Lévy, Alfred: Traditionen und Perspektiven im Werk von Erich Fromm

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Kapitel 7. Zusammenfassung

Der vorliegenden Arbeit über „Traditionen und Perspektiven im Werk Erich Fromms“ (1900-1980) geht ein biographischer Teil voraus, der als Quellen seines umfangreichen Oeuvres das Gedankengut der jüdischen Religion (darin insbesondere der Propheten und des Talmud), der Soziologen Alfred und Max Weber, der religiösen und philosophischen Humanisten, des frühen Marx und der Psychoanalyse Freuds aufdeckt.

Es folgen Werkanalysen, die verdeutlichen, wie Fromm sich bemühte, eine nicht-theistische, humanistische Religion zu konzipieren, die er in eine ethisch inspirierte Psychoanalyse und in einen humanitären („kommunitären“) Sozialismus integrierte. Dabei spielte die Rezeption der Matriarchatsforschung, der frühen Schriften von Marx und der Konzepte Freuds eine grundlegende und leitende Rolle.

Religionspsychologische Studien, soziologische und historische Untersuchungen des Mittelalters, der Renaissance und vor allem des Protestantismus von Luther und Calvin führten zu (teilweise berühmten) kulturkritischen Arbeiten Fromms, die den Kapitalismus, Kommunismus und die technisierte moderne Gesellschaft betreffen. Darin bewährte sich seine eigentliche Entdeckung, der „Gesellschaftscharakter“, der unter anderem Begriffe wie „Konsum“- und „Marketing“-Charakter umfaßt. Mit Hilfe dieses Konzeptes untersuchte Fromm auch die Ursachen des Nationalsozialismus und der menschlichen Destruktivität (Aggressivität). Die Psychoanalyse Hitlers und seiner „Nekrophilie“ zählen ebenfalls zu den Höhepunkten des Frommschen Schaffens.

Ein Teil der Arbeit ist Fromms Visionen eines neuen Humanismus gewidmet. Dieser stützt sich auf einen dargestellten Gesundheits- und Krankheitsbegriff, auf die Liebesfähigkeit sowie auf soziale und politische Änderungen, die zum Entwurf einer Frommschen sozialistisch inspirierten Sozialutopie und zu seinem Engagement innerhalb der Friedensbewegung und der sozialistischen Partei der USA führten.

Abschließend wird Fromms Werk vor allem in den Bereichen der analytischen Sozialpsychologie, der Aggressionstheorie und der Pädagogik gewürdigt und kritisiert, wobei der Versuch unternommen wird, die Frommsche Begrifflichkeit des „Gesellschaftscharakters“ auf die moderne Jugend 2000 anzuwenden und sein Konzept der humanistischen Psychotherapie und Pädagogik zu ergänzen.


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Wed Mar 14 15:21:56 2001