Ludewig, Stefan: Ergebnisse der CT- Angiographie bei der Diagnostik von Nierenarterienstenosen

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Kapitel 5. ZUSAMMENFASSUNG

Zur Bestimmung der diagnostischen Wertigkeit der an unserem Institut durchgeführten CT- Angiographien (CTA) der Nierenarterien verglichen wir die verschiedenen Rekonstruktionen der CTA von 23 Patienten mit den Angiographieaufnahmen. Dabei wurden von jedem Patienten die axialen Schichten, coronale und axiale multiplanare Rekonstruktionen, Maximum- Intensitäts- Projektionen und 3D- Oberflächenrekonstruktionen erstellt. Ohne Kenntnis des angiographischen Befundes wurden zunächst alle Bilder, nach Rekonstruktionsart geordnet, beurteilt. Die endgültige Diagnose der CTA wurde danach anhand aller Bilder eines Patienten gestellt.

Bei einem Teil der 23 Patienten mit Verdacht auf eine relevante Nierenarterienstenose konnte eine solche durch die computertomographische Angiographie mit einer Sensitivität von 92,9% und einer Spezifität von 86,7 % nachgewiesen werden. Der CT- angiographische Stenosegrad stimmte bei Anwendung einer Unterteilung in fünf Kategorien in 65,9 % der Fälle mit dem der Angiographie überein (? = 0,468, “befriedigend“). Bei der Differenzierung der relevanten von den nicht relevanten Stenosen an insgesamt 44 Nierenarterien betrug der ?- Wert 0,759 („gut“). Dabei wurden fünf Fehlbefunde erhoben. Drei davon sind als methodenbedingt einzustufen, zwei wären vermeidbar gewesen. Klammert man diese aus, betragen Sensitivität und Spezifität jeweils 92,9 %. Diese Werte unterscheiden sich nicht wesentlich von denen anderer Studien. Mit dieser Aussagekraft ergibt sich in unserer Studie eine Reduktion der unnötig angiographierten Patienten auf ein Fünftel, wenn die Angiographie bei negativem CTA- Befund unterlassen worden wäre. Auffällig war die Tendenz der CTA zur Unterschätzung der Befunde in allen Rekonstruktionen.

Bei der Beurteilung der einzelnen Rekonstruktion lieferten die axialen Schichten (Sensitivität 78,6 %, Spezifität 90,0 %, ? 0,692) und die Maximum Intensitäts Projektion (MIP, Sensitivität 71,4 %, Spezifität 96,7 %, ? 0,726) die besten Resultate. Die axialen Schichten, die den geringsten Aufwand bei der Erstellung verursachen, sollten zur Befundung in jedem Fall hinzugezogen werden. Ihre Aussagekraft leidet bei schlechter Kontrastierung und starker Venenkontrastierung weniger als die der sonst ebenfalls sehr aussagekräftigen MIP. Die diagnostische Qualität der multiplanaren Reformationen war deutlich geringer, was zum Teil auf die fehlende Möglichkeit der Bildschirmbefundung zurückgeführt wird.

Mit durchschnittlich 92 ml intravenös verabreichtem Kontrastmittel konnte eine ausreichende Kontrastierung von über 150 HE bei 83% der Nierenarterien erreicht werden. Es kann vermutet werden, dass höhere Kontrastmittelmengen eine bessere Übereinstimmung der graduierten Befunde bewirkt hätten. Bezüglich der Erkennung relevanter Stenosen ergibt sich jedoch kein Unterschied zwischen unseren Ergebnissen und denen anderer Studien, die mehr Kontrastmittel verwendeten.

Die in unserer Arbeit festgestellte hohe diagnostische Qualität der Maximum- Intensitäts- Projektionen ließe sich wahrscheinlich durch eine exakte Bestimmung der Kontrastmitteltransitzeit mittels Testbolus noch steigern. Es sollte zukünftig überprüft werden, ob die zeitsparende Beurteilung von MIP und den axialen Schichten zur Befunderhebung ausreichend ist. Falls sich bei der Bilderstellung eine ungenügende Aussagekraft der MIP herausstellt, können noch multiplanare Rekonstruktionen erstellt werden.

Zusammenfassend konnten wir eine hohe diagnostische Wertigkeit der CT-Angiographie feststellen. Möglichkeiten zur weiteren Verbesserung unserer Untersuchungen liegen in der Befundung der axialen Schichten, der Bildschirmbefundung der multiplanaren Rekonstruktionen und in der Steigerung der Kontrastmittelmenge. Die CTA hat aufgrund der zu erwartenden Verfügbarkeit, ihrer hohen diagnostischen Wertigkeit und der geringen Untersucherabhängigkeit das Potenzial, durch den Einsatz bei klinischem Verdacht auf eine Nierenarterienstenose die Zahl unnötiger Angiographien zu reduzieren.


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Thu Apr 5 11:13:45 2001