[Seite 27↓]

2.  Aufgabenstellung

Trotz zahlreicher Hinweise auf immunologische Alterationen bei Hypertonie wurde die Rolle der peripheren Monozyten bei essentieller Hypertonie im Detail nicht erschöpfend geklärt.

Teilweise ist dies durch Schwierigkeiten der Monozyten-Isolierung bedingt. Erstes Ziel der vorliegenden Arbeit war die Entwicklung und Verifizierung einer aktivierungsarmen Methode zur Monozyten-Isolierung und Inkubation und die Charakterisierung einer eventuellen Aktivierung durch entsprechend veränderte Expressionsmuster der Oberflächenmoleküle.

In zahlreichen Arbeiten (Dörffel et al 2001, Clozel et al. 1991) werden aktivierte Monozyten bei Hypertonie postuliert. Es stellt sich die Frage, ob der erhöhte Aktivierungszustand zirkulierender Monozyten sich in einer spezifischen Änderung des Musters der Expression bestimmter Adhäsionsmoleküle widerspiegelt.

Hypertonie ist einer der wesentlichsten Risikofaktoren in der Ätiologie von arteriosklerotischen Gefäßschäden (Violi et al. 1996). Der Mechanismus, der Hypertonie und die erhöhte Inzidenz der Arterioskleroseverbindet, wird jedoch noch nicht vollständig verstanden. Monozytenadhäsion scheint bei der Pathogenese der Arteriosklerose von zentraler Bedeutung zu sein. Da die Interaktion von Monozyten und Endothel abhängig von der Aktivierung einer Kaskade verschiedenster Adhäsionsmoleküle ist, würde der Nachweis von Adhäsionsmolekülveränderungen die Monozytenaktivierung belegen und gleichzeitig ein Bindeglied sein, um die Rolle von Hypertonie in der Pathogenese der Arteriosklerose besser zu verstehen.

Dörffel et al. 1999, 2001 belegt eine erhöhte Adhäsion von Monozyten bei essentieller Hypertonie und AT-Stimulation. Fu et al. 2000 entdeckte agonistische Autoantikörper gegen den Angiotensin II–Rezeptor Typ I (AT1-Rezeptor) im Serum von Patienten mit maligner essentieller Hypertonie. Zirkulierende AT1-Autoantikörper könnten auch für den Hochdruck bei Präeklampsie verantwortlich sein (Wallukat et al. 1999). Wir untersuchten, ob die Stimulation isolierter Monozyten mit AT und AT1-AK zu einem spezifisch veränderten Muster in der Adhäsionsmolekülexpression führt, welches eine erhöhte Monozytenadhäsion erklären könnte. LPS wird als typischer Monozytenstimulus beschrieben und ist eventuell in den Prozeß der [Seite 28↓]Arteriosklerose involviert. Vergleichend wird deshalb der Einfluß von LPS auf die Adhäsionsmolekül-Expression bestimmt.

Die weitere Charakterisierung der zellulären Immunologie von Monozyten bei Hypertonie und in der Entwicklung von arteriosklerotischen Läsionen sollte neue spezifische Ansatzpunkte für die Diagnostik und Therapie der Arteriosklerose eröffnen.

Dörffel et al. 1999 belegt eine verminderte Monozytenadhäsion an Endothel bei AT-Stimulation durch den AT1-Rezeptor-Antagonist Losartan. In der vorgelegten Arbeit wird untersucht, ob Losartan einen Einfluß auf durch AT bzw. AT1-AK induzierte Veränderungen der Oberflächenmoleküle hat.

Die Interaktion zwischen MAC-1 (CD11b/CD18) und dem Endothelliganden ICAM-1 (CD54) spielt eine Schüsselrolle in der Adhäsion von Monozyten an das Endothel. Fraglich ist, ob der auch an MAC-1 bindenden Glykoprotein IIb/IIIa Rezeptor-Antikörper Abciximab eventuelle stimulationsbedingte Veränderungen der Adhäsionsmolekülexpression beeinflußt.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
DiML DTD Version 3.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
13.01.2005