]> Universitätsklinikum Charité
Medizinische Fakultät
der Humboldt-Universität zu Berlin
Campus Virchow-Klinikum
Strahlenklinik und Poliklinik
Direktor: Univ.-Prof. Dr. med Dr. h.c. R. Felix
Diagnostik pneumonischer Veränderungen in der Röntgenthoraxübersichtsaufnahme bei Patienten mit ARDS Inaugural-Dissertation zur
Erlangung der medizinischen Doktorwürde
am Universitätsklinikum Charité
Medizinische Fakultät
der Humboldt-Universität zu Berlin
vorgelegt vonDetlef Blumberg aus Koblenz am Rhein

Referent: Priv.-Doz. Dr. Jürgen Mäurer
Korreferent: Univ.-Prof. Dr. med. Konrad J. Falke

Gedruckt mit Genehmigung des Virchow-Klinikums, Medizinische Fakultät
Charité der Humboldt-Universität zu Berlin

Promoviert am: 8. Januar 1999 Zusammenfassung

ARDS und Pneumonie - Diagnostischer Wert der Röntgenthoraxaufnahmen Anlass dieser Studie war die Erfassung und Beurteilung radiologischer Genauigkeit in Thoraxübersichtsaufnahmen bei der Diagnostik von ARDS und Pneumonie.
Dazu wurden von 84 Patienten (35 mit ARDS, 46 Patienten mit zusätzlicher Pneumonie) drei aufeinander folgende Aufnahmen befundet und hinsichtlich verschiedener radiomorphologischer Merkmale qualitativ, quantitativ und statistisch analysiert. Es konnte nachgewiesen werden, daß es für eine sichere Befundung von Röntgenthoraces keine statistisches Korrelat gibt (p > 0.6).
Die Irrtumswahrscheinlichkeit für falsch positive und falsch negative Ergebnisse lag bei 78% und entsprach dabei den Angaben in der Literatur. Die Ergebnisse unterstreichen zudem die Feststellung, daß auch Serienaufnahmen nicht zur Verbesserung der diagnostischen Sicherheit führen, die Wertigkeit von Röntgenthoraxaufnahmen beim ARDS daher nur im Rahmen einer allgemeinen Verlaufsbeurteilung zu sehen ist.

ARDS Pneumonie Röntgenthorax Verschattungsqualitäten

ABSTRACT Radiographic chest view in ARDS combined with pneumonia - diagnostic accuracy In addition to general clinical factors involved in the course of ARDS, the aspect of pneumonia superimposed on ARDS, its incidence, the predisposing factors and the underlying sources of infection were to be analysed and the reasons for the different radiological interpretation of this disease reported in literature and practice were to be established.
Three consecutive radiographic chest views of 84 patients (35 with ARDS, 49 with ARDS and primary or secondary pneumonia) which were optically and statistically comparable as regards their radiological features were reviewed and evaluated comparatively by discriminance analysis.
The study showed that no statistical correlate exists (p > 0.6) for a reliable interpretation of radiographic chest views with regard to ARDS and/or ARDS with additional pneumonia.
Furthermore, the results underline the fact that even a series of films obtained within a 24-hour interval cannot help to improve the diagnostic safety and that, consequently, radiographic chest views are of value only for a general assessment of the course of ARDS, whether with or without accompanying pneumonia.

ARDS pneumonia radiographic chest view shadow quality &ded;
&ch1; &ch2; &ch3; &ch4; &ch5; &ch6; 52 7 Zusammenfassung

Erstmalig wurde an einem statistisch relevanten Patientengut eine vergleichende radiologische Studie zum Thema ARDS und Pneumonie angefertigt, das fachübergreifend nicht allein für den Radiologen sondern auch für den Internisten ausreichend dargestellt wurde.

Notwendig war diese Studie um Klarheit in ein Krankheitsbild zu bringen, daß für den Radiologen eine Herausforderung darstellt, zumal sich zu diesem Thema wenig Studienmaterial und Literatur finden und diese entweder hinsichtlich der Fallzahlen nicht mit dieser Studie zu vergleichen sind, oder widersprüchlich sowohl in Fragen der Definition, Methodik und Ergebnisse sind.

Um diese Studie auf eine valide Basis zu stellen mußten, im Vorfeld unter anderem im gesamten Bundesgebiet die Röntgenbilder der Patienten gesammelt, zeitlich zugeordnet und neu befundet werden.

Dies schon allein bedeutete neben der Evaluierung des Patientengutes einen erheblichen zeitlichen Aufwand. So waren allein zur Auswahl der Bilder die letztendlich in dieser Studie Verwendung fanden, die Sichtung und Befundung von ca. 6000 Aufnahmen (Röntgenthoraces, CT Lunge, et.al.) notwendig, sodaß 84 Bildertripletts zur Auswertung zur Verfügung standen.

In der vorliegenden retrospektiven Studie fand auf der Intensivstation des Berliner Universi-tätsklinikums Rudolf Virchow eine vergleichende Untersuchung für 119 Patienten die innerhalb eines Zeitraumes von 5½ Jahren mit der Diagnose ARDS aufgenommen wurden, statt.

Dabei sollte neben den allgemeinen klinischen Ursachen für den Verlauf der Erkrankung auch der Aspekt einer dem ARDS aufsitzenden Pneumonie, deren Häufigkeit, die prädisponierenden Faktoren sowie ihr zugrundeliegende Infektionsquellen analysiert werden.

Es wurden drei aufeinanderfolgende Röntgenthoraxaufnahmen von 84 Patienten hinsichtlich ihres Verlaufs befundet und in einer vergleichenden Statistik ausgewertet.

Es konnte nachgewiesen werden, daß es für eine sichere Befundung von Röntgenthoraces kein statistisches Korrelat gibt (p > 0.6). Die Irrtumswahrscheinlichkeit von falsch positiven und falsch negativen Ergebnissen lag bei 78% , und entsprach dabei den Angaben in der Literatur.

Die Ergebnisse unterstreichen zudem die Feststellung, daß auch Serienaufnahmen nicht zur Verbesserung der diagnostischen Sicherheit führen, die Wertigkeit von Röntgenthoraxaufnahmen daher nur im Rahmen einer allgemeinen Verlaufsbeurteilung des ARDS mit oder ohne begleitende Pneumonie zu sehen ist

&bib; &appa; &ack;