Brachold, Ralf: “DNA-Polymorphismus des endothelialen leukozytären Adhäsionsmoleküls bei Patienten älter als 50 Jahre mit interventionsbedürftigen Koronararterienstenosen“

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Kapitel 6. Zusammenfassung

In einem Kollektiv von 53 Patienten mit interventionsbedürftiger koronarer Herz-krankheit, deren durchschnittliches Alter fünfzig Jahre überschreitet, finden sich folgende Resultate:

Die Häufigkeit der S128R-Mutation der EGF-Domäne des E-Selectins ist mit 13,2% ebenso hoch wie in einer Vergleichsgruppe freiwilliger Probanden (n = 102, Häufigkeit der Mutation: 15,7%) bei den Untersuchungen von Wenzel et al., die eine statistisch signifikante Erhöhung (p = 0,02) der Frequenz dieser Mutation (Häufigkeit 29,2%) in einem Kollektiv von 97 Personen unter fünfzig Jahre mit angiografisch nachgewiesener schwerer peripherer bzw. koronarer Gefäßkrankheit zeigen können und darin einen unabhängigen Risikofaktor für die vorzeitige Atherosklerose sehen ( siehe , siehe ). In der Untergruppe der Probanden unter vierzig Jahre findet sich eine höhere Inzidenz der Mutation (n = 40, Häufigkeit der Mutation: 40%) (p = 0,0025) ( siehe ). Hypothetisch läßt sich im Analogieschluß zu den Ergebnissen von Wenzel et al. eine geringere Frequenz der Mutation in der Patientengruppe über fünfzig Jahre vermuten. Die beobachtete geringere Frequenz der Mutation in höherem Alter beweist die Richtigkeit der aufgestellten Arbeitshypothese und kann somit die Schlußfolgerung der Arbeit von Wenzel et al. unterstützen, welche in der S128R-Mutation einen unabhängigen Risikofaktor für eine vorzeitige Atherosklerose sehen ( siehe ). Aufgrund des nahezu identischen Designs der beiden Untersuchungen mit analogen Einschlußkriterien (Alter der Patienten < bzw. > als fünfzig Jahre, interventionsbedürftige KHK) und gleichen Methoden (Anamnese und klinisch-chemische Bestimmung der Risikofaktoren sowie molekularbiologische Analyse) ist der Vergleich der Ergebnisse zulässig.

Das Auftreten der einzelnen Risikofaktoren innerhalb des untersuchten Kollektives stimmt teilweise mit den Ergebnissen anderer Studien bezüglich der Rolle dieser Risikofaktoren für die Atherogenese ein. Abweichungen von den Resultaten dieser Untersuchungen lassen sich in erster Linie durch die relativ geringe Fallzahl bei der vorliegenden Arbeit erklären und dürfen nicht als Argument gegen die Bedeutung der einzelnen Risikofaktoren gesehen werden. Innerhalb dieser Studie findet sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Patienten mit bzw. ohne S128R-Mutation bezüglich der Verteilung der Risikofaktoren. Die Ergebnisse dieser Studie weichen von den Resultaten der Untersuchungen von Wenzel et al. ab, die eine Korrelation von normalen Cholesterinwerten mit dem Auftreten der S128R-Mutation festgestellt haben ( siehe ). Eine Erklärung dieses Faktums liegt in der relativ geringen Fallzahl der Probanden dieser Studie, wodurch sich eher zufällig dieses Ergebnis präsentiert. Zugleich muß auch das Resultat von Wenzel et al. kritisch betrachtet werden, erst weitere Untersuchungen können deren Ergebnis bezüglich des Einflusses des Cholesterinwertes auf die Inzidenz der Mutation bestätigen.


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Wichtigste Erkenntnis aus den Resultaten dieser Untersuchung ist der indirekte Beweis für die Bedeutung der S128R-Mutation der EGF-Domäne des E-Selectins bei der Entwicklung einer vorzeitigen Atherosklerose, der sich als Schlußfolgerung aus dem Vergleich der Inzidenz dieser Mutation in den betrachteten unterschiedlichen Kollektiven ergibt.


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