Lévy, Alfred: Traditionen und Perspektiven im Werk von Erich Fromm

Humboldt-Universität zu Berlin


Dissertation
Traditionen und Perspektiven im Werk von Erich Fromm

Zur Erlangung des akademischen Grades
Dr. phil.

eingereicht am Fachbereich Philosophie / Humanontogenetik durch

Dr. med. Alfred Lévy ,
(29.6.1945, geb. in Herisau/Schweiz)

Dekanin: Prof. Dr. Sieglind Ellger-Rüttgardt

Gutachter:
Prof. Dr. Karl-Friedrich Wessel
PD Dr. med. et phil. Gerhard Danzer

eingereicht: 18. Oktober 2000

Datum der Promotion: 12. Dezember 2000

Abstract zu „Traditionen und Perspektiven im Werk Erich Fromms“


Erich Fromms (1900-1980) Quellen werden aus seiner Biographie, dem Gedankengut der jüdischen Religion (vor allem der Propheten und des Talmud), der Soziologie Alfred und Max Webers, der religiösen und philosophischen Humanisten, des frühen Karl Marx und der Psychoanalyse Freuds erschlossen und anhand seines Werkes dargestellt und erörtert.

Es folgen in chronologischer Reihenfolge Analysen von Fromms Beiträgen zu einer ethisch inspirierten Psychoanalyse, zur analytischen Sozialpsychologie, zur jüdischen, christlichen und buddhistischen Religionspsychologie und seinem Konzept einer nicht-theistischen, humanistischen Religion, zum Matriarchat, zum Marxismus und dem daraus abgeleiteten humanitären, „kommunitären“ Sozialismus, zur Kulturanalyse, Kulturkritik und zum Humanismus.

Detailliert wird auf Fromms berühmte sozialpolitische und kulturhistorische Untersuchungen des Mittelalters, der Renaissance, des Protestantismus, des Kapitalismus, des Nationalsozialismus, des Kommunismus, der Technik und der destruktiven Aggression eingegangen, welche zu seinen bekannten Begriffen des „Gesellschaftscharakters“, des „Konsum-“ und „Marketing-Charakters“ sowie der „Nekrophilie“ führten.

Fromms umfangreiches Werk wird abschließend gewürdigt und vor allem in den Bereichen der Sozialpsychologie, Aggressionstheorie und Pädagogik kritisiert, indem seine Konzepte auf die moderne Jugend des Jahres 2000 und den heutigen Gesellschaftscharakter angewandt werden.

Methodisch wurde kritisch-historisch, religionspsychologisch und tiefenpsychologisch (psychoanalytisch und individualpsychologisch) vorgegangen.

Schlagwörter:
Erich Fromm, humanistische Psychoanalyse, Sozialpsychologie, kommunitärer Sozialismus, Kulturanalyse, Aggressionstheorie, Sozialcharakter.

Abstract to „Traditions and Perspectives in the Work of Erich Fromm“


Erich Fromms (1900-1980) sources are disclosed of his biography, of his judaistic thoughts (especially of des prophets and the talmud), of the sociologic concepts (Alfred and Max Weber), of the religious and philosophical humanists, of the early Karl Marx and of the psychoanalysis Sigmund Freuds.

The analysis follows in chronologic order Fromms concepts of an ethical inspired psychoanalysis, of his socialpsychology, of his judaistic, christian and buddhist psychology of religion, of his project of an non-theistic humanistic religion, of the matriarchat, oft the Marxism and the derived humanistic „communitarian“ Socialism, of the culture-analysis and -critique.

In detail are Fromms famous sociopolitical researches on the Middle Ages, the Renaissance, the Protestantism, the Kapitalism, the Nationalsocialism, the Kommunism, the technic and the aggression (destructivity) described. This leads to the terms of the „social-character“, the „consum- and marketing-charakter“ and the „necrophily“.
The work ends with the valuation and critique of Fromms ouevre especially in the parts of the socialpsychology, the theory of aggression and pedagogy. The evaluation is made with the character of the modern youth of the year 2000 and the modern social-character. As methods are used: history and critique of religion, depth-psychology (psychoanalysis and individualpsychology).

Keywords:
Erich Fromm, humanistic psychoanalysis, social psychology, communitarian socialism, analysis of culture, theory of aggression, social character.


Seiten: [5] [6] [7] [8] [9] [10] [11] [12] [13] [14] [15] [16] [17] [18] [19] [20] [21] [22] [23] [24] [25] [26] [27] [28] [29] [30] [31] [32] [33] [34] [35] [36] [37] [38] [39] [40] [41] [42] [43] [44] [45] [46] [47] [48] [49] [50] [51] [52] [53] [54] [55] [56] [57] [58] [59] [60] [61] [62] [63] [64] [65] [66] [67] [68] [69] [70] [71] [72] [73] [74] [75] [76] [77] [78] [79] [80] [81] [82] [83] [84] [85] [86] [87] [88] [89] [90] [91] [92] [93] [94] [95] [96] [97] [98] [99] [100] [101] [102] [103] [104] [105] [106] [107] [108] [109] [110] [111] [112] [113] [114] [115] [116] [117] [118] [119] [120] [121] [122] [123] [124] [125] [126] [127] [128] [129] [130] [131] [132] [133] [134] [135] [136] [137] [138] [139] [140] [141] [142] [143] [144] [145] [146] [147] [148] [149] [150] [151] [152] [153] [154] [155] [156] [157] [158] [159] [160] [161] [162] [163] [164] [165] [166] [167] [168] [169] [170] [171] [172] [173] [174] [175] [176] [177] [178] [179] [180] [181] [182] [183] [184] [185] [186] [187] [188] [189] [190] [191] [192] [193] [194] [195] [196]

Inhaltsverzeichnis

TitelseiteTraditionen und Perspektiven im Werk von Erich Fromm
Einleitung
1 Von der Psychoanalyse zur analytischen Sozialpsychologie
1.1 Religionspsychologie und Psychoanalyse
1.1.1 Jüdische Religionspsychologie
1.1.2 Christliche Religionspsychologie
1.2 Grundlegung einer Sozialpsychologie und der Übervater Freud
1.2.1 Sigmund Freud, der Übervater
1.2.2 Analytische Ethnologie und Ödipus-Komplex
1.3 Analytische Sozialpsychologie
1.3.1 Karl Marx und die Psychoanalyse
1.3.2 Methode und Aufgabe einer analytischen Sozialpsychologie
1.3.3 Abgrenzung von Freuds Psychoanalyse
1.4 Studien über Autorität und Familie. Die Konzeption des Gesellschaftscharakters<48>
1.5 Kritik an und Konkurrenz mit Kollegen
2 Vom Judentum und Christentum zur Religion ohne Gott
2.1 Radikale Religionskritik
2.2 Psychoanalyse und Religion oder von der autoritären zur humanistischen Religion.
2.3 Auf der Suche nach der Universalsprache: Märchen, Mythen, Träume
2.4 Die Aktualität der Propheten - Fromms alt-neues Bündnis mit dem Alten Testament und dem Zen-Buddhismus
2.5 Blasphemie oder eine neue Religion? - „Ihr werdet sein wie Gott“
2.6 Freud und Marx als „atheistisch-religiöse Denker“
3 Vom Beitrag des Matriarchats zum Marxismus und vom marxistischen zum kommunitären Sozialismus
3.1 Plädoyer für eine Renaissance des Matriarchats
3.2 Das Marxsche Menschenbild und der historische Materialismus. Der Begriff der Arbeit und der Produktivität im Sinne von Marx.
3.3 Entfremdung
3.4 Der Marxsche Sozialismus
3.5 Die humanistische Psychoanalyse und ihr Konzept für eine gesunde Gesellschaft
3.6 Der Roboter-Mensch des 20. (und 21.) Jahrhunderts
3.7 Wege aus einer kranken Gesellschaft. Die Irrtümer und Widersprüche von Marx.
3.8 Der kommunitäre Sozialismus als Weg zu einer gesunden Gesellschaft
3.9 Fromms sozialistisches Manifest und Programm aus dem Jahre 1960: Den Vorrang hat der Mensch!
4 Kulturanalyse und Kulturkritik
4.1 Geschichtliches und Begriffsklärung
4.1.1 Zur Geschichte der Kulturkritik
4.1.2 Normal, gesund, krank oder neurotisch - gelten diese Begriffe auch für die Gesellschaft?
4.2 Der Staat als Erzieher. Zur Psychologie der Strafjustiz.
4.3 Zur Psychologie des ohnmächtigen Kleinbürgers
4.4 Die Furcht vor der Freiheit
4.5 Kulturanalyse des Mittelalters und der Reformation
4.6 Flucht ins Autoritäre, Destruktive oder Konformistische
4.7 Nationalsozialismus, Hitler und die Nekrophilie
4.7.1 Psychologie des Nazismus und des Kleinbürgers Hitler
4.7.2 Hitler als Prototyp des Nekrophilen
4.8 Das Doppelgesicht der Freiheit in der Moderne.
4.8.1 Kulturanalyse und Kulturkritik der demokratischen Gesellschaft
4.8.2 Kulturanalyse der technisierten Gesellschaft. Irrationale und rationale Autorität.
4.9 Aggression, Destruktivität und Nekrophilie in der Gesellschaft
4.10 Sozial-politische Stellungnahmen
5 Visionen eines neuen Humanismus
5.1 Grundzüge einer humanistischen Ethik
5.1.1 Die Natur des Menschen und dessen Möglichkeit, einen produktiven Charakter zu entwickeln
5.1.2 Selbstsucht und Selbstliebe
5.1.3 Autoritäres und humanistisches Gewissen
5.1.4 Lust, Glück und Glauben
5.1.5 Das Böse: Neurose oder Defekt? Absolute und relative (humanistische) Ethik.
5.1.6 Ist der Mensch gut oder böse?
5.2 Geschlecht und Charakter. Die Kunst des Liebens
5.2.1 Defiziente und echte Formen der Liebe
5.2.2 Liebe zwischen Eltern und Kind; Ablösung von der Familie.
5.2.3 Die Liebesobjekte: der Nächste, das Kind, der Partner, das Selbst und Gott
5.2.4 Der Verfall der Liebe in der westlichen Welt
5.2.5 Hohe Schule der Liebeskunst
5.3 Der Beitrag der Psychoanalyse zum Humanismus
5.4 Der Mensch ist kein Ding, sondern ein Wert
5.5 Sozio-politischer Humanismus: Der gesunde Mensch und die gesunde Gesellschaft
5.6 Zum Programm eines neuen Humanismus
6 Ausblick und kritische Würdigung: Fromms Beiträge zur Religionspsychologie, Soziologie, Pädagogik, Interdisziplinarität und humanistisch-sozialpolitischen Praxis
6.1 Basis des Frommschen Denkens: Die jüdische Sozialisation
6.1.1 Religionspsychologische Erwägungen
6.1.2 Zur Rezeptionsgeschichte von Fromms Religionspsychologie
6.2 Analytische Sozialpsychologie
6.2.1 Die „Kritische Theorie“ und der Gesellschaftscharakter
6.2.2 Symboltheorie, Interaktionslehre und Sprache
6.3 Aggressionstheorie
6.3.1 Neo-marxistische Analyse der Aggression
6.3.2 Sozialanalytische Theorie der Aggression; Kritik der Frommschen Thesen.
6.4 Pädagogik
6.5 Gibt es einen modernen Gesellschaftscharakter?
6.5.1 Der moderne Marketing-Charakter
6.5.2 Ost- und westdeutscher Gesellschaftscharakter?
6.5.3 Kindheit und Jugend 2000 in Deutschland
6.5.4 Die Generation Golf
6.5.5 Jugend 2000
6.6 Abschließende Bemerkungen
7 Zusammenfassung
Bibliographie Literaturverzeichnis
Anhang A Chronologisches Schriftenverzeichnis Erich Fromms mit Bandangaben der Gesamtausgabe (DVA und DTV 1980/81; 1989; 1999; Jahreszahl in Klammern: Schriften aus dem Nachlaß, Neu-Edition)
Lebenslauf
Selbständigkeitserklärung

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Wed Mar 14 15:21:56 2001