[Seite 10↓]

4.  Ergebnisse

4.1. Alters und Geschlechtsverteilung

4.1.1. Berliner Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 1: Alters- und Geschlechtsverteilung von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 (n=120)

Tab. 1: Alters- und Geschlechtsverteilung von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes der
Jahre 1991-2000 (n=120)

 

M

w

0-6

3

0

7—15

2

0

16-21

1

0

22-30

4

2

31-40

7

3

41-50

22

7

51-60

18

12

61-70

6

12

>70

9

12

Gesamt

72

48


[Seite 11↓]

Aus obigem Diagramm ist eindeutig zu ersehen, daß in den jüngeren Altersgruppen bis zu den 51-60jährigen mehr Männer als Frauen ertrinken. In der höheren Altersgruppe der > 60jährigen dominiert der Anteil der Betroffenen des weiblichen Geschlechts.

Insgesamt kann man erkennen, daß die Anzahl der Ertrunkenen von der Gruppe der 0-6jährigen zu der der 16-21jährigen geringer wird. Hier ist darüber hinaus nur das männliche Geschlecht vertreten. Daraufhin findet sich eine immer höhere Anzahl an Ertrunkenen des männlichen Geschlechts bis zur Altersgruppe der 41-50jährigen und beim weiblichen Geschlecht bis zur Altersgruppe der 51-60jährigen. In den älteren Gruppen nimmt die Anzahl der Betroffenen des männlichen Geschlechts kontinuierlich ab, während sie sich in der Altersgruppe der über 70jährigen wieder erhöht. Die Anzahl der weiblichen Betroffene erreicht in der Altersgruppe der 51-60jährigen ein Maximums von 12 Frauen. In den darauffolgenden Gruppe der 61-70jährigen und >70jährigen beobachten wir auch einen Wert von 12 ertrunkenen Frauen. Bei einem Betroffenen des Berliner Sektionsgutes war wegen nicht gesicherter Identifikation keine Altersangabe aus den Akten zu entnehmen.

4.1.2. Greifswalder Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 2: Alters- und Geschlechtsverteilung des Greifswalder Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 (n=194)


[Seite 12↓]

Tab. 2: Alters- und Geschlechtsverteilung von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutesder Jahre 1991-2000 (n= 194)

 

M

W

0-6

4

4

7—15

12

3

16-21

7

1

22-30

22

5

31-40

34

6

41-50

25

7

51-60

25

6

61-70

13

10

>70

6

4

Gesamt

148

46

Im Greifswalder Sektionsgut können wir eine deutliche, in allen Altersgruppen überwiegende Anzahl an Betroffenen der männlichen Gruppe erkennen. Hier finden wir eine Zunahme der Häufigkeit bis zur Gruppe der 31-40jährigen, nur in der Gruppe der 16-21jährigen beobachten wir einen geringeren Wert als in der Gruppe davor. Die Gruppe der 40-50 und 50-60jährigen liegt in der Häufigkeit unter dem Spitzenwert. Die Anzahl ist dann in den folgenden Gruppen geringer als in der jeweils Vorhergehenden, bis sie fast den Wert der jüngsten Gruppe annimmt.

Bei der weiblichen Gruppe können wir eine andere Verteilung erkennen. Hier befindet sich der Spitzenwert in der Gruppe der 61-70jährigen. Liegen die Werte in der Gruppe der 0-6jährigen noch bei vier, so ist die Zahl in der Gruppe der 16-21jährigen mit einer Person geringer. Hierauf erhöht sich die Anzahl bis zur Gruppe der 41-50jährigen auf sieben. In der darauf folgenden Gruppe finden wir eine Anzahl von nur noch sechs Fällen und in der nächsten Gruppe das Maximum von 10. In der Gruppe der > 70jährigen finden wir den gleichen Wert wie in der jüngsten Gruppe. Man kann bei der weiblichen Gruppe auch eine geringere Schwankungsbreite im Vergleich zu den Männern beobachten.

Bei drei Betroffenen des Greifswalder Sektionsgutes war wegen nicht gesicherter Identität keine Altersangabe aus den Akten zu entnehmen.


[Seite 13↓]

4.1.3.  Vergleich von Berlin mit Greifswald

Vergleicht man die Alters- und Geschlechtsverteilung von Ertrunkenen in Berlin mit Ertrunkenen aus Greifswald, so fallen die Unterschiede im Verhältnis der Geschlechtsverteilung auf. In Berlin stehen 48 Frauen (39,7 %) 73 Männern (60,3 %) gegenüber, in Greifswald 45 Frauen (22,8 %) 152 Männern (77,2 %). Im Binnenland ist also die relative Anzahl der weiblichen Toten gegenüber der Anzahl der männlichen höher, obwohl die absolute Anzahl der Frauen (n = 48) in Berlin fast gleich wie in Greifswald (n = 45) ausfällt. Jedoch ist hier die Verteilung auf die entsprechenden Altersgruppen eine andere. Während sich in Greifswald eine Verteilung mit geringer Schwankungsbreite der betroffenen Frauen zeigt, mit einem nicht ganz so deutlichen Gipfel im Bereich der 61-70jährigen, ist die Verteilung in Berlin auf die älteren Altersgruppen der 41- >70jährigen beschränkt, mit einem gleichmäßigen Gipfel der 51-60jährigen, 61-70jährigen und der >70jährigen von jeweils zwölf. In den Altersgruppen der 0-21jährigen finden wir hingegen keine weiblichen Opfer.

4.1.4. „Aspirations“-Fälle in Berlin

Tab. 3: Alters- und Geschlechtsverteilung von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 (n=8)

 

M

W

0-6

1

0

6—15

0

0

15-21

1

0

21-30

0

1

30-40

1

0

40-50

1

1

50-60

0

1

60-70

0

0

>70

1

0

Gesamt

5

3

In Berlin findet sich für die Jahre 1991-2000 unter den insgesamt 129 Ertrunkenen eine Anzahl von acht Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen. Dies entspricht einem Prozentwert von 6,2 %. Hierunter fallen fünf männliche und drei weibliche Betroffene. Aufgrund der kleinen Fallzahl ist eine weitergehende Auswertung nicht möglich. Es deutet sich allerdings an, [Seite 14↓]daß sich die Verteilung der Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen im Vergleich zu der Gesamtverteilung nicht zu widersprechen scheint.

4.1.5. „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Tab. 4: Alters- und Geschlechtsverteilung von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 (n=12)

 

M

W

0-6

0

0

7—15

1

0

16-21

0

0

22-30

3

0

31-40

1

0

41-50

2

1

51-60

2

0

61-70

0

0

>70

1

1

Gesamt

10

2

In Greifswald liegt für die Jahre 1991-2000 unter den insgesamt 209 Ertrunkenen eine Anzahl von 12 Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen vor. Dies entspricht einem Prozentsatz von 5,74 %, davon sind 10 männlichen und zwei weiblichen Geschlechts. Eine weitere Auswertung ist aufgrund der kleinen Fallzahl nicht möglich. Und wie bei den Berliner Fällen deutet sich an, daß die Verteilung der Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen der Gesamtverteilung nicht zu widersprechen scheinen.

4.1.6. Vergleich von Berlin mit Greifswald

Vergleicht man die Alters- und Geschlechtsverteilung von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Berlin mit einer entsprechenden Gruppe von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen aus Greifswald, so fällt das unterschiedliche Verhältnis von Männern zu Frauen auf. In Berlin stehen drei Frauen (37,5 %) fünf Männern (62,5 %) gegenüber, in Greifswald zwei Frauen (16,7 %) 10 Männern (83,3 %). Es scheinen auch hier unterschiedliche Verhältnisse der [Seite 15↓]Geschlechtsverteilung zwischen Küstenregion und Binnenland zu existieren. Im Binnenland ist die relative Anzahl der weiblichen Toten gegenüber derjenigen an der Küste höher.

Während in Berlin eher eine gleichmäßige Gesamtverteilung aller Betroffener über alle Altersgruppen zu erkennen ist, ist die Verteilung in Greifswald nicht gleichmäßig. Hier befindet sich der Hauptteil von neun Betroffenen (Gesamt: n=12) in den Altersgruppen der 21-60jährigen.

4.2. Zeitliche Verteilung

4.2.1. Zeitliche Häufigkeit- und Geschlechtsverteilung des Obduktionsgutes der Jahre 1991-2000 in Berlin und Greifswald

4.2.1.1. Berliner Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 3: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Anzahl der ertrunkenen Männer und Frauen pro Jahr (n=121)

Es wurden insgesamt 73 (60,3 %) männliche und 48 (39,7 %) weibliche Leichen seziert, wobei die Geschlechterverteilung der obduzierten Wasserleichen pro Jahr bis auf die Jahre 1993, 1997 und 1998 im wesentlichen gleichbleibend ist. Der Anteil der männlichen Betroffenen überwiegt bis auf die genannten drei Jahre den Anteil der weiblichen Betroffenen.


[Seite 16↓]

Bei der Betrachtung der Gesamtanzahl pro Jahr fällt die geringe Zahl von insgesamt sechs Betroffenen im Jahr 1995 auf, nachdem im vorausgegangenem Jahr ein Gipfel von 21 Fällen erreicht wird, bei einem Jahresdurchschnitt von 12,1 Betroffenen pro Jahr.

4.2.1.2. Greifswalder Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 4: Fälle von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Anzahl der ertrunkenen Männer und Frauen pro Jahr (n=197)

Es wurden insgesamt 152 (77,2 %) männliche und 45 (22,8 %) weibliche Leichen seziert, wobei die Geschlechterverteilung der obduzierten Wasserleichen pro Jahrgang im wesentlichen gleich ist. Der männliche Anteil übertrifft in allen Jahren den weiblichen Anteil. Die Schwankungsbreite der Gesamtanzahl ist gering. Jedoch ist zu bemerken, daß die Gesamtanzahl der Betroffenen im Jahr 1991 bei nur 11 liegt und damit vom Gesamtdurchschnitt der Betrachtungsreihe 1991-2000 - der 19,7 pro Jahr beträgt - abweicht. Im Jahre 1995 findet sich ein Maximum von 27 Fällen.


[Seite 17↓]

4.2.1.3.  Vergleich von Berlin mit Greifswald

Vergleichen wir die zeitliche Verteilung und die Geschlechtsverteilung des Berliner Obduktionsgutes mit dem Greifswalder Obduktionsgut der Jahre 1991-2000, so können wir im Greifswalder Teil eine annähernd gleich bleibende Anzahl von Männern und Frauen mit einer über die Jahre geringen Schwankungsbreite und einem Überwiegen des männlichen Geschlechts erkennen.

Berlin zeigt in dieser Hinsicht kein so klares Bild. Hier finden wir eine stärker schwankende Anzahl an männlichen und weiblichen Betroffenen über die Jahre, gepaart mit einer wechselnden Verteilung der Geschlechter.

In Greifswald können wir einen Gipfel von Ertrunkenen mit 27 Fällen im Jahr 1995 erkennen. In Berlin liegt ein Gipfel von 21 Fällen im Jahr 1994, einer von 16 im Jahr 1992 und einer von 16 Fällen im Jahr 1997 vor.

Über die Unterschiede der Geschlechtsverteilung bei den Ertrunkenen aus Berlin und Greifswald ist im vorigen Kapitel berichtet worden.

4.2.1.4. „Aspirations“-Fälle in Berlin

Tab. 5: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 unterteilt nach der Anzahl der ertrunkenen Männer und Frauen pro Jahr (n=8)

 

M

W

1991

1

0

1992

2

0

1993

0

0

1994

1

1

1995

0

0

1996

0

0

1997

0

0

1998

0

0

1999

0

1

2000

1

1

Gesamt

5

3


[Seite 18↓]

Es wurden insgesamt fünf (62,5 %) männliche und drei (37,5 %) weibliche Leichen im Berliner Sektionsgut von 1991-2000 mit Mageninhalt in den Luftwegen erfaßt.

4.2.1.5. „Aspiration“-Fälle in Greifswald

Tab. 6: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 unterteilt nach der Anzahl der ertrunkenen Männer und Frauen pro Jahr (n=12)

 

M

W

1991

1

0

1992

0

0

1993

0

1

1994

2

0

1995

3

0

1996

2

0

1997

0

0

1998

0

0

1999

1

1

2000

1

0

Gesamt

10

2

Es wurden insgesamt 10 (83,3 %) männliche und zwei (16,7 %) weibliche Leichen im Greifswalder Sektionsgut der Jahre 1991-2000 mit Mageninhalt in den Luftwegen erfaßt.

Eine gewisse Häufung findet sich in den Jahren 1994-1996.

4.2.1.6. Vergleich von Berlin mit Greifswald

Das Geschlechterverhältnis wurde oben schon erwähnt. Ansonsten erscheint die Verteilung in Greifswald gleichmäßiger als in Berlin, mit einem starken Überwiegen des männlichen Geschlechts.

Aufgrund der kleinen Fallzahl ist eine nähere Auswertung nicht möglich. Es deutet sich jedoch eine mögliche Übereinstimmung der Gesamtverteilung der betroffenen Ertrunkenen mit und ohne Mageninhalt in den Luftwegen an.


[Seite 19↓]

4.2.2.  Todeszeitpunkt/ Vermißtendatum

4.2.2.1. Berliner Fälle, Tod durch Ertrinken + Fälle mit „Aspiration“

Abb. 5: Fälle von Ertrunkenen mit und ohne Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach dem Vermißtendatums und dem Todeszeitpunkt (n=129)

Wir beobachten wechselnde Häufigkeiten der Betroffenenanzahl pro Monat, mit einer Schwankung um einen Mittelwert von 10 Betroffene.


[Seite 20↓]

Tab. 7: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 unterteilt nach dem Todeszeitpunkt (n=7)

Monat

Zeitpunkt

Jan

1

Feb

1

Mär

0

Apr

0

Mai

0

Jun

2

Jul

0

Aug

0

Sep

2

Okt

1

Nov

0

Dez

0

Gesamt

7

Die Zeitpunkte des Todes bzw. des Vermißtseins bei den sieben Betroffenen mit Mageninhalt in den Luftwegen (bei einem Betroffenen mit Mageninhalt in den Luftwegen konnten keine Angaben über das Vermißtendatum oder den Todeszeitpunkt in den Akten gefunden werden) verteilen sich folgendermaßen über die Monate im Jahr: im Januar und Februar jeweils ein Fall, dann im Juni zwei Fälle, im September zwei Fälle und im Oktober ein Fall.


[Seite 21↓]

4.2.2.2. Greifswalder Fälle, Tod durch Ertrinken + Fälle mit „Aspiration“

Abb. 6: Fälle von Ertrunkenen mit und ohne Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 unterteilt nach dem Todeszeitpunkt und dem Vermißtendatums (n=190)

Hier kann man eine anfängliche Zunahme der Betroffenenzahlen vom Monat Januar bis zum Monat August von sechs auf 34 erkennen. Dies verläuft jedoch nicht stetig, sondern ist durch eine geringere Anzahl Betroffener von 14 im Monat Juni, im Vergleich zum Mai und Juli, gekennzeichnet. Der Monat Mai zeigt eine Anzahl von 21, der Monat Juli eine Anzahl von 22 Betroffenen.

Nach Erreichen des Gipfels im Monat August sinkt die Anzahl der Betroffenen bis zum Dezember auf 12 Fälle.


[Seite 22↓]

Tab. 8: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 unterteilt nach dem Todeszeitpunkt und Vermißtendatum (n=10)

Monat

Zeitpunkt

Vermißt seit

Jan

0

0

Feb

0

1

Mär

0

1

Apr

0

0

Mai

1

0

Jun

1

0

Jul

2

0

Aug

2

0

Sep

0

1

Okt

0

0

Nov

0

0

Dez

0

1

Gesamt

6

4

Die 10 Betroffenen mit Mageninhalt in den Luftwegen (bei zwei Fällen konnten keine Angaben über das Vermißtendatum oder den Todeszeitpunkt in den Akten gefunden werden) verteilen sich folgendermaßen über die Monate im Jahr: jeweils ein Fall im Februar und März, ein Fall im Mai und Juni, im Juli und August finden sich jeweils zwei und im September und Dezember jeweils ein Fall. Somit kann man hier einen „Gipfel“ in den Monaten Juli und August erkennen, allerdings unter Berücksichtigung der geringen Fallzahl von insgesamt zehn.

In der Gruppe der Ertrunkenen ohne Mageninhalt in den Luftwegen fand sich in 17 Fällen keine Angaben über den Todeszeitpunkt bzw. über das Vermißtendatum.

4.2.2.3. Vergleich Berlin mit Greifswald

In der Verteilung der Todeszeitpunkte und des Vermißtendatums im Greifswalder Sektionsgut zeigt sich eine nahezu stetige Zunahme der Fälle vom Monat Januar bis zum Monat August, mit Ausnahme des Monats Juni, in dem ein niedrigerer Wert als im Monat Mai vorliegt. Hierauf folgt eine stetige Abnahme der Betroffenenzahlen bis zum Monat Dezember. Somit [Seite 23↓]findet sich die Hauptanzahl der Betroffenen in den Monaten April, Mai, Juli und August (47 %) und somit knapp die Hälfte der Betroffenen in einem Drittel des Gesamtzeitraumes.

In Berlin sieht dies anders aus. Hier findet sich keine stetig ansteigende und dann nach Erreichen der Sommermonate bis zum Winter wieder stetig abfallende Häufigkeitsverteilung. Das Bild ist von den vom einen zum anderen Monat zunehmenden und wieder sinkenden Werten geprägt. Die Hauptgruppe der Betroffenen konzentriert sich hier auf die Monate Februar bis Mai (38 %), somit befinden sich mehr als ein Drittel der Betroffenen in einem Viertel des beobachteten Zeitraumes.Zudem finden sich in den Monaten September und November vereinzelt stehend relativ hohe Fallzahlen von 13 und von 12.

4.2.3. Liegezeit im Wasser

4.2.3.1. Berliner Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 7: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 unterteilt nach der Liegezeit im Wasser (n=116)

Die Wasserliegezeit der Betroffenen reicht von Minuten (min) über Stunden (h), Tage (d) und Wochen (W) bis zu Monaten (Mo).

Die zahlenmäßig größte Gruppe liegt mit 60 Betroffenen (51,7 %) bei einer Wasserliegezeit von Stunden (1-24 h). Die zweitgrößte Gruppe befindet sich mit 31 (26,7 %) Betroffenen bei einer Wasserliegezeit von Minuten (1-60 min). Bei einer Wasserliegezeit von Tagen finden sich siebzehn Betroffene (14,7 %), bei einer Liegezeit von Wochen (1-4 Wochen) fünf Betroffene (4,3 %) und schließlich bei einer Liegezeit von Monaten eine Anzahl von drei Betroffenen (2,6 %).


[Seite 24↓]

Bei fünf Betroffenen ließen sich keine Angaben zur Wasserliegezeit finden.

4.2.3.2. Greifswalder Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 8: Die Wasserliegezeit der Betroffenen reicht von Minuten (min) über Stunden (h), Tage (d) und Wochen (W) bis zu Monaten (Mo).

Die zahlenmäßig größte Gruppe liegt mit 70 Betroffenen (35,5 %) bei einer Wasserliegezeit von Tagen (1-8 Tage). Die zweitgrößte Gruppe liegt mit einer Anzahl von 48 (24,4 %) Betroffenen bei einer Wasserliegezeit von Minuten, um dann auf 43 (21,8 %) Betroffene bei einer Wasserliegezeit von Stunden abzunehmen. In den Gruppen der Wasserliegezeiten von Wochen und Monaten befinden sich jeweils neunzehn (9,6 %) und siebzehn (8,6 %) Betroffene.

4.2.3.3. Vergleich Berlin mit Greifswald

In Berlin findet sich das Maximum der Wasserliegezeit bei Stunden, in Greifswald bei Tagen.

Insgesamt kann man aus den Diagrammen ersehen, daß die durchschnittliche Wasserliegzeit in Greifswald länger ist als in Berlin.


[Seite 25↓]

4.2.3.4. „Aspirations“-Fälle in Berlin

Tab. 9: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 unterteilt nach der Liegezeit im Wasser (n=8)

Min

2

H

5

D

1

W

0

Mo

0

Da sich auch bei der Verteilung der Betroffenen mit Mageninhalt in den Luftwegen ein Maximum von fünf bei einer Wasserliegezeit von Stunden findet und die Anzahl bei einer Liegezeit von Minuten (zwei) größer als die Anzahl bei einer Liegezeit von Tagen (einer) ist, scheint auch diese Verteilung nicht der Gesamtverteilung zu widersprechen.

4.2.3.5. „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Tab. 10: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 unterteilt nach der Liegezeit im Wasser (n=12)

Min

3

H

2

D

6

W

0

Mo

1

Es findet sich bei der Verteilung der Fälle mit Mageninhalt in den Luftwegen aus Greifswald ein Maximum von sechs Betroffenen bei einer Wasserliegezeit von Tagen. Betrachten wir die übrige Verteilung, bei welcher wir einen Wert von drei bei den Minuten und einen Wert von zwei bei den Stunden erkennen, so erscheint auch hier die Verteilung nicht der Gesamtverteilung zu widersprechen. Es findet sich noch ein Betroffener bei einer Wasserliegezeit von Monaten.


[Seite 26↓]

4.2.3.6. Vergleich Berlin mit Greifswald

Da sich die Verteilung der Fälle mit Mageninhalt in den Luftwegen mit der Gesamtverteilung zu decken scheint, soll hier auf einen Vergleich verzichtet und auf die obigen Kapitel verwiesen werden.

4.3. Auswertung der Todesart und –umstände

4.3.1. Todesart

4.3.1.1. Berliner Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 9: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Art des Ertrinkens (n=121)

Von den 121 Fällen des Berliner Untersuchungsgutes sind 46 (38,1 %) Menschen durch einen Unfall ums Leben gekommen. Den größten Anteil stellt die Gruppe der Selbstmörder mit 48 (39,7 %) Personen. Eine Person (0,8 %) wurde getötet und zwei (1,7 %) Personen wurden der Gruppe „Sonstiges“ zugeordnet. Hierunter fallen auch diejenigen, die in keine der übrigen Gruppen einzuordnen sind, wie z.B. durch einen Epilepsieanfall Ertrunkene. Insgesamt war bei 24 (19,8 %) Personen der Grund des Ertrinkens unklar.


[Seite 27↓]

4.3.1.2. Greifswalder Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 10: Fälle von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nachder Art des Ertrinkens (n=197)

Von den 197 Fällen im Greifswalder Sektionsgut sind 20 (10 %) Menschen durch einen Suizid ums Leben gekommen. Den größten Anteil stellt die Gruppe der Verunfallten mit 67 (34 %) Personen. Drei Personen (2 %) wurden getötet und 39 Personen (20 %) wurden der Gruppe „Sonstige“ zugeordnet. Bei 68 Personen (35 %) war die Todesart unklar.

4.3.1.3. Vergleich von Berlin mit Greifswald

In Berlin finden wir eine nahezu gleiche Anzahl von Betroffenen in den Gruppen Suizid und Unfall mit einem leichten Überwiegen von zwei Selbstmorden. Der prozentuale Anteil der Suizide liegt bei 40 %, der der Unfälle bei 38 %. Im Greifswalder Gut kann man erkennen, daß die Gruppen „Unfall“ und „unklar“ nahezu gleiche Werte von 67 (34 %) und 68 (35 %) aufweisen. Hier liegt ein geringerer prozentualer Anteil von Suiziden von nur 10 % vor. Berlin hat in dieser Gruppe 40 %, jedoch nur 19,8 % in der Gruppe unklarer Fälle. Der prozentuale Anteil der Tötungsdelikte liegt in beiden Gebieten in etwa gleich, in Greifswald bei 2 % und in Berlin bei 1 %. Hingegen unterscheidet sich der Anteil der unter „sonstige“ fallenden Betroffenen. In Berlin finden wir zwei Personen (1,7 %) und in Greifswald 39 Personen

(20 %).


[Seite 28↓]

4.3.1.4.  „Aspirations“-Fälle in Berlin

Tab. 11: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Art des Ertrinkens (n=8)

Tötung

0

Suizid

3

Unfall

4

Sonst.

0

Unklar

1

Von den acht Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Berlin liegt der Grund in der größten Gruppe mit vier Ertrunkenen (50 %) bei den Unfällen. In drei Fällen (37,5 %) lag ein Suizid vor. Bei einem Fall (12,5 %) war die Ursache des Ertrinkens unklar.

4.3.1.5. „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Tab. 12: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Art des Ertrinkens (n=12)

Tötung

0

Suizid

2

Unfall

4

Sonst.

0

Unklar

6

Von den 12 Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Greifswald war bei sechs Ertrunkenen
(50 %) der Grund des Ertrinkens unklar. In vier Fällen (33 %) war ein Unfall, in zwei Fällen (17 %) Suizid die Ursache des Ertrinkens.

4.3.1.6. Vergleich Berlin mit Greifswald

Insgesamt scheint auch hier die Verteilung nicht der Gesamtverteilung zu widersprechen, so daß auf den obigen Vergleich verwiesen werden kann. Allerdings muß bei der Greifswalder [Seite 29↓]Gruppe auf den - auch im Vergleich zum Gesamtgut - relativ hohen prozentualen Anteil von 50 % der unklaren Fälle hingewiesen werden.

4.3.2. Blutalkoholkonzentration

4.3.2.1. Berliner Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 11: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Blutalkoholkonzentration in mg/g (n=121)

Es wurde folgende Unterteilung getroffen: 0-0,19 mg/g = nicht beeinflusst, 0,2-0,49 mg/g = minimal, 0,5-0,99 mg/g = leicht, 1-1,49 mg/g = mittel, 1,5-1,99 mg/g = stark, 2,0-2,99 mg/g = sehr stark und 3 mg/g - >3 mg/g = hochgradig beeinflusst.

Von den 121 Fällen des Berliner Sektionsgutes findet sich die zahlenmäßig mit Abstand größte Gruppe von 72 Personen (59,5 %) unter den nicht durch Alkohol beeinflussten Ertrunkenen. Die Gruppe mit minimaler Beeinflussung zählt sechs Personen (5 %), die Gruppe der leicht Beeinflussten nur noch drei (2,5 %). Hierauf nimmt die Anzahl der Betroffenen bis zur Gruppe der hochgradig beeinflussten Personen stetig zu. In den Gruppen der mittel und stark Beeinflussten finden sich jeweils vier Fälle (3,3 %), in der Gruppe der sehr stark Beeinflussten beobachten wir acht Personen (6,6 %) und in der Gruppe der hochgradig Beeinflussten 18 Personen (14,9 %).

Bei insgesamt sechs (4,9 %) Personen wurden keine Angaben über die Alkoholkonzentration gefunden.


[Seite 30↓]

4.3.2.2.  Greifswalder Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 12: Fälle von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Blutalkoholkonzentration in mg/g (n=197)

Es wurde folgende Unterteilung getroffen: 0-0,19 mg/g = nicht beeinflusst, 0,2-0,49 mg/g = minimal, 0,5-0,99 mg/g = leicht, 1-1,49 mg/g = mittel, 1,5-1,99 mg/g = stark, 2,0-2,99 mg/g = sehr stark und 3 mg/g - >3 mg/g = hochgradig beeinflusst.

Von den 197 Fällen des Greifswalder Sektionsgutes findet sich die zahlenmäßig mit Abstand größte Gruppe mit 64 Personen (32,5 %) unter den nicht durch Alkohol beeinflussten Ertrunkenen. Die Gruppe mit minimaler Beeinflussung zählt 25 Personen(12,7 %), die Gruppe der leicht Beeinflussten und der mittel Beeinflussten nur noch jeweils 10 (5,1 %) und 11 Personen (5,6 %). Hierauf nimmt die Anzahl der Betroffenen in der Gruppe der stark Beeinflussten auf 13 (6,6 %) und dann bis zur Gruppe der sehr stark Beeinflussten mit 36

(18,3 %) zu. Die Gruppe der hochgradig Beeinflussten besteht aus 15 Personen (7,6 %).

Bei insgesamt 23 Personen (11,7 %) konnten keine Angaben über die Alkohol- Konzentration gefunden werden.


[Seite 31↓]

4.3.2.3.  Vergleich Berlin mit Greifswald

In beiden Regionen befinden sich die meisten der von der Untersuchung erfaßten Personen in der Gruppe der nicht vom Alkohol Beeinflussten, wobei der Anteil in Berlin 59,5 %, und der in Greifswald 32,5 % beträgt. Im weiteren Verlauf erkennen wir eine geringere Anzahl der alkoholisierten Fälle in den folgenden zwei Gruppen in beiden Regionen. Während in Berlin dann ein Anstieg bis zur letzten und damit zweithöchsten Gruppe (14,9 %) erfolgt, reicht in Greifswald der Anstieg nur bis zur Gruppe der sehr stark Beeinflussten (18,3 %). Diese Gruppe nimmt in Greifswald den Platz mit der zweithöchsten Anzahl ein. Hierauf finden wir in Greifswald einen prozentualen Anteil von 7,6 % in der Gruppe der hochgradig Beeinflussten.

4.3.2.4. „Aspirations“-Fälle in Berlin

Tab. 13: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Blutalkoholkonzentration in mg/g (n=8)

0---0,19

2

0,2---0,49

0

0,5---0,99

0

1---1,49

1

1,5---1,99

1

2---2,99

2

3--->3

0

Keine Angabe

2

Von den acht Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Berlin finden sich zwei unter den nicht vom Alkohol Beeinflussten, einer jeweils bei den mittel und den stark Beeinflussten, zwei bei den sehr stark Beeinflussten und für zwei Personen existieren keine Angaben.


[Seite 32↓]

4.3.2.5.  „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Tab. 14: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Blutalkoholkonzentration in mg/g (n=12)

0---0,19

9

0,2---0,49

2

0,5---0,99

1

1---1,49

0

1,5---1,99

0

2---2,99

0

3--->3

0

Keine Angabe

0

Von den 12 Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Greifswald finden sich neun in der Gruppe der nicht vom Alkohol Beeinflussten, zwei in der Gruppe der minimal Beeinflussten und einer in der Gruppe der leicht Beeinflussten.

4.3.2.6. Vergleich Berlin mit Greifswald

In Berlin befinden sich von den sechs Betroffenen, bei denen sich ein Blutalkoholwert nachweisen ließ, vier im Bereich der mittel bis sehr stark Beeinflussten, wovon zwei in der Gruppe ‚sehr stark beeinflusst‘ zu finden sind. Das heißt, bei den meisten Personen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Berlin läßt sich eine höhere Alkoholkonzentration nachweisen, nur zwei sind der Gruppe ‚nicht beeinflusst‘ zuzurechnen.

In Greifswald hingegen sind neun Personen in der Gruppe der nicht Beeinflussten, welche auch die größte Gruppe bildet, zu finden. In der Gruppe der minimal Beeinflussten nimmt die Anzahl auf zwei, dann in der Gruppe der leicht Beeinflussten auf einen ab. Somit befinden sich in Greifswald alle Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen in den Gruppen ‚nicht beeinflusst‘ bis ‚leicht beeinflusst‘.

Der Hauptteil der auf ihre Alkoholkonzentration im Blut untersuchten Personen in Berlin findet sich also in den Gruppen der mittel bis sehr stark Beeinflussten, in Greifswald hingegen in den Gruppen der nicht bis leicht Beeinflussten. Auch hier muß die sehr geringe Fallzahl beachtet werden.


[Seite 33↓]

4.3.3.  Toxikologischer Befund

4.3.3.1. Berliner Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 13: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach dem toxikologischen Befund (n=13)

Es wurde in drei Gruppen toxischer Mittel, welche sich bei den Personen in der Nachuntersuchung im Blut fanden, unterteilt. Die Gruppe der Sedativa/Hypnotika enthält die meisten Betroffenen (Anzahl: neun, entspricht 69,2 %). Jeweils eine Person findet sich in der Psychopharmakagruppe (7,7 %) und in der Gruppe der Analgetika (7,7 %). Zwei Personen haben sowohl eine nachweisbare Intoxikation mit Sedativa/Hypnotika als auch mit Opioiden (15,4 %).

4.3.3.2. Greifswalder Fälle, Tod durch Ertrinken

Tab. 15: Fälle von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach dem toxikologischem Befund (n=2)

Sedativa/ Hypnotika

2

Psycho- Pharmaka

0

Analgetika

0


[Seite 34↓]

In Greifswald finden sich lediglich zwei Fälle, in denen eine Blutkonzentration eines toxischen Stoffes nachgewiesen werden konnte. Beide können der Gruppe „Sedativa“ zugeordnet werden.

4.3.3.3. Vergleich von Berlin mit Greifswald

In Berlin gibt es insgesamt auf 121 Ertrunkene der Jahre 1991-2000 gesehen 13 Personen, bei denen eine nachweisbare das Ertrinken ursächlich bedingende Konzentration eines toxischen Stoffes gefunden werden konnte (10,7 %).

In Greifswald kommen auf insgesamt 197 Ertrunkene der Jahre 1991-2000 zwei Personen, bei denen ein toxischer Stoff nachgewiesen werden konnte. Dies ergibt einen Prozentwert von 1 %.

Die größte Anzahl der Fälle bildet in beiden Regionen die Gruppe von Personen, die unter Einfluss von Sedativa, bzw. Hypnotika stand.

4.3.3.4. „Aspirations“-Fälle beider Regionen

In Berlin findet sich ausschließlich eine Person, die der Gruppe der Psychopharmaka zugeordnet werden kann. Bei dieser Person beobachten wir zudem ein BAK von 4,4 mg/g.

In Greifswald findet sich dagegen unter den Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen keine Personen mit einer nachweislichen Konzentration eines toxischen Stoffes.


[Seite 35↓]

4.4.  Ort des Ertrinkens

4.4.1. Todesort

4.4.1.1. Berliner Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 14: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach dem Ort des Ertrinkens (n=121)

Von den 121 Fällen in Berlin sind 29 Personen (24 %) in einem See oder Teich ertrunken.

35 Personen (28,9 %) sind in der Badewanne aufgefunden worden. Die meisten Personen (Anzahl: 48, Prozentwert: 39,7 %) sind in einem Fluß/Bach/Graben oder Kanal aufgefunden worden. Sechs Personen (5 %) wurden der Gruppe „Sonstige“ zugeordnet. Hierunter fallen Personen, die z.B. in einer Wassertonne etc. ertrunken sind.

Eine Person (0,8 %) ist im Meer verstorben und zur Obduktion von Ägypten nach Berlin geflogen worden.

Bei zwei Personen (1,6 %) sind keine Angaben, die auf den Ort des Ertrinkens schließen lassen, gefunden worden. Allerdings ist eine dieser Personen in Tunesien im Salzwasser ertrunken, was die Vermutung nahelegt, daß diese Person im Meer verstorben ist.


[Seite 36↓]

4.4.1.2.  Greifswalder Fälle, Tod durch Ertrinken

Abb. 15: Fälle von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach dem Ort des Ertrinkens (n=197)

Von den 197 Fällen Ertrunkener in der Greifswalder Region fanden sich 34 Personen (17,3 %) in der Ostsee, 36 Personen (18,3 %) starben im Bodden/Haff. Mit 44 Personen (22,3 %) fanden sich die meisten Fälle in einem See bzw. einem Teich, in Flüssen/Bächen/Gräben und Kanälen hingegen 34 Personen (17,3 %), zwei Personen (1 %) ertranken in einer Pfütze, während 11 Personen (5,6 %) in der Badewanne starben. In der Gruppe ‚Sonstige‘ finden sich 23 Fälle (11,7 %) und bei 13 (6,7 %) Betroffenen konnte kein Hinweis auf den Todesort gefunden werden.

4.4.1.3. Vergleich von Berlin mit Greifswald

In Berlin sind die meisten Personen in einem Fluß/Bach/Graben verstorben (Berlin: 39,7 %, Greifswald: 17,3 %), in Greifswald hingegen findet sich die größte Gruppe (Greifswald: 22,3 %, Berlin: 24 %) in einem See/Teich. Während hier der Anteil an Verstorbenen in der Badewanne 5,6 % beträgt, liegt er in Berlin bei 28,9 % und ist somit deutlich höher. In Berlin finden sich verständlicherweise keine Betroffenen, die in der Ostsee verstorben sind. Die eine Person, die in der Gruppe ‚Meer‘ angegeben ist, ist nicht in Berlin verstorben, sondern lediglich zur Obduktion aus Ägypten nach Berlin transportiert worden. Eine weitere Person wurde aus [Seite 37↓]Tunesien zur Obduktion eingeflogen, jedoch geht aus den Akten nicht hervor, ob derjenige im Meer oder in einem anderen Gewässer ertrunken ist. Sicher ist nur, daß er im Salzwasser ertrunken ist. In Greifswald sind insgesamt 35,6 % der Ertrunkenen in Ostsee/Bodden oder Haff verstorben.

4.4.1.4. „Aspirations“-Fälle in Berlin

Tab. 16: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach dem Ort des Ertrinkens (n=8)

Meer (Ausland)

1

Ostsee

0

Bodden/Haff

0

See/Teich

3

Fluß/Bach/Graben/Kanal

2

Pfütze

0

Badewanne

2

Sonstige

0

Keine Angaben

0

Von den acht Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Berlin ist eine Person im Meer verstorben (12,5 %). Es handelt sich um einen älteren Mann, der beim Baden in Ägypten plötzlich verstorben ist und dann zur Obduktion nach Berlin gebracht wurde. Die meisten Personen dieser Gruppe sind in einem See, bzw. Teich verstorben(Anzahl: drei, Prozentwert: 37,5 %). Zwei Tote fand man in einem Fluß/Bach/Graben oder Kanal (25 %) und zwei in einer Badewanne (25 %).


[Seite 38↓]

4.4.1.5.  „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Tab. 17: Fälle von Ertrunkenen mit SEHRTschem Magentod des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach dem Ort des Ertrinkens (n=12)

Meer (Ausland)

0

Ostsee

3

Bodden/Haff

0

See/Teich

3

Fluß/Bach/Graben/Kanal

3

Pfütze

0

Badewanne

1

Sonstige

1

Keine Angaben

1

Von den 12 Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Greifswald sind drei Personen in der Ostsee verstorben (25 %), drei in einem See, bzw. einem Teich (25 %) und drei in einem Fluß/Bach/Graben oder Kanal (25 %). Eine Person ist in der Badewanne aufgefunden worden (8,3 %), ein Fall wurde der Gruppe ‚Sonstige‘ zugeordnet (8,3 %) und bei einem Betroffenen waren keine Angaben aus den Akten zu entnehmen( 8,3 %).

4.4.1.6. Vergleich von Berlin mit Greifswald

Es scheint, als würden die Verteilungen beider Regionen den Gesamtverteilungen entsprechen. In Berlin finden sich die meisten Ertrunkenen in den Gruppen ‚See/Teich‘, ‚Badewanne‘ und ‚Fluß/Bach/Graben/Kanal‘, während die meisten Personen in Greifswald in den Gruppen ‚Ostsee‘, ‚See/Teich‘ und ‚Fluß/Bach/Graben/Kanal‘ enthalten sind. Nur ein kleiner Anteil ist hier der Gruppe ‚Badewanne‘ zugeordnet (8,3 %).

In der Gruppe ‚Bodden/Haff‘ finden sich unter den Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen keine Personen, hingegen konnte in der Gesamtverteilung 18,3 % der Betroffenen dieser Gruppe zugeordnet werden.


[Seite 39↓]

4.4.2.  Art des Gewässers

4.4.2.1. Tod durch Ertrinken, Berliner Fälle

Tab. 18: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Art Ertrinkungsmediums (n=121)

 

Salzwasser

Süßwasser

Anzahl

2

119

Prozentwert

2%

98%

Von den insgesamt 121 Ertrunkenen der Jahre 1991-2000 sind in Berlin zwei Personen obduziert worden, die in einem Salzwassermedium ertrunken sind. Beide Personen sind aus dem Ausland zur Obduktion eingeflogen worden und somit nicht in dieser Region ertrunken. Dies entspricht einem Prozentwert von 2 %.

4.4.2.2. Tod durch Ertrinken, Greifswalder Fälle

Tab. 19: Fälle von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Art des Ertrinkungsmediums (n=197)

 

Salzwasser

Süßwasser

keine Angabe

Anzahl

79

105

13

Prozentwert

40%

53%

7%

Von den allen Ertrunkenen der Jahre 1991-2000 sind in Greifswald 40 % im Salzwasser und 53 % im Süßwasser ertrunken. In 7 % der Fälle ließen sich keine Angaben über die Art des Ertrinkungsmediums finden.

4.4.2.3. Vergleich von Berlin mit Greifswald

In Berlin sind nahezu alle Personen in einem Süßwassermedium verstorben. In Greifswald verteilen sich die Betroffenen auf 53 % im Süßwasser und 40 % im Salzwasser Ertrunkene.


[Seite 40↓]

4.4.2.4.  „Aspirations“-Fälle in Berlin

Tab. 20: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Art des Ertrinkungsmediums (n=8)

 

Salzwasser

Süßwasser

Anzahl

1

7

Prozentwert

13%

87%

Von den acht Obduzierten in Berlin mit Mageninhalt in den Luftwegen ist einer in einem Salzwassermedium (in Ägypten) ertrunken, die restlichen sieben sind in einem Süßwassermedium umgekommen.

4.4.2.5. „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Tab. 21: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Art des Gewässers (n=12)

 

Salzwasser

Süßwasser

Anzahl

3

9

Prozentwert

25%

75%

Von den 12 Obduzierten in Greifswald mit Mageninhalt in den Luftwegen sind drei in einem Salzwassermedium ertrunken. Die restlichen neun sind in einem Süßwassermedium umgekommen.

4.4.2.6. Vergleich von Berlin mit Greifswald

Kommt in Berlin ein Salzwasserertrunkener mit Mageninhalt in den Luftwegen auf sieben im Süßwasser Ertrunkene, so sind es in Greifswald 3 Salzwasserertrunkene mit Mageninhalt in den Luftwegen auf neun Ertrunkene im Süßwasser. Somit scheint in Greifswald, unter Berücksichtigung der geringen Fallzahlen, die Verteilung nicht der Gesamtverteilung zu widersprechen.


[Seite 41↓]

4.4.2.7.  Vergleich von Salzwasser- mit Süßwasser-Ertrunkenen beider Kollektive

Abb. 16: Salzwasser und Süßwasser Ertrunkene beider Kollektive unterteilt nach der prozentualen Verteilung von Ertrunkenen „mit „Aspirat““ und „ohne Aspirat““

Unter den Ertrunkenen beider Kollektive im Salzwasser finden wir 4,7 % (Anzahl: 4) mit Mageninhalt in den Luftwegen und 95,3 % (Anzahl: 81) ohne Mageninhalt in den Luftwegen.

Im Süßwasser ist die Verteilung wie folgt: mit Mageninhalt in den Luftwegen 6,7 %

(Anzahl: 16), ohne Mageninhalt in den Luftwegen 93.3 %


[Seite 42↓]

4.5.  Analyse des Lungenbefundes

4.5.1. „Aspirations“-Fälle in Berlin

Abb. 17: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes von1991-2000 unterteilt nach der Lokalisation des Mageninhaltes in den Lungen

Von den acht Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes mit Mageninhalt befand sich bei einem Betroffenen der Mageninhalt ausschließlich im Kehlkopfbereich. In der Luftröhre wurde bei zwei Personen Mageninhalt nachgewiesen. Bei weiteren zwei Personen findet sich Mageninhalt im Kehlkopf und in der Luftröhre und in drei Fällen in Luftröhre und Bronchien.


[Seite 43↓]

4.5.2.  „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Abb. 18: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Lokalisation des Mageninhaltes in den Lungen

Von den 12 Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes mit Mageninhalt in den Luftwegen befindet sich bei einem Betroffenen der Mageninhalt ausschließlich im Bereich des Kehlkopfes. In der Luftröhre ist bei vier Personen Mageninhalt zu finden. Bei einer Person findet sich ausschließlich in den Bronchien Mageninhalt, bei jeweils zwei Personen im Kehlkopf und in der Luftröhre, sowie in der Luftröhre und in den Bronchien, als auch in Kehlkopf, in Luftröhre und in den Bronchien.


[Seite 44↓]

4.6.  Analyse des Magenbefundes

4.6.1. Mageninhaltsmenge

4.6.1.1. Tod durch Ertrinken, Berliner Fälle

Abb. 19: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach derMenge des Mageninhaltes (n=121)

Von den 121 Fällen des Berliner Sektionsgutes haben 33 (27,2 %) eine Mageninhaltsmenge von 0-99 ml. Die meisten Personen, nämlich 44 (36,4 %), haben eine Mageninhaltsmenge von 100-299 ml. Die Anzahl der Personen mit einer Magenfüllung von 300-500 ml beträgt 35 (29 %), und die Gruppe mit einer Menge von >500 ml besteht aus acht Personen (6,6 %).

Bei einer Person konnten keine Angabe über die Magenfüllung gefunden werden.


[Seite 45↓]

4.6.1.2.  Tod durch Ertrinken, Greifswalder Fälle

Abb. 20: Fälle von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Menge des Mageninhaltes (n=197)

Von den 197 Personen des Greifswalder Sektionsgutes haben 80 (40,6 %) eine Magenfüllung von 0-99 ml. Nur noch 61 Personen (31 %) haben eine Mageninhaltsmenge von 100-299 ml. Die Anzahl der Personen mit einer Menge von 300-500 ml beträgt 36 (18,3 %). Der niedrigste Wert findet sich mit fünf Personen (2,5 %) bei einer Füllung von >500 ml.

Bei insgesamt 15 Personen existieren keine Angaben über die Mageninhaltsmenge.

4.6.1.3. Vergleich von Berlin mit Greifswald

In Greifswald nimmt die Anzahl der Personen mit steigender Magenfüllung ab. In Berlin beträgt zunächst die Anzahl der Personen mit einer Magenfüllung von 100-299 ml 44 (36,4 %), im Vergleich dazu finden wir 33 (27,2 %) Personen mit einer Menge von 0-99 ml. In der Gruppe mit einer Magenfüllung von 300-500 ml beobachten wir 35 (29 %) Personen, in der Gruppe mit >500 ml acht (6,6 %) Personen.

Somit sind insgesamt 64 % der Personen, die in Berlin an Ertrinken verstorben sind mit einer Magenfüllung von 0-299 ml verstorben. In Greifswald beträgt der Prozentwert in dieser Gruppe 72 %. Jedoch sind von diesen 57 % der Gruppe mit 0-99 ml zuzuordnen.


[Seite 46↓]

4.6.1.4.  „Aspirations“-Fälle in Berlin

Abb. 21: Fälle mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Menge des Mageninhaltes (n=8)

Von den acht Berliner Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen haben jeweils drei eine Magenfüllung von 0-99 ml, und einer eine Magenfüllung von 100-299 ml. Vier haben eine Mageninhaltsmenge von 300-500 ml.

4.6.1.5. „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Abb. 22: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes unterteilt nach der Menge des Mageninhaltes (n=12)

Von den 12 Greifswalder Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen hatten drei eine Magenfüllung von 0-100 ml. Bei jeweils zwei Betroffene konnte eine Menge von 100-300 ml und von 300-500 ml nachgewiesen werden. Die meisten Personen hatten allerdings eine Magenfüllung von > 500 ml. Bei einer Person ließ sich kein Eintrag zur Mageninhaltsmenge finden.

4.6.1.6. Fälle von Ertrunkenen beider Kollektive mit und ohne „Aspirat“

Abb. 23: Prozentuale Verteilung der Fälle von Ertrunkenen mit und ohne Mageninhalt in den Luftwegen beider Kollektive unterteilt nach der Mageninhaltsmenge

Es finden sich bei einer Mageninhaltsmenge von 0-99 ml 95 % (Anzahl: 113) ohne und 5 % (Anzahl: 6) mit Mageninhalt in den Luftwegen. Mit einer Mageninhaltsmenge von 100-299 ml finden sich 97 % (Anzahl: 105) ohne und 3 % (Anzahl: 3) mit Mageninhalin den Luftwegen.

Mit einem Mageninhalt von 300-500 ml finden sich 92 % (Anzahl: 71) ohne und 8 %

(Anzahl: 6) mit „Aspirat“.

Schließlich finden sich mit einer Mageninhaltsmenge von >500 ml 77 % (Anzahl: 13) ohne und 23 % (Anzahl: 4) mit „Aspirat“.


[Seite 48↓]

4.6.2.  Mageninhaltskonsistenz

4.6.2.1. Tod durch Ertrinken, Berliner Fälle

Abb. 24: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Mageninhaltskonsistenz (n=121)

Von den 121 Fällen des Berliner Sektionsgutes mit Tod durch Ertrinken wurde bei 87 Personen (72 %) ein wässriger oder flüssiger Mageninhalt gefunden. Bei nur einer Person (1 %) ist der Inhalt von festerer Konsistenz, bei drei Fällen (2 %) hingegen ist er schleimig. Die zweitgrößte Gruppe der 20 Betroffenen (17 %) hat einen breiigen Mageninhalt. Bei 10 Personen (8 %) konnten keine Angaben über den Mageninhalt gefunden werden.


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4.6.2.2.  Tod durch Ertrinken, Greifswalder Fälle

Abb. 25: Fälle von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes 1991-2000 unterteilt nach der Mageninhaltskonsistenz (n=197)

Von den 197 Fällen des Greifswalder Sektionsgutes mit Tod durch Ertrinken wurde bei 79 Personen (40 %) ein wässriger bzw. flüssiger Mageninhalt gefunden. Bei nur sechs Personen (3 %) ist der Inhalt von festerer Konsistenz und bei 12 Personen (6 %) ist der Inhalt schleimig. Bei der zweitgrößten Gruppe von 57 Betroffenen (29 %) konnten keine Angaben über den Mageninhalt gefunden werden. Die drittgrößte Gruppe mit 43 Personen (22 %) hat einen breiigen Inhalt.

4.6.2.3. Vergleich von Berlin mit Greifswald

Während in Berlin die größte Gruppe mit wässrigem bzw. flüssigem Mageninhalt 72 % des Gesamtgutes ausmacht, liegt der Prozentwert in Greifswald in dieser Gruppe bei 40 %, obwohl auch hier diese Gruppe die Größte ist. Berlins zweitgrößte Gruppe hat einen breiigen Inhalt

(17 %). Bei Greifswalds zweitgrößter Gruppe können keine Angaben über die Mageninhaltskonsistenz gemacht werden (29 %). In beiden Regionen sind die Gruppen mit festerer Mageninhaltskonsistenz die kleinsten und die mit schleimigem Inhalt die zweitkleinsten.


[Seite 50↓]

4.6.2.4.  „Aspirations“-Fälle in Berlin

Tab. 22: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes von 1991-2000 unterteilt nach der Mageninhaltskonsistenz (n=8)

Fest

1

Breiig

3

Schleimig

0

Flüssig/ wässrig

3

Keine Angaben

1

Von den acht Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Berlin wurde bei jeweils drei Fällen ein breiiger, bzw. ein flüssig/wäßriger Mageninhalt nachgewiesen. Bei jeweils nur einer Person wurde eine festere Mageninhaltskonsistenz bzw. keine Angaben gefunden. Es gibt keinen Fall mit einem schleimigen Mageninhalt.

4.6.2.5. „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Tab. 23: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutesvon 1991-2000 unterteilt nach der Mageninhaltskonsistenz (n=12)

Fest

0

Breiig

5

Schleimig

2

Flüssig/ wässrig

5

Keine Angaben

0

Von den acht Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Greifswald wurde bei jeweils fünf Fällen ein breiiger bzw. flüssig/wäßriger Mageninhalt beobachtet. Bei zwei Personen wurde ein schleimiger und bei keinem Fall ein festerer Inhalt entdeckt.


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4.6.3.  Wydlersches Zeichen

4.6.3.1. Tod durch Ertrinken, Berliner Fälle

Abb. 26: Fälle von Ertrunkenen des Berliner Sektionsgutes von 1991-2000 unterteilt nach dem Vorhandensein des Wydlerschen Zeichens (n=121)

Von den 121 Personen mit Tod durch Ertrinken in Berlin kann bei 40 Fällen (33 %) ein positives Wydlersches Zeichen festgestellt werden, bei 81 Fällen (67 %) war es negativ, bzw. konnten keine Angaben über ein vorhandenes Wydlersches Zeichen gemacht werden.

4.6.3.2. Tod durch Ertrinken, Greifswalder Fälle

Abb. 27: Fälle von Ertrunkenen des Greifswalder Sektionsgutes von 1991-2000 unterteilt nachdem Vorhandensein des Wydlerschen Zeichens (n=197)

Von den 197 Personen mit Tod durch Ertrinken in Greifswald war bei 23 Fällen (12 %) ein Wydlersches Zeichen positiv, bei 174 Personen (88 %) konnte kein Wydlersches Zeichen festgestellt werden oder es fanden sich keine Angaben darüber in den Unterlagen.

4.6.3.3. „Aspirations“-Fälle in Berlin

Abb. 28: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Berliner Sektionsgutes von1991-2000 unterteilt nach dem Vorkommen des Wydlerschen Zeichens

Von den acht Fällen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Berlin finden sich bei drei Personen

(38 %) ein positives Wydlersches Zeichen und bei fünf Personen (62 %) ein negatives oder keine Angaben über ein vorhandenes Wydlersches Zeichen.


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4.6.3.4.  „Aspirations“-Fälle in Greifswald

Abb. 29: Fälle von Ertrunkenen mit Mageninhalt in den Luftwegen des Greifswalder Sektionsgutes der Jahre 1991-2000 unterteilt nach dem Vorhandensein des Wydlerschen Zeichens

Von den 12 Personen mit Mageninhalt in den Luftwegen in Greifswald fand sich bei einem Fall (8 %) ein positives Wydlersches Zeichen und bei 11 Fällen (92 %) ein negatives oder keine Angaben über ein vorhandenes Wydlersches Zeichen.

4.6.3.5. Vergleich von Berlin mit Greifswald

Insgesamt kann man sagen, daß in Berlin das Wydlersche Zeichen häufiger zu finden ist als in Greifswald. Stellen wir Berliner Prozentwerte den Greifswalder Ergebnissen gegenüber, so beobachten wir in Berlin: bei ‚Tod durch Ertrinken‘ bei 33 Prozent ein positives Zeichen, in Greifswald lediglich bei 12 Prozent ein positives Zeichen. Während in Berlin Fälle mit Mageninhalt in den Luftwegen zu 38 Prozent ein positives Zeichen aufweisen, so beträgt in Greifswald die Prozentzahl bei Fällen mit Mageninalt in den Luftwegen nur 8 Prozent.

Somit scheint auch die Verteilung der Gruppen mit Mageninhalt in den Luftwegen den Gesamtverteilungen zu entsprechen.


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04.08.2004