3 Wege zur Lösung der Aufgabenstellung

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Für die retrospektive Analyse wurden die Krankenakten der Patienten ausgewertet, die zwischen 1997 und 1999 im Fachkrankenhaus für Lungenheilkunde und Thoraxchirurgie einer Talkum-Pleurodese unterzogen worden waren. Das entspricht einem Zeitraum, der vor der Tätigkeitsaufnahme der Autorin im FLT lag, womit eine Befangenheit gegenüber bekannten Patienten ausgeschlossen werden sollte.

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Die Jahre 1997 bis 1999 schienen auch deshalb geeignet, da inzwischen eine in der Onkologie gebräuchliche Zeitspanne von 5 Jahren (im Kontext zur 5-Jahre-Heilungs-quote nach Tumortherapie) vergangen war. Andererseits schien dieser Zeitraum auch notwendig zu sein, um bei den Befragungen aktuelle Trauerfälle ausschließen und Angehörige über das weitere Schicksal der Betroffenen nach der Krankenhausentlassung pietätvoll befragen zu können.

Um fundierte Aussagen zum Verhalten der Pleuraergüsse verschiedenartiger Primärtumoren erhalten zu können, werden nur fünf Kategorien betrachtet, in denen genügend Patienten behandelt wurden. Das sind Pleuraergüsse beim Mammakarzinom, beim Bronchialkarzinom, bei Karzinomen unklaren Primärtumors (CUP), bei malignen Pleuramesotheliomen und bei Ovarialkarzinomen.

Anhand der Analyse der in unserer Klinik geübten Technik sollen Empfehlungen gegeben werden, wie der Eingriff mit der geringsten Invasivität für den Betroffenen durchgeführt werden kann.

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Im Zusammenhang mit der Thematik gilt es, den Begriff „Lebensqualität“ zu definieren. Im Rahmen der Evaluationsforschung ist es von Bedeutung, mit Hilfe eines ökonomischen und für die Patienten leicht verständlichen Messansatzes Informationen zur Lebensqualität zu erhalten. Die Methode der Wahl für die retrospektive Verlaufsbeobachtung war das Interview von Angehörigen und behandelnden Hausärzten. Um dennoch an weitgehend sachliche Auskünfte über das Befinden der Kranken im häuslichen Bereich gelangen zu können, wiesen wir dem Symptom „Luftnot“ überragende Bedeutung zu.

Eine präoperative Zuordnung zu Lebensqualitäts-Kategorien war, wie in allen Arbeiten zu diesem Thema, auch in unserem Krankengut unterblieben, so dass wir uns nur auf subjektive Auskünfte zum postoperativen Befinden beziehen können, wobei natürlich der Vergleich „vorher – nachher“ subjektiv bei den Auskunft erteilenden Personen (Angehörige, behandelnde Allgemeinärzte) eingeflossen ist.

Darüber hinaus sollen anhand unserer Erfahrungen Empfehlungen erarbeitet werden, wie die Betroffenen trotz ihrer infausten Lebensprognose in das soziale Leben außerhalb der Klinik einbezogen werden können.

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Für Patienten, die nach unseren Erkenntnissen von einer invasiven Methode, die eine Talkum-Pleurodese verkörpert, ausgeschlossen werden, sollen alternative Behandlungsmethoden vorgeschlagen werden, die ebenso zu einer wenn auch bescheidenen Hebung der Lebensqualität beitragen können, ohne dass sie das Risiko eines Misserfolgs in sich bergen.


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07.09.2006