Bierlich, Anke: Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei fetalen Chromosomenanomalien in der pränatalen Ultraschalldiagnostik an der Universitätsfrauenklinik der Charité

26

Kapitel 4. ERGEBNISSE

4.1. Allgemeines

Die Inzidenz von Chromosomenanomalien lag in der untersuchten Population in der Abteilung Pränatale Diagnostik und Therapie der Universitätsfrauenklinik der Charité bei 0,95% (118/12448).

Bei 60% (71/118) der Feten lag als Einweisungsdiagnose ein auffälliger Ultraschallbefund vor. Mütterliches Alter über 35 Jahre war in 19% der Fälle (23/118) und ein erhöhtes Risiko laut Triple-Diagnostik in 7% der Fälle (10/118) der Grund zur Überweisung. Bei 1,7% (2/118) lag in der Anamnese ein Kind mit Chromosomenanomalie oder einer Fehlbildung vor. Bei den verbleibenden 11% (13/118) lagen diverse Einweisungsdiagnosen zugrunde.

Der Zeitpunkt der Entdeckung lag in der 11.-38.SSW., im Median bei 20 SSW. Vor der 24.SSW. wurden 94/118 Feten, d.h. 80% der Fälle erkannt.

Abbildung 2: Zeitpunkt der sonographischen Diagnosestellung bei 118 Feten mit Chromosomenstörungen in SSW. p.m. mit Median, dargestellt für die einzelnen Aneuploidien

Abbildung 3: Einweisungsdiagnosen der 118 Feten mit Chromosomenanomalie zu den unterschiedlichen Zeitpunkten der Schwangerschaft

Das Alter der Schwangeren schwankte zwischen 18 und 46 Lebensjahren. Das Durchschnittsalter betrug 29 Jahre. 88 von 118 Schwangeren (74,6 %) waren jünger als 35 Jahre. Die Altersverteilung ist im Diagramm 4 aufgezeigt. Durchschnittlich lag die Anzahl der Schwangerschaften bei 2, die Zahl der Geburten bei 1.


27

Abbildung 4: Anzahl der Feten mit Chromosomenanomalien und mütterliches Alter

In Tabelle 8 ist die Anzahl der jeweiligen Chromosomenstörungen aller ausgewerteten Fällle dargestellt.

Tabelle 8: Anzahl der Aneuploidien der ausgewerteten 118 Fälle fetaler Chromosomenanomalien

Aneuploidie

Anzahl N

Trisomie 21

35

Trisomie 18

17

Monosomie X

16

Strukturaberration

13

Triploidie

11

Mosaik

9

Trisomie 13

8

Triplo X Syndrom

3

Klinefelter Syndrom

3

Trisomie 22

1

Trisomie 16

1

Trisomie 9

1

Gesamt

118

Von 113/118 Feten ist das Outcome bekannt. Auf Wunsch der Patientinnen wurde in 76 Fällen die Schwangerschaft beendet und in 4 Mehrlingsschwangerschaften ein selektiver Fetocid vorgenommen. Von den verbleibenden 33 Fällen, in denen die Schwangerschaft fortgeführt wurde bzw. in denen die Diagnose zu einem späten Zeitpunkt gestellt wurde, verstarben sechs Feten intrauterin, 12 Feten verstarben ante- bzw. intrapartum. 15/118 Kinder wurden lebend geboren, das sind 13% aller entdeckten Fälle bzw. 45% (15/33) der Fälle bei denen die Schwangerschaft fortgeführt wurde. In 4 Fällen kam es zum neonatalen Tod (2x Trisomie 18; 2x Strukturdefekte). Elf Kinder überlebten die neonatale Phase, darunter 5 Kinder mit Down Syndrom, 2 Kinder mit Klinefelter Syndrom, 2 Kinder mit Strukturaberrationen und je ein Kind mit Mosaik und Triplo X-Syndrom.


28

Anzahl der Fehlbildungen und Hinweiszeichen; Scoring Index nach Benacerraf

Bei Feten mit Chromosomenstörung fielen im Durchschnitt zwei (0-7) Fehlbildungen bzw. Auffälligkeiten (einschließlich Wachstumsretardierung und Fruchtwasseranomalien) sowie im Durchschnitt 1 Hinweiszeichen (0-4) auf. Bei acht Feten (7%) lagen weder Fehlbildungen noch Hinweiszeichen vor, davon 4 Feten mit Down Syndrom. In 12 Fällen, davon 8 mit Down Syndrom und 4 bei Strukturdefekt, Mosaiken und sonstigen, fanden sich keine Fehlbildungen, aber Hinweiszeichen.

Der Scoring Index nach Benacerraf lag für alle Chromosomenstörungen durchschnittlich bei 2,6 (2-3). Bei 102/118 Feten lag ein Score größer oder gleich 2 vor. Damit wurden 86% der Aneuploidien durch den Score erfaßt, 14% lagen unter dem Grenzwert von 2.

Tabelle 9: Scoring Index nach Benacerraf bei 118 Feten mit Aneuploidie

Aneuploidie

Scoring Index (Durchschnitt)

von-bis

< 2 Punkte

ge 2 Punkte

Trisomie 21 (n=35)

2,4

0-6

9 (26%)

26

(74%)

Trisomie 18 (n=17)

2,7

2-4

0

17

(100%)

Trisomie 13 (n=8)

2,6

2-3

0

8

(100%)

Triploidie (n=11)

3,0

2-4

0

11

(100%)

Monosomie X (n=16)

2,8

2-4

0

16

(100%)

Strukturdefekt (n=13)

2,9

0-6

3 (23%)

10

(77%)

Mosaik (n=9)

2,2

0-3

1 (11%)

8

(89%)

Sonstige (n=9)

1,9

0-4

3 (33%)

6

(66%)

Gesamt (n=118)

2,6

0-6

16 (14%)

102

(86%)

Tabelle 10: Anzahl der Fehlbildungen bei 118 Feten mit Aneuploidie

Aneuploidie

Anzahl der Fehlbildungen (Fb.)

Mittel

von-bis

keine Fb.

eine Fb.

Trisomie 21

1,4

0-6

12 (34%)

11

Trisomie 18

3,2

1-6

0

1

Trisomie 13

3,4

1-5

0

1

Triploidie

2,5

1-4

0

2

Monosomie X

2,4

1-5

0

5

Strukturdef.

2,3

0-4

2 (15%)

3

Mosaik

1,6

0-5

2 (22%)

2

Sonstige

1,9

0-7

4 (44%)

2

Gesamt

2,3

0-7

20/118 17%

27/118 23%


29

Tabelle 11: Anzahl der Hinweiszeichen bei 118 Feten mit Aneuploidie

Aneuploidie

Anzahl der Hinweiszeichen (Hwz.)

Keine Fb., Keine Hwz.

Mittel

von-bis

keine Hwz.

 

Trisomie 21

1,4

0-3

6 (17%)

4 (11%)

Trisomie 18

1,2

0-4

7 (41%)

0

Trisomie 13

1,6

0-4

1 (13%)

0

Triploidie

1,5

0-4

3 (27%)

0

Monosomie X

0,8

0-2

5 (31%)

0

Strukturdef.

1,2

0-3

3 (23%)

1 ( 8%)

Mosaik

1,4

0-4

3 (66%)

1 (11%)

Sonstige

1,1

0-4

3 (66%)

2 (22%)

Gesamt

1,3

0-4

31/118 26%

8/118 7%

4.2. Fehlbildungen

4.2.1. ZNS- Fehlbildungen

Von 118 Feten mit Chromosomenanomalien lagen bei 17 Feten (14,4%) eine oder mehrere Fehlbildungen des ZNS vor. Von diesen 17 Fällen wurden 15 (88%) aufgrund von Ultraschallbefunden an die Abteilung überwiesen. In 41% der Fälle wurden Auffälligkeiten im Bereich des Gehirns und in 47% extracranielle Befunde vor der Überweisung an die Abteilung gesehen. Die Diagnosen wurden in der 17.-36. SSW. gestellt; der Median lag bei 22 SSW.

Es wurde folgende Verteilung der einzelnen Aneuploidien gefunden: vier mal Trisomie 18, drei mal Trisomie 13, zwei mal Trisomie 21, zwei Triploidien, 2 Strukturdefekte, 1 Turner Syn-drom, 1 Mosaik und je eine Trisomie 9 und Trisomie 16. (Abb.5)

Abbildung 5: Verteilung der Aneuploidien bei 17 Feten mit ZNS-Fehlbildungen

Die diagnostizierten Fehlbildungen (Hydrocephalus, Holoprosencephalie, Corpus callosum-Agenesie, Dandy Walker-Malformation) sind in Tabelle 12 dargestellt. Außerdem wurde bei 2 Feten eine komplette bzw. partielle Agenesie des Kleinhirnwurms gefunden (Triploidie, Turner Syndrom). Die Diagnose einer Dolichocephalie aufgrund eines BPD/FOD-Index von je 0,7 wurde in 2 Fällen (1x Trisomie 21, 1x Strukturdefekt) gestellt. Bei einem Feten mit Hydrocephalus (Trisomie 18) fand sich weiterhin eine lumbosacrale Myelomeningocele. Ein Fet mit semilobärer Holoprosencephalie (Trisomie 13) wies gleichzeitig einen Mikrocephalus auf.

Alle Fehlbildungen des ZNS waren assoziiert mit extrakraniellen Fehlbildungen. Besonders häufig fanden sich gleichzeitig Fehlbildungen bzw. Hinweiszeichen am Herzen, Wachstumsretardierung, Gesichtsdysmorphien, Nierenfehlbildungen und Fruchtwasser-, Nabelschnur- und Plazentaanomalien.


30

(Tab.13)

Tabelle 12: ZNS-Fehlbildungen bei 17/118 Feten mit Chromosomenaberration, Anzahl und Aneuploidie (*Mehrfachnennung)

Fehlbildung

Anzahl N

Aneuploidie

Hydrocephalus

7

2x Tris.21, 2x Tris.13, 1x Tris.18, 1x Tripl.,1x Mosaik

Holoprosencephalie

5

3x Tris.13, 1x Tris.18, 1x Tris.16

Corp.-call.-Agenesie

3

1x Tris.21, 1x Tris.18, 1x Strukturdefekt

Dandy-Walker-Malf.

2

1x Tris.18, 1x Tris.9

Vermis-cerebelli-Agenesie (in-/komplett)

2

1x Tripl., 1x Turner S.

Dolichocephalie

2

1x Tris.21, 1x Strukturdefekt

Myelomeningocele *

1

1x Tris.18

Mikrocephalus*

1

1x Trisomie 13

Tabelle 13: ZNS-Fehlbildung und assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 17/118 Feten mit Chromosomenanomalie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoz.Fehlbildungen/Hinweiszeichen

Anzahl N*

Gesicht

7

Herz

12

Abdomen

4

Nieren

7

Extremitäten

6

(A)IUGR

12

FW./NS./Plaz.

11

NIHF/Nackenödem

5

4.2.2. Schädel- und Gesichtsdysmorphien

Von allen Feten mit chromosomalen Störungen lagen bei 27, das heißt in 23%, Fehlbildungen bzw. Dysmorphiezeichen im Bereich des Gesichtsschädels vor. Davon war eine Gesichtsauffälligkeit im Ultraschall in 6 Fällen (21,4%) der Überweisungsgrund zur weiteren Diagnostik. Der Zeitpunkt der Vorstellung der Schwangeren lag in der 11.-38. SSW. (Median 22,5).

Die diagnostizierten Gesichtsfehlbildungen sind in Tabelle 14 dargestellt. Sie verteilen sich wie folgt auf die jeweiligen Aneuploidien: 26% Strukturaberrationen (8), 25% Trisomie 13 (7), 18% Trisomie 21 (4), 14% Trisomie 18 (4), 7% Triploidien (2) und je 4% Mosaike (1) und sonstige (1). Bei einem Feten mit chromosomalem Strukturdefekt stellte sich die Lippenkiefergaumenspalte als isolierter Befund dar, ein auffälliges Profil war bei je einem Feten mit Down Syndrom und Strukturanomalie die einzige Fehlbildung.


31

Bei dem Feten mit Down Syndrom fiel neben Hypertelorismus und auffälligem Profil lediglich noch eine relativ verkürzte Femurlänge auf.

Tabelle 14: Gesichtsdysmorphien bei 27/118 Feten mit Chromosomenanomalie; Anzahl und Aneuploidien (*enthält Mehrfachnennungen)

Dysmorphie bzw. Fehlbildung

Anzahl N

Aneuploidie*

Auffälliges Profil

16

4x Tris.21, 4x Strukturdef., 3x Tris.18, 2x Tris.13, 1x Mosaik, 1x Sonst.

LKG

6

4x Tris.13, 2x Srukturdef.

Hypotelorismus

5

2x Strukturdef., 1x Tris.18, 1x Tris.13, 1x Sonst.

Mikrognathie

4

2x Strukturdef., 1x Tris.18, 1x Mosaik

Exophthalmus

2

1x Tris.13, 1x Triploidie

Pseudozyklopie

2

2x Tris.13

Proboscis

1

1x Tris.13

Arhinencephalie

1

1x Tris.13

Makroglossie

1

1x Tris.21

4.2.3. Zystisches Hygroma colli

Hygromata colli wurden bei 23 von 118 Feten mit Chromosomenstörungen (19,5%) in der 11.-22. SSW. (Median 16.SSW) diagnostiziert. Die Fälle mit Nackenödem wurden gesondert bei Hinweiszeichen (4.3.2.) ausgewertet. Bei 11 Feten (48%) war ein Hygroma colli der Grund für die Überweisung. Neun mal wurde die Diagnose im ersten Trimenon und elf mal im zweiten Trimenon gestellt. Die Anteile der einzelnen Chromosomenanomalien differieren im ersten und zweiten Trimester signifikant. (Tab.15 und Abb.6)

Tabelle 15: Hygroma colli bei 23/118 Feten mit Chromosomenanomalien; Anzahl (n) und Verteilung der Aneuploidien im ersten und zweiten Trimenon (%)

 

Trisomie 21

Trisomie 18

Monosomie X

Sonstige

Erstes Trimenon

4 (44%)

2 (22%)

3 (33%)

0

Zweites Trimenon

0

1 (7%)

12 (86%)

1 (7%)

Gesamt

4/23 (17%)

3/23 (13%)

15/23 (65%)

1/23 (4%)


32

Abbildung 6: Verteilung der Aneuploidien unter Feten mit Hygroma colli im ersten und zweiten Trimenon

Bei 6 Feten lag ein isoliertes Hygroma colli ohne weitere Fehlbildungen oder Hinweiszeichen vor. Davon waren 4 Feten mit Turner Syndrom, ein Fet mit Down Syndrom und ein Fet mit Trisomie 18 betroffen. Bei den verbleibenden 17 Feten fanden sich multiple zusätzliche Fehlbildungen und Hinweiszeichen, insbesondere NIHF, Herz- und Gefäßfehlbildungen und Auffälligkeiten der Plazenta, der Nabelschnur (SUA) bzw. des Fruchtwassers sowie (A)IUGR. (Tab.16)

Tabelle 16: Hygroma colli, assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 23/118 Feten mit Chromosomenanomalie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoziierte Fehlbildung / Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

2

Gesicht

2

Herz und Gefäße

12

Abdomen

2

Nieren

5

Extremitäten

1

(A)IUGR

6

NIHF

14

Plazenta/NS (SUA)/Fruchtwasser

11

4.2.4. Nicht immunologischer Hydrops fetalis

Von allen aneuploiden Feten lag bei 20 (16,9%) ein nicht immunologischer Hydrops fetalis (NIHF) vor. Der Zeitpunkt der Diagnose lag in der 11.-33.SSW., der Median beträgt 17 SSW. In den verschiedenen Zeitabschnitten der Schwangerschaft differiert die Verteilung zwischen den Chromosomenstörungen. (Tab.18 und Abb.7)


33

Tabelle 17: Nichtimmunologischer Hydrops fetalis (NIHF) bei 20/118 Feten mit Chromosomenanomalie; Verteilung der Aneuploidien im ersten und zweiten Trimenon

 

Trisomie 21

Trisomie 18

Monosomie X

Mosaik

Struktur- defekt

Sonstige

I. Trimenon (n=5)

3

1

1

0

0

0

II. Trimenon (n=15)

1

2

9

1

1

1

Gesamt (n=20)

4/20 (20%)

3/20 (15%)

10/20 (50%)

1/20 (5%)

1/20 (5%)

1/20 (5%)

Abbildung 7: Nichtimmunologischer Hydrops fetalis (NIHF) bei 20/118 Feten mit Chromosomenanomalie; Verteilung der Aneuploidien im ersten und zweiten Trimenon

Fast alle Fälle waren assoziiert mit weiteren Anomalien, vor allem mit Hygromata colli, Anomalien der Plazenta, der Nabelschnur (SUA) und des Fruchtwassers sowie mit Fehlbildungen des Herzens. Nur bei einem Feten mit Turner Syndrom lagen Hydrops und Nackenödem isoliert ohne weitere Fehlbildungen vor (Tab.19).


34

Tabelle 18: NIHF und assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 20/118 Feten mit Chromosomenanomalie (*enthält Mehrfachnenungen)

Assoziierte Fehlbildung / Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

2

Gesicht

3

Hygroma colli

15

Herz

9

Abdomen

4

Nieren

6

Extremitäten

2

(A)IUGR

4

Plazenta / NS / Fruchtwasser

14

Nackenödem

3

4.2.5. Kardiovaskuläre Fehlbildungen

Von allen 118 Feten mit chromosomalen Anomalien wiesen 52 (44%) eine kardiovaskuläre Fehlbildung auf. Die Diagnose wurde in der 11.-38. SSW. (Median 22.) gestellt. In 12 Fällen war die Einweisungsdiagnose kardiale Anomalie im Ultraschall. In 9 Fällen trat der Herzfehler als isolierte Fehlbildung auf. Davon waren 5 Feten mit Down Syndrom und je ein Fet mit Triploidie, Mosaik und Triplo-X Syndrom (auch keine Hinweiszeichen) betroffen. Alle verbleibenden Feten wiesen gleichzeitig extrakardiale Befunde auf. (Siehe Tabelle 22) Die Häufigkeit der einzelnen Chromosomenanomalien, die Einweisungsdiagnosen und die Anzahl der jeweiligen Herzfehler sind in der Abbildung 8 und den Tabellen 20 und 21 dargestellt. Außer den dort genannten fanden sich ein Fet mit Ductus arteriosus-Aneurysma (Strukturaberration) und ein Fet mit Dextrokardie (Trisomie 9).

Abbildung 8: Herzfehler und Chromosomenaberration, Verteilung der Aneuploidien bei 52/118 Feten mit Chromosomenanomalie


35

Tabelle 19: Einweisungsdiagnosen bei 52/118 Feten mit kardiovaskulären Fehlbildungen und Chromosomenanomalie

EWD

Herz-US

US extrakardial

Alter

Triple-Test

Anamnese

Sonstige

Anzahl N

12

24

6

2

1

7

Tabelle 20: Kardiovaskuläre Fehlbildungen bei 52/118 Feten mit Chromosomenanomalie

 

Trisomie 21

Trisomie 18

Trisomie 13

Tripl.

Mono-somie X

Mosaik

Struktur-defekt

Sonst.

ASD

2

AVSD inlet

3

CAVSD

11

3

1

1

1

DORV

1

HLHS

2

1

ISTA

1

2

TOF

1

2

1

1

TAC

1

TI

2

PE isoliert

1

PE gesamt

2

1

1

1

2

1

VSD

2

6

1

1

1

1

Sonstige

1

1

Gesamt

17

13

5

4

3

2

4

4


36

Tabelle 21: Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 52/118 Feten mit Chromosomenanomalie und kardiovaskulärer Fehlbildung (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoziierte Fehlbildung / Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

19

Gesicht

19

Abdomen

12

Nieren

15

Extremitäten

21

NIHF

7

Hygroma colli

8

(A)IUGR

23

Fruchtwasser / Plazenta /Nabelschnur

27

Nackenödem

8

4.2.6. Abdomenfehlbildungen

In der 14.-38.SSW. (Median 27) wurde bei 13 Feten eine Fehlbildung im Bereich des Abdomens diagnostiziert. Dies entspricht 11% aller ausgewerteten Fälle mit chromosomalen Störungen. Die Fälle mit hyperechogenem Darm werden gesondert bei den Hinweiszeichen (4.3.5.) ausgewertet. Sieben mal war eine Auffälligkeit im fetalen Abdomen Grund der Überweisung. Die Fehlbildungen Zwerchfellhernie, Omphalocele, Duodenalatresie und Gastroschisis sind in der Tabelle dargestellt. Als weitere Anomalien im Bereich des Abdomens wurden bei einem Feten mit struktureller Chromosomenaberration ein zusätzlicher Leberlappen mit atypischem Gefäßverlauf und bei einem Feten mit Triploidie zystische Areale im Unterbauch als Zeichen einer Mekoniumperitonitis (Ileumverwachsungen postmortal durch die Pathologie bestätigt) gefunden.

Tabelle 22: Abdomenfehlbildungen bei 13/118 Feten mit Chromosomenanomalie

 

Trisomie 21

Trisomie 18

Triploidie

Strukturdefekt

Zwerchfellhernie

-

-

-

1

Omphalocele

-

6

-

-

Gastroschisis

-

1

-

-

Duodenalatresie

3

-

-

-

Sonstiges

-

-

1

1

Verteilung

3/13 (23%)

7/13 (54%)

1/13 (8%)

2/13 (15%)


37

Alle Abdomenfehlbildungen waren mit weiteren Anomalien oder Hinweiszeichen assoziiert, vor allem mit Herzfehlern, Fruchtwasser-,Plazenta- und Nabelschnuranomalien, Fehlbildungen der Extremitäten und intrauteriner Wachstumsretardierung. (Siehe Tabelle) Bei einem Feten mit Trisomie 21 war die Duodenalstenose die einzige Fehlbildung; es lagen jedoch 3 Hinweiszeichen, wie verkürzter Femur, Brachycephalie und hypoplastische Mittelphalanx des fünften Fingers vor.

Tabelle 23: Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 13 Feten mit Abdomenfehlbildungen und Chromosomenanomalie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoziierte Fehlbildungen/Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

4

Gesicht

4

Herz

9

Nieren

2

Extremitäten

8

FW / NS / Plaz.

9

NIHF

1

(A)IUGR

8

4.2.7. Nierenfehlbildungen

Bei 17 von 118 Feten mit Chromosomenstörungen (14,4%) wurden Fehlbildungen der Nieren und ableitenden Harnwege, wie mittlere bzw. schwere Erweiterung des Nierenbeckenkelchsystems, zystische Degeneration oder orthotope Nierenfehlbildungen (Hufeisenniere, Beckenniere, Doppelniere, Nierenagenesie) diagnostiziert. Die Fälle mit Pyelectasie (ge4mm) werden gesondert bei den Hinweiszeichen (2.4.4.) ausgewertet. Der Zeitpunkt der Erstvorstellung der Schwangeren lag in der 11.-30.SSW. (Median 19). Die Einweisungsdiagnose war in 6 Fällen eine Nierenfehlbildung. Alle Feten hatten zusätzlich extrarenale Anomalien. In Tabelle 25 und 26 sind die Chromosomenanomalien und assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen aufgeführt.


38

Tabelle 24: Urogenitale Fehlbildungen bei 17/118 Feten mit Aneuploidie

 

Obstruktive Uropathie

Zystische Degeneration

Orthotope Nierenfehlbildung

Verteilung

Trisomie 21

0

1

0

1/17 (6%)

Trisomie 18

1

0

1

2/17 (12%)

Trisomie 13

1

1

0

2/17 (12%)

Triploidie

0

1

1

2/17 (12%)

Monosomie X

0

0

2

2/17 (12%)

Mosaik

0

0

1

1/17 (6%)

Strukturdefekt

1

2

3

6/17 (35%)

Sonstige

0

0

1

1/17 (6%)

Gesamt

3

5

9

17 (100%)

Tabelle 25: Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 17 Feten mit urogenitalen Fehlbildungen und Chromosomenanomalie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoziierte Fehlbildungen / Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

8

Gesicht

5

Herz

9

Abdomen

2

Extremitäten

8

FW/NS/Plaz.

12

NIHF

4

Hygroma colli / Nackenödem

6

(A)IUGR

8

4.2.8. Extremitätenfehlbildungen

Bei 23 von 118 Feten (19%) wurden Fehlbildungen im Bereich der Extremitäten gefunden. Diese wurden in der 11.-38.SSW. (Median 21,5) diagnostiziert. Art der Fehlbildung, Anzahl und Beteiligung der einzelnen Aneuploidien sind in Tabelle 27 dargestellt. Bei einem Feten mit Trisomie 13 wurde die Hexadaktylie als isolierte Fehlbildung gefunden. Bei einem Feten mit Mosaik (46,XY/47,XY+21) lagen neben einer Sandalenlücke lediglich noch eine relativ verkürzte Femurlänge und eine leichte Pyelectasie vor. Alle anderen Extremitätenanomalien waren mit weiteren Fehlbildungen assoziiert.


39

Tabelle 26: Extremitätenfehlbildungen bei 23/118 Feten mit Aneuploidie. (Da bei einigen Feten mehrere Extremitätenfehlbildungen gleichzeitig vorliegen, liegt die Summe der in der Tabelle aufgeführten Anomalien über 23.)

 

Trisomie 21

Trisomie 18

Trisomie 13

Tripl.

Mosaik

Struktur-defekt

Sonst.

Fehlhaltung

4

1

1

1

1

Tintenlöscherfüße

1

2

1

Sandalenlücke

1

1

1

1

Klumpfuß

2

1

Hexadaktylie

3

Radiusaplasie

3

overlapping fingers

1

1

1

Klinodaktylie

1

1

Syndaktylie

1

Gesamtverteilung

2/23 (9%)

8/23 (35%)

5/23 (22%)

2/23 (9%)

2/23 (9%)

3/23 (13)

1/23 (4%)

Abbildung 9: Verteilung der Aneuploidien unter 23 Feten mit Extremitätenfehlbildungen und Chromosomenanomalie

4.2.9. Fruchtwasser und Plazenta

Insgesamt wurden bei 40 von 118 Feten (34%) Auffälligkeiten der Secundinae festgestellt. Die Fälle mit singulärer Umbilikalarterie werden gesondert unter den Hinweiszeichen ausgewertet. Der Zeitpunkt der Diagnosestellung lag für die Plazentaanomalien in der 17.-38.SSW. (Median 19), für Oligohydramnie in der 16.-38.SSW. (Median 19,5) und für Polyhydramnie in der 19.-36.SSW. (Median 32). Unter allen 31 Fällen mit Fruchtwasser- und/oder Plazentaanomalien war die Einweisungsdiagnose 10 mal vermehrtes bzw. vermindertes Fruchtwasser. Die einzelnen Anomalien der Secundinae verteilen sich wie folgt auf die Aneuploidien:


40

Tabelle 27: Fruchtwasser- und Plazentaanomalien bei 40/118 Feten mit Aneuploidie

 

Tris. 21

Tris. 18

Mono-somie X

Tripl.

Mosaik

Struktur-defekt

Sonst.

Ges.

Oligohydramnion

2

2

2

6

0

3

2

17

Polyhydramnion

6

2

0

0

1

3

0

12

Plazentaanomalie

2

1

5

2

0

0

1

11

Verteilung

10/40 (25%)

5/40 (12,5%)

7/40 (17,5%)

8/40 (20%)

1/40 (2,5%)

6/40 (15%)

3/40 (7,5%)

40 100%

Bis auf eine Geminigravidität mit feto-fetalem Transfusionssyndroms bei Feten mit Klinefelter Syndrom, wo bei einem Geminus lediglich ein Anhydramnion ohne weitere Auffälligkeiten vorlag, waren alle Fälle mit zusätzlichen Fehlbildungen oder Hinweiszeichen assoziiert (Siehe Tabelle 29). Bei einem Feten, bei dem in der 22.SSW. am Herzen ein White spot im linken Ventrikel gesehen wurde, fand sich erst in der 32. SSW ein Polyhydramnion, woraufhin nach Amniocentese ein Down Syndrom diagnostiziert wurde. In einem weiteren Fall von Trisomie 21 lagen neben dem Polyhydramnion lediglich eine Pyelectasie und eine verkürzte Femurlänge vor. Polyhydramnie war vor allem mit Fehlbildungen des Herzens und der Gefäße vergesellschaftet, während bei Oligohydramnie vor allem Nierenfehlbildungen und (A)IUGR vorlagen. Bei 7 von 10 Feten mit Plazentaanomalie fand sich gleichzeitig ein Oligohydramnion.

Tabelle 28: Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 40 Feten mit Chromosomenaberration und Anomalien der Secundinae (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoz. Fehlbildungen / Hinweiszeichen *

Oligohydramnion

Polyhydramnion

Plazentaanomalie

ZNS

6

3

6

Gesicht

2

6

8

Herz

7

9

14

Abdomen

4

5

3

Nieren

11

2

8

Extremitäten

1

7

6

(A)IUGR

12

5

7

NIHF

3

1

4

Hygroma colli

1

0

4

Plaz./FW./NS.

8

1

2

4.2.10. Wachstumsretardierung

Bei 39 von 118 Feten mit Chromosomenanomalie (33%) wurde eine intrauterine Wachstumsretardierung mit einem Abdomenquerdurchmesser unter der 5. Perzentile festgestellt. Davon lag in 17 Fällen eine asymmetrische und in 22 Fällen eine symmetrische Retardierung vor. Die Diagnosen wurden in der 16.-35.SSW. gestellt mit einem Median bei 22 (AIUGR) bzw. 20 (IUGR) SSW. Bei je einem Feten mit Triploidie, Down Syndrom und Triplo-X Syndrom lag außer der Retardierung keine Fehlbildung vor.


41

Tabelle 29: (Asymmetrische) Intrauterine Wachstumsretardierung (A)IUGR bei 39/118 Feten mit Aneuploidie

 

Trisomie 21

Trisomie 18

Trisomie 13

Triploidie

Turner

Struktur- defekt

Mosaik

Sonstige

AIUGR

1

4

1

7

1

1

1

1

IUGR

3

4

3

2

5

1

1

3

Gesamt

4/39 (10%)

8/39 (21%)

4/39 (10%)

9/39 (23%)

6/39 (15%)

2/39 (5%)

2/39 (5%)

4/39 (10%)

Abbildung 10: (Asymmetrische) Intrauterine Wachstumsretardierung (A)IUGR, Anzahl und Verteilung bei 39 Feten mit Chromosomenanomalie

4.3. Hinweiszeichen

4.3.1. ZNS-Hinweiszeichen

Hinweiszeichen im Bereich des ZNS fanden sich bei 14/118 Feten mit Aneuploidie (11,9%). Von diesen 14 Fällen wurden sieben (47%) aufgrund eines Ultraschallbefundes überwiesen; drei davon mit Auffälligkeiten im ZNS und vier mit extrakraniellen Befunden. Der Zeitpunkt der Untersuchung lag in der 15.-22.SSW., im Median bei 20 SSW.

Bei 2 dieser Feten waren die Hinweiszeichen isoliert (Trisomie 21, Strukturdefekt). Die Verteilung der ZNS-Hinweiszeichen unter den einzelnen Formen von Chromosomen-anomalien ist in Abbildung 11 dargestellt.


42

Abbildung 11: Verteilung der Aneuploidien bei 14/118 Feten mit ZNS-Hinweiszeichen und Chromosomenanomalie

Tabelle 30: ZNS-Hinweiszeichen bei 14/118 Feten mit Chromosomenanomalie, Anzahl und Aneuploidie (*enthält Mehrfachnennungen)

Hinweiszeichen

Anzahl N*

Aneuploidie

Plexus-choroideus-Zyste

7

3x Tris.21, 3x Tris.18, 1x Srukturdefekt

unilateral

3

2x Tris.21, 1x Tris.18

bilateral

4

2x Tris.18, 1x Tris.21, 1x Strukturdefekt

Dilat. Lateralventrikel

5

2x Tripl., 1x Tris.13, 1x Mosaik, 1x Strukturdefekt

Dilat. Cisterna magna

5

2x Tris.18, 1x Tris.13, 1x Mosaik, 1x Strukturdefekt

Brachycephalie

4

1x Tris.21, 1x Tris.18, 1x Tripl., 1x Strukturdefekt

In einem Fall von Strukturaberration waren die Plexuszysten ein isolierter Befund ohne weitere intra- oder extrakranielle Fehlbildungen oder Hinweiszeichen. Bei einem Feten mit Down Syndrom lag gleichzeitig nur eine Pyelectasie vor. Von insgesamt 14 Feten wiesen 12 zusätzlich extrakranielle Befunde auf. Darunter waren vor allem Wachstumsretardierung, Herzfehler, Nierenfehlbildungen und Anomalien der Extremitäten. (Tab.32)


43

Tabelle 31:Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 14 Feten mit ZNS-Hinweiszeichen und Aneuploidie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoz.Fehlbildungen / Hinweiszeichen

Anzahl N*

Gesicht

4

Herz

9

Abdomen

1

Nieren

8

Extremitäten

8

(A)IUGR

11

FW./NS./Plaz.

4

NIHF / Nackenödem

2

Abbildung 12: Verteilung der einzelnen Aneuploidien bei diagnostizerten Fehlbildungen und Hinweiszeichen des ZNS in Prozent

4.3.2. Nackenödem

In der 11.-26.SSW. (Median 18) wurde bei 14 von 118 Feten (11,9%) ein Nackenödem diagnostiziert. Vier Fälle wurden im ersten Trimenon gefunden, 10 Fälle im zweiten Trimenon. Bei 4 Feten war das Nackenödem Grund der Überweisung. Die Verteilung unter den Chromo-somenanomalien stellt sich wie folgt dar(Abb.13):


44

Abbildung 13: Nackenödem bei 14/118 Feten mit Chromosomenanomalie; Verteilung im ersten und zweiten Trimenon

Tabelle 32: Nackenödem bei 14 Feten mit Chromosomenanomalie; SSW und Dicke

Zeitpunkt

Anzahl N

Dicke

10.-15.SSW.

5

4mm / 5,5mm / andere nicht bekannt

15.-20.SSW.

5

5mm / 8mm / andere nicht bekannt

> 20.SSW.

4

6mm / 7mm / 8,5mm / andere nicht bekannt

Bei 3 Feten trat das Nackenödem bei Überweisung als isolierter Befund auf (1x Trisomie 21, 1x Turner Syndrom, 1x Trisomie 22). Bei den verbleibenden 11 Feten lagen verschiedene zusätzliche Fehlbildungn und Hinweiszeichen vor. (Siehe Tabelle34) Häufigste assoziierte Fehlbildungen fanden sich im Bereich des Herzens und der Gefäße: 5x AV-Kanal, 1x ASD, 1x bei AV-Klappeninsuffzienz und Pericarderguß, 1x VSD mit Aortenbogenunterbrechung. Die Sensitivität des Nackenödems zur Erkennung fetaler Trisomien 21 betrug 20% (7 von 35).

Tabelle 33: Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 14 Feten mit Nackenödem und Aneuploidie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoz. Fehlbildung / Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

3

Gesicht

4

Herz

9

Abdomen

1

Nieren

6

Extremitäten

3

(A)IUGR

2

NIHF

3

Plazenta / NS / Fruchtwasser

3


45

4.3.3. Singuläre Umbilikalarterie

Die singuläre Umbilikalarterie (SUA) lag bei 15 von 118 (12,7%) Feten mit Chromosomen-störung vor. Die Diagnose wurde in der 13.-36.SSW. (Median 19) gestellt. Sechs mal war die A.umbilicalis dextra, sechs mal die A.umbilicalis sinistra betroffen. In den verbleibenden 4 Fällen wurde die Lokalisation nicht dokumentiert. Die Verteilung unter den Aneuploidien stellt sich wie folgt dar:

Tabelle 34: Singuläre Umbilikalarterie (SUA) bei 15/118 Feten mit Chromosomenanomalie

 

Tris. 21

Tris. 18

Tris. 13

Mono-somie X

Tripl.

Mosaik

Sonst.

Gesamt

SUA

1/15 (6%)

6/15 (40%)

3/15 (20%)

1/15 (6%)

1/15 (6%)

2/15 (13%)

1/15 (6%)

15 (100%)

Alle Feten mit singulärer Umbilikalarterie hatten weitere Fehlbildungen und Hinweiszeichen. (Tab.36)

Tabelle 35: Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 15 Feten mit singulärer Umbilikalarterie (SUA) und Aneuploidie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoz. Fehlbildungen/Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

6

Gesicht

8

Herz

14

Abdomen

3

Nieren

8

Extremitäten

6

(A)IUGR

7

NIHF

4

Hygroma colli

4

Plaz./ Fruchtwasser

2

4.3.4. Pyelectasie

Eine Pyelectasie von mindestens 4mm ohne Erweiterung des Kelchsystems oder des Ureters wurde in der 19.-31.SSW. (Median 22.SSW.) bei 16 von 118 Feten (13,6%) gefunden. Drei mal waren auffällige Nieren im Ultraschall Grund der Überweisung. Bei einem Feten mit Chromosomenkonstellation eines Mosaiks war die Pyelectasie der einzige Hinweis auf eine fetale Anomalie. Alle verbleibenden Feten wiesen weitere Fehlbildungen oder Hinweiszeichen auf. Die Aneuploidien sowie die assoziierten Zeichen sind in Tabelle 37 und 38 dargestellt.

Tabelle 36: Pyelectasie bei 16/118 Feten mit Aneuploidie

 

Tris. 21

Tris. 13

Triploidie

Mosaik

Struktur-defekt

Sonstige

Gesamt

Anzahl N

9/16 (56%)

1/16 (6%)

2/16 (13%)

2/16 (13%)

1/16 (6%)

1/16 (6%)

16 (100%)


46

Tabelle 37: Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 16 Feten mit Pyelectasie und Chromosomenanomalie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoziierte Fehlbildungen/Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

5

Gesicht

4

Herz

12

Abdomen

1

Extremitäten

4

FW / NS (SUA) / Plaz.

4

Hygroma colli / Nackenödem

3

(A)IUGR

3

4.3.5. Echogener Darm

Bei 7 von 118 Feten (5,9%) wurden echogene Darmschlingen als Hinweiszeichen einer chromosomalen Störung gefunden. Der Zeitpunkt der Diagnosestellung lag in der 11.-30.SSW. (Median 20). Nur ein Fet wurde wegen eines auffälligen Abdomens überwiesen.

Es wurde zwei mal ein Down Syndrom, ein mal eine Trisomie 18, eine Triploidie, zwei mal eine Strukturaberration und ein Klinefelter Syndrom diagnostiziert. Alle Feten wiesen weitere Hinweiszeichen oder Fehlbildungen auf. (Tab.39)

Abbildung 14: Verteilung der Aneuploidien unter 7 Feten mit hyperechogenem Darm


47

Tabelle 38: Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 7 Feten mit hyperechogenem Darm und Aneuploidie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoziierte Fehlbildungen/Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

1

Gesicht

3

Herz

4

Nieren

3

Extremitäten

3

FW / NS / Plaz.

2

NIHF

2

Hygr.colli / Nackenödem

3

(A)IUGR

2

4.3.6. Hypoplastische Mittelphalanx des V. Fingers

Bei 6 von 118 Feten (5%) wurde eine hypoplastische Mittelphalanx des fünften Fingers gefunden. Es wurde 5 mal ein Down Syndrom und ein mal eine Trisomie 18 diagnostiziert. Bei allen Feten lagen gleichzeitig weitere Fehlbildungen / Hinweiszeichen vor.

4.3.7. Relativ verkürzter Femur

Von 95 Feten mit Chromosomenanomalie, bei denen vollständige Biometriewerte nach der 14.SSW. vorlagen, ließ sich bei 65 Feten (68%) ein relativ verkürzter Femur gemessene/erwartete Femurlänge le 0,91 nachweisen. Der durchschnittliche Wert für alle Feten mit Chromosomenanomalie lag bei 0,98. (Nach Benacerraf et al.1994: erwartete Femurlänge = -9,3105+0,9028xBPD) Der Zeitpunkt der Untersuchung lag in der 14.-36.SSW. Bei 8 Feten ohne Fehlbildungen lag eine relativ verkürzte Femurlänge vor, davon 5 mal bei Trisomie 21, ein mal bei einem Mosaik (46,XY/47,XY,+21), bei einem Feten mit Triplo-X-Syndrom und bei einem Feten mit Trisomie 22.

Tabelle 39: Relativ verkürzter Femur (FLgemessen/FLerwartet) bei 65/118 Feten mit Aneuploidie, Anzahl und Verteilung

 

Trisomie 21

Trisomie 18

Trisomie 13

Tripl.

Mono-somie X

Mosaik

Struktur-defekt

Sonst.

Anzahl N Verteilung

19/65 29%

7/65 11%

6/65 9%

8/56 12%

10/65 15%

5/65 8%

6/65 9%

4/65 6%

Auf der Grundlage einer anderen Berechnung (BPD/FL) stellten sich abweichende Ergebnisse dar: Da bei asymmetrischer Retardierung die Körperproportionen auffällig von der Norm abweichen, wurden 16 Fälle mit AIUGR nicht unter diesem Aspekt ausgewertet. Die Femurlänge im Verhältnis zum biparietalen Durchmesser lag bei 27 von 78 Feten (34,6%) mit vollständig vorliegenden Biometriedaten ab der 14.SSW. über der 95.Perzentile für das jeweilige Schwangerschaftsalter. 20% (7) der Feten mit Down Syndrom waren betroffen. Bei 22 der 79 ausgewerteten Fälle lag eine symmetrische Wachstumsretardierung vor.


48

Abbildung 15: Gemessene/erwartete Femurlänge (FLm/FLe) bei Feten (n=26) mit Trisomie 21

Abbildung 16: Gemessene/erwartete Femurlänge (FLm/FLe) bei Feten (n=12) mit Trisomie 18

Abbildung 17: Gemessene/erwartete Femurlänge (FLm/FLe) bei Feten (n=10) mit Monosomie X

4.3.8. Echogener Focus im fetalen Herzen

Bei 14 von 118 Feten (12%) fand sich ein echogener Focus (White spot) im fetalen Herzen. Die Diagnosen wurden in der 15.-30.SSW. (Median 21) gestellt. Alle Feten wiesen zusätzliche Anomalien oder Fehlbildungen auf. Lediglich in einem Fall einer Trisomie 21 lag der White spot bei der Erstvorstellung in der 21.SSW isoliert vor. Im Verlauf dieser Schwangerschaft entwickelte sich dann im dritten Trimenon (32.SSW.) ein Polyhydramnion. In 4 Fällen lagen gleichzeitig kardiale Fehlbildungen vor. Bei 8 Feten (57%) war der echogene Focus im linken Ventrikel lokalisiert, bei einem Feten im rechten Ventrikel (7%) und bei 5 Feten (36%) in beiden Ventrikeln.


49

Tabelle 40: Echogener Focus bei 14/118 Feten mit Chromosomenanomalie

 

Trisomie 21

Trisomie 13

Trisomie 18

Triploidie

Klinefelter Syndrom

Struktur-defekt

Ges.

Anzahl N

5

3

2

2

1

1

14

Abbildung 18: Verteilung der Aneuploidien bei 14 Feten mit Echogenem Focus

Tabelle 41: Assoziierte Fehlbildungen und Hinweiszeichen bei 14 Feten mit Echogenem Focus und Aneuploidie (*enthält Mehrfachnennungen)

Assoz. Fehlbildungen/Hinweiszeichen

Anzahl N*

ZNS

2

Gesicht

2

Herz

4

Abdomen

1

Nieren

7

Extremitäten

5

(A)IUGR

3

Nackenödem

1

FW/NS/Plaz.

3

4.4. Die Chromosomenanomalien und ihre Zeichen

In den folgenden Übersichten sind die einzelnen Aneuploidien mit den diagnostizierten Fehlbildungen und Hinweiszeichen absolut (N) und relativ (%) zusammengestellt.


50

Aneuploidie

Trisomie 21

Trisomie 18

Trisomie 13

Triploidie

MonosomieX

Mosaik

Strukturdefekt

Sonstige

Anzahl

N=35

N=17

N=8

N=11

N=16

N=9

N=13

N=9

Fehlbildungen

ZNS

3

4

3

2

1

1

2

2

- Hydrocephalus

2

1

2

1

1

- Holoprosencephalie

1

1

1

- Corpus callosum-Agenesie

1

1

1

- Dandy Walker-Malformation

1

1

Schädel / Gesicht

5

4

7

2

1

8

1

Hygroma colli

4

3

15

1

NIHF

4

3

10

1

1

1

Kardiovaskuläre Fb.

17

13

5

4

3

2

4

4

Abdomen

3

7

1

1

1

- Zwerchfellhernie

1

- Omphalocele

6

- Gastroschisis

1

- Duodenalstenose

3

Nierenfehlbildungen

1

2

2

2

2

2

4

1

Extremitäten

2

8

5

2

2

3

1

(A)IUGR

4

8

4

9

6

3

2

4

Secundinae

10

5

8

7

2

5

3


51

Aneuploidie

Trisomie 21

Trisomie 18

Trisomie 13

Triploidie

MonosomieX

Mosaik

Strukturdefekt

Sonstige

Anzahl

N=35

N=17

N=8

N=11

N=16

N=9

N=13

N=9

Hinweiszeichen

ZNS

4

6

2

3

2

4

- Plexus choroideus-Zysten

3

3

1

- Dil. Lateralventrikel

1

2

1

1

- Dil. Cisterna magna

2

1

1

1

- Brachycephalie

1

1

1

1

Nackenödem

7

1

4

2

SUA

1

6

3

1

1

2

1

Pyelectasie

9

1

2

2

1

1

Echogener Darm

2

1

1

1

1

1

Hypoplastische Mittelphalanx V

5

1

Rel. verkürzter Femur

19

7

6

8

10

5

6

4

Echogener Focus

5

2

3

2

1

1


52

Aneuploidie

Trisomie 21

Trisomie 18

Trisomie 13

Triploidie

MonosomieX

Mosaik

Strukturdefekt

Sonstige

Anzahl

N=35

N=17

N=8

N=11

N=16

N=9

N=13

N=9

Fehlbildungen

ZNS

6%

24%

38%

18%

6%

11%

15%

22%

- Hydrocephalus

6%

6%

25%

9%

11%

- Holoprosencephalie

6%

13%

11%

- Corpus callosum-Agenesie

3%

6%

8%

- Dandy Walker-Malformation

6%

11%

Schädel / Gesicht

14%

25%

88%

18%

11%

62%

11%

Hygroma colli

11%

18%

94%

11%

NIHF

11%

18%

63%

11%

8%

11%

Kardiovaskuläre Fb.

49%

71%

63%

36%

19%

22%

31%

44%

Abdomen

9%

41%

9%

11%

8%

- Zwerchfellhernie

8%

- Omphalocele

35%

- Gastroschisis

6%

- Duodenalstenose

9%

Nierenfehlbildungen

3%

12%

25%

18%

13%

22%

31%

11%

Extremitäten

6%

47%

63%

18%

22%

23%

11%

(A)IUGR

11%

47%

50%

82%

38%

33%

15%

44%

Secundinae

29%

29%

73%

44%

22%

38%

33%


53

Aneuploidie

Trisomie 21

Trisomie 18

Trisomie 13

Triploidie

MonosomieX

Mosaik

Strukturdefekt

Sonstige

Anzahl

N=35

N=17

N=8

N=11

N=16

N=9

N=13

N=9

Hinweiszeichen

ZNS

11%

35%

25%

27%

22%

31%

- Plexus choroideus-Zysten

9%

18%

8%

- Dil. Lateralventrikel

13%

18%

11%

8%

- Dil. Cisterna magna

12%

13%

11%

8%

- Brachycephalie

3%

6%

9%

8%

Nackenödem

20%

6%

31%

22%

SUA

3%

35%

38%

9%

6%

22%

11%

Pyelectasie

26%

13%

18%

22%

8%

11%

Echogener Darm

6%

6%

9%

11%

8%

11%

Hypoplastische Mittelphalanx V

14%

6%

Rel. verkürzter Femur

73%

54%

75%

80%

100%

71%

46%

50%

Echogener Focus

14%

12%

38%

18%

8%

11%


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