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3.  Ergebnisse

3.1. Vergleich der Serumkonzentrationen von VEGF, IGF-1 und IGFBP-3

3.1.1. Vergleich der Haupt- und Subgruppen

Um mögliche Unterschiede zwischen den Gruppen sichtbar zu machen, wurden die Messergebnisse als Punktemengen aufgetragen und sowohl Mittel- als auch Medianwerte der Haupt- und Subgruppen eingetragen.

3.1.2. Intraindividuelle Verläufe

Es wurden Diagramme von den intraindividuellen Verläufen als Gesamtgruppe und in einzelnen Subgruppen erstellt. Eine Übersicht der erhobenen Daten, sowie die Ergebnisse der Gruppenvergleiche (p-Werte) finden sich im Anhang, zunächst sollen an dieser Stelle wesentliche Ergebnisse beschrieben werden.


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3.1.2.1.  VEGF

Insbesondere beim VEGF zeigt sich durch die Auftragung der Werte als Punktemenge eine ausgeprägte interindividuelle Streubreite (43,6 bis 1038 pg/ml). Zwischen den Hauptgruppen Familiäre Belastung und nachgewiesene Präkanzerose und der Vergleichsgruppe Mammakarzinom lassen sich keine signifikanten Unterschiede der Verteilung feststellen (p>0,05).

Abb. 11: VEGF, Vergleich der Hauptgruppen

Tab. 14: VEGF, Vergleich der Hauptgruppen

 

Gruppe

Mittelwert (pg/ml) [weiss]

Median (pg/ml) [schwarz]

1

Familiäre Belastung

314

277

2

Präkanzerose

325

288

3

Mammakarzinom

367

465


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Intraindividuelle Verlaufsbeobachtung:

Vergleicht man die Einzelwerte im Verlauf miteinander, zeigen sich intraindividuelle Streubreiten im Mittel von 115 pg/ml (Median 118,5, Range 2-310). Bei 29,4% der Verläufe (10 Patientinnen) finden sich Differenzen von über 150 pg/ml, bei 8,8% (3 Patientinnen) über 250 pg/ml.

Abb. 12: Intraindividuelle Streubreite der VEGF-Serum-Werte (n=34)

(1-5= Zeitpunkte der Blutabnahmen)


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3.1.2.2.  IGF-1 und IGFBP-3

IGF-1:

Die interindividuellen IGF-1-Werte schwanken in einem Bereich von 13,4 bis 350 ng/ml. Die Werte in der Gruppe der gesunden Frauen mit familiärer Belastung sind signifikant höher als die Werte in der Gruppe der Patientinnen mit Präkanzerose (p=0,019), nicht aber als die Werte in der Gruppe der Patientinnen mit Mammakarzinom (p>0,05). Zwischen den Gruppen der Patientinnen mit Präkanzerose und den Patientinnen mit Mammakarzinom gibt es keinen signifikanten Unterschied (p>0,05).

Abb. 13: IGF-1, Vergleich der Hauptgruppen

Tab. 15: IGF-1, Vergleich der Hauptgruppen

 

Gruppe

Mittelwert (ng/ml) [weiss]

Median (ng/ml) [schwarz]

1

Familiäre Belastung

180

179

2

Präkanzerose

156

152

3

Mammakarzinom

150

133

[Seite 36↓]Intraindividuelle Verlaufsbeobachtung:

Es zeigen sich intraindividuelle Streubreiten der Werte im Mittel von 36 ng/ml (Median 27,5, Range 0-134). Bei 17,6 % der Verläufe (6 Patientinnen) finden sich Differenzen von über 60 ng/ml, bei 5,9% (2 Patientinnen) über 100 ng/ml.

Abb. 14: Intraindividuelle Streubreite der IGF-1-Serumwerte (n=34)

(1-5= Zeitpunkte der Blutabnahmen)


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IGFBP-3:

Die interindividuelle Streubreite der Werte des Bindungsproteins IGFBP-3 liegt bei 1493-7434 ng/ml. Es lassen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen Familiäre Belastung, Präkanzerose und Mammakarzinom feststellen (p>0,05).

Abb. 15: IGFBP-3, Vergleich der Hauptgruppen

Tab. 16: IGFBP-3, Vergleich der Hauptgruppen

 

Gruppe

Mittelwert (ng/ml) [weiss]

Median (ng/ml) [schwarz]

1

Familiäre Belastung

4034

3935

2

Präkanzerose

4299

4059

3

Mammakarzinom

4130

3921

[Seite 38↓]Intraindividuelle Verlaufsbeobachtung:

Es zeigen sich intraindividuelle Streubreiten der Werte im Mittel von 1792 ng/ml (Median 1587, Range 1-4074). Bei 14 Verläufen finden sich Differenzen von über 2000 ng/ml.

Abb. 16: Intraindividuelle Streubreite der IGFBP-3-Serumwerte (n=34)

(1-5= Zeitpunkte der Blutabnahmen)

3.1.2.3. IGF-1/ IGFBP-3-Ratio

Auch durch Bildung der IGF-1/ IGFBP 3-Ratio zeigen sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Hauptgruppen (p>0,05).


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3.1.2.4.  Vergleich der Subgruppen

Der Vergleich der Serumkonzentrationen von VEGF, IGF-1 und IGFBP-3 zwischen den Subgruppen zeigt bei allen der untersuchten Parameter keine signifikanten Unterschiede (p>0,05). Nur bei Vergleich der IGF-1-Werte bezüglich des Menopausenstatus finden sich sowohl in der Gesamtgruppe aller untersuchten Frauen, als auch in der Hauptgruppe der Patientinnen mit Präkanzerose und in der Hauptgruppe der familiär belasteten Frauen signifikante Unterschiede. Es lassen sich in allen Gruppen signifikant höhere Werte der prämenopausalen Frauen feststellen. (Gesamtgruppe: p<0,000; Präkanzerose: p=0,003; familiäre Belastung: p=0,001)

Abb. 17: Vergleich der IGF-1-Werte der Subgruppen prä-/ postmenopausal

Tab. 17: Vergleich der IGF-1-Werte der Subgruppen prä-/ postmenopausal

 

Gruppe

Mittelwert (ng/ml) [weiss]

Median (ng/ml) [schwarz]

1

prämenopausal

195

186

2

postmenopausal

148

143


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3.1.3.  Auswirkungen durch Toremifen (Fareston®)

Eine Auswirkung der Antiöstrogenbehandlung auf die Höhe der Serumwerte von VEGF, IGF-1 und IGFBP-3 lässt sich nicht zeigen, bei keinem der drei Parameter kann ein signifikanter Unterschied zwischen Therapie- und Kontrollgruppe festgestellt werden (p>0,05) Auch zeigen die individuellen Verläufe bei keinem der untersuchten Faktoren einen Trend zum Abfall oder Anstieg der Werte unter der Therapie

Abb. 18: VEGF, Vergleich der Subgruppen Toremifen/ Kontrolle

Tab. 18: VEGF, Vergleich der Subgruppen Toremifen/ Kontrolle

 

Gruppe

Mittelwert (pg/ml) [weiss]

Median (pg/ml) [schwarz]

1

Toremifen

365

387

2

Kontrolle

266

258

Abb. 19: IGF-1, Vergleich der Subgruppen Toremifen/ Kontrolle

Tab. 19: IGF-1, Vergleich der Subgruppen Toremifen/ Kontrolle

 

Gruppe

Mittelwert (pg/ml) [weiss]

Median (pg/ml) [schwarz]

1

Toremifen

145

149

2

Kontrolle

173

157

Abb. 20: IGFBP-3, Vergleich der Subgruppen Toremifen/ Kontrolle

Tab. 20: IGFBP-3, Vergleich der Subgruppen Toremifen/ Kontrolle

 

Gruppe

Mittelwert (ng/ml) [weiss]

Median (ng/ml) [schwarz]

1

Toremifen

4527

4116

2

Kontrolle

3957

4021

Abb. 21: Veränderung der VEGF-Konzentration unter Toremifen

Abb. 22: Veränderung der IGF-1-Konzentration unter Toremifen

Abb. 23: Veränderung der IGFBP-3-Konzentration unter Toremifen

(1-4= Zeitpunkte der Blutabnahmen)


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3.2.  Vergleich der VEGF-Werte mit denen eines Normalkollektives

Sowohl die Gesamtgruppe als auch die Gruppen der familiär belasteten Frauen und die Gruppe der Patientinnen mit Präkanzerose wurden mit VEGF-Werten von 234 gesunden Frauen ohne ersichtliche Risiken verglichen. Weder der Vergleich mit der Gesamtgruppe der Frauen ohne Risiken, noch mit der Gruppe der prämenopausalen (n=135) oder der Gruppe der postmenopausalen Frauen (n=99) erbrachte signifikante Unterschiede (p>0,05).

3.3. Vergleich der VEGF-Werte mit denen von Tumorpatientinnen

Ein Vergleich mit den im selben Labor erhobenen Daten von Patientinnen mit malignen und benignen Tumoren [Ernhardt (1999)] ergab folgende Ergebnisse. Sowohl die Frauen mit Präkanzerose als auch die familiär belasteten Frauen hatten signifikant niedrigere VEGF-Werte als die Patientinnen mit einem malignen Tumor (Mittelwert=442 pg/ml) (p<0,001) und niedrigere Werte als die Patientinnen mit benignen Tumoren (Mittelwert=348 pg/ml). Diese Differenzen waren jedoch nicht signifikant (p>0,05).


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3.4.  Vergleich der Risikomodelle nach Gail und nach Chang-Claude

Bei den 24 Frauen, deren anamnestische Daten die genaue Risikoberechnung nach beiden Modellen zuließ, fiel eine Diskrepanz zwischen den Ergebnissen auf, so unterscheidet sich das Risiko bei 9 Frauen (37,5 %) um mehr als 10 Prozentpunkte, bei 5 Frauen (20,8 %) um 15 Prozentpunkte. Nach dem Gail-Modell liegen die errechneten Risiken zwischen 6,4 und 40,1 %;nach dem Chang-Claude-Modell zwischen 10,7 % und 43,2 %. Im Mittel kann eine Abweichung von 9,65 Prozentpunkten festgestellt werden (Range 2,1-23,7). Dabei errechnen sich nach dem Chang-Claude-Modell in 15 Fällen höhere Risiken, in 9 Fällen nach dem Gail-Modell. Insbesondere bei den Frauen mit einem nach dem Modell von Chang-Claude errechneten sehr hohen Risiko (> 30) kommt die Berechnung nach Gail zu weit niedrigeren Werten.

Abb. 24: Abweichung der Risikoberechnung nach den Modellen Gail und Chang-Claude, n=24

Durch Auftragung in ein Korrelationsdiagramm lässt sich deutlich die geringe Korrelation der beiden Modelle erkennen.

Abb. 25: Korrelation der Risikomodelle nach Gail und Chang-Claude, n=24


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17.02.2004