Arndt, Holger: Einsetzbarkeit und Nutzen der digitalen Spracherkennung in der radiologischen Diagnostik

31

Kapitel 4. Ergebnisse

4.1. Arbeitsaufwand zur Installation, Netzwerkeinbindung und Kopplung des Systems an das bestehende RIS

Der Zeitaufwand für die Einbettung des SP 6000 in obengenannter Konfiguration ( 3.1.7 ; Seite 25) wurde grundsätzlich auf 2 Tage veranschlagt. Das Spracherkennungssystem sowie die Novel Netware-Anbindung waren auf den gelieferten Rechnern vorinstalliert. Da die hausinterne Befundung mittels RIS (MEDORA)- gekoppeltem Winword 6.0 erfolgte und die Netzanbindung über das TCP/IP-Protokol realisiert war, erhielten die Rechner eine gültige IP-Adresse. Nach der Installation der RIS-Datenbankverbindung erfolgte ein Test beider Systeme. Die Anbindung des Spracherkennungssystems an das RIS erfolgte zum Zeitpunkt der Installation über ein Winword-Makro, das den erkannten und korrigierten Text unter Abarbeitung der Steuerworte in das geöffnete Winword-Dokument einträgt. Insgesamt wurde für die Installation, inclusive Testung ca. 10 h benötigt.

4.2. Zeitaufwand für das Initialtraining

Der Zeitaufwand für das Lesen der Trainingsdiktate betrug für den neuen Nutzer und für den Systembetreuer in Abhängigkeit von der Lesegeschwindigkeit und der auftretenden Lesefehler des neuen Nutzers ca. 1,5 - 2,5 h. Das Initialtraining konnte nur auf dem Computer gestartet werden, in dem die Acceleratorkarte installiert war, in unserem Fall also auf dem Spracherkennungsserver. Der Rechner benötigte ca. 2 h für das Initialtraining. Zusätzlich zu dem eigentlichen Training fielen noch administrative Aufgaben an (Neueintrag und Paßwortvergabe, Nutzereinweisung) die mit ca 1 h zu Buche schlugen ( Tabelle 3 ).

Tabelle 3 : Zeitaufwand für das Initialtraining

Lesen & Korrektur der Diktate

1,5 - 2,5 h

Initialtraining

2 h

Administration

1 h

Personeller Aufwand : (2 Personen)

2,5 - 3,5 h

Maschineller Aufwand :

2 h


32

4.3. Zeitaufwand für die Betreuung des laufenden Systems

Bei der Administration des laufenden Systems fielen wiederkehrende Aufgaben an.

In regelmäßigen Abständen sollte zur Sicherheit ein Backup des gesamten Systems erfolgen. Das bei uns wöchentlich im Wechsel auf 2 Bändern durchgeführte Backup erfolgte automatisch, so daß nur das Wechseln der Bänder und deren Beschriftung und sichere Ablage anfiel. Diese regelmäßigen Aufgaben erforderten ca. 10 min pro Woche.

Der Vokabelmanager sollte mindestens einmal wöchentlich zur Abarbeitung der neuen Worte genutzt werden. Der Zeitrahmen wechselte in Abhängigkeit von der Anzahl der neuen Worte. Die Pflege des Lexikons erforderte ca. 15 min Arbeitszeit pro Woche.

Im dauerhaften Betrieb sollten alle 2- 3 Wochen die angefallenen Diktatzeiten kontrolliert und eventuell eine Adaptation durchgeführt werden. Der Zeitaufwand zur Bedienung des Systems betrug dafür ca. 30 min. Bei der akustischen Adaptation war der Spracherkennungsserver in Abhängigkeit von der angefallenen Diktatzeit zwischen 4 - 16 h pro Benutzer blockiert. Die Vokabelaktualisierung, die auf jedem Diktat-PC oder auf dem Spracherkennungsserver gestartet werden konnte, blockierte den jeweiligen Rechner pro Nutzer für ca. 4 h.

4.4. Entwicklung der Fehlerrate

4.4.1. Fehlerrate nach dem Initialtraining

Die erste Adaptation wurde nach jeweils 9 Arbeitstagen durchgeführt, da sich innerhalb dieser Zeit genügend Sprachsignal angesammelt hatte. Daher wurde hier der Zeitraum dieser ersten 9 Tage betrachtet. Aufgrund der individuell unterschiedlichen Verteilung der befundeteten Untersuchungen ( Diagramm 1 , Seite 28) wurden die jeweils am häufigsten befundeten Untersuchungen extra beurteilt. Das bedeutet, bei Arzt 1 und 3 wurden die Thoraxuntersuchungen, bei Arzt 2 die Neuro-CT extra beurteilt. Die durchschnittliche Fehlerrate nach dem Initialtraining und vor der ersten Adaptation betrug 8,4 - 13,3 % ( Tabelle 4 ).

Tabelle 4 : Fehlerrate nach dem Initialtraining

Arzt 1

Arzt 2

Arzt 3

gesamt

Thorax

gesamt

CT-Neuro

gesamt

Thorax

Mittelwert (gesamt)

8,4 %

8,0 %

13,3 %

12,6 %

10,6 %

10,2 %

Standardabweichung

4,32

4,38

5,87

5,63

6,01

5,19


33

Diagramm 2: Entwicklung der Fehlerrate nach dem Initialtraining

Diagramm 3: Häufigkeitsverteilung der Fehlerrate nach dem Initialtraining (Arzt 1)


34

Diagramm 4: Häufigkeitsverteilung der Fehlerrate nach dem Initialtraining (Arzt 2)

Diagramm 5: Häufigkeitsverteilung der Fehlerrate nach dem Initialtraining (Arzt 3)

Im Verlauf ( Diagramm 2 , Seite 33) und der Häufigkeitsverteilung der Fehlerraten ( Diagramm 3 - Diagramm 5 ) sowie an Hand der Standardabweichung ließen sich interindividuelle Unterschiede in der Schwankungsbreite feststellen.

Die im Diagramm 2 eingefügten Trendkurven veranschaulichen eine mehr oder weniger deutliche Verringerung der Fehlerrate über den Zeitraum zwischen Initialtraining und erster Adaptation, obwohl in diesem Zeitraum weder eine akustische Adaptation noch ein Vokabeltraining durchgeführt wurde.


35

4.4.2. Fehlerrate nach der ersten Adaptation

Der betrachtete Zeitraum liegt in der Zeit zwischen der ersten und der zweiten Adaptation. Da es durch den internen Arbeitsablauf und den Rotationsbetrieb zu unterschiedlichen Aufgabenverteilungen kam, konnte die zweite Adaptation nicht bei allen Testpersonen nach der gleichen Anzahl von Tagen erfolgen, so daß der hier betrachtete Abschnitt unterschiedlich lang ist, jedoch vergleichbar viel Sprachmaterial enthält (> 3 h Sprachsignal).

Nach der Durchführung der ersten Adaptation (akustisches Training und Vokabeltraining) kam es zu einer deutlichen Verbesserung der durchschnittlichen Erkennungsrate.

Tabelle 5 : Fehlerrate nach erster Adaptation

Arzt 1

Arzt 2

Arzt 3

gesamt

Thorax

gesamt

CT-Neuro

gesamt

Thorax

Mittelwert

2,4 %

2,2 %

10,7 %

10,6 %

2,8 %

2,8 %

Standardabweichung

2,84

2,56

5,06

5,05

3,03

3,03

Diagramm 6: Entwicklung der Fehlerrate nach der ersten Adaptation

Nach der ersten Adaptation lagen die durchschnittlichen Fehlerraten bei 2,4 - 10,7 % ( Tabelle 5 ). Im Vergleich mit den durchschnittlichen Fehlerraten vor der ersten Adaptation (8,4 - 13,3 %; Tabelle 4 , Seite 32) besteht eine deutliche Verringerung der Fehlerraten. Die Standardabweichung zeigte eine deutliche Regredienz. Die Signifikanzprüfung der Fehler-


36

raten vor und nach der 1. Adaptation (Thoraxdiagnostik Arzt 1: p < 0,01; Arzt: 3: p<0,01; CT-Neuro Arzt 2: p=0,036) bestätigte eine signifikante Verringerung der Fehlerraten bei Arzt 1, Arzt 2 und Arzt 3.

Die Häufigkeitsverteilung der Fehlerrate ( Diagramm 7 ) zeigt, daß bei etwa 1/3 der erkannten Diktate bei Arzt 1 und Arzt 3 keine Fehler auftraten. Arzt 2 wies eine erhöhte Häufigkeit der Fehlerraten 7 - 17 % auf.

Diagramm 7: Häufigkeitsverteilung der Fehlerraten nach der ersten Adaptation

Vergleicht man die Häufigkeitsverteilung der Fehlerraten nach der ersten Adaptation ( Diagramm 7 ) mit der für den Zeitraum Initialtraining - 1. Adaptation ( Diagramm 3 - Diagramm 5 , Seite 33- 34), so ist vor allem bei Arzt 1 und Arzt 3, geringer auch bei Arzt 2 eine Verschiebung des Häufigkeitsmaximums in Richtung einer geringeren Fehlerrate zu erkennen.

4.4.3. Fehlerrate nach der zweiten Adaptation

Die Entwicklung der Fehlerrate nach der 2. Adaptation kann nur für Arzt 1 und Arzt 3 beurteilt werden. Arzt 2 nahm erst im späten Verlauf der Datenerfassung an der Testung des Spracherkennungssystems teil, so daß bis zur Beendigung der Datenerfassung mit ihm lediglich das Initialtraining und die 1. Adaptation durchgeführt werden konnten. Der betrachtete Zeitraum zwischen zweiter und dritter Adaptation bei den verbleibenden


37

Testpersonen (Arzt1 und Arzt 3) war aus arbeitsorganisatorischen Gründen ebenfalls unterschiedlich groß.

Tabelle 6 : Fehlerrate nach zweiter Adaptation

Arzt 1

Arzt 3

gesamt

Thorax

gesamt

Thorax

Mittelwert

2,1 %

1,7 %

2,2 %

2,2 %

Standardabweichung

2,34

1,91

2,41

2,39

Im Vergleich zu den Fehlerraten nach der 1. Adaptation (2,4 % und 2,8 %; Tabelle 5 , Seite 35) zeigte sich wiederum eine Verringerung der Fehlerrate auf 2,1 % und 2,2 % ( Tabelle 6 , Seite 37) sowie eine Verringerung der Standardabweichung bei beiden Nutzern. Diese Verbesserung fiel jedoch weitaus geringer aus als bei der 1. Adaptation.

Die Signifikanzprüfung der Fehlerraten vor und nach der 2. Adaptation (Thoraxdiagnostik Arzt 1: p<0,01; Arzt 3: p=0,01) beweist, daß es sich auch hier um eine statistisch signifikante, wenn auch geringe Verbesserung der Erkennungsrate handelte.

Diagramm 8: Entwicklung der Fehlerrate nach der zweiten Adaptation

Der auffällige Anstieg der Fehlerrate bei Arzt 1 am Tag 14 nach der 2. Adaptation ( Diagramm 8 ) fiel mit einem eintägigem Wechsel des Untersuchungsplatzes (Wechsel von der Thorax- zur Skelettbefundung ) zusammen.


38

Diagramm 9: Häufigkeitsverteilung der Fehlerraten nach der zweiten Adaptation

Der Vergleich der Häufigkeitsverteilungen der Fehlerraten vor und nach der 2. Adaptation ( Diagramm 7 ; Seite 38 und Diagramm 9 ; Seite 41) zeigte eine geringe Zunahme der fehlerfrei bzw. fehlerarm erkannten Befunddiktate (Fehlerrate 0 - 3 %).

4.4.4. Weitere Entwicklung der Fehlerrate (nach der dritten Adaptation)

Sowohl bei Arzt 1 als auch bei Arzt 3 kam es im Vergleich zu dem Zustand vor der 3. Adaptation ( Tabelle 6 , Seite 37) zu einer Erhöhung der durchschnittlichen Fehlerrate (von 2,1 % auf 3,3 % bzw. von 2,2 % auf 3,1 %). Auf Grund der hausinternen Rotation wurden im Verlauf der Datenerfassung nach der dritten Adaptation verstärkt Befunde unterschiedlichster Untersuchungen erstellt.

Tabelle 7 : Fehlerrate nach der dritten Adaptation

Arzt 1

Arzt 3

gesamt

Thorax

gesamt

Thorax

Mittelwert

3,3 %

1,9 %

3,1 %

1,8

Standardabweichung

2,67

2,32

2,19

2,16


39

Diagramm 10: Entwicklung der Fehlerrate nach der dritten Adaptation

Diagramm 11: Häufigkeitsverteilung der Fehlerraten nach der dritten Adaptation

Betrachtet man lediglich die Fehlerrate der Thoraxbefundungen ( Tabelle 7 , Seite 38) im Vergleich zu der Fehlerrate nach der 2. Adaptation ( Tabelle 6 , Seite 37), ergibt sich eine geringe Verbesserung der Erkennungsrate bei Arzt 3 (von 2,2 % auf 1,8 %) sowie ein geringer Anstieg der Fehlerrate von Arzt 1 (von 1,7 % auf 1,9 %) ohne eine wesentliche Veränderung des Verlaufs der Fehlerrate ( Diagramm 10 ). Auch die Häufigkeitsverteilung der Fehlerraten ( Diagramm 11 ) zeigte keine auffällige Veränderung im Vergleich zu den Daten nach der zweiten Adaptation ( Diagramm 9 , siehe Seite 38).

Die Signifikanzprüfung der Fehlerraten vor und nach der 3. Adaptation (Thoraxdiagnostik Arzt 1: p=0,49 ; Arzt 3: p=0,26) zeigte, daß die Veränderung der Fehlerrate der Thoraxbefundungen nach der 3. Adaptation bei Arzt 1 und Arzt 3 nicht signifikant war.


40

4.4.5. Fehlerrate in Abhängigkeit vom Individuum

Da von Arzt 1 und Arzt 3 eine genügend große Anzahl von Thoraxuntersuchungen befundet worden war, bot sich an, die individuellen Fehlerraten in Abhängigkeit vom Adaptationsstatus zu untersuchen. Um eventuell signifikante Unterschiede zu erkennen, wurde der ungepaarte Wilcoxon-Rangsummen-Test angewandt. Tabelle 8 zeigt die Entwicklung der Fehlerraten bei der Thoraxbefundung. Schon nach der ersten Adaptation traten interindividuell keine signifikanten Unterschiede in der Häufigkeit von falsch erkannten Worten auf (P= 0,11). Nach der 2. Adaptation stieg der Unterschied der individuellen Fehlerraten der beiden Ärzte wieder gering an (P= 0,026), nach der 3. Adaptation jedoch gab es erneut keinen signifikanten Unterschied (P=0,57).

Tabelle 8: Fehlerrate der Thoraxdiktate (Arzt 1 + Arzt 3)

Arzt 1 Fehlerrate [%]

Arzt 3 Fehlerrate [%]

Wahrscheinlichkeit p

Initialtraining

8,0

10,2

0,0

1. Adaptation

2,2

2,8

0,108

2. Adaptation

1,7

2,2

0,0263

3. Adaptation

1,9

1,8

0,5733

4.4.6. Fehlerrate in Abhängigkeit von der Untersuchungsart und -anzahl

Das Lexikon des SP 6000 enthielt am Anfang der Testphase vor allem Vokabeln aus der konventionellen Röntgendiagnostik, insbesondere der Thoraxdiagnostik. Um die Einsetzbarkeit an verschiedenen Arbeitsplätzen beurteilen zu können, war es wichtig, die Entwicklung der Fehlerraten unter dem Gesichtspunkt der verschiedenen Untersuchungstechniken zu betrachten. Untersuchungen, von denen nur Daten eines Diktates pro Zyklus vorlagen, wurden nicht berücksichtigt.

Nach der ersten Adaptation war bei allen Untersuchungsarten die Fehlerrate gefallen. Bei den Diktaten der Thoraxdiagnostik kam es jedoch zu einer stärkeren Verbesserung als bei allen anderen Untersuchungsarten.


41

Tabelle 9 : Entwicklung der Fehlerrate in Abhängigkeit von der Untersuchungsart und -anzahl (Arzt 1)

Rö Thorax

Rö Skelett

Rö Urologie

CT

Fehlerrate

Diktatanzahl

Fehlerrate

Diktatanzahl

Fehlerrate

Diktatanzahl

Fehlerrate

Diktatanzahl

nach Initialtraining

8,0 %

169

10,7 %

6

6,2 %

5

11,6 %

5

nach 1. Adaptation

2,4 %

319

5,5 %

6

3,5 %

6

4,7 %

4

nach 2. Adaptation

1,7 %

326

5,4 %

22

3,8 %

13

4,4 %

11

nach 3. Adaptation

1,9 %

49

0

4,2 %

75

3,0 %

8

Tabelle 10 : Entwicklung der Fehlerrate in Abhängigkeit von der Untersuchungsart und -anzahl (Arzt 2)

CT Neuro

MRT Neuro

Fehlerrate

Diktatanzahl

Fehlerrate

Diktatanzahl

nach Initialtraining

12,6 %

56

12,5 %

2

nach 1. Adaptation

10,5 %

106

9,5 %

8

Tabelle 11 : Entwicklung der Fehlerrate in Abhängigkeit von der Untersuchungsart und -anzahl (Arzt 3)

Rö Thorax

Rö Skelett

Fehlerrate

Diktatanzahl

Fehlerrate

Diktatanzahl

nach Initialtraining

10,0 %

140

32,0 %

3

nach 1. Adaptation

2,8 %

372

0

nach 2. Adaptation

2,2 %

478

0

nach 3. Adaptation

1,8 %

69

10,2 %

23

Während es bei Arzt 3 zu einer weiteren, wenn auch geringen Verbesserung der Erkennungsrate der Thoraxdiagnostik nach der 2. und 3. Adaptation kam, war bei Arzt 1 nach der 3. Adaptation ein Verringerung der Erkennungsrate der Diktate der Thoraxdiagnostik und urologischen Diagnostik zu bemerken.


42

4.4.7. Fehlerrate in Abhängigkeit von der Diktatdauer

Tabelle 12 : Fehlerrate in Abhängigkeit von der durchschnittlichen Diktatlänge (Arzt 1)

Rö Thorax

Rö Skelett

Rö Urologie

CT

Fehlerrate

Diktatlänge

(Mittelwert)

Fehlerrate

Diktatlänge

(Mittelwert)

Fehlerrate

Diktatlänge

(Mittelwert)

Fehlerrate

Diktatlänge

(Mittelwert)

nach Initialtraining

8,0 %

74 s

10,7 %

67 s

6,2 %

92 s

11,6 %

218 s

nach 1. Adaptation

2,4 %

69 s

5,5 %

85 s

3,5 %

48 s

4,7 %

205 s

nach 2. Adaptation

1,7 %

74 s

5,4 %

79 s

3,8 %

71 s

4,4 %

172 s

nach 3. Adaptation

1,9 %

76 s

4,2 %

78 s

3,0 %

178 s

Tabelle 13 : Fehlerrate in Abhängigkeit von der durchschnittlichen Diktatlänge (Arzt2)

CT Neuro

MRT Neuro

Fehlerrate

Diktatlänge

(Mittelwert)

Fehlerrate

Diktatlänge

(Mittelwert)

nach Initialtraining

12,6 %

108 s

12,5 %

147 s

nach 1. Adaptation

10,5 %

103 s

9,5 %

146 s

Tabelle 14 : Fehlerrate in Abhängigkeit von der durchschnittlichen Diktatlänge (Arzt 3)

Rö Thorax

Rö Skelett

Fehlerrate

Diktatlänge

(Mittelwert)

Fehlerrate

Diktatlänge

(Mittelwert)

nach Initialtraining

10,0 %

64 s

32,0 %

82 s

nach 1. Adaptation

2,8 %

64 s

nach 2. Adaptation

2,2 %

66 s

nach 3. Adaptation

1,8 %

72 s

10,2 %

64 s

Es ließ sich keine Abhängigkeit der Fehlerrate von der durchschnittlichen Diktatlänge ( Tabelle 12 - Tabelle 14 ) nachweisen.


43

Tabelle 15 : Vergleich der Fehlerrate mit dem zugrundeliegenden Sprachsignal

Arzt 1

Arzt 3

Fehlerrate (gesamt)

Diktatlänge (gesamt)

Fehlerrate (gesamt)

Diktatlänge (gesamt)

nach 1. Adaptation

2,4 %

246 min

2,8 %

151 min

nach 2. Adaptation

2,1 %

423 min

2,2 %

394 min

nach 3. Adaptation

3,3 %

436 min

3,1 %

474 min

Bei dem Vergleich der Fehlerraten mit dem für die vorhergehende akustische Adaptation zur Verfügung stehenden Sprachsignal ( Tabelle 15 ) war kein Zusammenhang erkennbar. Das bedeutet, daß eine Ansammlung von Sprachmaterial über die empfohlene Grenze von 2 h hinaus keine Verbesserung der Erkennungsleistung, aber eine Verlängerung der Dauer der akustischen Adaptation und damit der Blockierung des Spracherkennungsservers mit sich brachten.

4.5. Kontrolle und Korrektur in Abhängigkeit von der Fehlerrate

Diagramm 12: Abhängigkeit des Korrekturaufwandes von der Fehlerrate


44

Zur Beurteilung des Aufwandes für die Kontrolle und Korrektur des erkannten Textes wurde die Korrekturzeit erfaßt. Da der Zeitaufwand zum Lesen eines Textes in Abhängigkeit von der Textgröße (Diktatlänge) variierte, wurde zur Beurteilung des Korrekturaufwandes ein Quotient aus der Korrekturzeit und der Diktatlänge (Q(K,D)) errechnet. Als Einheit wurde eine Korrekturminute pro Diktatminute gewählt (Kmin * Dmin-1).

Wie durch die in das Diagramm 12 (Seite 42) eingefügten Trendkurven hervorgehoben wird, kam es erwartungsgemäß zu einer Verlängerung der Korrekturzeit bei verringerter Erkennungsrate (bzw. hoher Fehlerrate). Bei Fehlerraten von 17 % und mehr kam es zu einer Unregelmäßigkeit des Kurvenverlaufs.

Interessant ist auch der interindividuell unterschiedliche Kurvenverlauf. Hier wurde deutlich, das die unterschiedliche Handhabung des Computers sowie die Schreibgeschwindigkeit einen nicht zu unterschätzenden Einfluß auf die notwendige Zeit zur Korrektur hatten.

4.6. Beurteilung der Befundungszeit

Bei der Beurteilung der notwendigen Zeit zur Erstellung eines schriftlichen Befundes wurde nur die Arbeitszeit berücksichtigt, die sich bei den verschiedenen Befunderstellungsmethoden unterschied. Die Zeit zum Aufrufen der aktuellen Untersuchung des jeweiligen Patienten aus dem RIS, die Zeit der eigentlichen Befundung (Aufhängen der Bilder, Betrachtung und Beurteilung) und die Zeit zum Ausdruck des fertigen Befundes wurden nicht berücksichtigt.

Bei der Beurteilung der Befundungszeit wurden Untersuchungsarten, bei denen nur Daten zu einem Befunddiktat vorlag, wurden außer acht gelassen.

4.6.1. Zeitdauer zur Befunderstellung mittels SP 6000

Bei der Betrachtung der notwendigen Zeit zur Erstellung eines schriftlichen Befundes unter Nutzung des Spracherkennungssystems fiel als variable Größe die Diktatzeit sowie die notwendige Korrekturzeit ins Gewicht.


45

Diagramm 13: durchschnittliche Befundungszeit (Arzt 1)

Diagramm 14: durchschnittliche Befundungszeit (Arzt 2)

Diagramm 15: durchschnittliche Befundungszeit (Arzt 3)

Die durchschnittliche Befundungszeit pro Diktat variierte zwischen 99 s und 380 s ( Tabelle 16 , Seite 45). Dabei spielten zum einen die Komplexität der Untersuchung (CT / MRT- Befundung komplexer als konventionelles Rö-Thorax), zum anderen die individuelle Fertigkeit bei der Bedienung des Korrektureditors eine große Rolle. Die relativ hohen Standardabweichungen ( Tabelle 16 ) bei den verschiedenen Untersuchungsarten weisen auf die große Variabilität der Befundlänge innerhalb einer Untersuchungstechnik hin.


46

Tabelle 16 : mittlere Diktatzeit, mittlere Korrekturzeit und Standardabweichung für beide Zeiten

Untersuchungsart

Diktatzeit

Korrekturzeit

Standardabweichung (Diktatzeit)

Standardabweichung (Korrekturzeit)

Arzt1

Thorax

71 s

35 s

19,27

24,99

Thorax + Zweitunters.

115 s

71 s

20,02

26,57

Magen/ Darm

66 s

54 s

7,00

16,77

Skelett

67 s

50 s

35,10

43,75

CT

190 s

171 s

64,23

177,83

Ultraschall

83 s

62 s

24,47

26,08

Urologie

76 s

53 s

30,19

31,37

Arzt 2

Thorax

45 s

120 s

18,38

84,85

CT Neuro

105 s

176 s

34,02

110,07

MRT Neuro / Hals

159 s

221 s

45,26

97,58

Urologie

86 s

260 s

13,32

69,28

Arzt 3

Thorax

65 s

34 s

20,00

14,13

Skelett

64 s

69 s

31,03

58,36

4.6.2. Zeitdauer zur Befunderstellung mittels Schreiben

Tabelle 17 (Seite 47) zeigt die durchschnittliche Schreibdauer für Befunde der unterschiedlichen Untersuchungstechniken. Unterschieden wurde zwischen Schreiben mit und ohne Textbaustein.

Erwartungsgemäß brachte die Nutzung von Textbausteinen eine erhebliche Zeiteinsparung. So konnte zum Beispiel in der Thoraxdiagnostik die Schreibdauer von Arzt 1 von 119 s auf 42 s unter Nutzung von Textbausteinen gesenkt werden. Ähnlich der Befunderstellung über das Diktieren ( Tabelle 16 , Seite 46) zeigte sich auch bei der schriftlichen Befundung eine hohe Standardabweichung der Befunderstellungsdauer.


47

Tabelle 17 : Schreibdauer ( Arzt 1 + Arzt 3)

Befundart

Anzahl der Befunde

Schreibdauer

Standardabweichung

Arzt 1

ohne Textbaustein

Rö Thorax

119

66 s

29,32

Thorax + Zweitunters.

6

133 s

10,41

Rö Skelett

9

78 s

53,11

Rö Trauma

181

31 s

28,50

Rö Abdom

3

16 s

5,13

Rö Magen/Darm

2

53 s

31,82

US Abdom

106

105 s

69,17

US Abdom + Zweitunters.

23

163 s

127,90

US Niere

5

87 s

22,93

Rö HNO

5

40 s

21,87

US FKDS Hals/Bein

8

84 s

33,48

US Thorax

5

31 s

9,74

US Weichteile / Mamma

3

90 s

39,31

US Hals

5

85,8

23,61

CT

2

212,5

123,74

mit Textbaustein

Rö Thorax

22

42 s

21,89

Rö Trauma

82

8 s

10,66

US Abdom

81

82 s

30,99

US Abdom + Zweitunters.

20

115 s

111,51

Arzt 3

ohne Textbaustein

Rö Thorax

115

156 s

28,28

mit Textbaustein

Rö Thorax

27

18 s

4,94


48

4.6.3. Vergleich der Befundungszeit des Schreibens mit der des Diktierens

Zum Vergleich der Befundungszeit wurden nur die Untersuchungsarten berücksichtigt, für die bei beiden Befundungstechniken Daten erfaßt worden waren.

Diagramm 16: Befundungszeiten Diktat / Schreiben (Arzt 1)

Diagramm 17: Befundungszeiten Diktat / Schreiben (Arzt 3)

Da bei den Daten der Diktate die Ultraschalluntersuchungen nicht einzeln klassifiziert wurden, wurde als Vergleichswert des Schreibens der Mittelwert aller US-Befundungen gebildet. Diagramm 16 (Seite 48) zeigt bei Arzt 1 deutlich den Geschwindigkeitsvorteil des manuellen Schreibens gegenüber der Befundungszeit beim Diktieren. Bei einem Zeitvergleich ( Tabelle 16 , Seite 46, Tabelle 17 , Seite 47) am Beispiel der Thoraxdiagnostik (Diktat/Korrektur: 106 s; Schreiben: 66 s; Schreiben mit Textbaustein: 42 s) konnte Arzt 1 eine Zeitersparnis von ca. 40 % durch das Schreiben erreichen.


49

Diagramm 17 (Seite 48) zeigt hingegen einen deutlichen Zeitvorteil des Diktierens gegenüber dem Schreiben bei Arzt 3. Hier erbrachte der Vergleich der Befundungszeiten ( Tabelle 16 , Seite 46, Tabelle 17 , Seite 47) am Beispiel der Thoraxdiagnostik (Diktat/Korrektur: 99 s; Schreiben: 156 s; Schreiben mit Textbaustein: 18 s) einen Zeitvorteil des Diktierens von ca. 40 % gegenüber der herkömmlichen Schreibweise.

In jedem Fall brachte die Nutzung von Textbausteinen einen nicht unerheblichen Zeitgewinn bei der schriftlichen Befunderstellung.


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