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14.  Zusammenfassende Diskussion


Wie in der Einleitung ausgeführt, wurde Ellen Key bisher überwiegend in ihrer Rolle als Reformpädagogin sowie als Autorin von Das Jahrhundert des Kindes gesehen und gewürdigt. Diese Wahrnehmung und Einordnung lässt sich schon an der ersten Dissertation über Key nachweisen, die von Erdmann Rudolf Richter unter dem Titel Darstellung und Kritik der pädagogischen Ideen Ellen Keys verfasst und mit der er 1922 in Leipzig promoviert wurde. Auch zwei in den letzten Jahren angefertigte Dissertationen - Reinhard Dräbing: Der Traum vom Jahrhundert des Kindes (Aachen 1989), Verena Spillmann: Erziehungskonzeption für Heim und Schule unter besonderer Berücksichtigung der Rolle der Frau als Mutter bei der schwedischen Pädagogin und Schriftstellerin Ellen Key (Zürich 1992) - beschäftigen sich ausführlich mit den Erziehungskonzepten Keys.

Derselben Intention dienen Publikationen wie etwa von Sabine Andresen und Meike Sophia Baader: Wege aus dem Jahrhundert des Kindes - Tradition und Utopie bei Ellen Key, Reinhard Dräbing: Ellen Key, Eine Wegbereiterin der modernen Erlebnispädagogik? (1992) oder auch Gabriela Häfner: Ellen Key und das Selbstverständnis Schwedens zwischen Tradition und Moderne (1998).

Ebenso weist das von Meike Sophia Baader, Juliane Jacobi und Sabine Andresen herausgegebene Buch Ellen Keys reformpädagogische Vision – „Das Jahrhundert des Kindes“ und seine Wirkung (Weinheim und Basel 2000) die keysche Reformpädagogik sowie Das Jahrhundert des Kindes als thematische Schwerpunkte auf. Darin untersuchen z.B. Micha Brumlik die Pädagogik des Perfektionismus: Ellen Key, Johannes Bilstein Das Jahrhundert des Kindes in Worpswede, Jürgen Helmchen Ellen Key als „Zeiterscheinung“ – Zur historischen Platzierung des „Jahrhundert des Kindes“ oder Heinz-Elmar Tenorth die Natur als Argument in der Pädagogik des zwanzigsten Jahrhunderts. Diese Publikation stellt Ellen Key sehr umfassend in ihren Konsequenzen für die Pädagogik des 20. Jahrhunderts dar.

Im deutschsprachigen Raum haben sich in den letzten Jahren vor allem Sabine Andresen und Meike Sophia Baader in wissenschaftlichen Artikeln zu Fragen der Pädagogik und der Definition des Kindes bei Ellen Key geäußert.


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In der wissenschaftlichen wie auch populären Diskussion gilt Key also vorrangig als Reformpädagogin. Die vorliegende Arbeit hat sich in Ergänzung dazu einer Untersuchung der umfangreichen kulturanalytischen und kulturkritischen Facetten im Oeuvre Keys wie auch einer ausführlicheren biographischen Abhandlung, welche auf die Entstehungsbedingungen ihrer einzelnen Veröffentlichungen eingeht, zugewandt. Sie stellt eine biographische und werkanalytische Untersuchung über Ellen Key dar. Mittels biographisch-historischer, phänomenologischer und hermeneutischer Methoden wurden mehrere voneinander abgrenzbare Facetten des Lebenslaufes und des Werkes der schwedischen Reformpädagogin in ihren Beziehungen untereinander wie auch zu den epochalen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen herausgearbeitet.

Ausgehend von den eingangs formulierten Fragestellungen sollen an dieser Stelle einige der wesentlichen Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst werden. Die dabei verwendete Gliederung bezieht sich auf diejenige im Kapitel Fragestellungen, Hypothesen und Methoden.

(a) Inwiefern rezipierte Key die kulturkritischen und -analytischen Schriften der französischen Aufklärung, Goethes und Nietzsches und machte sie für ihre pädagogischen und psychologisch-anthropologischen Konzepte nutzbar?


Die französische Aufklärung wurde von Key vorrangig hinsichtlich der Schriften von Vauvenargues, Diderot und Rousseau rezipiert und nutzbar gemacht. An Vauvenargues, einem wichtigen Vertreter der Moralistik, schätzte sie dessen charakterliche Eigenschaften der Authentizität, Schlichtheit, Leidenschaftlichkeit und des Lebensmutes. Von ihm übernahm sie dessen anthropologische Grundüberzeugung von der friedfertigen und entwicklungsfreudigen Natur des Menschen.

Dieser Gedanke wurde auch von Rousseau hochgehalten, von dem die Denkfigur stammt, dass der Mensch aufgrund ungünstiger Kultureinflüsse in problematische und pathologische Richtungen erzogen und beeinflusst werde. Sein Kulturpessimismus ebenso wie sein Ruf „zurück zur Natur“ und seine „negative Pädagogik“ leiten sich von seiner Anthropologie her. Bei Key wandelten sich diese rousseauschen Ideen zu einer „Pädagogik vom Kinde her“. Den Kulturpessimismus Rousseaus allerdings teilte Key nicht; vielmehr war sie davon überzeugt, dass die Kultur den „Hebelarm der Erziehung“ (Jean Paul) darstellt.


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Denis Diderot bewunderte Key vor allem wegen seines Projektes der Enzyklopädie, für dessen Realisierung er universale Bildung ebenso wie Ausdauer und Optimismus benötigte. Insbesondere bezüglich seiner vielfältigen Interessen und „interdisziplinären“ Vorgehensweisen wurde Diderot zu einem Vorbild für Key, die an ihm ein Modell für ihre eigenen schriftstellerischen Aktivitäten fand.

An Goethe hat Key besonders dessen Hauptkunstwerk, sein Leben und sein von ihm gestaltetes Dasein, zu schätzen gewusst. Zwar verweist Key mehrfach auf die engen Verwandtschaftsgrade zwischen dem Dichter und Spinoza, von dem er eine pantheistische Weltanschauung übernommen habe; aber ansonsten rühmt sie an ihm sein Werk und seine Existenz, die er ganz aus sich selbst heraus geschaffen und geformt habe.

Für Keys eigene Konzeptbildung wurde Goethe wichtig hinsichtlich seiner Idee der Metamorphose. Sie interpretierte Goethe als Evolutionist und nutzte ihn damit als Gewährsmann für ihre eigene Pädagogik wie auch für ihr nicht immer explizit formuliertes Menschenbild. An Goethe wollte sie zeigen, dass die naturwissenschaftlichen bzw. biologischen Modelle Darwins auf die kulturellen - also die historischen, sozialen, politischen und psychologischen - Fragestellungen, welche Key zu beantworten suchte, anwendbar sind.

Nietzsche war für Key der wichtigste Philosoph, mit dessen Werk sie sich immer wieder zustimmend und kritisch auseinander setzte. Ihre Meinungen über und Interpretationen von Nietzsches Philosophie waren von Georg Brandes, Knut Hamsun und August Strindberg mitbestimmt. Vornehmlich beschäftigte sie sich mit den Begriffen des „Übermenschen“ und des „Willens zur Macht“.

Der erstere Begriff rief aufgrund des radikalen und elitären Individualismus, der sich darin kundtut, bei Key Kritik und Skepsis hervor. Sie plädierte statt dessen für eine „demokratische“ Form der Entwicklung von Individuen, welche die Mitmenschen viel stärker berücksichtigt, als dies bei Nietzsche der Fall war.

Den letzteren Begriff interpretierte Key im Sinne ihres monistischen Konzepts des Wachstums der Persönlichkeit. Hiermit vereinnahmte sie die Philosophie Nietzsches ähnlich wie mit einigen Zitaten aus Zarathustra für ihre eigene Anthropologie und Reformpädagogik – eine nicht selten gewollt wirkende Art der Vereinnahmung und Interpretation.


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(b) Bestand – ausgehend von ihren pädagogischen sowie psychologisch-anthropologischen Konzepten – ein Einfluss Keys auf die feministische Bewegung ihrer Zeit?


Key hat in mehreren Büchern und Artikeln ausführlich zu Fragen des Feminismus und der Frauenemanzipation Stellung bezogen. In Mißbrauchte Frauenkraft vertrat Key keinen egalitären, sondern einen dualistischen Standpunkt bezüglich der Emanzipation von Frauen. Sie war gewillt, den Frauen ihre Rolle als Hausfrau und Mutter weiterhin zuzugestehen. Allerdings sollte die dabei entrichtete Arbeit regulär entlohnt und damit aufgewertet werden - ein Vorschlag, der vorrangig auch von sozialistisch eingestellten Feministinnen favorisiert wurde.

Einen Überblick sowohl über ihre eigenen Schriften zur Problematik der Frauenfrage als auch über die Emanzipationsbewegung in Europa und den Vereinigten Staaten ganz allgemein hat Ellen Key in ihrem Buch Die Frauenbewegung gegeben. In ihrem Buch unterscheidet Key die „äußeren Ergebnisse der Frauenbewegung“ von den „inneren Wirkungen der Frauenbewegung“.

Zur ersten Gruppe rechnet sie z.B. die erweiterten Möglichkeiten für Frauen, außerhalb des eigenen Haushalts Arbeit und einigermaßen adäquate Entlohnung für sich zu finden, das Wahlrecht, das Scheidungsrecht oder das Recht auf Ausbildung und Studium.

Eine besondere Berücksichtigung bei der Darstellung der Geschichte der Frauenbewegung erfuhr bei Key die sozialistische Emanzipationsbestrebung. Die Autorin hielt mit ihrer Sympathie für diese Verbindung von sozialistischen und emanzipatorischen Bestrebungen nicht hinter dem Berg. Vor allem die Namen Clara Zetkin, Lily Braun sowie in England Alys Russell und Beatrice Webb werden von ihr mit Zustimmung zitiert. Kritisch beurteilt Key hingegen die konfessionellen Frauenbünde wie auch manche Vertreterinnen der bürgerlichen Frauenbewegung (Alice Salomon, Gertrud Bäumer und Helene Lange).

Zu vielen dieser zeitgenössischen Frauenrechtlerinnen empfand Key Distanz, weil deren Argumentation ihrem eigenen Individualismus zuwiderlief; dementsprechend zurückhaltend wurde Key in den Reihen der bürgerlichen Frauenbewegung rezipiert. Große Übereinstimmung bestand hingegen zwischen den emanzipatorischen Ansichten von Beatrice Webb [Seite 304↓]und Ellen Key, die sich etwa bezüglich der existentiellen Sicherstellung von Frauen (Mutterschaft) manifestierten.

Ein großer Gewinn der Frauenbewegung ist nach Key der weibliche Einfluss auf Wissenschaft, Philosophie und Kunst. Diese Bereiche der Kultur, in denen Frauen über Jahrhunderte hinweg zuwenig oder gar nicht repräsentiert waren, bedeuten für das weibliche Geschlecht eine Herausforderung und Chance zugleich. Nach Key nämlich können die Frauen beweisen, dass ihre diesbezügliche Inferiorität kulturell und gesellschaftlich determiniert und keine Naturbestimmung war oder ist.

Viele Frauen haben Key zufolge im Zuge des Feminismus nicht nur Vorteile zu gewärtigen. Es komme zu Überforderungssituationen bis hin zu regelrechten seelischen oder körperlichen Erkrankungen, weil die Betreffenden ihrer Doppel- und Dreifachbelastung durch Familie, Kindererziehung und Berufstätigkeit nicht gewachsen seien.

Key stellt sich in ihren Texten zur Frauenfrage eine Menschheit vor, in welcher die Verschiedenartigkeit von Mann und Frau nicht aufgehoben, sondern geachtet und als gleichwertig beurteilt wird. Weder männliche noch weibliche Überlegenheit, weder Kampf noch Unterwerfung sollen aus dieser Verschiedenartigkeit der Geschlechter resultieren.

Vehement wendet sie sich gegen jede Form von Egalitarismus, der ihrer Meinung nach den Frauen wie den Männern Gewalt antun würde. Ebenso lehnt sie die Reduktion individueller Wahlfreiheiten ab, welche den einzelnen Frauen z.B. die Möglichkeit raube, sich zwischen Mutterschaft und Berufstätigkeit entscheiden zu können. Der Individualismus sei allemal höher zu werten als Formen von Egalitarismus oder Kollektivismus, die für Key synonym waren.

Die Ausführungen Keys zum Feminismus und zur Frauenfrage stießen nicht auf einhellige Zustimmung. Den egalitär eingestellten Feministinnen war sie zu dualistisch, den bürgerlichen Kämpferinnen für die Frauenrechte war sie zu sozialistisch, den idealistisch gesinnten Verfechtern für die Sache der Frauen war sie zu biologistisch und den kämpferisch gegen die Männerwelt und das Patriarchat eingestellten Frauen war sie zu harmoniesüchtig.


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(c) Welche Haltung hatte Key zum Pazifismus?


Keys weltanschauliche Unabhängigkeit kam besonders hinsichtlich ihres pazifistischen Engagements zum Tragen. Diese Haltung ist um so erstaunlicher, als sie von ihr vor und während des Ersten Weltkriegs entwickelt und vertreten wurde, als europaweit - und selbst unter vielen Intellektuellen - eine antipazifistische oder sogar militaristische Grundeinstellung an der Tagesordnung war.

Key hat Anfang des 20. Jahrhunderts Bertha von Suttner besucht und über sie und ihr Werk in einer Broschüre Florence Nightingale und Bertha von Suttner - Zwei Frauen im Kriege wider den Krieg (1919) berichtet. Darin kommentiert Key detailliert und zustimmend den Inhalt und die Zielrichtung von Die Waffen nieder! Dieses Hauptwerk Suttners sei zwar kein Kunstwerk, habe aber bahnbrechende Wirkungen weit über den deutschsprachigen Raum hinaus erzielt. Imposant sei etwa die enorme Hellsichtigkeit der Autorin, mit der sie den kommenden Weltkrieg prognostizierte. Auch habe sie sehr klar die verschiedenen Ursachen und Bedingungen analysiert und benannt, welche den Krieg als Mittel der zwischenstaatlichen „Konfliktlösung“ erst ermöglichen und perpetuieren.

Neben Bertha von Suttner zitierte Key in ihren Schriften weitere Pazifisten wie etwa Anatole France, von dem sie pazifistisches Gedankengut in ihrem Buch Der Lebensglaube (1906) wiedergab. Auch auf den schwedischen Pazifisten Gustav Björkland ist Key in einem Artikel für die Wiener Zeitschrift Die Friedenswarte (1912) ausführlich eingegangen; insbesondere seine Verknüpfung von Pazifismus und Sozialismus fand ihre Zustimmung.

Eine besonders intensive Zusammenarbeit bezüglich des Pazifismus ergab sich zwischen Key und Georg Friedrich Nicolai. Dieser war vor allem mit seinem Buch Die Biologie des Krieges (1917) in Europa bekannt geworden; unter den humanistisch und progressiv orientierten Intellektuellen Europas hatte diese Publikation große Begeisterung ausgelöst. Romain Rolland, Georg Brandes, Ellen Key und Fridtjof Nansen bekannten sich öffentlich zu den Thesen und Argumenten Nicolais.

Aufgrund seiner Kultur- und Gesellschaftskritik geriet der Autor in Deutschland so sehr unter Druck, dass er sich für eine Flucht nach Skandinavien entschied, wo er eine Zusammenarbeit mit Ellen Key anstrebte [Seite 306↓]und realisierte. Beide gaben eine Zeitschrift für Frieden und Wiederaufbau heraus, die allerdings nur kurz Bestand hatte.

Während des Ersten Weltkriegs publizierte Key in den Basler Nachrichten vom 2. August 1916 und im Vorwärts vom 7. August 1916 je einen Aufsatz mit dem Titel Krieg. In diesen Arbeiten vertrat sie einen die Begriffe der Struktur und der Strukturelemente berücksichtigenden Standpunkt zum Thema Krieg und Pazifismus. Sie ging davon aus, dass ein Phänomen wie Krieg bzw. Militarismus als Struktur aufgefasst werden müsse, welche sich aus mehreren Strukturelementen zusammensetzt, wobei diese Elemente sich gegenseitig bedingen und verstärken.

Als Strukturelemente, welche Kriege vorbereiten, ermöglichen und perpetuieren, benannte Key z.B. den Klerikalismus, übertriebenen Patriotismus, imperialistischen Nationalismus, Militarismus, das Patriarchat sowie den Kapitalismus. Ausgehend von ihrer strukturellen Betrachtungsweise des Krieges postulierte sie bei ihren Überlegungen, wie denn Kriege verhindert und Frieden gesichert werden könne, dass Kulturen und Gesellschaften sich in vielen ihrer Bereiche verändern müssen, wenn sie sich von einer militaristischen zu einer pazifistischen Einstellung und Haltung hin entwickeln wollen.

Nach dem Ersten Weltkrieg setzte sich Key für die Etablierung eines Völkerbundes ein. Ihre Gedanken dazu fasste sie in einem Zeitungsartikel für die Neue Zürcher Zeitung vom 27. April 1919 zusammen, den sie unter der Überschrift Wie kann der Völkerbund kommen? publizierte. In diesem Beitrag befürwortete sie entschieden die Idee des Völkerbundes.

Allerdings war Key skeptisch bezüglich der Möglichkeit einer allzu einfachen Konkretisierung dieser Idee. Aufgrund ihrer pädagogischen und psychologischen Erfahrungen und Kenntnisse wusste sie um die Schwierigkeiten der einzelnen Individuen ebenso wie von Gesellschaften, hochrangige Ideale und Werte in der spröden und trägen politischen, gesellschaftlichen und familiären Wirklichkeit der Menschen umzusetzen. Die Frage, wie denn der Völkerbund realisiert und diese Idee Wirklichkeit werden könne, beantwortete die Pädagogin daher mit ihrem eindringlichen Hinweis auf die Notwendigkeit, Menschen dazu erziehen zu müssen.


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(d) Inwiefern setzte sich Key mit den politischen Debatten um den Sozialismus auseinander?


Key vertrat (in: Die Wenigen und die Vielen, 1895) die politische und historische Ansicht, dass es in der Menschheitsgeschichte Epochen gäbe, in denen entweder das Selbstgefühl oder das Mitgefühl dominierend seien. Ihr schwebte das Ideal einer Gesellschaftsform vor, die sowohl Solidarität und Mitgefühl als auch die Achtung vor der Individualität und Einzigartigkeit des Menschen gleichermaßen berücksichtigt.

Jede politische Ideologie oder gesellschaftliche Struktur dürfe und solle Ellen Key zufolge daraufhin beurteilt werden, inwiefern in ihnen sowohl das Mitgefühl als auch das Selbstgefühl zum Tragen kommen. In Die Wenigen und die Vielen untersuchte Key die damals viel diskutierten Modelle des Liberalismus und Sozialismus als wichtige gesellschaftliche Formen des Zusammenlebens auf ihre Möglichkeiten hin, diesen beiden Lebensformen einen entsprechenden Platz einzuräumen. Den Liberalismus wie auch den Sozialismus wählte die Autorin, weil beide - wie sie meint - „Kinder der Französischen Revolution“ seien und weil sie, Ellen Key, für diese historische Epoche besondere Sympathie aufbringe.

Ellen Key hat in Die Wenigen und die Vielen vorrangig auf den damals nur von der Theorie her zu beurteilenden Staatssozialismus Bezug genommen und diesen hinsichtlich seiner Werte und Ideale untersucht. Unter Staatssozialismus, den die Autorin in ihrem Text schlicht „Sozialismus“ nennt, verstand sie vor allem diejenigen Staats-, Wirtschafts- und Gesellschaftsformen, die von Karl Marx (1818-1883) und Friedrich Engels (1820-1895) ausgearbeitet oder in Umrissen entworfen worden waren.

An einer im Rahmen eines Staatssozialismus zu erwartenden zumindest partiellen Entwertung oder Geringschätzung von Individuen, die eine kommunistische Weltanschauung und Gesellschaftsordnung à la Marx und Engels mitbedingen können, übte Key heftige Kritik. Vor allem in ihrem Buch Der Lebensglaube (1906) forderte sie statt dessen eine Form von Sozialismus, welche dem Individuum hohe und höchste Wertschätzung entgegenbringt – eine Form, welche von Anarchisten und libertären Sozialisten vertreten wurde.

Von den bekannten libertären Sozialisten des 19. Jahrhunderts zitierte Key zustimmend Max Stirner, den sie in ihrem Text Die Wenigen und die Vielen rühmend hervorhebt und von dem sie ein Zitat ihrem Essay ü[Seite 308↓]ber Die Freiheit der Persönlichkeit 1 voranstellte. Außerdem steht zu vermuten, dass sie die Schriften oder zumindest Hauptgedanken von Peter Kropotkin kannte, dem russischen Anarchisten, der von Georg Brandes hoch geschätzt wurde. Kropotkin hat mit seinem Buch über Gegenseitige Hilfe in der Tier- und Menschenwelt eine überzeugende Polemik gegen Darwins survival of the fittest formuliert und muss von daher für Key eine gewisse Attraktivität besessen haben, die zwar Darwin verehrte, mit seiner These vom Überleben der Tüchtigsten jedoch nicht einverstanden war.

Noch ein weiterer Schriftsteller diente Key als Orientierung für ihre eigenen libertär-sozialistischen Ansichten: Es war dies Oscar Wilde, der seine diesbezüglichen Positionen in seinem Essay Die Seele des Menschen unter dem Sozialismus (1895) zum Ausdruck gebracht hat. Key kannte diese Schrift, und Wilde selbst schätzte sie als der Fabian Society (Sidney und Beatrice Webb) nahestehend. In Ihrem Essay über Nietzsche und Goethe (1907) ging sie auf den Gedanken Wildes ein, dass der Sozialismus seinem Wesen nach ein realisierter Individualismus zu sein habe.

In ihrem Essay Die Freiheit der Persönlichkeit (1903) hat Key ein entschiedenes Plädoyer für einen Individualismus gehalten, der an den Belangen und Interessen der Allgemeinheit und Menschheit orientiert ist und gleichzeitig den Auf- und Ausbau der eigenen Person als höchsten Wert deklariert. In dieser Abhandlung versuchte Key einen Brückenschlag zwischen Individuum und Kollektiv. Der Einzelne, den sich Key durchaus im Sinne Max Stirners vorstellte, zeichnet sich durch sehr individuelle Interessen, Neigungen, Antriebe, weltanschauliche Facetten, Entwürfe und Werthorizonte aus. Gleichzeitig verfügt er – so Key – über Common sense und Sozialinteresse, so dass die Entwicklung seiner Person nicht in sterilen Egozentrismus mündet. Ähnlich aber wie im Hinblick auf pazifistische Haltungen müssen Menschen auch für eine derart libertär-sozialistische Daseinsgestaltung erst erzogen werden – so das Resümee Keys zum politisch-gesellschaftlichen Fragenkomplex des Sozialismus.


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(e) Welche Positionen vertrat Key hinsichtlich der religiös-atheistischen Debatte ihrer Zeit?


Viele Äußerungen Keys vermitteln den Eindruck einer atheistischen Weltanschauung, die allerdings von pantheistischen, von Spinoza her inspirierten Gedanken durchsetzt und von einer tief empfundenen Begeisterung für die Natur und das Leben geprägt war, für welche sie den Begriff „Lebensglaube“ verwendete.

In Das Jahrhundert des Kindes verweist Key im Zusammenhang mit religiöser Erziehung respektive mit dem Unterricht, welcher auf religiöse Dogmen und Lehrsätze zurückgreift, auf die verdummenden und die Intelligenz der Kinder einschränkenden Effekte, die von einer derartigen Pädagogik induziert werden. An einer Stelle beschreibt sie z.B. die religiösen Sophismen, welche „die unbestechliche Logik des Kindes abstumpfen“2.

Hellsichtig und kulturkritisch hat Ellen Key in Das Jahrhundert des Kindes angemerkt, dass Curricula, welche von religiösen Dogmen geprägt sind, nicht nur die fragwürdigen Meinungen einiger weniger Lehrer widerspiegeln, sondern durchaus im Sinne der jeweiligen Staaten etabliert werden, die sich davon eine Stabilisierung ihrer meist hierarchisch und autoritär angeordneten Herrschaftsstrukturen versprechen.

In ihrem Buch Der Lebensglaube (1906) ging Key der Frage nach, aufgrund welcher äußeren und/oder inneren Entwicklungen und Einflüsse Menschen zunehmend in die Lage versetzt werden, sich mit religiösen Inhalten kritisch auseinander zu setzen. Neben den diesbezüglichen Überlegungen Nietzsches, der zu den vehementesten Religionskritikern unter den Philosophen zählt, verwendet Key dabei auch Gedanken von Ludwig Feuerbach (1804-1872). Dieser hatte seine Religionskritik in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts unter das Schlagwort der „Anthropologischen Reduktion“ gestellt – eine Denkfigur, welche von Key mit Zustimmung zitiert wurde.

Key entwickelte in Der Lebensglaube einen analogen Gedanken und ging davon aus, dass vor allem die zunehmende Überzeugungskraft einer naturwissenschaftlichen Weltanschauung dazu beitragen würde, vielen Menschen den Mut und die intellektuelle Klarsicht zu vermitteln, bei [Seite 310↓]sich und anderen eine anthropologische Reduktion zu initiieren. Dies gelinge beispielsweise den Anhängern der Deszendenz- und Evolutionstheorie von Charles Darwin besonders gut, da in den theoretischen Ausführungen dieses Biologen die Entstehung des Kosmos wie auch des Lebens ohne einen Schöpfergott gedacht wird.

Ein weiterer Religionskritiker, der zumindest indirekt Einfluss auf Keys Weltanschauung genommen hat, war David Friedrich Strauß (1808-1874). Key plädiert in Der Lebensglaube für einen bestimmten „Religions-Geschichts-Unterricht“, welcher den Kindern und Zöglingen ganz im Sinne von Strauß den mythologischen Charakter des Alten und Neuen Testaments nahe bringt und gleichzeitig die Figur Jesu Christi als eine lediglich historische, keineswegs aber göttliche definiert.

So sehr Key einerseits die kirchlich-religiösen Vorstellungen und Dogmen mitsamt dem damit verbundenen Aberglauben ablehnte und attackierte, so sehr war sie andererseits überzeugt davon, dass es unter den Menschen durchaus religiöse Gefühle gäbe, die wenig oder nichts mit einem Glauben an Götter oder transzendente Wesen, sehr wohl aber mit dem Glauben an das Leben und dessen Prinzipien zu tun habe. Eine derartige Haltung und Einstellung nannte sie „Lebensglaube“.

Als Vorläufer einer derartigen Haltung benannte Key etwa Lao-tse (604-520 v.Chr.), der in seinem Tao-te-king eine Weltsicht entworfen hat, die in gewisser Weise den „Lebensglauben“ vorwegnimmt. Daneben erwähnte Key in diesem Zusammenhang noch Lukrez (96-55 v.Chr.) sowie den italienischen Naturphilosophen Giordano Bruno (1548-1600). Die Hauptvertreter des Lebensglaubens waren für Key aber Spinoza und Goethe. Deus sive natura - Gott und die Natur sind eins: Diese Formel von Spinoza fand die uneingeschränkte Zustimmung Goethes (und Keys).

Neben diesen Vorläufern zitierte Key noch den Monismus ihres Zeitgenossen Ernst Haeckel, um ihr Konzept des Lebensglaubens zu untermauern. Die Materie respektive die Biologie tragen nach Haeckel die Prinzipien der Entwicklung des Lebens bis hinauf in die Sphäre des geistigen Daseins in sich, ohne dass Anfang oder Ende denkbar seien. Die Annahme eines Schöpfergottes lehnte Haeckel daher ebenso ab wie die Idee einer lenkenden oder helfenden transzendenten Instanz. Key verwässerte den radikal atheistischen Standpunkt Haeckels jedoch etwas und legierte seine Ansichten mit dem Begriff des (Lebens-) Glaubens.


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(f) Welche Beziehungen bestanden zwischen der Psychologie des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts (der akademischen Psychologie, tiefenpsychologischen Psychologie und der Psychoanalyse) und psychologisch-anthropologischen Konzepten Keys?


Key rezipierte um 1900 vorrangig die psychologischen Theorien von Wilhelm Wundt, Alfred Binet, Paul Flechsig und Emil Kraepelin. Zusammen mit den Texten Wilhelm Preyers und Charles Darwins verknüpfte Key sie zu ihrer eigenen „Entwicklungspsychologie“. Die Auswahl dieser Namen lässt erkennen, dass Ellen Key um 1900 in ihren psychologischen Ansichten und Vorstellungen stark von der Experimentalpsychologie sowie den naturwissenschaftlich dominierten Seelenmodellen der Neurologen und Psychiater beeinflusst war.

Der Entwicklungsgedanke Darwins bildete eine tragende Säule der keyschen Psychologie. Verstärkt durch die preyerschen Schriften entwarf sie ein Menschenbild sowie ein Modell der Seele, welche stark von biologistischen Konstrukten geprägt waren. Dies lag insofern auch nahe, als der Gedanke der Evolution im Bereich der Natur gewisse Parallelen zu demjenigen der Entwicklung des Individuums, genauer noch zur Entwicklungspsychologie des Kindes aufweist.

Die tiefenpsychologischen Konzepte der Jahrhundertwende (1900) wurden von Key nur indirekt in ihren Schriften prozessiert. Dabei hatte sie durch Georg Brandes, Lou Andreas-Salomé, Poul Bjerre und Alfhild Tamm durchaus theoretischen Zugang zur Psychoanalyse. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass Key bereits 1906 – also fünf Jahre, bevor sie die Bekanntschaft zwischen Lou Andreas-Salomé und Poul Bjerre gestiftet hatte – mit den Schriften oder zumindest mit maßgeblichen Gedanken Sigmund Freuds in Kontakt gekommen ist. Zumindest einige Passagen in Der Lebensglaube lassen vermuten, dass Key ihre Ansichten über die Wirkung unbewusster Leidenschaften und Antriebe sehr im Sinne und unter dem Einfluss der Tiefenpsychologie verfasst hat.

Der Einfluss der philosophisch geprägten Psychologie (z.B. derjenigen Arthur Schopenhauers, Friedrich Nietzsches und Henri Bergsons) auf Ellen Key kam vorrangig in ihrem monistischen Triebmodell zum Ausdruck.


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Darüber hinaus konnte Key aufgrund ihrer Orientierung an den psychologischen Ideen Schopenhauers und Nietzsches für die zentralen Begriffe ihrer eigenen Psychologie – z.B. Wachstum, organismische und ganzheitliche Entwicklung, Gefühl, Person und Selbsterziehung – überzeugende Beispiele sowohl hinsichtlich der Biographie als auch des Werkes dieser Gestalten zu zitieren. An ihnen und ihren Texten hat Key mindestens ebensoviel an psychologischen und anthropologischen Erkenntnissen gewonnen wie im direkten Kontakt mit Kindern und Jugendlichen.

Die daraus entspringende Psychologie Keys war letztlich intuitiver und spekulativer Natur. Sie stand in einem gewissen Widerspruch zu den experimentalpsychologisch geprägten Ansichten und Überzeugungen (z.B. von Binet, Kraepelin oder Wundt), die von ihr jedoch ebenfalls favorisiert wurden. Diese Widersprüchlichkeit zwischen einer geisteswissenschaftlich-philosophisch und intuitiv geprägten und einer naturwissenschaftlich-biologistisch konzipierten Psychologie verspürte Key durchaus, ohne aber in ihren Schriften immer einen gelungenen Ausgleich der dabei zutage tretenden Differenzen realisieren zu können.

Darüber hinaus war auch die Methode, welche Key anwandte, um Erkenntnisse über die Seele und ihre Entwicklungen beim Kind, Jugendlichen und Erwachsenen zu generieren, eine Mischung aus „ganzheitlicher“ und Intuitionen förderlicher Beobachtungen einerseits und quasi experimentalpsychologischer „Laborbedingungen“ andererseits. In moderner Terminologie ausgedrückt könnte man sagen, dass Key eine psychologische Methode und Vorgehensweise der Erkenntnisgewinnung favorisierte, die man als „Einzelfallanalyse“ oder auch als „teilnehmende Beobachtung“ bezeichnen könnte.

Die Defizite im Hinblick auf eine systematisierte Psychologie haben dazu beigetragen, dass Key bezüglich ihrer psychologischen Erwägungen unter den meisten akademischen Psychologen wie auch Tiefenpsychologen kaum rezipiert wurde. So wertvoll, überzeugend und wegweisend einzelne ihrer Gedanken zur Psychologie und Anthropologie auch gewesen sein mögen, so sehr vermisste man bei ihr eine explizite Bezugnahme beispielsweise auf die Tiefenpsychologie und ebenso den Entwurf eines ihre Ideen zusammenfassenden Gesamtkonzeptes der menschlichen Seele.


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(g) Wie gestaltete sich – ausgehend von der Rezeption der zeitgenössischen Philosophie und Wissenschaft – die Beziehung Keys zu Rassenhygiene und Eugenik?


Das nietzschesche Konzept vom „Willen zur Macht“ sowie vom „Übermenschen“, so wie Key es verstand, hat zusammen mit den Evolutionstheorien Darwins und Galtons bei ihr zu einer unkritischen Befürwortung von Rassenhygiene und Eugenik beigetragen.

Für Key schienen die Ausführungen Darwins oder Galtons hinsichtlich einer „Veredelung“ der Rasse wie auch des Einzelnen durchaus vereinbar mit den nietzscheschen Überlegungen zum „Übermenschen“, wobei Nietzsche damit vorrangig eine kulturelle und nicht eine biologische Höherentwicklung einzelner Menschen gemeint hatte. Diese scheinbare Übereinstimmung war ebenso wie der damals vorherrschende Zeitgeist, der dafür sorgte, dass in vielen Ländern rassenhygienische Grundsätze diskutiert wurden, für die diesbezüglich unkritische Haltung Keys mit verantwortlich.

Der Evolutionismus ließ Key nicht nur den Gedanken der Entwicklung im Bereich des psychischen und sozialen Lebens eines Individuums ins Auge fassen; ebenso war er dafür verantwortlich, dass die Konstrukte der Heridität bestimmter Charakterzüge und psychosozialer Fertigkeiten wie auch die Idee der sogenannten „Rassenhygiene“ in ihren Schriften eine gewisse, vom heutigen Standpunkt aus viel zu unkritische Rolle gespielt haben.

Die Verbindung von Rassenhygiene, Eugenik, Darwinismus und nietzschescher Philosophie hat bei der schwedischen Reformpädagogin tatsächlich dazu geführt, die außerordentlich problematischen Seiten einer darauf fußenden Politik, Ethik und Gesellschaftslehre gering zu achten oder völlig auszublenden. Und des weiteren hatte diese eigentümliche Mischung aus wissenschaftlichen, philosophischen und weltanschaulichen Facetten bei Key zur Folge, dass sie bezüglich ihrer Konzeption der menschlichen Seele stark biologistisch orientierte psychologische und anthropologische Positionen vertrat und formulierte.


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Die hier hervorgehobenen Ergebnisse machen deutlich, dass Ellen Key durchaus nicht – wie in der bisherigen Sekundärliteratur zum überwiegenden Teil geschehen – als bloße oder hauptsächliche Reformpädagogin eingeordnet werden muss. Vielmehr hat sie sich als bedeutende Kulturanalytikerin und Kulturkritikerin erwiesen; ihre pädagogischen Grundannahmen und Konzepte wurzeln in kulturanalytischen Untersuchungen und münden häufig in kulturkritische Haltungen ein. Die Pädagogin Ellen Key stellt nur eine Facette ihrer Persönlichkeit und ihres Werkes dar ihre Leistungen im Bereich der Erziehungslehre stark von den eben skizzierten Einflüssen und Anregungen aus Philosophie, Dichtung, Psychologie, Anthropologie, Pädagogik, Politik und Geschichte abhängen.

Neben diesen werkkonstituierenden Einflüssen wurde im Rahmen dieser Untersuchung auch ihrer Biographie gebührende Aufmerksamkeit gewidmet. Dabei interessierten vorrangig ihre vielfältigen Kontakte und Beziehungen zu Künstlern, Intellektuellen, Wissenschaftlern und Philosophen in Europa. Es konnte nachgewiesen werden, dass der zum Teil intensive Austausch zwischen Key und ihren kulturell oftmals sehr schöpferischen Freunden und Bekannten ganz wesentlich die Inhalte ihres Werkes mitbestimmt hat, wie auch umgekehrt die Wirkung mancher Texte Keys auf mit ihr in Kontakt stehende Kulturschaffende aufgezeigt wurde.

Erst ihre vielschichtigen kulturellen Interessen und weitverzweigten Kontakte haben es Key ermöglicht, ein Werk zu schaffen, welches die Pädagogik in komplexen Zusammenhängen mit anderen Kulturbereichen definiert – eine Art von Erziehungslehre, die sich (ausgenommen ihre unkritische Haltung zu Fragen der Rassenhygiene und Eugenik) durch ein hohes Maß von Integration vielfältiger wissenschaftlicher und philosophischer Überlegungen und Erkenntnisse auszeichnet.


Fußnoten und Endnoten

1 Key, E.: Die Freiheit der Persönlichkeit, in: Essays, Berlin 1903, S. 95ff.

2 Key, E.: Das Jahrhundert des Kindes, a.a.O., S 203



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11.08.2004