Lailach, Michael: „Der Gelehrten Symbola“ - Studien zu den >Emblematum Tyrocinia< von Mathias Holtzwart (Straßburg 1581)

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Kapitel 4. „Der Emblematen ursprung mancherley meynung“ - Der Nationalgedanke in Johann Fischarts Vorrede

Eine Vorrede repräsentiert in der Regel die Interessen, Beweggründe oder Rechtfertigungen des Autors oder des Verlegers. Es ist daher eher die Ausnahme, wenn eine Vorrede nicht vom Autor oder vom Verleger des Buches, sondern von einem Dritten geschrieben wurde. Im Fall der >Emblematum Tyrocinia< war es Johann Fischart gewesen, der eine Vorrede mit dem Titel „Kurtzer und Wol-dienlicher Vorbericht von Ursprung, Namen und Gebrauch der Emblematen oder Eingeblömeten Zierwercken“ verfasste.<131> Eine solche deutschsprachige Vorrede war anscheinend für notwendig erachtet worden, da es sich bei den >Emblematum Tyrocinia< um das erste Emblembuch eines deutschsprachigen Autors handelt.

Ein Grund für die Einbeziehung Johann Fischarts in das editorische Unternehmen war sicher der frühe Tod des Autors Mathias Holtzwart im Jahre 1578, drei Jahre vor der Publikation des Buches. Zudem hatte Fischart bereits einige illustrierte Bücher in Zusammenarbeit mit dem Verleger Bernhard Jobin veröffentlicht, und so wird ein weiterer Grund gewesen sein, dass dem Verleger das Interesse Fischarts an den Emblemen, Impresen und Hieroglyphen bekannt gewesen war. Dieses Interesse spiegelt sich auch in den Namen von Autoren, die Johann Fischart am Ende seiner Vorrede anführte:

(...) es thaten sich auch die Gelehrten (...) herfür / und zeygeten mit etlichen Büchern den rechten weg / wie die ware Emblemata nach rechter Art weren zustellen: als dann diß des Alciati, Sambuci, Iovij, Paradini, Ioannis Pierij, Goropij, Guilhelmi Perrerij : Costalij, Bartholomaei Anuli, Achillis Bochij, Caelij Calcagnini, Heroldi, Cittolini, Simeonis, Hadriani Iunij Bücher außweisen.<132>

Mit der Ausnahme Alessandro Citolinis haben diese Autoren zumindest eines gemeinsam: Sie publizierten während des 16. Jahrhunderts Emblembücher, Traktate zu Impresen oder Kommentare zu den ägyptischen Hieroglyphen. Allerdings sind gerade die Unterschiede dieser Bücher hinsichtlich ihrer Form und ihres Inhalts so offensichtlich, dass man sich fragt, worin Johann Fischart das ihnen Gemeinsame gesehen hatte, und was er mit dem „rechten Weg, wie die ware Emblemata nach rechter Art weren zustellen“ eigentlich meinte?

In der Darmstädter Hofbibliothek wurden bis zu einem Brand im Jahre 1944 einige Bücher aus dem Besitz Fischarts aufbewahrt, darunter Bücher von zwei der genannten Autoren: die >Hieroglyphica<


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Giovanni Pierio Valerianos<133> und die >Opera< Jan van Gorps (Goropius Becanus).<134> Die hand-schriftlichen Randbemerkungen in diesen Büchern, von denen man heute nur noch aus einer Studie Adolf Hauffens etwas erfährt,<135> gaben einen unmittelbaren Einblick in die Interessen Johann Fischarts. Der Verlust der Bücher setzt einer Rekonstruktion der Lektüren Fischarts, die zur Vorrede von Ursprung, Gebrauch und Nutzen der Embleme führten, enge Grenzen. Denn geht man von den eigenen Lektüren aus, so scheint die normative Beziehung der >Emblematum Tyrocinia< auf die Bücher der genannten Autoren (im Sinne rhetorischer „imitatio“ und „aemulatio“) zumindest auf den ersten Blick eine Enttäuschung, da sie in der Vorrede Fischarts nicht thematisiert werden. Man findet weder die >Hieroglyphica< Horapollos noch die Kommentare und die Übersetzungen von Giovanni Pierio Valeriano, Celio Calcagnini und Johannes Basilius Herold erwähnt. Weder die in Lyon publizierten Traktate zur Imprese von Gabriel Symeoni<136> und Claude Paradin,<137> in denen Erklärungsmodelle und Bildtypen der Imprese vorgestellt werden, noch die Emblembücher von Barthélemy Aneau,<138> Pierre Coustau<139> und Adriaan de Jonge<140> spielen in der Vorrede Fischarts eine nennenswerte Rolle. In seinen >Emblemata< wies Joannes Sambucus zwar auf den antiken Ursprung der Embleme hin;<141> jedoch zitierte Fischart diese Erklärungen ebensowenig wie die von Achille Bocchi.<142> Nur an einer Stelle der Vorrede übersetzte Johann Fischart eine etwas längere Textpassage aus dem >Dialogo dell‘Imprese< von Paolo Giovio.<143> Kurz gesagt, die Aufzählung von Autoren entspricht vor allem den rhetorischen Konventionen solcher Vorreden.<144>

Johann Fischart beabsichtigte, die >Emblematum Tyrocinia< den deutschsprachigen Lesern des Buches vorzustellen, ohne dabei insbesondere humanistisch gebildete Leser vor Augen zu haben. Allerdings verrät gerade die Strategie, mit der Fischart die emblematischen Bilder zugleich als der „Gelehrten Symbola“<145> vorstellte und ihren Nutzen „zu unterricht der Leut“<146> begründete, dass die scheinbar in den Hintergrund gedrängte humanistische Tradition der >Hieroglyphica<, die von den


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genannten Autoren repräsentiert wird, von Johann Fischart in den wesentlichen Punkten gelesen und im Sinne eines Nationalgedankens umgeschrieben wurde.

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Fischart vermutete wohl zu Recht, dass „dises Büchlins frembder und noch zur zeit bei den Teutschen ungewohnter Titul oder Überschrifft“ die Leser der >Emblematum Tyrocinia< befremdet haben wird, weil bislang nur ein zweisprachiges Emblembuch im deutschsprachigen Raum veröffentlicht worden war. Jeremias Held hatte im Jahre 1567 für die Frankfurter Verleger Sigismund Feyerabend und Simon Hüter eine Ausgabe des >Emblematum liber< von Andrea Alciato veranstaltet, der er eine deutsche „Vorrede an den Günstigen Leser“ voranstellte.<147> Es fehlt jedoch auch hier eine etymologische Erklärung des griechischen Wortes „epsilonµbetalambdaetaµalpha“.

Johann Fischart versuchte demgegenüber den Titel des Emblembuches zu begründen. Zu diesem Zweck entwarf er zu Anfang seiner Vorrede eine Etymologie, derzufolge das griechische Wort „epsilonµbetalambdaetaµalpha“ jegliche Form architektonischer Ornamentik bezeichnet habe und daher als „Eingeblümetes Kunststücklin“ in die deutsche Sprache zu übersetzen sei:

Dann gleich wie etwan bei der Ionischen / Toscanischen / Corinthischen und Römischen Blüzeit / die Gebäu durch merckliche der Kunstfündigen Baumeyster Emsigkeyt / wercklich geziret und herfür gespigelt worden / mit allerley Kunstartlichem Blumwerck / Schmuckbögen / Ehrenporten / Capitälen / Holkälen / Kräntzen / erhabenem Laub / gezogenen Reben / umbgeflochtenem Hebhäu / auffgehenckten Früchten und eingemengten Halbwercken : Welche samptlich beyd eingehauene / auch an und zugesetzte Kunstzirden und Kronseulchen / sie Emblemata, das ist / Ein oder angeworffen arbeyt / und Eingeblümete Kunststücklin nannten.<148>

Das erscheint dem heutigen Leser nur zum Teil begründet. Denn einerseits ist die Wortbedeutung von „epsilonµbetalambdaetaµalpha“ als „ein oder angeworffen arbeyt“ zwar im Sinne eines künstlerischen Terminus technicus für das Mosaik oder für die Einsätze in hohem Relief oder Rundskulptur an Silbergefäßen vielfach belegt;<149> andererseits ist aber gerade der Sprachgebrauch für die antiken Säulenordnungen und ihre ornamentalen Formen, wie sie etwa von Vitruv beschrieben worden waren,<150> weder in der antiken Architekturtheorie noch in den Traktaten des 16. Jahrhunderts nachzuweisen.<151> Es stellt sich folglich


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die Frage, warum Johann Fischart die Etymologie des Wortes aus den Formen der Architektur ableitete, wenn es dafür auch in den von ihm genannten vorbildlichen Autoren keinen Hinweis gibt.<152>

Bereits in der >Institutio Oratoria< Quintilians wurden die Gewohnheit („consuetudo“) und der Gebrauch („usus“) als Lehrmeister der menschlichen Rede vorgestellt.<153> Da Fischart zu begründen versuchte, warum man das griechische Wort „epsilonµbetalambdaetaµalpha“ in die deutsche Sprache als „Einblümung“ übersetzen dürfe, erwähnte er zuerst die „Emblemata“ in der griechischen Baukunst, um dann dieselben Formen in der deutschen Baukunst seiner Gegenwart zu beschreiben. Wenn also die künstlerischen Gewohnheiten und Gebräuche der „Griechen“ in der Antike denen der „Teutschen“ in der Gegenwart entsprechen, dann kann auch das griechische Wort „epsilonµbetalambdaetaµalpha“ in der deutschen Sprache verwendet werden, und Fischart nannte für das griechische Wort die deutsche Umschreibung „Einblümung“.<154>

Die Übersetzung wird folglich durch die Vorstellung vom Gewohnheitsrecht begründet.<155> Die rechtliche „Freyheit“ (das heißt das Privileg)<156> zur Übersetzung des griechischen Wortes in die deutsche Sprache wurde von Fischart deswegen durch eine seitenlange Aufzählung der „Kunstsinnigen Handwerck“ und ihrer „eingeblümeten“ Kunstwerke begründet, beispielsweise die „eingelegte Arbeit der Schreiner zu Augspurg“ oder „der Maler Rollwercken und Compartamenten“.<157> Auf diese Weise versuchte Fischart die Gewohnheit und den Gebrauch in den Künsten seiner Gegenwart zu demonstrieren, die eine Entsprechung in der „Deitlichkeyt und Reichlichkeyt unserer Sprache“<158> finden sollten:

Wir aber bei jetziger zeit eben dise Künst / von denen sie es gleichnußweiß geschöpfft und geholet / gleichfalls inn täglichem üblichem geprauch haben: uns auch nunzumal dergleichen Freiheyt von unseren heut wäsenlichen Künsten / wörter und Namen auff zunemmen / und vorgefallenen Sachen zuzueygenen gezimme.<159>


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Das griechische Wort „epsilonµbetalambdaetaµalpha“ sei nachmals als Lehnwort auf die „poetischen geheymnußlehrigen Gemäl“ übertragen worden.<160> Mit dieser und den noch folgenden Umschreibungen der Embleme wies Fischart zugleich auf ihren Nutzen hin:

Dieweil aber solche Schmucksachen das mehrertheyl / wie gedacht / schöne lehrhaffte / Tieffgesuchte / Nutzliche und ergötzliche Meynungen und Manungen zu unterricht der Leut fürstallten / ist nachmals solcher Nam den Sinnreichen Erfindungen / Poetischen Dichtungen / Gemälmysterien und verdeckten Lehrgemälen / dergleichen inn disem Büchlein etliche vorhanden / angewachssen.<161>

Fischart erklärte an dieser Stelle nicht, inwiefern die „Schmucksachen“ der Griechen eine didaktische Funktion verkörpern konnten. Das Argument für diese Annahme findet man nur in seinen folgenden Umschreibungen der Embleme als „sinnreiche Erfindungen“, „Gemälmysterien“ und „verdeckte Lehrgemäl“, die auf die literarische Tradition der >Hieroglyphica< Horapollos anspielen.

So präsentierte auch Jeremias Held in der bereits erwähnten Vorrede zum >Emblematum liber< von Andrea Alciato als ersten Punkt, der gegen den Vorwurf sprechen sollte, dass ein solches Buch keinen Nutzen habe,<162> den ägyptischen Ursprung der Embleme:

Die Nutzbarkeiten sind vil / doch koendten sie in zwo / als Hauptnutzen / eyngeschlossen werden / Nemlich die so herrlich / lustig oder lieblich seind / die Herrlichkeit spuert man an deren alten urspruengen und herkommen / dann nichts elters ist schier als eben dise Kunst / dann die Egyptier zweyerley Sprachen gehabt haben / ein gemeine LandSprach und darnach ein besondere / die Sacra, dz ist heilig und geweiht genannt worden ist / dieselbige allein die Priester gelehrnet und gekoendt haben / welche nit mit Geschrifft und Buchstaben / sonder von den Thieren und gewechsen / ect. und deren Gliedern und theilen seind Gebildet gewesen.<163>

Guillaume de La Perrière zitierte in seiner Widmung des >Theatre Des Bons Engins< an Marguerite de Navarre diesen Topos, da für ihn sowohl die Embleme als auch die ägyptischen Hieroglyphen Figuren und Bilder von Menschen, Vögeln, Fischen und Schlangen präsentieren, um damit eine „intention“ auszudrücken:


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Au surplus (Madame) ce n‘est pas seulement de nostre temps que les Emblemes sont en bruict, pris & singuliere veneration, ains c‘est de toute ancienneté & presque des le commencement du monde: Car les Egiptiens qui se reputent estre les premiers hommes du monde avant l‘usage des lettres, escripvoient par figures & ymages tant d‘hommes, bestes & oyseaulx, poissons, que serpentz, par icelles exprimant leurs intentions, comme recitent tresanciens autheurs Chaeremon,<164> Orus Apollo, & leurs semblables, qui ont diligemment & curieusement travaillé à exposer & donner l‘intelligence desdictes figures hierogliphicque (...) Et nous à l‘imitation des avant nommez, penserons avoir bien employé & collocqué les bonnes heures à l‘invention & illustration de nosdictz presens Emblemes: & nous reputerons tresheureulx si la lecture d‘iceulx vous peult donner quelque intellectuele recreation.<165>

Die Annahme Johann Fischarts, die Zierformen der griechischen Baukunst würden ein „Geheymnuß“ und einen „von Kunst gegründetem Fund und Deitnuß“ repräsentieren,<166> ist in der Tradition der >Hieroglyphica< Horapollos zu sehen.<167> Nur auf diese Weise kann man sich erklären, dass Fischart die architektonischen Formen wie Schriftzeichen versteht und ihre Bedeutung als „Meynungen und Manungen zu unterricht der Leut“ bestimmt. Die Interpretation dieser „Schriftzeichen“ im Sinne einer didaktischen Intention, die jedermann (das heißt: die „Leut“) ansprechen soll, bedeutete jedoch eine entschiedene Kehrtwendung Fischarts innerhalb der Tradition >Hieroglyphica< Horapollos.

Denn die ägyptischen Hieroglyphen wurden bislang als das Modell einer Sprache verstanden, das nur „Eingeweihten“ zugänglich sein sollten. So betonte auch Claude Mignault in der Vorrede zum >Emblematum liber< von Andrea Alciato, dass die ägyptischen Hieroglyphen nur den Eingeweihten und Verständigen zugänglich gewesen waren und dem gemeinen Mann verschlossen blieben:

Hic igitur Emblemata sunt picturae quaedam ingeniosae ab ingeniosis hominibus excogitatae primum, dein repraesentatae iisque litteris similes quae Hieroglyphicae ab Aegyptiis nominatae, arcana sapientiae vetustißimorum hominum symbolis & sacris celaturis continebant: cuius doctrinae mysteria non nisi initiatis & intelligentibus committi permittebant, a quibus non iniuria profanum vulgus arcebant (...)<168>

Fischart kannte dieses „initiatische“ Deutungsmuster der ägyptischen Hieroglyphen, und er parodierte es bereits in seiner >Geschichtschrift< von 1575, in der im zwölften Kapitel „Von den Hoffarben und Gemerkreimen des Gargantua und seins Sönlins, des schönen Hemdfänlins“ die entsprechende Stelle Rabelais‘ nicht nur übersetzt, sondern um ein Vielfaches an Beispielen erweitert wird:


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Die Weisen inn Egypten haben vorzeiten der sachen vil anders gethan / wann sie durch gemälschriften und Schilderbilder / welche sie Hieroglyphisch nennen / geschrieben haben. Welche kainer nicht verstünd / er verstünd dann auch die Natur / kraft und aigenschaft der vorfigurirten und fürgemaleten sachen. Als der Elephant ain Kaiser, Schaf gedult / Daub einfalt / Schlang listig / Wolf fräsig / Fuchs dibisch / Kürispferd Krig / han sig / Hund unflätig. Aff unverschamt / Sau wüst / Schneck langsam: Wider widersinnig / Wölfin ain Hur: Esel ain Stockfisch / ain Beschneidstul / ain Carterschbank: Has forchtsam / Maus schaden / Kaz Weiberrammelig / Maulwerf plind / Stork fromm. Kranch wacker / Eul weis. Schwalb laidig: Nachtigall Music. Hez geschwez / Gans geschwigen / Pfau stolz / der Gauch ain guter Man / oder die fremde schuch for seiner Frauen Bettstatt for zorn zerschneidet: die Binen ainig / Muck verdrüssig / Spinnwepp vergeben werk / Krebs hindersich / frösch bäurisch / Hebhäu alter / Weiden unfruchtbar / Maulbör ain Maultasch / Feigen orfeig / Apfel Maidlinspil / Ror zart / Dornen haß / Lilgen schöne / Nesselen krankhait / Rut zucht / Bonen keusch / Zwibel wainen / Kürbis onnüz hofnung / ölzweig frid / darauß man sicht das Got etwas auf solche zaichen gehalten / diweil er mit Noe durch ain Rappen / Daub und ölzweig in der arch geredt hat. Wie solche und dergleichen Bilderschriften der uralt Orus Apollo / auf Griechisch inn zwei büchern. Und der Villib Polyphil im Libtraum noch weiter hat erkläret: Desgleichen heut Pieri Bolzan und Cälius / auch sonst vil Emplemates schreiber.<169>

Johann Fischart behauptet sich hier „gegen seine Vorlage wie der Tradition insgesamt, nicht indem er sich ihr imitativ anpasst, sondern indem er sie sich gewaltsam aneignet, „über-“ und „untersetzt“, verbiegt, verzerrt und durch eigene Einfälle sprengt.“<170> Manche von Fischarts Beispielen (etwa der Kranich) gehen auf Horapollo zurück; andere entspringen seiner eigenen Etymologie („Feigen orfeig“), pragmatischen Deutungen der Dinge („Zwibel wainen“) oder sind schlicht ironische Erfindungen Fischarts („bonen keusch“). Die Vorstellung von der besonderen Würde der hieroglyphischen Schrift, die jeder in den freien Künsten Gebildete aufgrund seiner Kenntnis der „Natur, kraft und aigenschaft der vorfigurirten und fürgemaleten sachen“ zu lesen vermag,<171> wird auf diese Art und Weise für neue Deutungsmuster und damit für den gemeinen Mann, also die „Leut“, geöffnet.

Obwohl Johann Fischart die Embleme am Ende seiner Vorrede als „der Gelehrten Symbola“ bezeichnet und sie daher wie Claude Mignault oder Guillaume de La Perrière in die humanistische Tradition der >Hieroglyphica< Horapollos stellte, vollzog er dennoch eine Kehrtwende, indem er den „initiatischen“ Deutungen der Hieroglyphen und Embleme eine Strategie entgegenstellte, in der die Embleme „zu unterricht der Leut“ dienen sollen. Dieser Widerspruch zu der Tradition und insbesondere zu den von ihm selbst genannten Autoren bleibt in der Vorrede ungelöst bestehen.


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Allerdings stellte Fischart eine zweite, scheinbar konkurrierende Ursprungstheorie der Embleme vor, die seine Deutung der „poetischen geheymnußlehrigen Gemäl“ zu stützen vermag.

Der zweiten Theorie zufolge, die Fischart ausdrücklich als eine andere „meynung“ kennzeichnete, waren die „Schiltzeichen oder Waffengemerk (so man Wapen nennet)“<172> der Ursprung der Embleme. Als einen Beleg für diese Theorie führte Fischart die zuerst 1498 publizierten Kommentare des Annius von Viterbo zu „Berosus von Babylon“ an, ohne dabei den Umstand, dass es sich bei dieser Edition um Fälschungen handelte, anzuerkennen.<173> Denn die „Commentatores uber den ältesten Historicum Berosus“ berichten - zumindest wird es von Johann Fischart so behauptet - dass die Nachfahren Noahs zur Erinnerung der „Weltflut“ den Bug eines Schiffes auf den „Waffen, Gewehren, Fahnen, Festzirden, Segelen, Gebäuen“ dargestellt haben und jedes Volk und Land ein besonderes „Gedenckzeychen“ zur Erinnerung der Sintflut angenommen habe, wie zum Beispiel die Phrygier ein Schwein oder die Franken drei Kröten.<174>

Die Bilder der Wappen repräsentieren die Völker und Länder. Mit dieser Behauptung formulierte Johann Fischart einen Nationalgedanken, der in Bildern begründet wird.<175> Darin unterscheidet sich Fischart von anderen Autoren, wie zum Beispiel Jan van Gorp (Goropius Becanus) aus Antwerpen, der die nationale Autonomie der Niederlande durch den Nachweis zu begründen versuchte, dass die niederländische Sprache die älteste Sprache der Welt sei.<176> Das Besondere an Fischarts Formulier-ungen besteht darin, dass die Wappenbilder in einem emblematischen Sinne als Erinnerung der „ererbten Tugend“ gedeutet werden:

Dann nieman unsere liebe Redliche Vorfaren / die der Reden und Worten gewarsam und sparsam / aber der Wehr sehr gefarsam waren / für so unachtsam und liederlich verdencken soll / als die jhnen und jren Nachkommenen solche tägliche vor augen schwebende Ehr und Wehrgemerck vergeblich und ungefähr solten angemaßt und zugeeynet haben: sondern vil mehr zur auffmanung und anreytzung / jrer ererbter und vorgebaneter Tugend nachzubanen.<177>


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Fischart zitierte in der Vorrede einige Beispiele solcher „fruchtbarlichen Erinnerung“,<178> die aus seiner Sicht die Wappen verkörpern. Er unterscheidet dabei stets die Bilder der eigenen „teutschen“ Vorfahren und die anderer Nationen. Dieser Nationalgedanke kennzeichnet auch die von Fischart in die Vorrede eingefügte Übersetzung einer Textstelle aus dem >Dialogo dell‘Imprese Militari Et Amorose< von Paolo Giovio. Fischart übersetzte die Vorlage zum Teil wörtlich, zum Teil tauschte er die Beispiele gegen andere aus, zum Teil veränderte er die Aussagen Giovios auch in ihr Gegenteil. Wieder behauptet sich Fischart gegen seine Vorlage und gegen die Tradition insgesamt, indem er sie umschreibt:

Deßgleichen Vergilius / da er der Völcker / so dem Turno wider die Troier zuzogen / Kriegsrüstung gedencket. Der Fürst Amphiaraus führet im Thebischen Krieg (wie Pindarus schreibet) eynen Trachen im Schilt / Capaneus den vilköpffigen Lindwurm Hydram, und solches beyde zur gedächtnuß des uberwundenen Wurms vom Cadmo jhrem Vorfaren. Polynices braucht das warsagend Mörwunder Sphinx / von seines Vatters Königs Oedipi fall her: Cyrus eynen Hanen: Julius zur gedächtnuß seines Vettern Marij eyn Adler: Augustus eyn Steynbock / Pompeius eyn Löen mit eym Schwert. Und andere Völcker und Herren andere vil mehr / so hie zu weitläuffig weren zuerzehlen.
Aber keyne Nation ist fleissiger inn dergleichen Kriegszeychen als die Teutschen gewesen / wie der Comisch Bischoff Jovius solches selbs im Dialogo dell‘Imprese, nicht alleyn deitlich auß den Römischen Historicis beweiset mit den Teutschen Cimbris, die allerley jrer Landsart Thier inn Schilten / Wapenröcken / Harnischen und auff den Helmen geführet: sondern erweisets auch auß der Fränckischen Pfaltzmeyer / und der Ritter von der Tafelronde Wapen: Dann er des Königs Artus Hof oder Messenei (wie mans pflegte zunennen) nicht gäntzlich für Fabeltand will gehalten haben / als es inn der wahrheyt auch nicht ist. (...)
Darumb auch nach dem dergleichen Gemärck zu unordenlich / und on eynige gratiam oder annämlichkeyt außschweyffen und der recht gebrauch abkommen wollen / ist der Rotbärtig Keyser Friderich verursacht worden / solche bei dem Adel inn eyn Ordnung wider zurichtigen / die alte wolerfundene zubestättigen die ungegründete zubesseren / denen so vor der zeit nur der eynig gezeychnet Schilt für eyn beständig Adelszeychen dienete / aber das Geregier oder das Kleynot auff den Helmen jhres gefallens stäts zuänderen gewohnt warn / eynen Erblichen und stätpleiblichen Helmschmuck zuverleihen / die Farben scheinlich einzutheylen / Herold / die im Turnieren darob hielten / zuverschaffen / und also eyn geschlecht von dem andern zuunterscheyden. Welchs herrlich und nutzlich werck nachgehends andern Nationen also wol gefallen / dass sie es den Teutschen bald allenthalben nachgethan.
Dan wie Jovius an obgedachten ort von seinen Italianern selbst meldet / haben sie es erst zu den zeiten Karls des VIII. und Ludwig des XII. Königen in Franckreich / als sie mit KriegsMacht gantz Welschland durchsuchten / den Frantzösischen herren / so es stäts von den Francken her inn übung erhalten gehabt / abgesehen und nachgefolget.<179>


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Fischart erwähnte Paolo Giovio erst an der Stelle, als er den Autor mit der angeblichen Aussage zitiert, dass „keyne Nation fleissiger inn dergleichen Kriegszeychen als die Teutschen gewesen.“ Davon ist bei Giovio allerdings kein Wort zu lesen. Fischart behauptete zudem, dass Kaiser Friedrich Barbarossa die in Unordnung geratenen Wappenbilder durch neue Verordnungen verbessert habe. Von Giovio wurde hingegen nur erwähnt, dass zu Zeiten Friedrichs die Familienwappen in Mode gekommen seien, die zu „bizzarissime inventioni“ geführt haben. Entgegen seiner Vorlage rechnete Fischart die Gewohnheit und den Gebrauch der Wappen der deutschen Nation zu; die „Italianer“ lernten erst während der Feldzüge Karls VIII. und Ludwig XII. die Wappen kennen und ahmten deswegen wie alle anderen Nationen die „Teutschen“ nach.<180> Kurz gesagt, aus den „Cimbri“ werden die „Teutschen Cimbris“.

Der Nationalgedanke in Johann Fischarts Vorrede gründet in der Behauptung „ererbter“ Tugenden der deutschen Nation, die die „teutschen“ Vorfahren ausgezeichnet hatten und die in ihren Wappenbildern repräsentiert worden waren. Dieser Gedankengang wiederholt sich in einem Gedicht, das Johann Fischart zu einem Holzschnitt (Abb.2)<181> der >Eikones< Mathias Holtzwarts,<182> die an die >Emblematum Tyrocinia< angebunden wurden, unter dem Titel „Ernstliche Ermanung an die lieben Teutschen auß anlaß dises beigesetzten Bilds des Teutschlands angebracht“ verfasste:



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Was hilffts / O Teutschland / dass dir gfallt
Dis Bild so herrlich Sighafft gstallt?
Dass es bedeit der Teutschen Macht /
Die unter sich der Welt Macht bracht?
Und dass du weyst / dass dein uralten
Den Namen mit Ruhm han erhalten?
Wann du dasselbig last veralten /
Was dein Voralten dir erhalten? (...)<183>

Die Insignien der Macht sollten den deutschen Leser daran erinnern, dass sie längst verloren seien:


(...) Ja jr gbürt für den Königsstab
Eyn Höltzin Roß / welchs sie nur hab /
Und führe für den Adler Kün
Eyn bundte Atzel nun forthin /
Und für den Weltapffel eyn Ball
Den man schlägt / wann er hupfft im fall (...)<184>

Das Gedicht endet deswegen mit der Ermahnung, den Tugenden der „Alten“ zu folgen. Johann Fischart deutete diesen Holzschnitt also auf dieselbe Art und Weise, wie er in der Vorrede zu den >Emblematum Tyrocinia< die Bedeutung der Wappenbilder darstellte. Das Bild der „Sighafft gstallt“ diente ihm ebenso wie die Wappenbilder zur Mahnung an die „Teutschen“, der „ererbten“ Tugend nachzukommen.

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Im Sinne dieses Nationalgedankens kann man auch Johann Fischarts Etymologie und Übersetzung des Wortes „epsilonµbetalambdaetaµalpha“ verstehen, die zu Anfang der Vorrede noch durch das Recht der Gewohnheit (also durch den „täglichen üblichen geprauch“ bei den „Teutschen“) begründet wurden. Im Widerspruch zur Tradition der >Hieroglyphica< Horapollos bezog sich Fischart dabei zwar auf die Deutungsmuster der Hieroglyphen, aber nicht auf ihren arkanen Gebrauch. Denn die Annahme eines solchen Gebrauchs hätte die Etymologie Fischarts wieder in Frage gestellt.

Die Embleme sind für Fischart bezeichnenderweise vor allem mit dem Buchdruck, dessen Erfindung (so Johann Fischart an einer anderen Stelle) den „Teutschen von Gott gegünt“ worden sei,<185> und mit den Buchdruckern verbunden, die mit ihren Büchern gerade die Öffentlichkeit erreichen wollten, vor der die ägyptischen Hieroglyphen noch bewahrt werden sollten. Fischart verglich die >Emblematum Tyrocinia< deswegen insbesondere den Drucker- und Verlegersigneten:


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Nachfolgends aber haben es auch die Buchtrucker / als die mit den Gelehrten billich beihalten / jnen gar beeygnet / und mit manchem verstandreichem Signet / vil besser dan oft dise Notarii pflegen / die zahl gemehret. Welche so eyner in eyn Buchlin zusammen trüge / sampt der Gelehrten Symbolis, thet er keyn ungeschickt werck. Innsonderheyt / so er eyn Wal und Delectum darunter hielte: Seiteynmal solche am nächsten sich unsern Emblematis vergleichen.<186>

Auch aus diesem Grund nannte Fischart eine lange Reihe von Buchautoren am Ende seiner Vorrede; darunter Alessandro Citolini,<187> der 1541 >I Luoghi<, in denen er ein mnemotechnisches Modell vorstellte, das sich auf Bücher und ihre Ordnung im Wissen der Leser bezieht, und zwei Jahrzehnte später >La Tipocosmia< publizierte, in der dieses Modell zu einer mnemotechnischen Enzyklopädie entwickelt wurde, die Citolini zum Schluß als „un libbro di estrema grandezza“ beschrieb.<188>

Fischart bestimmte die „fruchtbarliche Erinnerung“, welche die Wappen oder ein Emblembuch aus seiner Sicht verkörpern, allerdings im Sinne des Nationalgedankens als die Erinnerung an die „teutschen Vorfaren“. Er erklärte an dieser Stelle jedoch nicht, an welche Tugenden im Buch erinnert werde, was unter „Wal und Delectum“ einer solchen Sammlung zu verstehen sei und inwiefern die Verlegersignete sich den Emblemen vergleichen lassen. Das soll im folgenden Kapitel 3 gezeigt werden.


Fußnoten:

<131>

Vgl. Anhang I.

<132>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. b3v. Bei den genannten Autoren handelt es sich um Andrea Alciato, Joannes Sambucus, Paolo Giovio, Claude Paradin, Giovanni Pierio Valeriano, Jan van Gorp (Goropius Becanus), Guillaume de La Perrière, Pierre Coustau, Barthélemy Aneau, Achille Bocchi, Celio Calcagnini, Johannes Basilius Herold, Alessandro Citolini, Gabriel Symeoni und Adriaan de Jonge.

<133>

>Hieroglyphica< 1556. Dazu: Giehlow 1915; Iversen 1961, v.a. S.57ff. und Daly Davis 1990.

<134>

>Opera< 1580.

<135>

Vgl. Hauffen 1898/99.

<136>

>Le Imprese Heroiche Et Morali< 1559.

<137>

>Devises Heroiques< 1557. Dazu: Mortimer 1964, Bd.2, Nr.410, S.511ff.

<138>

>Picta Poesis< 1552.

<139>

>Pegma< 1555.

<140>

>Emblemata< 1565.

<141>

>Emblemata< 1566, S.3-7, hier S.4 (dazu: Drysdall 1991).

<142>

>Symbolicarum Quaestionum Libri Quinque< 1555 (dazu: Watson 1993, v.a. S.96ff.; Drysdall 1994).

<143>

>Dialogo dell Imprese< 1557.

<144>

Dazu: Dunn 1994.

<145>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. b4r.

<146>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. avir.

<147>

>Liber emblematum< 1567, fols. Aviir-Bvr. Dazu: Höpel 1987, S.57-66.

<148>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fols. aiiiv-aiiiir.

<149>

Vgl. Henricus Stephanus, Thesaurus Graecae Linguae, hg. v. C. B. Hase, Paris 1835, Sp.815; RE, 1905, Zehnter Halbband, Sp.2487-2490, s.v. Emblema (O. Rossbach); Miedema 1968; Russell 1975, 1985; Drysdall 1988a.

<150>

Vgl. >Vitruvius Teutsch< 1548, S.CXXX ff. Dazu: Ackermann 1983; Onians 1988.

<151>

Allerdings ist auch heute noch von „emblematischer Architektur“ die Rede; vgl. zum Beispiel Charles Burrough, Hieroglyphs in the Street: Architectural Emblematics and the Idea of the Facade in early Sixteenth-Century Palace Design, in: Böker und Daly 1999, S.57-82. Dazu der kritische Überblick von Oechslin 1982.

<152>

Davon zu unterscheiden ist die Wortbedeutung als Mosaik, das natürlich auch ein Teil der Baukunst ist (vgl. etwa die Vorrede Claude Mignaults zu den >Emblemata Andrea Alciati< 1581, S.1-15, hier S.14f.). Fischart erklärte jedoch alle „Kunstzirden“ der griechischen Baukunst als „Emblemata“.

<153>

Dazu: Funke 1958, v.a. S.99ff.

<154>

Dazu: Höpel 1987, S.73-83.

<155>

Dazu: Donald R. Kelley, Consuetudo altera natura: the idea of costum in historical perspective, in: Henry und Hutton 1990, S.83-100 und zu den weiteren Kontexten des Lobs der „teutschen Nation“: Strauss 1993.

<156>

Dazu: Knape 1992, v.a. S.370ff. und S.432ff.

<157>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fols. aiiiir-avv, hier fol. avv-avir (mit „eingelegte Arbeit“ sind von Fischart die Intarsien der Möbel gemeint).

<158>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. aviv.

<159>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. aiiiv.

<160>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. aiiiv.

<161>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. avir.

<162>

>Liber emblematum< 1567, fols. Aviir.

<163>

>Liber emblematum< 1567, fols. Bir-Biir.

<164>

Guillaume La Perrière war wohl nur der Name Chaeremons geläufig, da der Text im 16. Jahrhundert kaum bekannt geworden war; dazu: van der Horst 1984.

<165>

>Le Theatre Des Bons Engins< 1539, fol.aiiiiv-avr.

<166>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fols. avv-avir.

<167>

Es ist eine andere Frage, ob die >Hieroglyphica< Horapollos für die Formen von Bild und Text in den Emblembüchern tatsächlich von Bedeutung waren; dazu: Brunon 1982; Russell 1986.

<168>

>Emblemata Andreae Alciati< 1591, S.10-11. Zu Claude Mignault: Grafton 1981.

<169>

>Geschichtschrift< 1575 (unpaginiert). Vgl. Lefranc 1913, Tome Premier, S.101. Bei Rabelais fehlen die Beispiele Fischarts und seine Hinweise auf „Pieri Bolzan“ (i.e. Giovanni Pierio Valeriano) und „Cälius“ (i.e. Celio Calcagnini).

<170>

Müller 1994a, S.96.

<171>

Vgl. Diodorus Siculus, Bibliotheca Historica 3, 4. Dazu: Drysdall 1987.

<172>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. aviv.

<173>

>Antiquitatum libri quinque< 1552, S.35ff. Dazu: Borchardt 1971; Grafton 1991, S.76-103; Schmidt-Biggemann 1998, S.665-677. Zu den weiteren Kontexten: Borst 1960, Bd.3, Teil 1.

<174>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fols.aviiv-aviiir.

<175>

Dazu: Herfried Münkler, Nation als politische Idee im frühneuzeitlichen Europa, in: Garber 1989, S.56-86.

<176>

Dazu: Olender 1994, v.a. S.12ff.; Spica 1996, S.85-90.

<177>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. aviv-aviir.

<178>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fol. b2r. Es ist ein Mißverständnis, wenn Wolfgang Neuber (Ders., Locus, Lemma, Motto. Entwurf zu einer mnemonischen Emblematiktheorie, in: Berns, Neuber 1993, S.351-372) diese Formen der „Erinnerung“ als eine Mnemonik interpretiert und daran anschließend die Emblematik als „Folgekunst“ der Mnemonik erklärt. Neubers These, das Motto sei ein topisches Lemma, das durch eine Ekphrasis und ein Bild amplifiziert werde, verliert durch seine Annahme, das Bild habe keine Bedeutung (a.a.O., S.353f.), ohnehin an Überzeugung (vgl. zum Zusammenhang von Mnemonik und Emblematik: Knape 1988).

<179>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fols.aviiiv-b1v. Vgl. >Dialogo dell‘Imprese< 1557, S.3-5:

„Non è punto da dubitare, che gli antichi usarono di portar Cimieri & ornamenti negli elmetti, & negli scudi: perche si vede chiaramente in Vergilio, quando fa il Cathalogo delle genti, che vennero in favore di Turno contra i Troiani, nell‘ottavo dell‘Eneida; Anfiarao ancora (come dice Pindaro) alla guerra di Thebe portÒ un dragone nello scudo, Statio scrive similmente di Capaneo, & di Polinice; che quelli portÒ l‘Hidra, & questi la Sfinge. Leggesi etiandio in Plutarcho, che nella battaglia de Cimbri comparve la cavalleria loro molto vistosa, si per l‘armi lucenti, si per la varietà de Cimieri sopra le celate, che rappresentavano l‘effigie di fiere selvaggie in diverse maniere. Narra il medesimo auttore, che Pompeo Magno usÒ già per insegna un Leone con una spada nuda in mano. Veggonsi ancora i roversi di molte medaglie, che mostrano significati in forma dell‘imprese moderne; come appare in quelle di Tito Vespasiano, dov‘è un Delfino involto in un‘anchora, che vuole inferire, Propera tarde. Ma lasciando da canto questi essempij antichissimi, in ciÒ ne fanno ancora coniettura i famosi Paladini di Francia, iquali (per la verità) in gran parte non furono favolosi; & veggiamo (per quel che gli scrittori accennano) che ciascun di lor‘hebbe peculiare impresa & insegna (...) Il medesimo si legge de‘ Baroni della Tavola ritonda d‘Artù glorioso Re d‘Inghilterra (...) Hora in questa età piu moderna, come di Federigo Barbarossa, al tempo del quale vennero in uso l‘insegne delle famiglie, chiamate da noi arme, donate da Principi, per merito dell‘honorate imprese, fatte in guerra, ad effetto di nobilitare i valarosi Cavalieri, nacquero bizzarissime inventioni di Cimieri, & pitture ne gli Scudi (...) Ma a questi nostri tempi doppÒ la venuta del Re Carlo Ottavo, & di Lodovico XII. in Italia, ogniuno che seguitava la milicia, imitando i Capitani Francesi, cercÒ di adornarsi di belle, & pompose imprese (...).“

<180>

Dazu: Pastoureau 1981.

<181>

Unbezeichneter Hozschnitt, 9,1 x 7,7 cm groß.

<182>

Dazu: O‘Dell 1993b.

<183>

>Eikones< 1581, fol.Lir.

<184>

>Eikones< 1581, fol.Liv.

<185>

Vgl. >Geschichtklitterung< 1582, Kapitel 56 (nicht foliiert).

<186>

>Emblematum Tyrocinia< 1581, fols.b3v-b4r.

<187>

Dazu: Dizionario Biografico Degli Italiani, Roma 1982, Bd.26, S.39-46, s.v. Alessandro Citolini (M.Firpo); Yates 19912, S.134 und S. 220.

<188>

>La Tipocosmia< 1561, S.549.


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Thu Sep 6 16:23:19 2001