Buchholz, Alexander: “Zirkulierende Thrombozyten im Rahmen der intraarteriellen digitalen Subtraktionsangiographie und der perkutanen transluminalen Angioplastie: Durchflußzytometrische Bestimmung der Aktivierung ex vivo und in vitro“

22

Kapitel 4. Ergebnisse

Eine statistische Auswertung der Daten aus den Tabellen 1 und 2 (siehe Tabelle 1 , Tabelle 2 ) nahmen wir nicht vor, da die Werte aus Anamnese und Paraklinik eine einheitliche Tendenz aufzeigten. Außerdem hatten sie bis auf die Variable ”Alter“ nur ein nominales Skalierungsniveau, was bei der kleinen Anzahl von Beobachtungswerten pro Stichprobe (Gruppe) die Aussage statistischer Tests unsicher erscheinen ließ. Die Unterschiede in den intervallskalierten Daten zwischen den Interventionen DSA und PTA waren bekannt und machten mathematische Nachweise überflüssig.

Daher wurden nur solche Daten statistisch analysiert, die sich auf Interventionseinflüsse innerhalb einer Gruppe oder auf Meßwerte der Immunfluoreszenz bezogen.

Die Diagramme unter 4.1 bis 4.3 sind Boxplots, innerhalb der die Verteilung von Werten durch ein Rechteck charakterisiert wird. Eine horizontale Linie innerhalb des Rechtecks kennzeichnet den Median. Die untere Grenze des Rechtecks entspricht der 25. und die obere Grenze der 75. Perzentile der Verteilung. Die 10. und 90. Perzentile sind jeweils als ein durch eine senkrechte Linie mit dem Rechteck verbundener Balken dargestellt. Symbole außerhalb der 10. und 90. Perzentile repräsentieren Ausreißer (o) bzw. Extremwerte (x). Unter den Boxplots sind die Mediane der Verteilungen in eckigen Klammern, signifikante Ergebnisse mit den relativen Wahrscheinlichkeiten ( p ) für die Nullhypothese der Testverfahren sowie in einigen Fällen Mediane, Minima und Maxima der Ausgangsverteilungen aufgeführt.

Die Diagramme unter 4.4 stellen Scatterplots dar. Die bei signifikanten Ergebnissen angegebenen relativen Wahrscheinlichkeiten für die Nullhypothese beziehen sich auf den Spearman`schen Korrelationskoeffizienten r . Bei Beträgen von r > 0,2 wurden mit dem ”Modell der linearen Regressionsanalyse“ berechnete Regressionsgeraden und Konfidenzintervalle bei einem Niveau von 95 % eingezeichnet. Mediane, Minima und Maxima charakterisieren die Ausgangsverteilungen.

In allen Diagrammen wurde die Achsenskalierung der Ordinaten an die Fluoreszenzdaten angepaßt, um kleine Unterschiede zwischen Medianen und Anstiegen optisch hervorzuheben.

4.1. Vergleiche mit den Kontrollgruppen

Da die verglichenen Gruppen unabhängig voneinander waren, wendeten wir als Testverfahren den ”Kruskal-Wallis H-Test“ und den ”U-Test von Mann und Whitney“ an. In die Berechnungen gingen die Meßwerte der mit einer Kanüle entnommenen venösen Blutproben der Kontrollgruppen und die Meßwerte der Blutproben der Gruppen KM und PTA ein, die wir aus der venösen Schleuse vor Beginn der Eingriffe abnahmen.


23

4.1.1. Vergleich zwischen den Gruppen KG 1 und KG2

Das festgelegte Signifikanzniveau betrug nach Korrektur durch die ”Alpha-Adjustierung nach Bonferroni“ aufgrund der Einbeziehung der Gruppe KG1 in drei Paarvergleiche p = 0,02.

4.1.1.1. Nativ

Die Medianwerte der Fluoreszenzintensität der nativen venösen Proben der Gruppe KG1 waren bei CD 62 und CD63 signifikant größer als bei der Gruppe KG2 (siehe Abb. 4 , Abb. 5 ). Die Isotypkontrollen änderten sich nicht signifikant. Somit war die Relativzahl aktivierter Thrombozyten bei Patienten mit PAVK gegenüber gesunden Probanden erhöht.

Abb. 4: Vergleich von KG1 mit KG2 (nativ, venös, CD62); KG1 [3,68] > KG2 [1,88]; (p = 0,0001); Isotypkontrollen: KG1 [1,62]< KG2 [1,75] ( n. s. )

Abb. 5: Vergleich von KG1 mit KG2 (nativ, venös, CD63); KG1 [5,97] > KG2 [2,86] (p = 0,0001); Isotypkontrollen: KG1 [1,62]< KG2 [1,75] (n. s.)


24

4.1.1.2. Aktiviert

Bei den in vitro aktivierten Proben zeigten sich bei CD 63 signifikant höhere Medianwerte der Fluoreszenzintensität in der Gruppe KG 1 im Vergleich zur Gruppe KG2 (siehe Abb. 7 ). Der Marker CD62 konnte keinen signifikanten Unterschied aufdecken (siehe Abb. 6 ). Die Isotypkontrollen wichen nicht signifikant voneinander ab. Die Patienten mit PAVK wiesen demzufolge auch eine höhere Relativzahl sensibilisierter Thrombozyten als gesunde Probanden auf.

Abb. 6: Vergleich von KG1 mit KG2 (aktiviert, venös, CD62); KG1 [13,47] < KG2 [14,59] ( n. s. ); Isotypkontrollen: KG1 [1,56] < KG2 [1,73] (n. s.)

Abb. 7: Vergleich von KG1 mit KG2 (aktiviert, venös, CD63); KG1 [13,4] > KG2 [7,64] (p = 0,0001); Isotypkontrollen: KG1 [1,56]< KG2 [1,73] (n. s.)


25

4.1.2. Vergleich der Gruppe KG 1 mit den Gruppen KM und PTA

Da wir die venösen Proben des Zeitpunktes vor den Interventionen DSA bzw. PTA in 4 Paarvergleiche einbezogen, hatte das festgelegte Signifikanzniveau nach Korrektur durch die ”Alpha-Adjustierung nach Bonferroni“ einen Wert von p = 0,01.

4.1.2.1. Vergleich zwischen den Gruppen KG1 und KM

Die Medianwerte der Fluoreszenzintensität der nativen und der in vitro aktivierten Proben wiesen weder bei CD 62 noch bei CD63 signifikante Unterschiede zwischen der Gruppe KG1 und der Gruppe KM auf. Auch bei den Isotypkontrollen traten zwischen den Gruppen keine signifikanten Abweichungen in den Medianwerten der Fluoreszenzintensität auf (ohne Abb. ). Es konnte somit kein Nachweis für die Existenz signifikanter Unterschiede im prozentualen Anteil aktivierter und sensibilisierter Thrombozyten zwischen den mit einer Kanüle abgenommenen und den aus einer venösen Schleuse stammenden Proben erbracht werden.

4.1.2.2. Vergleich zwischen den Gruppen KG1 und PTA

Bei den Medianwerten der Fluoreszenzintensität der nativen und der in vitro aktivierten Proben waren weder bei CD62 noch bei CD63 signifikante Unterschiede zwischen der Gruppe KG1 und der Gruppe PTA vorhanden. Signifikante Unterschiede der Medianwerte der Fluoreszenzintensität existierten auch nicht bei den Isotypkontrollen dieser Gruppen (ohne Abb.). Diese Beobachtung stimmte mit dem Ergebnis des Vergleichs unter 4.1.2.1 überein.

Somit konnte ein Einfluß der Abnahmemethode auf die Relativzahl aktivierter und sensibilisierter Thrombozyten in den Proben nicht aufgezeigt werden.

4.2. Vergleiche innerhalb der Gruppen KM und PTA

Die Meßwerte der Proben, die innerhalb einer Gruppe aus einem bestimmten Gefäß zu unterschiedlichen Zeitpunkten oder zu einem bestimmten Zeitpunkt aus verschiedenen Gefäßen (arteriell und venös) jeweils unter Verwendung von Schleusen entnommen wurden, waren voneinander abhängig. Deshalb führten wir hier den ”Friedman-Test“ und den ”Wilcoxon-Test“ durch.

Das festgelegte Signifikanzniveau für die in 4 Paarvergleiche einbezogenen venösen Proben des Zeitpunktes vor den Interventionen DSA bzw. PTA betrug nach Korrektur durch die ”Alpha-Adjustierung nach Bonferroni“ p = 0,01. Für alle anderen Proben, die nur in drei Paarvergleiche eingingen, hatte das festgelegte Signifikanzniveau nach der Korrektur einen Wert von p = 0,02.


26

4.2.1. Vergleich der 3 Abnahmezeitpunkte in der Gruppe KM

4.2.1.1. Nativ arteriell

Bei den nativen arteriellen Proben wurde erkennbar, daß die Medianwerte der Fluoreszenzintensität zum Zeitpunkt ”4 h nach KM“ bei CD 62 und CD63 signifikant unter denen des Zeitpunktes ”nach KM“ lagen. Die Isotypkontrollen änderten sich nicht signifikant (siehe Abb. 8 , Abb. 9 ). Der prozentuale Anteil aktivierter Thrombozyten war demzufolge im arteriellen Stromgebiet zum Zeitpunkt ”4 h nach KM“ kleiner als zum Zeitpunkt ”nach KM“.

Abb. 8: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe KM (nativ, arteriell, CD62); vor [3,92] < nach [3,96] ( n. s. ); vor > 4 h nach [3,54] (n. s.); nach > 4 h nach ( p = 0,004); Isotypkontrollen: vor [1,78] < nach [1,91] > 4 h nach [1,75] (n. s.)

Abb. 9: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe KM (nativ, arteriell, CD63); vor [5,6] < nach [5,67] (n. s.); vor > 4 h nach [5,5] (n. s.); nach > 4 h nach (p = 0,015); Isotypkontrollen: vor [1,78] < nach [1,91] > 4 h nach [1,75] (n. s.)


27

4.2.1.2. Nativ venös

Die nativen venösen Proben wiesen bei CD 63 eine signifikante Abnahme der Medianwerte der Fluoreszenzintensität zum Zeitpunkt ”4 h nach KM “ gegenüber dem Zeitpunkt ”nach KM“ auf. Bei CD62 sowie den Isotypkontrollen existierten keine signifikanten Unterschiede (siehe Abb. 10 , Abb. 11 ). Die Relativzahl faktivierter Plättchen im lokalen Effluat der manipulierten Gefäßabschnitte war somit zum Zeitpunkt ”4 h nach KM“ kleiner als direkt nach KM. Bei den nativen Proben aus dem arteriellen und venösen Bereich traten signifikante Unterschiede beim Vergleich der 4-h-Werte mit den Werten direkt nach KM auf und zeigten einen verringerten prozentualen Anteil aktivierter Thrombozyten zum Zeitpunkt 4 h nach der DSA an.

Abb. 10: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe KM (nativ, venös, CD62); vor [4] > nach [3,81] ( n. s. ); vor > 4 h nach [3,64] (n. s.); nach > 4 h nach (n. s.); Isotypkontrollen: vor [1,86] < nach [1,87] > 4 h nach [1,69] (n. s.)

Abb. 11: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe KM (nativ, venös, CD63); vor [5,88] > nach [5,52] (n. s.); vor > 4 h nach [5,4] (n. s.); nach > 4 h nach ( p = 0,006); Isotypkontrollen: vor [1,86] < nach [1,87] > 4 h nach [1,69] (n. s.)


28

4.2.1.3. Aktiviert arteriell

Bei den in vitro aktivierten arteriellen Proben wurde deutlich, daß die Medianwerte der Fluoreszenzintensität bei CD 62 und CD63 zum Zeitpunkt ”4 h nach KM “ signifikant über denen des Zeitpunktes ”vor KM“ lagen (siehe Abb. 12 , Abb. 13 ). Die Isotypkontrollen wichen nicht signifikant voneinander ab. Daran wurde eine vermehrte Relativzahl sensibilisierter Thrombozyten im arteriellen Stromgebiet zum Zeitpunkt 4 h nach der DSA erkennbar.

Abb. 12: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe KM (aktiviert, arteriell, CD62); vor [10,14] < nach [12,08] ( n. s. ); vor < 4 h nach [14,05] ( p = 0,012); nach < 4 h nach (n. s.); Isotypkontrollen: vor [1,9] > nach [1,89] < 4 h nach [1,92] (n. s.)

Abb. 13: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe KM (aktiviert, arteriell, CD63); vor [11,56] < nach [13,11] (n. s.); vor < 4 h nach [14,53] (p = 0,014); nach < 4 h nach (n. s.); Isotypkontrollen: vor [1,9] > nach [1,89] < 4 h nach [1,92] (n. s.)


29

4.2.1.4. Aktiviert venös

Bei den in vitro aktivierten venösen Proben wurde ersichtlich, daß die Medianwerte der Fluoreszenzintensität bei CD 62 und CD63 zum Zeitpunkt ”4 h nach KM “ signifikant diejenigen der Zeitpunkte ”vor KM“ und ”nach KM“ überstiegen (siehe Abb. 14 , Abb. 15 ). Die Isotypkontrollen änderten sich nicht signifikant. Zum Zeitpunkt ”4 h nach KM“ war demzufolge auch im lokalen Effluat der manipulierten Gefäßabschnitte die Relativzahl sensibilisierter Thrombozyten erhöht.

Abb. 14: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe KM (aktiviert, venös, CD62); vor [11,14] < nach [11,42] ( n. s. ); vor < 4 h nach [14,40] ( p = 0,005); nach < 4 h nach (p = 0,009); Isotypkontrollen: vor [1,92] > nach [1,88] < 4 h nach [1,91] (n. s.)

Abb. 15: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe KM (aktiviert, venös, CD63); vor [10,7] < nach [11,34] (n. s.); vor < 4 h nach [15,08] (p = 0,002); nach < 4 h nach (p = 0,004); Isotypkontrollen: vor [1,92] > nach [1,88] < 4 h nach [1,91] (n. s.)


30

4.2.2. Vergleich der 3 Abnahmezeitpunkte in der Gruppe PTA

4.2.2.1. Nativ arteriell

Die nativen arteriellen Proben wiesen bei CD 62 eine signifikante Verringerung der Medianwerte der Fluoreszenzintensität zum Zeitpunkt ”4 h nach PTA“ gegenüber dem Zeitpunkt ”vor PTA“ auf. Bei CD63 sowie den Isotypkontrollen ergaben sich keine signifikanten Unterschiede (siehe Abb. 16 , Abb. 17 ). Der prozentuale Anteil aktivierter Thrombozyten war somit in der systemischen arteriellen Zirkulation zum Zeitpunkt ”4 h nach PTA“ vermindert.

Abb. 16: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe PTA (nativ, arteriell, CD62); vor [4,43] > nach [4,26] ( n. s. ); vor > 4 h nach [3,36] ( p = 0,019); nach > 4 h nach (n. s.); Isotypkontrollen: vor [1,85] > nach [1,78] > 4 h nach [1,74] (n. s.)

Abb. 17: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe PTA (nativ, arteriell, CD63); vor [5,6] > nach [5,45] (n. s.); vor > 4 h nach [5,47] (n. s.); nach < 4 h nach (n. s.); Isotypkontrollen: vor [1,85] > nach [1,78] > 4 h nach [1,74] (n. s.)


31

4.2.2.2. Nativ venös

Bei den nativen venösen Proben trat zum Zeitpunkt ”4 h nach der PTA “ bei CD 62 und CD63 (siehe Abb. 18 , Abb. 19 ) eine signifikante Senkung der Medianwerte der Fluoreszenzintensität unter das Niveau direkt nach der PTA ein. Die Isotypkontrollen wichen nicht signifikant voneinander ab. Demzufolge kam es zum Zeitpunkt ”4 h nach PTA“ im lokalen Effluat der manipulierten Gefäßabschnitte zu einem Abfall des prozentualen Anteils aktivierter Thrombozyten. Somit ergaben sich bei den nativen Proben aus dem arteriellen und venösen Bereich signifikante Unterschiede beim Vergleich der 4-h-Werte mit den Werten vor oder direkt nach PTA und belegten eine verringerte Relativzahl aktivierter Plättchen zum Zeitpunkt 4 h nach der Intervention.

Abb. 18: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe PTA (nativ, venös, CD62); vor [4,07] < nach [4,09] ( n. s. ); vor > 4 h nach [3,34] (n. s.); nach > 4 h nach ( p = 0,011); Isotypkontrollen: vor [1,85] > nach [1,84] > 4 h nach [1,74] (n. s.)

Abb. 19: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe PTA (nativ, venös, CD63); vor [5,5] < nach [5,53] (n. s.); vor > 4 h nach [5,23] (n. s.); nach > 4 h nach (p = 0,005); Isotypkontrollen: vor [1,85] > nach [1,84] > 4 h nach [1,74] (n. s.)


32

4.2.2.3. Aktiviert arteriell

Kein Vergleich zwischen den Abnahmezeitpunkten der in vitro aktivierten arteriellen Proben konnte einen Nachweis für die Existenz signifikanter Unterschiede in bezug auf die Isotypkontrollen und den prozentualen Anteil sensibilisierter Thrombozyten in der systemischen arteriellen Zirkulation erbringen (siehe Abb. 20 , Abb. 21 ).

Abb. 20: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe PTA (aktiviert, arteriell, CD 62); vor [15,73] > nach [12,81] ( n. s. ); vor > 4 h nach [14,46] (n. s.); nach < 4 h nach (n. s.); Isotypkontrollen: vor [1,86] > nach [1,84] > 4 h nach [1,64] (n. s.)

Abb. 21: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe PTA (aktiviert, arteriell, CD63); vor [19,04] > nach [12,19] (n. s.); vor < 4 h nach [21,2] (n. s.); nach < 4 h nach (n. s.); Isotypkontrollen: vor [1,86] > nach [1,84] > 4 h nach [1,64] (n. s.)


33

4.2.2.4. Aktiviert venös

Auch bei den in vitro aktivierten venösen Proben konnten wir keine signifikanten Unterschiede zwischen den Abnahmezeitpunkten bezüglich der Isotypkontrollen sowie der Relativzahl sensibilisierter Thrombozyten im lokalen Effluat der alterierten Gefäßabschnitte nachweisen (siehe Abb. 22 , Abb. 23 ).

Abb. 22: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe PTA (aktiviert, venös, CD 62); vor [11,96] < nach [12,61] ( n. s. ); vor < 4 h nach [14,4] (n. s.); nach < 4 h nach (n. s.); Isotypkontrollen: vor [1,85] < nach [1,86] > 4 h nach [1,85] (n. s.)

Abb. 23: Vergleich der Abnahmezeitpunkte in der Gruppe PTA (aktiviert, venös, CD63); vor [16,83] > nach [14,66] (n. s.); vor < 4 h nach [18,98] (n. s.); nach < 4 h nach (n. s.); Isotypkontrollen: vor [1,85] < nach [1,86] > 4 h nach [1,85] (n. s.)


34

4.2.3. Vergleich der arteriellen mit den venösen Werten in der Gruppe KM

Beim Vergleich der arteriellen mit den venösen Proben, die wir zum selben Zeitpunkt abnahmen, traten innerhalb der Gruppe KM ex vivo und in vitro keine signifikanten Unterschiede auf (ohne Abb. ). Somit konnten wir nicht davon ausgehen, daß zu einem bestimmten Abnahmezeitpunkt eine Differenz in der Relativzahl aktivierter und sensibilisierter Thrombozyten zwischen dem arteriellen Stromgebiet und dem venösen lokalen Effluat der manipulierten Gefäßabschnitte bestand.

4.2.4. Vergleich der arteriellen mit den venösen Werten in der Gruppe PTA

Auch der Vergleich zwischen den arteriellen und venösen Proben derselben Abnahmezeitpunkte innerhalb der Gruppe PTA lieferte ex vivo und in vitro keinen Beweis für die Existenz signifikanter Unterschiede (ohne Abb.). Diese Beobachtung stimmte mit dem beschriebenen Ergebnis aus der Gruppe KM überein.

4.3. Vergleich der Gruppe KM mit der Gruppe PTA

Hier verglichen wir die Interventionen KM und PTA direkt miteinander, indem wir bei Patienten sowohl eine intraarterielle DSA als auch eine wenige Tage später durchgeführte PTA untersuchten (Gruppe ”KM und PTA“). Da dieselben Patienten bei unterschiedlichen Eingriffen beobachtet wurden, hingen alle Meßwerte voneinander ab, und wir wendeten den Wilcoxon-Test an. Das festgelegte Signifikanzniveau betrug p = 0,05.

In die Testverfahren gingen die relativen prozentualen Differenzen ein, die jeweils zwischen den Werten der Abnahmezeitpunkte vor und direkt nach bzw. vor und 4 h nach einem Eingriff bestanden. Diese Differenzen eines Eingriffs verglichen wir mit den auf die gleiche Weise gebildeten Differenzen des anderen Eingriffs.

4.3.1. Vergleich der relativen prozentualen vor-nach-Differenzen

Beim Vergleich der Gruppen KM und PTA anhand der relativen prozentualen Änderungen der Medianwerte der Fluoreszenzintensität zwischen den Zeitpunkten vor und unmittelbar nach den Eingriffen trat ein signifikanter Unterschied bei den nativen arteriellen Proben auf, die mit Anti- CD 62 markiert wurden. Hier lag die Verteilung der gebildeten Differenzen bei der Gruppe KM im Verhältnis zur Gruppe PTA mehr im negativen Bereich. Die Werte der Isotypkontrollen der Gruppen wichen in ihrer Lage nicht signifikant voneinander ab (siehe Abb. 24 ).

Die negativere Lage der Differenzen wurde von höheren Werten direkt nach der DSA verursacht. Diese Beobachtung bedeutete, daß die Relativzahl zirkulierender aktivierter Thrombozyten im


35

arteriellen Stromgebiet direkt nach den Eingriffen im Vergleich zum Ausgangsniveau bei der DSA höher war als bei der PTA .

Alle anderen Vergleiche (siehe Abb. 25 , Abb. 26 , Abb. 27 ), auch die der in vitro aktivierten Proben (ohne Abb.), wiesen keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Eingriffen nach.

4.3.1.1. Nativ arteriell

Abb. 24: Vergleich von KM mit PTA (nativ, arteriell, CD 62); KM [-6,9] < PTA [2,61] ( p = 0,021); Werte vor KM: [3,77]; Min. : 2,86; Max. : 5,28; Werte vor PTA: [3,63]; Min.: 2,86; Max.: 14,59; Isotypkontrollen: KM [-2,38] < PTA [4,08] ( n. s. )

Abb. 25: Vergleich von KM mit PTA (nativ, arteriell, CD63); KM [-0,99] < PTA [0,06] (n. s.); Werte vor KM: [5,35]; Min.: 4,7; Max.: 7,23; Werte vor PTA: [5,41]; Min.: 4,7; Max.: 17; Isotypkontrollen: KM [-2,38] < PTA [4,08] (n. s.)


36

4.3.1.2. Nativ venös

Abb. 26: Vergleich von KM mit PTA (nativ, venös, CD 62); KM [6,51] > PTA [0,5] ( n. s. ); Werte vor KM: [4,03]; Min. : 3,11; Max. : 5,38; Werte vor PTA: [3,8]; Min.: 3,11; Max.: 5,19; Isotypkontrollen: KM [2,59] > PTA [-0,91] (n. s.)

Abb. 27: Vergleich von KM mit PTA (nativ, venös, CD63); KM [4,41] > PTA [0,98] (n. s.); Werte vor KM: [5,7]; Min.: 4,87; Max.: 7,3; Werte vor PTA: [5,4]; Min.: 4,87; Max.: 7,23; Isotypkontrollen: KM [2,59] > PTA [-0,91] (n. s.)


37

4.3.2. Vergleich der relativen prozentualen vor-, und 4h-nach-Differenzen

Die Gruppen KM und PTA wichen hinsichtlich der relativen prozentualen Änderungen der Medianwerte der Fluoreszenzintensität zwischen den Zeitpunkten vor und 4 h nach den Eingriffen weder bei den nativen (siehe Abb. 28 , Abb. 29 , Abb. 30 , Abb. 31 ) noch bei den in vitro aktivierten Proben (ohne Abb. ) signifikant voneinander ab. Somit konnten wir zwischen den Interventionen intraarterielle DSA und PTA beim Vergleich der Relativzahl aktivierter und sensibilisierter Plättchen zum Zeitpunkt 4 h nach den Eingriffen bezüglich des jeweiligen Ausgangsniveaus keinen Nachweis für die Existenz signifikanter Unterschiede erbringen. Das traf für das venöse und arterielle Stromgebiet zu.

4.3.2.1. Nativ arteriell

Abb. 28: Vergleich von KM mit PTA (nativ, arteriell, CD 62); KM [4,73] > PTA [4,47] ( n. s. ); Werte vor KM: [3,77]; Min. : 2,86; Max. : 5,28; Werte vor PTA: [3,63]; Min.: 2,86; Max.: 14,59; Isotypkontrollen: KM [1,99] < PTA [2,08] (n. s.)

Abb. 29: Vergleich von KM mit PTA (nativ, arteriell, CD63); KM [7,28] > PTA [3,07] (n. s.); Werte vor KM: [5,35]; Min.: 4,7; Max.: 7,23; Werte vor PTA: [5,41]; Min.: 4,7; Max.: 17; Isotypkontrollen: KM [1,99] < PTA [2,08] (n. s.)


38

4.3.2.2. Nativ venös

Abb. 30: Vergleich von KM mit PTA (nativ, venös, CD 62); KM [8,13] > PTA [6,05] ( n. s. ); Werte vor KM: [4,03]; Min. : 3,11; Max. : 5,38; Werte vor PTA: [3,8]; Min.: 3,11; Max.: 5,19; Isotypkontrollen: KM [0,96] < PTA [1,96] (n. s.)

Abb. 31: Vergleich von KM mit PTA (nativ, venös, CD63); KM [6,98] > PTA [4,35] (n. s.); Werte vor KM: [5,7] Min.: 4,87; Max.: 7,3; Werte vor PTA: [5,4]; Min.: 4,87; Max.: 7,23; Isotypkontrollen: KM [0,96] < PTA [1,96] (n. s.)


39

4.4. Einflüsse auf die Gruppen KM und PTA

Mit Hilfe des ”Modells der bivariaten Korrelation nach Spearman“ sollte überprüft werden, ob die Meßwerte von intraarterieller DSA und PTA dem Einfluß unterschiedlicher Interventionsbedingungen unterlagen. Die festgelegte Irrtumswahrscheinlichkeit für den Spearman`schen Korrelationskoeffizienten ( r ) betrug p = 0,05. Es gingen die relativen prozentualen Differenzen, die zwischen den Werten der Abnahmezeitpunkte vor und unmittelbar nach bzw. vor und 4 h nach einem Eingriff bestanden, in die Berechnungen ein.

4.4.1. Einflüsse auf die relativen prozentualen vor-nach-Differenzen der Gruppe KM

4.4.1.1. Einfluß der KM-Menge

Zwischen den relativen vor-nach-Differenzen der Meßwerte der während der DSA entnommenen arteriellen und venösen Proben und der zugeführten KM-Menge existierte bei CD 62 und CD63 sowie den Isotypkontrollen ex vivo (ohne Abb. ) und in vitro (siehe Abb. 32 , Abb. 33 , Abb. 34 , Abb. 35 ) kein signifikanter linearer Zusammenhang. Somit konnten wir eine Einwirkung der KM-Menge auf die Relativzahl aktivierter und sensibilisierter Thrombozyten unmittelbar nach der DSA im Vergleich zum Beginn der Intervention nicht nachweisen.

Abb. 32: Einfluß der KM-Menge während der DSA auf CD62, aktiviert, arteriell ( n = 24); r = - 0,14 ( n. s. ); Werte vor KM: [10,14]; Min. : 5,57; Max. : 37,52; Isotypkontrollen: r = 0,07 (n. s.)


40

Abb. 33: Einfluß der KM -Menge während der DSA auf CD 63, aktiviert, arteriell ( n = 24); r = - 0,01 ( n. s. ); Werte vor KM: [11,56]; Min. : 5,57; Max. : 29,43; Isotypkontrollen: r = 0,07 (n. s.)

Abb. 34: Einfluß der KM-Menge während der DSA auf CD62, aktiviert, venös (n = 24); r = 0,22 (n. s.); Werte vor KM: [11,14]; Min.: 5,14; Max.: 37,52; Isotypkontrollen: r = 0,14 (n. s.)


41

Abb. 35: Einfluß der KM -Menge während der DSA auf CD 63, aktiviert, venös ( n = 24); r = 0,08 ( n. s. ); Werte vor KM: [10,7]; Min. : 5,78; Max. : 28,9; Isotypkontrollen: r = 0,14 (n. s.)

4.4.1.2. Einfluß der Heparinmenge

Es bestand ein signifikanter negativer linearer Zusammenhang zwischen der während der DSA applizierten Heparinmenge und den relativen prozentualen vor-nach-Differenzen der Meßwerte der nativen venösen Proben bei CD62 (n = 24; r = -0,47; p = 0,02; Werte vor KM: Median: 4; Min.: 2,81; Max.: 6,44; Isotypkontrollen: r = -0,28, n. s.). Höhere Heparinmengen korrelierten mit kleineren bzw. negativen Differenzen. Demzufolge stieg die Relativzahl aktivierter Plättchen im lokalen Effluat direkt nach dem Eingriff in bezug auf das Ausgangsniveau um so stärker, je mehr Heparin während der DSA zugeführt wurde. Da die Meßwerte der übrigen nativen und der in vitro aktivierten Proben sowie der PTA (siehe 4.4.3.3 und 4.4.4.3 ) keinem beweisbaren Einfluß der Heparinmenge unterlagen, verzichteten wir auf eine graphische Darstellung dieser Ergebnisse.

4.4.2. Einflüsse auf die relativen prozentualen vor-, und 4h-nach-Differenzen der Gruppe KM

4.4.2.1. Einfluß der KM-Menge

Es existierte ein signifikanter positiver linearer Zusammenhang zwischen der während der DSA zugeführten KM-Menge und den relativen vor-, und 4h-nach-Differenzen der Meßwerte der aktivierten, venösen, mit Anti-CD62 markierten Proben. Zunehmende KM-Mengen korrelierten mit größeren bzw. positiven Differenzen (siehe Abb. 38 ). Somit nahm die Relativzahl sensibilisierter Thrombozyten im lokalen Effluat zum Zeitpunkt 4 h nach der DSA im Vergleich zu den Ausgangswerten mit steigenden KM-Mengen ab. Die Werte der übrigen mit Anti-CD62 und -CD63 markierten in vitro aktivierten (siehe Abb. 36 , Abb. 37 , Abb. 39 ) und nativen Proben (ohne Abb. ) sowie sämtlicher Isotypkontrollen korrelierten nicht signifikant mit der KM -Menge.


42

Abb. 36: Einfluß der KM-Menge während der DSA auf CD 62, aktiviert, arteriell ( n = 24); r = 0,19 ( n. s. ); Werte vor KM: [10,14]; Min. : 5,57; Max. : 37,52; Isotypkontrollen: r = -0,03 (n. s.)

Abb. 37: Einfluß der KM-Menge während der DSA auf CD63, aktiviert, arteriell (n = 24); r = -0,06 (n. s.); Werte vor KM: [11,56]; Min.: 5,57; Max.: 29,43; Isotypkontrollen: r = -0,03 (n. s.)


43

Abb. 38: Einfluß der KM -Menge während der DSA auf CD 62, aktiviert, venös ( n = 24); r = 0,42 ( p = 0,04); Werte vor KM: [11,14]; Min. : 5,14; Max. : 37,52; Isotypkontrollen: r = 0,04 ( n. s. )

Abb. 39: Einfluß der KM-Menge während der DSA auf CD63, aktiviert, venös (n = 24); r = -0,07 (n. s.); Werte vor KM: [10,7]; Min.: 5,78; Max.: 28,9; Isotypkontrollen: r = 0,04 (n. s.)


44

4.4.2.2. Einfluß der Heparinmenge

Es zeigte sich ein signifikanter negativer linearer Zusammenhang zwischen der während der DSA der applizierten Heparindosis und den relativen prozentualen vor-, und 4h-nach-Differenzen der Meßwerte der nativen venösen Proben bei CD 63 ( n = 24; r = -0,42; p = 0,04; Werte vor KM : Median: 5,88; Min. : 4,03; Max. : 8,74; Isotypkontrollen: r = -0,15, n. s. ). Steigende Heparinmengen korrelierten mit kleineren bzw. negativen Differenzen. Somit nahm die Relativzahl aktivierter Plättchen im lokalen Effluat 4h nach dem Eingriff in bezug auf die Ausgangswerte mit höheren zugeführten Heparindosen zu. Da die Meßwerte der übrigen nativen und der in vitro aktivierten Proben sowie der PTA keinem beweisbaren Einfluß der Heparinmenge unterlagen (siehe 4.4.3.3 und 4.4.4.3 ), verzichteten wir auch hier auf die graphische Darstellung der Ergebnisse.

4.4.3. Einflüsse auf die relativen prozentualen vor-nach-Differenzen der Gruppe PTA

4.4.3.1. Einfluß der KM-Menge

Es bestand ein nachweisbarer signifikanter positiver linearer Zusammenhang zwischen der KM-Menge und den relativen prozentualen vor-nach-Differenzen der Meßwerte der nativen arteriellen Proben bei CD62 und CD63 (siehe Abb. 40 , Abb. 41 ). Große KM-Mengen bewirkten ein Ansteigen der Differenzen und damit eine Verringerung der Relativzahl aktivierter Thrombozyten in der systemischen arteriellen Zirkulation direkt nach der PTA im Vergleich zum Beginn der Intervention. Anhand der mit Anti-CD62 und -CD63 markierten nativen venösen (siehe Abb. 42 , Abb. 43 ) und in vitro aktivierten Proben (ohne Abb.) sowie sämtlicher Isotypkontrollen konnte eine lineare Abhängigkeit der Meßwerte von der KM-Menge nicht bewiesen werden.

Abb. 40: Einfluß der KM-Menge während der PTA auf CD62, nativ, arteriell (n = 20); r = 0,71 (p = 0,001); Werte vor PTA: [4,43]; Min.: 2,86; Max.: 14,59; Isotypkontrollen: r = 0,09 (n. s.)


45

Abb. 41: Einfluß der KM -Menge während der PTA auf CD 63, nativ, arteriell ( n = 20); r = 0,56 ( p = 0,01); Werte vor PTA: [5,6]; Min. : 4,61; Max. : 17; Isotypkontrollen: r = 0,09 ( n. s. )

Abb. 42: Einfluß der KM-Menge während der PTA auf CD62, nativ, venös (n = 20); r = -0,08 (n. s.); Werte vor PTA: [4,07]; Min.: 3,11; Max.: 10,84; Isotypkontrollen: r = -0,01 (n. s.)


46

Abb. 43: Einfluß der KM -Menge während der PTA auf CD 63, nativ, venös ( n = 20); r = 0,01 ( n. s. ); Werte vor PTA: [5,5]; Min. : 4,61; Max. : 9,31; Isotypkontrollen: r = -0,01 (n. s.)

4.4.3.2. Einfluß der Dilatation

Die Gefäßläsion durch die PTA hängt sowohl von der Zeitdauer einer Dilatation als auch von der Länge des Ballons ab. Beide Faktoren sind sehr variabel und gingen als Produkt in den Dilatationsindex (Einheit: s x cm) ein, welcher für die Berechnungen der Einflußnahme der Dilatation auf die Meßwerte der PTA zum Einsatz kam. Bei Interventionen mit mehr als einer zu dilatierenden Stenose bzw. Verschlußstrecke wurde ein Gesamtindex aus der Summe der für die einzelnen Dilatationsorte errechneten Indexe gebildet. Die angewendeten Dilatationsdrücke und Ballondurchmesser gingen nicht in die Berechnungen ein, da sie sich aufgrund ähnlicher Eigenschaften und Volumina der dilatierten Gefäße nur sehr geringfügig voneinander unterschieden.

Zwischen dem Dilatationsindex und den relativen prozentualen vor-nach-Differenzen der Meßwerte der nativen arteriellen Proben bestand bei CD62 und CD63, nicht jedoch bei den Isotypkontrollen, ein nachweisbarer signifikanter positiver linearer Zusammenhang (siehe Abb. 44 , Abb. 45 ). Steigende Indexe machten sich in einem Anwachsen der Differenzen und demzufolge in einer Verminderung des prozentualen Anteils aktivierter Thrombozyten in der systemischen arteriellen Zirkulation direkt nach der PTA im Vergleich zum Beginn des Eingriffs bemerkbar.

Anhand der nativen venösen (siehe Abb. 46 , Abb. 47 ) und der in vitro aktivierten (ohne Abb.) Proben konnte bei CD62 und CD63 sowie bei den Isotypkontrollen eine lineare Abhängigkeit der Meßwerte vom Dilatationsindex nicht nachgewiesen werden.


47

Abb. 44: Einfluß der Dilatation während der PTA auf CD 62, nativ, arteriell ( n = 20); r = 0,49 ( p = 0,03); Werte vor PTA: [4,43]; Min. : 2,86; Max. : 14,59; Isotypkontrollen: r = 0,06 ( n. s. )

Abb. 45: Einfluß der Dilatation während der PTA auf CD63, nativ, arteriell (n = 20); r = 0,5 (p = 0,02); Werte vor PTA: [5,6]; Min.: 4,61; Max.: 17; Isotypkontrollen: r = 0,06 (n. s.)


48

Abb. 46: Einfluß der Dilatation während der PTA auf CD 62, nativ, venös ( n = 20); r = 0,02 ( n. s. ); Werte vor PTA: [4,07]; Min. : 3,11; Max. : 10,84; Isotypkontrollen: r = 0,12 (n. s.)

Abb. 47: Einfluß der Dilatation während der PTA auf CD63, nativ, venös (n = 20); r = 0,2 (n. s.); Werte vor PTA: [5,5]; Min.: 4,61; Max.: 9,31; Isotypkontrollen: r = 0,12 (n. s.)


49

4.4.3.3. Einfluß der Heparinmenge

Zwischen der während der PTA applizierten Heparindosis und den relativen prozentualen vor-nach-Differenzen der Meßwerte der nativen und in vitro aktivierten Proben bestand weder bei den Markern CD 62 und CD63 noch bei den Isotypkontrollen ein signifikanter linearer Zusammenhang (ohne Abb. ). Demzufolge konnten wir einen Einfluß der Heparinmenge auf die Relativzahl aktivierter und sensibilisierter Plättchen in der systemischen arteriellen Zirkulation und im lokalen Effluat unmittelbar nach der PTA in bezug auf die Ausgangswerte nicht nachweisen.

4.4.4. Einflüsse auf die relativen prozentualen vor-, und 4h-nach-Differenzen der Gruppe PTA

4.4.4.1. Einfluß der KM -Menge

Es existierte ein beweisbarer signifikanter negativer linearer Zusammenhang zwischen der KM-Menge und den relativen prozentualen vor-, und 4h-nach-Differenzen der Meßwerte der venösen nativen Proben bei CD62, nicht jedoch bei CD63 (siehe Abb. 50 , Abb. 51 ). Die Meßwerte der mit Anti-CD62 und -CD63 markierten nativen arteriellen (siehe Abb. 48 , Abb. 49 ) und in vitro aktivierten Proben (ohne Abb.) sowie sämtlicher Isotypkontrollen korrelierten nicht signifikant mit der KM-Menge. Somit erschienen im lokalen Effluat mit steigender KM-Menge vermehrt aktivierte Thrombozyten. Der Einfluß des KM auf den prozentualen Anteil aktivierter Plättchen in der systemischen arteriellen Zirkulation (siehe 4.4.3.1 ) war 4 h nach der PTA nicht mehr erkennbar.

Abb. 48: Einfluß der KM-Menge während der PTA auf CD62, nativ, arteriell ( n = 14); r = 0,21 ( n. s. ); Werte vor PTA: [4,43]; Min. : 2,86; Max. : 14,59; Isotypkontrollen: r = -0,3 (n. s.)


50

Abb. 49: Einfluß der KM -Menge während der PTA auf CD 63, nativ, arteriell ( n = 15); r = 0,37 ( n. s. ); Werte vor PTA: [5,6]; Min. : 4,61; Max. : 17; Isotypkontrollen: r = -0,3 (n. s.)

Abb. 50: Einfluß der KM-Menge während der PTA auf CD62, nativ, venös (n = 15); r = -0,57 ( p = 0,03); Werte vor PTA: [4,07]; Min.: 3,11; Max.: 10,84; Isotypkontrollen: r = -0,15 (n. s.)


51

Abb. 51: Einfluß der KM -Menge während der PTA auf CD 63, nativ, venös ( n = 15); r = -0,31 ( n. s. ); Werte vor PTA: [5,5]; Min. : 4,61; Max. : 9,31; Isotypkontrollen: r = -0,15 (n. s.)

4.4.4.2. Einfluß der Dilatation

Die Dilatation übte auf die relativen prozentualen Differenzen, die zwischen den Meßwerten der nativen Proben zum Zeitpunkt vor und 4 h nach der PTA bei den Markern CD62 und CD63 sowie den Isotypkontrollen bestanden, keinen nachweisbaren Einfluß aus (siehe Abb. 52 , Abb. 53 , Abb. 54 , Abb. 55 ). Ferner konnte kein Zusammenhang zwischen dem Dilatationsindex und den Meßwerten der in vitro aktivierten Proben (ohne Abb. ) bewiesen werden. Damit zeigte sich, daß die oben beschriebene Einwirkung des Dilatationsindexes auf die Relativzahl aktivierter Thrombozyten in der systemischen arteriellen Zirkulation (siehe 4.4.3.2 ) zum Zeitpunkt 4 h nach der PTA nicht mehr bestätigt werden konnte.

Abb. 52: Einfluß der Dilatation während der PTA auf CD62, nativ, arteriell (n = 14); r = 0,13 (n. s.); Werte vor PTA: [4,43]; Min.: 2,86; Max.: 14,59; Isotypkontrollen: r = -0,42 (n. s.)


52

Abb. 53: Einfluß der Dilatation während der PTA auf CD 63, nativ, arteriell ( n = 15); r = 0,19 ( n. s. ); Werte vor PTA: [5,6]; Min. : 4,61; Max. : 17; Isotypkontrollen: r = -0,42 (n. s.)

Abb. 54: Einfluß der Dilatation während der PTA auf CD62, nativ, venös (n = 15); r = -0,29 (n. s.); Werte vor PTA: [4,07]; Min.: 3,11; Max.: 10,84; Isotypkontrollen: r = -0,29 (n. s.)


53

Abb. 55: Einfluß der Dilatation während der PTA auf CD 63, nativ, venös ( n = 15); r = -0,3 ( n. s. ); Werte vor PTA: [5,5]; Min. : 4,61; Max. : 9,31; Isotypkontrollen: r = -0,29 (n. s.)

4.4.4.3. Einfluß der Heparinmenge

Auch zwischen der während der PTA applizierten Heparinmenge und den relativen prozentualen vor-, und 4h-nach-Differenzen der Meßwerte der nativen und in vitro aktivierten Proben existierte weder bei den Markern CD62 und CD63 noch bei den Isotypkontrollen ein signifikanter linearer Zusammenhang (ohne Abb. ). Demzufolge ließ sich ein Einfluß der Heparinmenge auf den prozentualen Anteil aktivierter und sensibilisierter Plättchen in der systemischen arteriellen Zirkulation und im lokalen Effluat auch 4 h nach der PTA in bezug auf die Ausgangswerte nicht nachweisen.


[Titelseite] [Widmung] [Abkürzungsverzeichnis] [1] [2] [3] [4] [5] [6] [Bibliographie] [Danksagung] [Selbständigkeitserklärung] [Lebenslauf]

© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.

DiDi DTD Version 1.1
a subset from ETD-ML Version 1.1
Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML - Version erstellt am:
Wed Nov 24 19:17:59 1999