8 Zusammenfassung

▼ 78 (fortgesetzt)

Die Talkum-Pleurodese ist eine inzwischen etablierte Behandlung für Patienten, die im Verlaufe eines Tumorleidens und als Zeichen für dessen Unheilbarkeit einen metastatisch bedingten Pleuraerguss ausbilden. Beim Studium der Literatur besteht der Eindruck, dass diese Methode relativ unkritisch angewandt wurde und wird, was sich dadurch erklärt, dass diese Kranken den thoraxchirurgischen Abteilungen aus anderen Krankenhäusern und Abteilungen zugewiesen werden, weil deren Repertoire gegen das Tumorleiden erschöpft ist und diese keine Möglichkeit sehen, dem Ergussgeschehen begegnen zu können. Man folgte und folgt deshalb einem gewissen Behandlungsdruck. Der klinische Alltag lässt allerdings erkennen, dass viele der mit Pleurodese behandelten Patienten infolge der Invasivität der Talkum-Pleurodese in einem hohen Prozentsatz postoperativ morbide sind oder in einer nicht zu akzeptierenden Zahl sogar während des stationären Aufenthaltes versterben. Das sind Beobachtungen, die den Zielen der Palliativmedizin widersprechen. Anhand einer retrospektiven Analyse von Patienten mit unterschiedlichsten Tumorentitäten nach operativer Talkum-Pleurodese wird der Versuch unternommen, Kriterien für eine begründete Indikation aufzustellen und so die Patienten zu erkennen, die von der Maßnahme profitieren könnten. Obwohl die Mehrzahl der Operateure die Pleurodese ohne Berücksichtigung der aktuellen Lebensqualität zum Zeitpunkt der Indikationsstellung vornahmen, muss man heute auf dieser Einschätzung bestehen, um nicht, mit bester Absicht zwar, aber doch in blindem Aktionismus hilfesuchenden Kranken Maßnahmen zuzumuten, die hinsichtlich ihrer Invasivität in keinem Verhältnis zu der noch zu erwartenden Lebenszeit stehen. Die vorstehende Arbeit leistet mit der Beschränkung der Talkum-Pleurodese auf einen weitgehend definierten Personenkreis einen weiteren Beitrag, den Zielen der Palliativmedizin zu dienen.


© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.
XDiML DTD Version 4.0Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML-Version erstellt am:
07.09.2006