Basel gespilet auf den 5ten tag Augustmonats Anno 1571“.<58> Aus der Widmung des ohne Orts- und Jahresangabe erschienenen Drucks an den „Burgermeistern und Rath der Statt Basel“ ist ersichtlich, dass Holtzwart bereits vielfältige Beziehungen zu den oberrheinischen städtischen Eliten hatte:

(...) Mich (...) gleichsam die Natur zu der gleichen dingen fordert / auch ein ehrsamme / lobliche / junge burgerschafft diser weitberummten statt Basel / meine zum theil alt bekannte / günstige / liebe Herren / schulgesellen und gute freund / dessen / das ich jnen ein solche erbare Christenliche / besserliche kurtzweil und spil dichten sollte / höchlich gebetten und ersucht (...)<59>

Bereits im Jahre 1563 hatte sich Mathias Holtzwart in das Stammbuch des Züricher Naturforschers Konrad Gessner eingetragen.<60> In der Basler Universitätsbibliothek ist ein Brief vom 27. November


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1572 an Theodor Zwinger erhalten.<61> Das sind wenige, aber immerhin prominente Indizien für Holtzwarts Karriereweg. Er hatte nicht nur Kontakte zu den humanistisch gebildeten Kreisen in Basel und Zürich, sondern auch (spätestens seit dem Jahre 1573) zum Verlag Bernhard Jobins in Straßburg.

Aus diesem Jahr stammt die erste Publikation Holtzwarts im Verlag Jobins, ein gemeinsam mit Johann Fischart verfasstes Buch, der >Flö Hatz Weiber Tratz<. Das Buch ist zudem mit einem Titelholzschnitt Tobias Stimmers ausgestattet, so dass man hiermit den ersten (und nicht letzten) Fall der Zusammenarbeit von Mathias Holtzwart, Johann Fischart und Tobias Stimmer für den Verlag Bernhard Jobins hat.<62> Ebenfalls im Jahre 1573 veröffentlichte Holtzwart bei Jobin die >Eikones<, eine lateinische Übersetzung von deutschen Bildgedichten des Burckhard Waldis, die zuerst 1543 unter dem Titel >Ursprung und Herkummen der zwölff ersten alten König und Fürsten Deutscher Nation< erschienen waren. Auch diese Übersetzung Holtzwarts wurde mit Holzschnitten nach Entwürfen Stimmers illustriert.

1573, also dem Jahr, in dem seine Kontakte zum Verlag Jobins nachweislich begannen, heiratete Holtzwart eine gewisse Elisabeth, deren Zuname nicht überliefert ist. Dieselbe Elisabeth heiratete dann am 3. März 1579 Martin Haemmerlin.<63> Daraus kann man wohl schließen, dass Mathias Holtzwart um 1578 gestorben ist. Die einzige Notiz aus seiner Tätigkeit als Stadtschreiber (die Beglaubigung einer Ehevereinbarung) ist auf den 22. September 1577 datiert und widerspricht dieser Annahme folglich nicht.<64> Nach 1578 ist zudem ein gewisser Theodoricus Fuoß als Stadtschreiber von Rappoltsweiler dokumentiert.

Das Amt eines Stadtschreibers bezeichnet in historischer Sicht nicht nur die Tätigkeiten der städtischen Beamten als Rats-, Gerichts-, Zoll- oder Steuerschreiber, sondern auch als Leiter des Verwaltungsbereichs und der Kanzlei, denen die Übernahme von Aufgaben des öffentlichen Notariats und der Diplomatie oblag.<65> Man kann folglich sagen, dass sie häufig eine Schlüsselposition in der städtischen Gesellschaft einnahmen.<66> Welche Bedeutung Mathias Holtzwart als Stadtschreiber für die städtische Gesellschaft hatte, lässt sich allerdings nicht sagen, weil hierfür die Dokumente fehlen. Sein literarisches Werk steht aber ganz im Zeichen seines Amtes, wie es auch für seine ungleich berühmteren „Kollegen“ Sebastian Brant oder etwa Jörg Wickram gilt.<67>


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Im Prozess der „Konfessionalisierung“<68> waren die Kirchen- und Sittenzucht so eng verbunden, dass Gerhard Oestreich mit dem Begriff „Sozialdisziplinierung“ ein strukturgeschichtliches Phänomen der frühen Neuzeit zu erfassen hoffte.<69> Unabhängig davon, ob die historiographischen Paradigmata „Konfessionalisierung“ und „Sozialdisziplinierung“ heute noch überzeugende Modelle der Interpretation vorstellen, ist die Bestimmung im Titel der >Emblematum Tyrocinia<, „zu Sittlicher Besserung des Lebens“ anzuleiten, in diesem historischen Prozess intensivierter Erziehungs- und Disziplinierungs-versuche der entstehenden Kirchen im Verein mit der weltlichen Obrigkeit zu sehen. Der Alltag der Menschen in seinen vielfältigen zwischenmenschlichen Beziehungen sollte, wie es zum Beispiel die „Policey“ - Ordnungen, die kirchlichen Visitationsprotokolle oder eben auch die Amtspflichten der Stadtschreiber zeigen, nach den Normen der Sitte reguliert und diszipliniert werden.<70>

Die >Emblematum Tyrocinia< verraten eine im weitesten Sinne didaktisch zu nennende Intention des Autors. Eine solche Intention, „zu sittlicher Besserung des Lebens“ anzuleiten, ist allerdings für sehr viele Texte im deutschsprachigen Raum des 16. Jahrhunderts kennzeichnend und ein in verschiedenen Buchtiteln oft zitierter Topos.<71> Man kann also nur mit einem gewissen Vorbehalt von der didaktischen Intention des Autors sprechen; zumal in der Widmung der >Emblematum Tyrocinia< an Friedrich Graf von Württemberg und Mömpelgard davon keine Rede mehr ist.<72>

Die Widmung, Friedrich Graf von Württemberg & Mömpelgard und der Verleger Bernhard Jobin

Der Versuch einer historischen Verortung der 1581, also drei Jahre nach dem Tod des Autors, publizierten >Emblematum Tyrocinia< ist von Anbeginn vor besondere Schwierigkeiten gestellt. So gibt es zum Beispiel für die Datierung der Texte Holtzwarts nur einen einzigen Anhaltspunkt, da im Epilog des >Lustgart Newer deuttscher Poeteri< aus dem Jahre 1568 die letzten zwei Distichen des „Emblema.XV.“ zitiert sind. Daraus kann man schlussfolgern, dass zumindest eines der lateinischen Gedichte vor 1568 geschrieben wurde. Es ist aber auch durchaus möglich, dass die Gedichte zu ganz unterschiedlichen Zeiten verfasst wurden. Holtzwart bezeichnete in seiner Widmung der >Emblematum Tyrocinia< an Friedrich Graf von Württemberg und Mömpelgard seine Gedichte jedenfalls als Jugendarbeiten:


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GENEROSISSIMO PRINCIPI AC DOMINO Domino Friderico, Comiti Wirtenbergensi ac MontisBeligardi, &c. Domino suo Clementissimo.

Ex Doctissimis etiam viris, Generosissime Princeps, non defuere, qui, cum Iuvenilia mea haec exercitia forte vidissent, ut ea Emblemata appellarem, atque in vulgus exire permitterem, me hortarentur. Quibus etiamsi aliquandiu tenuitatem inuentionis et carminis, in prima fere pueritia (ut dictum est) exercitij causa compositi, incusans, restitissem. Tandem tamen eorum iudicijs & praecibus victus, succubui: quamvis timidus satis ac dubius. Quo autem ad timiditatem hanc meam sublevandam, & dubium animum confirmandum aliunde mihi auxilium pararem, volui Celsitudinem T. de Patrocinio horum sive Emblematum Tyrocinij, sive Tyrociniorum Emblematicorum hac studiosissima dedicatione interpellare: plane confidens C.T. quae se iam olim quam humanam atque benignam laudatissimi Principis parentis (Sacratae memoriae) vestigia feliciter secuta; erga me exhibuit, haec qualiacunque devoti animi indicia non aspernaturam, verum ea authoritate sua ad maiora incitaturam. Quod etiam quam studiosissime his rogatum C.T. velim. Vale & vive Princeps optime. Datae Rappersvillae Alsatiae, ad Cal. Iulij. Anno reparatae salutis. M.D.LXXVI.
C.T.
Dedictissimus
Mathias Holtzwartus Harburgensis, M.<73>

Die Bezeichnung der Gedichte als Jugendarbeiten ist in seiner Absolutheit und in seinem topischen Charakter kaum wörtlich zu nehmen. Dennoch kann es zumindest für einige der lateinischen Epigramme durchaus zutreffen, dass es sich um stilistische Übungen des jungen Mathias Holtzwart handelt, da solche Übungen für die Schulpraxis des 16. Jahrhunderts vielfach dokumentiert sind.<74>

Die Widmung an Friedrich ist vom Juli des Jahres 1576 datiert; also fünf Jahre bevor dieser, am 27. Juni 1581 mündig gesprochen, die Erbfolge in der Grafschaft Mömpelgard antrat.<75> Diese gegenüber dem Datum der Publikation der >Emblematum Tyrocinia< sehr frühe Widmung bezeugt in erster Linie die Interessen des Autors, der sich der Freigiebigkeit Friedrichs im Andenken an dessen Vater zu versichern suchte.


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Das neben dem Widmungstext gedruckte Widmungsblatt ist daher den „Insignia Illustrissimi Principis Georgij Comitis Wirtenbergensis ac Montis Beligardi, &c.“ zugeeignet (Abb.1).<76> Obwohl der dreiteilige Aufbau des Widmungblatts der Form eines Emblems entspricht, ist es doch eher als ein ungewöhnlich komplex gestaltetes Wappenbild zu sehen.<77> Man sieht einen Mann in einer Rüstung mit gebauschtem Umhang, Halskrause und modischen Beinschnüren, der das Wappenschild der Grafschaft Württemberg und Mömpelgard frontal zwischen seinen Beinen präsentiert. Über seinem Kopf halten zwei mit entblößter Brust und nackten Beinen dargestellte Frauen den offenen Spangenhelm, die Helmdecke (ein ornamental geschwungenes florales Blatt), die Helmkrone und die Helmzier. Die eine der beiden Frauen hält in ihrer linken Hand ein Kreuz, die andere ein Schwert. Der Mann in ihrer Mitte hat hingegen ein Buch und einen Stab in seinen Händen. Oberhalb dieser Szene fliegt ein Falke herbei, der Ähren in den Krallen trägt. Vor den Füßen des Mannes liegt ein Hund, dem kurioserweise ein Hut aufgesetzt wurde.

Im Vergleich mit den Wappenbildern im >Wapen und Stammbuch< Jost Ammans, das zuerst 1579 in Frankfurt veröffentlicht wurde und das nur ein Beispiel für die Popularität von Wappenbildern im späten 16. Jahrhundert ist, erscheint diese Darstellung so unkonventionell, dass man eine Erklärung im Text erwarten kann, der wie folgt lautet:


Stipat utrinque ducem virtus: liber indicat artes;
Mars dedit arma duci, pax dedit alma togam.
Spicea ferta tenet falco, Cereremque benigno
Numine principibus monstrat adesse viris.
Tegmen habet canem: est veri laus principis isthaec
Inprimis hominum cura sit: inde canum.

Hier sind also die einzelnen Elemente des Bildes - bis auf das Schild und die Helmzier - benannt: Die zwei Frauen verkörpern die Tugend, die man aufgrund ihrer gegenständlichen Attribute als Darstellungen der „Fides“ und „Iustitia“ bezeichnen kann. Der Falke mit den Ähren der „Ceres“ und der Hund symbolisieren ebenso die politischen Tugenden des Fürsten wie auch der als Toga bezeichnete Umhang, das Buch und der Stab in den Händen des Mannes.<78> Obwohl auf diese Art und Weise die Form des Wappenbildes eine detaillierte Erklärung findet, ist es dennoch erstaunlich, dass eine Deutung des Wappenschildes von Württemberg und Mömpelgard im Text fehlt.

Die ungewöhnliche Form des Widmungblatts deutet deswegen eher auf die Absicht des Verlegers Bernhard Jobin, durch die Zueignung des Emblembuches an eine bekannte Persönlichkeit in Text und


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Bild die werbende Wirkung für das Buch zu steigern.<79> In diesem Sinne kann man die Widmung und das Widmungsbild als Verkörperungen unterschiedlicher Interessen und Intentionen beschreiben: von Seiten des Autors die Erwartung von Geld- oder Sachgeschenken und der Protektion durch das Haus Württemberg und Mömpelgard; von Seiten des Verlegers die Hoffnung auf einen kommerziellen Erfolg des Buches und von Seiten des Künstlers die Repräsentation eines Bildes, in dem die konventionelle Form des Wappenbildes in emblematischer Form variiert und ein „kunstfündiges Gemäl“, wie es im Titel des Buches heißt, bereits an dieser Stelle zur Schau gestellt wird.

Der Name, unter dem das Buch im Jahre 1581 schließlich herausgegeben wurde, ist ungewöhnlich.<80> Denn >Emblematum Tyrocinia< heißt soviel wie die „ersten Versuche“ oder „Probestücke in Emblemen“. Ob das als ein Topos der Bescheidenheit des Autors zu verstehen ist oder ob damit die innovative Stellung des Emblembuches im deutschsprachigen Raum bezeichnet werden sollte, kann man nicht sagen. Es scheint aber in Hinsicht auf die Widmung von 1576 nicht unwahrscheinlich, dass die Entscheidung, die Sammlung von lateinischen und deutschen Epigrammen unter diesem Namen zu veröffentlichen, tatsächlich ein am Buchmarkt orientiertes Konzept darstellt, für das sowohl Bernhard Jobin, Johann Fischart oder Mathias Holtzwart, der den >Emblematum liber< des Andrea Alciato bereits vor 1568 gekannt hatte,<81> verantwortlich sein können.

Die durch die Konjunktion „sive“ angeschlossene Bezeichnung des Buches als >Picta Poesis Latinogermanica< ist daher alles andere als überraschend,<82> da sie ebenfalls an eine überaus erfolgreiche Form illustrierter Bücher und speziell an das bereits im Jahre 1552 veröffentlichte Emblembuch >Picta Poesis< von Barthélemy Aneau erinnert.<83>

Man kann nicht sagen, wer die weiteren Formulierungen des Titels gewählt hat: der Autor, der Verleger oder der Verfasser der Vorrede, Johann Fischart? Die deutsche Version des Titels >Eingeblümete Zierwerck oder Gemälpoesy< und die folgenden deutschsprachigen Angaben zum Inhalt gehen zumindest indirekt auf Johann Fischart zurück, weil sie - wie im folgenden Kapitel 2 noch zu zeigen sein wird - die Etymologie des Begriffs „emblema“ und Fischarts Entwurf von „Gebrauch und Nutz der Emblematen“ voraussetzen. Wer jedoch überhaupt entschieden hat, das Buch sowohl in lateinischer als auch in deutscher Sprache und mit einer deutschsprachigen Vorrede versehen zu veröffentlichen, ist dokumentarisch nicht zu belegen. Es mag sein, dass die im Jahre 1567 in Frankfurt von den Verlegern Sigismund Feyerabend und Simon Hüter publizierte zweisprachige Ausgabe des >Emblematum liber< des Andrea Alciato wegweisend gewesen war.<84> Doch schon zuvor


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waren in Lyon und in Paris zweisprachige Ausgaben dieses Emblembuches publiziert worden. Hier war auch die virulente Streitfrage, ob die Nationalsprachen oder das Latein den Vorrang haben sollen,<85> in den jeweiligen Vorreden diskutiert worden. Davon findet sich in den >Emblematum Tyrocinia< nur indirekt in der Vorrede Johann Fischarts ein Widerhall. Man kann also schlussfolgern, dass es wieder eine ökonomisch motivierte Entscheidung des Verlegers Jobin gewesen war, da ein zweisprachiges Buch ein wesentlich größeres Publikum erreichen konnte als eine lateinische Ausgabe des Textes.

In diesem ökonomischen Zusammenhang ist auch die an zweiter Stelle stehende Zweckbestimmung der >Emblematum Tyrocinia< zu sehen. Der Topos „zu künstlicher Arbeyt vorständig und ergetzlich“ findet sich in fast allen Titeln illustrierter Bücher des 16. Jahrhunderts und diente offensichtlich zur Werbung des Buches. In der Vorrede zur Lyoner Ausgabe des >Emblematum liber< von Andrea Alciato aus dem Jahre 1548 wird dem Leser der Nutzen und Gebrauch von Emblemen mit vielen Beispielen vor Augen gestellt:

(...) Porro usus Emblematum, praeter gratiam, ac voluptatem ex iucunda nouitate, quae taedium leuat, breuem sententiae argutiam, quae animum pungit, numerosam versuum suauitatem, quae aures mulcet, taupivny epsiloniotachi\|[ogr ]\|nypivny picturam non inanem, quae oculos pascit, Etiam ille (inquam) usus est, ut quoties rebus vacuis complementum, nudis ornamentum, mutis sermonem, alogis rationem tribuere, aut certe affingere uelit quispiam, is ex Emblematum libello, tamquam ex promptuario instructissimo habeat quod domesticis parietibus, vitreis fenestris, aulaeis, peristromatis, tabulis, vasis, signis, anulis sigillaribus, vestimentis, mensae, fulcro, armis, gladio, supellectili denique omni, nusquam non, inscribere & impingere possit: ad hoc scilicet ut usquequaque loquax, & aspectu iucunda sit rerum ad usum communem spectantium facies. (...) Quisquis igitur & sententiae breuis acumine, & festiua imagine res suas decorare uolet: ex hoc libello abunde habiturus est, (...).<86>

Das Emblembuch ist nach diesen Worten gleichsam ein überreiches Kaufhaus, wo man alles findet, um sein Haus zu verschönern - alles sei im Übermaß vorhanden. Vor allem die Verleger hatten ein Interesse, den Nutzen des Buches herauszustellen. Der Straßburger Verleger Bernhard Jobin war in dieser Hinsicht sicher keine Ausnahme.

Bernhard Jobin publizierte eine bislang noch nicht annähernd gesichtete Anzahl von illustrierten Büchern und Flugblättern. Jobin, ein gelernter Formschneider, kam ursprünglich aus Pruntrut (Kanton Basel-Land).<87> Als Zunftgenosse zur Stelze erhielt er am 27. April 1560 das Bürgerrecht von Straßburg.<88> Hier lernte er wahrscheinlich bei dem Verleger Josias Rihel das Druckerhandwerk.<89> Seine ersten selbstständigen Drucke datieren aus dem Jahr 1566, und in der Folgezeit brachte er unter


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anderem die meisten Bücher Johann Fischarts heraus. Zuvor hatte er am 10. Juni 1567 die Schwester Johann Fischarts, Anna Fischart, geheiratet, wodurch er wohl das nötige Kapital für seinen eigenen Verlag erlangte. Die Beziehungen zwischen Jobin und Fischart waren also sowohl geschäftlicher als auch persönlicher Natur. Ein Indiz für die engen persönlichen Beziehungen zwischen dem Verleger und seinen Mitarbeitern ist auch, dass der aus Schaffhausen stammende Maler Tobias Stimmer, der seit etwa 1568 für Bernhard Jobin arbeitete, von ihm am 4. August 1570 zum Taufpaten bestellt wurde.<90> Zwei Jahre später widmete Jobin sein >Erstes Buch Schöner Lautenstück< dem „Kunstreichen Thobiae Stimmer von Schaffhausen meinem lieben Gevattern und besonders günstigen freündt.“<91>

Jobin druckte und verlegte nicht nur die Werke Fischarts, sondern auch musikalische, juristische, medizinische und landwirtschaftliche Bücher, deutsche Übersetzungen französischer und niederländischer Schriften und nicht zuletzt eine große Zahl von illustrierten Einblattdrucken.<92> Ohne Zweifel war Jobin als Verleger und Drucker erfolgreich. Das zeigt sich an der großen Anzahl von Publikationen, die zumeist aus der Zusammenarbeit von Johann Fischart und Tobias Stimmer entstanden.

Johann Fischart

Der Verfasser der Vorrede der >Emblematum Tyrocinia<, Johann Fischart, hatte im Jahre 1570 bei Bernhard Jobin sein erstes Buch mit dem schönen Titel >Nacht Rab oder Nebelkrähe< veröffentlicht. Der Literaturwissenschaftlicher Adolf Hauffen hatte in seinen Fischart-Studien versucht, den Bildungsweg Fischarts durch Analogien im literarischen Werk zu konstruieren, ohne jedoch seine Konstruktionen immer dokumentarisch belegen zu können, da es gibt nur wenige Daten zum Lebens- und Bildungsweg Johann Fischarts.<93>

Fischart wurde etwa 1547 als Sohn eines vermögenden Gewürzhändlers in Straßburg geboren und besuchte das Straßburger Gymnasium. Nach dem Tode des Vaters im Jahre 1561/62 zog Fischart nach Worms, wo er Unterricht bei Caspar Scheid erhielt. Bevor in Worms 1565 die Pest ausbrach, ging Fischart nach Tübingen und immatrikulierte sich dort am 30. Oktober 1564 an der Universität. Im Jahre 1567 reiste Fischart nach Paris (ob zu Studienzwecken, ist allerdings nicht nachzuweisen). Wo Fischart seine juristischen Studien aufgenommen hat, ist auch nicht bekannt. Sicher ist nur, dass er,


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nach einer Unterbrechung der Studien von 1570 bis 1574, zu welcher Zeit seine ersten literarischen Werke erschienen, im Jahre 1574 an der Basler Universität immatrikulierte, um dort im selben Jahr zum Doktor der Rechte zu promovieren.<94> Am 28. Juni 1575 ist Fischart zur Taufe seiner Nichte in Straßburg.<95> Erst 1578 findet sich wieder eine Spur von ihm am Reichskammergericht zu Speyer; einen sicheren Beleg für die Anstellung Fischarts gibt nur die Vorrede zu seiner Übersetzung von Jean Bodins >Daemonomania< von 1581.<96> Fischart widmete seine Übersetzung dem Grafen Eberhard von Rappoltstein.<97> Dieser Beziehung war es wohl auch zu verdanken, dass Fischart 1583 zum Amtmann im lothringischen Forbach ernannt wurde; einer Herrschaft, die vormundschaftlich von einem Rappoltsteiner verwaltet wurde.<98>

Johann Fischart war ein manischer Leser. Seine Bibliothek umfasste mehrere hundert Bücher.<99> Bei seinem Tode hinterließ er seinen Erben vor allem Schulden bei dem Frankfurter Verleger Sigismund Feyerabend und bei Buchbindern in Hagenau und in Speyer. Dem Leser Fischart steht der Autor Fischart gegenüber, der als ein freier „Berufsschriftsteller“ wohl nur durch die Verbindung mit dem Verlag Jobins existieren konnte.<100> Die Schriften Fischarts sind bislang noch nicht in einer abgeschlossenen historisch-kritischen Edition zugänglich.<101> Dies hat sicher verschiedene Gründe; einer davon ist sicher die „literarische Extravaganz“ des Autors, „seine ausufernde Sprachphantasie und wortschöpferische Akrobatik, seine grobianischen Exzesse und planlos wirkenden Abschweifungen, die in der Lust des Benennens die gewohnte lexikalische Hierarchie und Gesetzlichkeit der Wortwelt auflösten.“<102> Diese Beschreibung trifft vor allem für die zuerst im Jahre 1575 publizierte >Geschichtschrift< zu, der Übersetzung des >Gargantua< von Francois Rabelais.<103> Die extreme Artistik und Virtuosität, ja Willkür des Textes - einem in Fischarts Worten „verwirreten Muster der heut verwirreten ungestalten Welt“ - scheint allen historischen und gegenwärtigen Vorstellungen einer Übersetzung zu widersprechen.<104>


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Die Schriften Fischarts erschienen bei Jobin meistens mit einem Titelblatt und oft auch mit Textillustrationen von Tobias Stimmer. Bereits der >Nacht Rab oder Nebelkrähe< war mit einem Titelholzschnitt von Tobias Stimmer versehen.<105> Das gegen den Franziskaner Johannes Nas gerichtete Flugblatt Fischarts, >Der Barfüsser Secten und Kuttenstreit< (um 1570),<106> steht am Anfang einer langjährigen Zusammenarbeit von Johann Fischart mit Tobias Stimmer und in den folgenden Jahren publizierte Jobin eine Vielzahl von Flugblättern, darunter vor allem Bildnisse der Eliten Straßburgs, mit Holzschnitten Stimmers und Texten Fischarts.<107>

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Tobias Stimmer

Tobias Stimmer wurde im Jahre 1539 in Schaffhausen geboren.<108> Sein Vater Christoph Stimmer, der 1532 aus Konstanz nach Schaffhausen kam, wurde im selben Jahr zum Schulmeister an der deutschen Schule ernannt. Bei wem Tobias Stimmer seine Ausbildung erhielt - ob bei Felix Lindtmeyer,<109> bei Hans Asper<110> oder im Konstanzer Raum<111> - ist nicht bekannt. Sein Lebensweg bis in die 1560er Jahre wird wohl ebenso wie die umstrittene „Lehrzeit“ in Italien im Dunkeln bleiben. Die Ablehnung der Hypothese, Stimmer habe sich in stilistischer Hinsicht an italienischen, insbesondere venezianischen Modellen orientiert, bei Friedrich Thöne stand ganz unter dem Vorzeichen der „Blut und Boden“ - Ideologie des Faschismus.<112> Das heißt jedoch noch lange nicht, dass die „italienische“ Hypothese an sich jemals hinreichend begründet wurde.<113> Die Formulierung Dieter Koepplins, die Zeichnungen Stimmers seien stilistisch als „kaum manieristisch“ zu werten,<114> hat daher durchaus den Charakter eines Kompromisses. Die Aporien der Forschungsgeschichte resultieren aus dem Fehlen von Dokumenten zu Tobias Stimmer und dem Mangel an einem kritischen Katalog der Zeichnungen und der Holzschnitte nach den Entwürfen Stimmers.<115>

Seit dem Jahre 1568 ist die Tätigkeit Stimmers für Buchdrucker und Verleger in Zürich, Basel und Straßburg gesichert.<116> Um das Jahr 1570 reiste Tobias Stimmer im Auftrag des Basler Verlegers Pietro Perna nach Como, um dort die Porträtsammlung Paolo Giovios abzuzeichnen. Diese Sammlung von Porträts wurde dann mit großem Erfolg von dem Verleger Perna als „Bildnisvitenbuch“


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publiziert.<117> Darüber hinaus ist jedoch von diesem Aufenthalt Stimmers in Italien nichts weiter bekannt.

Berühmtheit erlangte Stimmer in den folgenden Jahren vor allem durch seine Malereien an der astronomischen Uhr im Straßburger Münster<118> und im heute nicht mehr erhaltenen Schloss zu Baden-Baden.<119> In einem Erlass der Badener Regierung wird Tobias Stimmer als „hoffmaler“ tituliert.<120> Doch in demselben Zeitraum - im Oktober 1582 - kaufte Tobias Simmer auch das Bürgerrecht von Straßburg und wurde in die Zunft „Zur Steltz“ aufgenommen.<121> Er scheint in den Jahren vor der Publikation der >Emblematum Tyrocinia< zwischen Straßburg und Baden-Baden unterwegs gewesen zu sein und zugleich für den baden - badener Hof und für die Verleger gearbeitet zu haben.

In künstlerischer Hinsicht war Stimmer seit dem Jahre 1570 bis zu seinem Tod am 14. Januar 1584 äußerst vielseitig und von einer schier unerschöpflichen Produktivität.<122> Der hieraus folgende Ruhm Stimmers bei seinen Zeitgenossen scheint auch der Grund gewesen zu sein, dass Nikolaus Reusner ihn in seiner Vorrede zu den >Icones sive Imagines vivae< erwähnte, die im Jahre 1589 in Basel bei Konrad von Waldkirch publiziert wurden. Hier ist die Nachricht überliefert, dass Tobias Stimmer in Como im „Musaeum Iovianum“ gewesen sei.<123> Bereits in der Vorrede zu einer anderen, in Straßburg bei Bernhard Jobin verlegten Sammlung von >Icones<, deren Holzschnitte allerdings Christoph Murer zugeschrieben werden,<124> kam Nikolaus Reusner auf die Bildnisse Stimmers zu sprechen: „(...) in quo delineando inprimis pictore usus fuit Thobia Stimmero, inter primos suae aetatis summo, atque perfectissimo: sicut praeclara eius simulacra & opera in medio relicta, abunde contestantur.“<125> Mit einem Lob auf Tobias Stimmer endet auch der Katalog von „deutschen“ Künstlern, den Jobin in der


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Vorrede zu den >Accuratae Effigies< als Reaktion auf die 1568 erschienene Ausgabe der >Vite< Giorgio Vasaris entworfen hatte:

So kann ich nicht ohn rhümliche meldung gedencken der recht Kunstsinnigen Johan Holbein Burgern zu Basel und Thobias Stimmern von Schaffhausen. Sintenmal sie beynach allein under andern vielen die bestendige ware geschicklicheit unnd art des rechten Malens durch jhre offenbare monument erhalten und sich der frembden Welschen art zumalen ( die heut der mehste theil nachäfft und doch nicht für die beste weiß gründlich bestehn und beschützet kan werden) entschlagen. Darumb ich sie nicht ohn bedacht hab zusammen wollen setzen dieweil sie beide mir wol bekandt und sich nicht allein als Landsleut sonder auch der art künstlicheit und recht kunstfüglicher stellung vergleichen. <126>

Noch Joachim Sandrart kam in seiner >Academie der Bau-, Bild- und Mahlerey-Künste< von 1675 auf die emblematischen Bilder Stimmers zu sprechen und stellte sie neben die von Peter Paul Rubens nachgezeichneten >Neue Künstliche Figuren biblischer Historien<, einer Bilderbibel mit Holzschnitten von Tobias Stimmer und Texten Johann Fischarts, die im Jahre 1576 bei Thomas Guarin in Basel erschienen war. Sandrarts Urteil über Stimmer wiederholt einen Topos des Künstlerlobes, der bei Giorgio Vasari mit dem Begriff „invenzione“ umschrieben wurde.<127> Damit tritt Stimmer in der Reihe humanistisch gebildeter Künstler, die bereits bei Jobin unter das Vorzeichen der Nation gestellt werden:

Tobias Stimmer war ein berühmter Mann und in der Mahlkunst wol erfahren (...) So hat er auch in Holzschnitt viele fürtrefliche Werke ausgehen lassen, die bey den berühmtesten Kunstverständigen aller Nation in hohen Ehren gehalten worden (...) Noch hat er die biblischen Figuren absonderlich gezeichnet und Anno 1586 zu Basel ausgehen lassen bey Thomas Guarin, die wol eine Lerschule der Jugend mögen genannt werden, weil auch die Allerberühmtesten keinen Abscheu getragen, ganze Bilder und Historien zu ihren studien nachzuzeichnen und nachzumahlen. Also bekandte mir Anno 1637 der berühmte Peter Paulo Rubens, als ich ihm auf seiner Reiß durch Holland aufgewartet, in dem Amsterdamer Fahrschiff nach Utrecht (...), dass er in seiner Jugend dasselbe nachgezeichnet habe und möge in Wahrheit wol für ein besonders Kleinod unserer Kunst gehalten werden. Nicht geringer sind auch seine Emblemata sub titulo Icones affabrae, gedruckt zu Straßburg bei ermeldtem Bernard Jobio Anno 1591, dass also Teutschland sich unseres Tobias Stimmers hohen Geistes, verständiger meisterhaften Geschwindigkeit und Fleißes höchlich zu rühmen hat (...).<128>


29

Die Ausgaben des nun „erstmals inn Truck gekommenen“ Buchs haben ein kleines Oktav-Format. Der Titelrahmen ist aus vier Zierleisten zusammengesetzt, in dessen unterer Zierleiste zwei Putti zu sehen sind, die einen Schild mit einem geschliffenen Stein halten. Es handelt sich dabei um ein eher selten verwendetes Verlegerzeichen Bernhard Jobins. Die insgesamt 71 Holzschnitte der Embleme sind 5,5 x 6,1 cm groß. Auf einer Buchseite steht jeweils ein Emblem: Die recto - Seite mit dem lateinischen Lemma, dem Holzschnitt und dem lateinischen Epigramm; die verso - Seite mit der deutschen Übersetzung von Lemma und Epigramm.

Das kleine Buch erlebte keine zweite Auflage. Die Zuschreibung der Entwürfe von den Holzschnitten an Tobias Stimmer basiert (von im engeren Sinne stilistischen Argumenten der Zuschreibung einmal abgesehen) auf dem Titel des >Aureolorum Emblematum Liber Singularis< Nikolaus Reusners. In diesem bei Bernhard Jobin zuerst im Jahre 1587 publizierten Emblembuch wurden sämtliche Holzschnitte der >Emblematum Tyrocinia<, die im Besitz des Verlegers verblieben waren, zur Illustration der lateinischen Distichen und deutschen Zweizeiler Nikolaus Reusners wiederverwendet.<129> Erst in der zweiten Auflage dieses Buches von 1591 wird der Künstler im Titel genannt: „Thobiae Stimmeri Iconibus Affabre Effictis exornatus“.

Was ist damit eigentlich gesagt? Da die Vorzeichnungen Stimmers zu den Holzschnitten heute nicht mehr erhalten sind, kann man über ihre Form und die eventuellen Veränderungen durch die Formschneider nichts mehr sagen. Es gibt allerdings ein Emblem, für das man eine heute im Basler Kupferstichkabinett aufbewahrte lavierte Federzeichnung Stimmers als Vorlage anführen kann.

Die um 1574 datierte Zeichnung der „Pandora“ (Abb.38.1)<130> und der Holzschnitt des „Emblema.XXV.“ der >Emblematum Tyrocinia< (Abb.38) unterscheiden sich offensichtlich in der Größe, den Techniken und nicht zuletzt auch in der künstlerischen Sorgfalt der Ausführung. Nur die zentrale Figur der Pandora und die zu ihren Füßen liegenden Dinge - das Kind, die Ähren, das Buch und der Delphin - wurden allem Anschein nach von dem Formschneider für die emblematische Darstellung übernommen. Einerseits erscheinen die bildlichen Formen äußerst vereinfacht. So sind zum Beispiel die in der Zeichnung noch individuell charakterisierten Verkörperungen des Leidens und der Übel, die aus der „Büchse der Pandora“ entweichen, von dem Formschneider zu wenigen schlangen- und insektenartigen Gebilden deformiert worden. Andererseits ist das Pathos des wehenden Gewandes der Pandora und der Gestus, mit dem sie die „Büchse“ öffnet, im Holzschnitt wesentlich auffälliger akzentuiert. Auch das nackte Kind ist ungleich größer dargestellt. Diese Veränderungen finden eine Begründung im Kontext des Emblembuches, die hier noch nicht näher ausgeführt werden


30

soll (vgl. Kapitel 3.5). Jedenfalls kann man die Veränderungen, die der Formschneider vorgenommen hat, nicht einem Mangel an künstlerischem Vermögen zuschreiben. Es ist allerdings aufgrund der Unterschiede zwischen der Federzeichnung und dem Holzschnitt des „Emblema.XXV.“ wahrscheinlich, dass es noch eine weitere, heute nicht mehr erhaltene Vorzeichnung gegeben hat, die sich an der Federzeichnung Stimmers orientierte.

Man weiß bislang noch immer zu wenig über die konkreten Produktionsbedingungen eines illustrierten Buchs, als dass man die Verantwortlichkeit von Zeichner, Formschneider und Verleger klären könnte. Es gibt zum Beispiel auch eine Stelle in den >Emblematum Tyrocinia<, an der man einen Fehler in der Drucklegung von Text und Bild findet. Die zwei Embleme nach dem „Emblema.LIX.“ sind mit identischen Nummer versehen und die Holzschnitte dieser Embleme wurden wohl aus diesem Grund versehentlich vertauscht. An der eigentlichen Arbeit der Drucklegung waren der Zeichner und Formschneider anscheinend nicht mehr beteiligt.

Umso erstaunlicher muss es dem Leser heute erscheinen, dass in dem komplizierten arbeitsteiligen Prozess der Drucklegung eine solche dichte Struktur von Bildern und Texten entstehen konnte. Selbst der historische Leser wird „etwas befremdens und nachgedenckens“ nicht entgangen sein und um der Verwirrung des Lesers, der die Vorgeschichte des Buches nicht kennen konnte, zuvorzukommen, hat Johann Fischart nach seinen eigenen Worten einen „Gutduncklichen grund neben bericht von ursprung und gebrauch der Emblematen vorher gehn zulassen für wolnötig angesehen.“


Fußnoten:

<44>

Dazu aus systemtheoretischer Sicht: Giesecke 1991.

<45>

Die >Emblematum Tyrocinia< wurden bislang nur in kurzen Aufsätzen vorgestellt; vgl. Homann 1971, S.81-102; Fowler 1989. Zu Mathias Holtzwart: Merz 1885; von Düffel und Schmidt 1968, S.207ff.

<46>

Dazu: Brendle 1998; ders., Die „Einführung“ der Reformation in Mömpelgard, Hoburg und Reichenweier zwischen Landesherrn, Theologen und Untertanen, in: Lorenz und Rückert (Hg.) 1999, S.145-167.

<47>

Vgl. >Lustgart< 1568, S.150v.

<48>

Dazu: Jean-Pierre Dormois, Die Mömpelgarder Stipendiaten im Sjpgt in Tübingen (1560-1793), in: Lorenz und Rückert (Hrsg.) 1999, S.313-332.

<49>

Dazu: Kleinschmidt 1982, S.324ff.

<50>

>Lustgart< 1568, fol.95v.

<51>

>Lustgart< 1568, S.164r.

<52>

>Lustgart< 1568, fol.iiv.

<53>

Zu den Grafen von Rappoltstein, vgl. Landolt 1972, S.270-283; Baillet 1984; Jordan 1991.

<54>

Bibliothèque Municipale de Colmar, Signatur S 678.

<55>

>Lustgart< 1568, fol.iir-iiir. Die Widmung ist auf den 1. September 1567 datiert.

<56>

Landolt 1972, S.288.

<57>

>Lustgart< 1568, unpaginierte Vorrede „Dem günstigen Leser“.

<58>

Dazu: Landolt 1972, S.292ff.

<59>

>Saul< (1571), fol.avv. Mit „der gleichen dingen“ ist das Verfassen von Texten gemeint.

<60>

Das Stammbuch Konrad Gessners befindet sich heute in der National Library of Medecine, Bethesda (Cincinnati, OH). Dazu: Durling 1965; Serrai 1990, S.360-369, hier S.367.

<61>

UB, Basel Mscr. Frey-Gryn. II 27, fol.118.

<62>

Kat. Basel 1984, S.288, Nr.165.

<63>

Dazu: Lina Baillet, Mathias Holtzwart, in: Nouveau dictionnaire de biographie alsacienne, no 17 Hoc à Hug, Strasbourg 1991, S.1660.

<64>

Dazu: Merz 1885, S.7f.

<65>

Dazu: Burger 1960; Frieß 1998.

<66>

Vgl. Frieß 1998, v.a. S.121ff.

<67>

Dazu allgemein Honemann 1983 und speziell zu Sebastian Brant: Knape 1992, S.181ff.

<68>

Dazu mit kritischem Überblick über den Diskussionsstand zum Begriff „Konfessionalisierung“: Schmidt 1992; Heinz Schilling 1993; Stolleis 1993.

<69>

Oestreich 1968. Dazu: Schulze 1987 und mit kritischer Orientierung Prinz 1992; Blickle 1996; Heinz Schilling 1997 und Schmidt 1997.

<70>

Dies hat Martin Brecht bereits sehr früh für Württemberg thematisiert; vgl. Brecht 1967 und Holtz 1996.

<71>

Dazu: Müller 1984, v.a. S.241ff.

<72>

Dazu allgemein Roger Chartier, Princely Patronage and the Economy of Dedication, in: Chartier 1995, S.25-42.

<73>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol.aiiv.

<74>

Dazu im weiteren Kontext der „Loci Communes - Bücher“ und den Praktiken des Exzerpierens und Produzierens von Texten: Ann Moss 1996.

<75>

Dazu jüngst Asch 1998 und (mit besonderer Berücksichtigung der Jahre bis 1581) Juliane Krinninger-Babel, Friedrich I. von Württemberg als Regent der Grafschaft Mömpelgard (1581-1593) - Forschungsstand und Perspektiven , in: Lorenz und Rückert (Hrsg.) 1999, S.251-283. Es ist unbegründet, einen Druckfehler anzunehmen und die Datierung der Widmung auf 1581 zu korrigieren, wie es Düffel und Schmidt 1968, S.169 vorgeschlagen haben. Widmungen an Friedrich sind auch für die Zeit vor seinem Antritt der Erbfolge nicht ungewöhnlich, wie die Widmung der >Flavij Josephi Historien< von Conrad Lautenbach aus dem Jahre 1574 zeigt. Lautenbach empfiehlt sich darin nachdrücklich dem „angehendem Regiment“ Friedrichs (a.a.O., fol.avv). Das Buch wurde in den folgenden Jahren, darunter auch im Jahre 1581, immer wieder von dem Straßburger Verleger Josias Rihel aufgelegt (dazu: Kat. Basel 1984, Nr.57, S.176ff.).

<76>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol.1v. Der Holzschnitt ist 8,3 x 6,1 cm groß.

<77>

Dazu: Schottenloher 1942/43, v.a. S.176.

<78>

Dazu allgemein Wolfgang Weber 1992. Vgl. zum „Falken“: RDK, 1973, Bd.6, s.v. Falke, Falkenjagd, Falkner und Falkenbuch, Sp.1251-1366, v.a. Sp.1290ff. (H. Peters); eine Verbindung von „Falke“ und „Ceres“ ist hier allerdings nicht genannt. Der „Hund“ ist in der Emblematik des 16. Jahrhunderts oft als das Verweismittel fürstlicher Tugenden ausgelegt worden; dazu: Henkel, Schöne 19762, Sp.555ff. Zur Vereinigung von Waffe (in diesem Fall der Stab) und Buch in den Händen des Fürsten: Ernst Kantorowicz, On Transformations Of Apolline Ethics, in: Ders. 1965, S.399-408.

<79>

Dazu: Schottenloher 1942/43 und 1953.

<80>

Dazu: Heckscher und Sherman 1995.

<81>

Vgl. >Lustgart< 1568, fol.41r.

<82>

Dazu: Lee 1940; Clements 1960.

<83>

>Picta Poesis< 1552.

<84>

>Liber emblematum< 1567.

<85>

Dazu jüngst Guthmüller 1998.

<86>

>Emblemata Andreae Alciati< 1548, fol.aiiv-aiiir. Dazu: Miedema 1968; Balavoine 1992, v.a. S.20f.

<87>

Dazu: Josef Benzing, Bernhard Jobin, in: NDB 10 (1974), S.444.

<88>

Dazu: Rott 1936, S.277.

<89>

Dazu: Ritter 1955, S.294-302; Benzing 19822, S.449.

<90>

Dazu: Thöne 1936, S.29.

<91>

>Das Erste Buch Schöner Lautenstück < 1572, fol.iir. Dazu: Vogeleis 1979, S.319f.

<92>

Dazu: Bruno Weber 1976; Chrisman 1982 (vgl. die Rezension von Jan-Dirk Müller in: Arbitrium 1985, 147-159); Michael Schilling 1990.

<93>

In seiner später veröffentlichen Monographie gab Hauffen dann seine Vorsicht gegenüber den eigenen Hypothesen auf und beschrieb den angeblichen Bildungsweg Fischarts wie eine historische Tatsache; vgl. Hauffen 1921/22.

<94>

Dazu: Christian Hoffmann 1990.

<95>

Dazu: Hauffen 1896, S.374.

<96>

Dazu: Hauffen 1897, S.11.

<97>

Vgl. Gerhild Scholz Williams, Der Teufel und die Frau: Textformen und Textaussagen, in: Schnell (Hg.) 1997, S.280-302, hier S.293.

<98>

Dazu: Hauffen 1925.

<99>

Dazu: Christian Hoffmann 1996.

<100>

Dazu: Kleinschmidt 1980, S.137.

<101>

Die von Hans Gert Roloff und Ulrich Seelbach herausgebene Edition der Werke Fischarts ist über den ersten Band noch nicht hinausgekommen; vgl. Roloff und Seelbach 1993.

<102>

Kühlmann 1993a, S.589. Vgl. Sommerhalder 1960; Zymner 1995.

<103>

Dazu: Seitz 1974; Weinberg 1986.

<104>

Vgl. jüngst Holenstein 1991; Müller 1994a und 1994b; Haug 1994.

<105>

Kat. Basel 1984, S.287, Nr.162.

<106>

SB, Berlin Ya 1261 gr. Dazu: Stopp 1965; Kat. Basel 1984, S.257f., Nr.151; Oelke 1996.

<107>

Dazu: Hauffen 1908, S.167-241; Kat. Basel 1984, S.240ff., Nr.156ff.

<108>

Dazu: Lieb 1990; Wipf 1990.

<109>

Vgl. Bendel 1940.

<110>

Vgl. Stolberg 1901.

<111>

Vgl. Thöne 1936.

<112>

Vgl.Thöne 1936. Eine „Ehrenrettung“ Stimmers vor der Vereinnahmung Stimmers im faschistischen Vokabular versuchte Märker 1991.

<113>

Vgl. Barnass 1932 und 1933/34; Bendel 1925/26 und 1940.

<114>

Dieter Koepplin, Stimmers kaum manieristische Zeichnungen, in: Kat. Basel 1984, S.295-311.

<115>

Der Überblick über das Corpus der Zeichnungen Stimmers wird durch wechselnde Zu- oder Abschreibungen erschwert - bislang ist das Verzeichnis von Thöne 1936 und Kat. Basel 1984, S.312-438 noch am zuverlässigsten. Zu den graphischen Arbeiten von oder nach Tobias Stimmer vgl. Andresen, Bd.3, 1866, S.7-217; Strauss, The German Single - Leaf Woodcut 1550-1600, 1975, Bd.3, S.984-1057 und v.a. Kat. Basel 1984. Der von Jane S. Peters herausgegebene Band 19,2 der Reihe „The Illustrated Bartsch“ 1988 erfasst nur einen kleinen Ausschnitt der graphischen Arbeiten nach Stimmer, darunter auch Illustrationen, die seit längerem nicht mehr Stimmer zugeschrieben werden. Der Band zu Tobias Stimmer in der Reihe „Hollstein‘s German Engravings, Etchings and Woodcuts 1400-1700“ steht noch aus.

<116>

Dazu: Kat. Basel 1984, S.240ff., Nr.126ff.

<117>

Dazu: Rave 1959; Paul Tanner, Paolo Giovio, Pietro Perna, Tobias Stimmer und ihre Porträtwerke, in: Kat. Basel 1984, S.223-240; Klinger 1990; Zimmermann 1995.

<118>

Dazu: Paul Tanner, Die astronomische Uhr im Münster von Strassburg, in: Kat. Basel 1884, S.97-111; Richard Erich Schade, Kunst, Literatur und die Strassburger Uhr, in: Kat. Basel 1984, S.112-117; Oestmann 1993.

<119>

Dazu: Obser 1902; Obser 1908; Boesch 1951; Christian Klemm, Stimmers Malereien im grossen Saal des markgräflichen Schlosses zu Baden-Baden, in: Kat. Basel 1984, S.118-140, Bucher 1992, S.34ff.

<120>

Vgl. Obser 1902, S.719.

<121>

Archives Municipales de Strasbourg, Bürgerbuch III, fol.393 „Thobias Stimer vonn Schafhausen der maller hatt dass Burgrecht kaufft unnd will zuer steltzen dienen actum denn 22. VIII. br. 1582“; vgl. Stolberg 1901, S.12; Rott 1936, S.237.

<122>

Dazu: Kat. Basel 1984 (vgl. die Rezension von Tilmann Falk in: Kunstchronik 37 (1984), S.513-518) und das im Zusammenhang mit der Basler Ausstellung veranstaltete Kolloquium, dessen Beiträge teilweise in der Zeitschrift für Schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte 42 (1985), S.73-150 abgedruckt wurden.

<123>

>Icones sive Imagines vivae< 1589, fol.5r. Dazu: Kat. Basel 1984, S.235f., Nr.116.

<124>

Dazu: Kat. Basel 1984, S.235f., Nr.117.

<125>

>Icones< 1587, fol.iiiiv.

<126>

>Accuratae Effigies< 1573, fol.iir-iiiir, hier fol.iiir. Dazu: Kat. Basel 1984, S.226f., Nr.107; Meier 1995. Die Annahme Friedrich Thönes, die Vorrede sei von Johann Fischart verfaßt, ist ohne jede dokumentarische Evidenz (vgl. Thöne 1934). Es gibt folglich kein Argument gegen die Autorschaft Bernhard Jobins.

<127>

Dazu: Kliemann 1991.

<128>

Zitiert nach Peltzer 1925, S.106; zur Stimmer-Rezeption bei Rubens: Kristin Lohse Belkin, Rubens und Stimmer, in: Kat. Basel 1984, S.201-226. Bei dem von Sandrart erwähnten Emblembuch von 1591 handelt es sich um das >Aureolorum Emblematum Liber Singularis< Reusners, in dem die Holzschnitte Stimmers aus den >Emblematum Tyrocinia< wieder-verwendet wurden.

<129>

Dazu: Kat. Basel 1984, S.222, Nr.104 /104a. Diese Wiederverwendungen sind kein Einzelfall. Bereits in der Ausgabe der >Geschichtklitterung< Fischarts aus dem Jahre 1582 verwendete Jobin vier Holzschnitte aus den >Emblematum Tyrocinia< zur Illustration des Textes und im >Ehzuchtbüchlein< Fischarts wurden seit 1591 acht Holzschnitte der >Emblematum Tyrocinia< noch einmal benutzt.

<130>

Federzeichnung, violett laviert. 52,1 x 36,2 cm groß; bezeichnet mit dem ligierten Monogramm „TS“ (dazu: Kat. Basel 1984, S.365, Nr.244).


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Thu Sep 6 16:23:19 2001