| Burkowitz, Jörg : Effektivität ärztlicher Kooperationsbeziehungen - Aus den Augen, aus dem Sinn ...? Empirische Analyse auf der Basis von Patientendaten |
Aus dem Institut für Arbeits-, Sozialmedizin und Epidemiologie
der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin
Zur Erlangung des akademischen Grades
doctor rerum medicinalium (Dr. rer. medic.)
vorgelegt der Medizinischen Fakultät Charité
der Humboldt-Universität zu Berlin
Dekan: Prof. Dr. med. M. Dietel
Gutachter:
Prof. Dr. Stefan N. Willich
Prof. Dr. Anabella Weismann
Prof. Dr. Ralph Brennecke
2. Juni 1999
Schlagwörter:
Überweisungen, Hausarzt, Facharzt, Kooperation
Keywords:
referrals, gerneral practitioner, consultants, co-operation
Effektivität ärztlicher Kooperationsbeziehungen - Aus den Augen, aus dem
Sinn...?
Empirische Analyse auf der Basis von Patientendaten
Der medizinische Fortschritt führte zu einer bis heute nicht abgeschlossenen Spezialisierung und Differenzierung medizinischer Fächer und hat zur Folge, daß der Arzt bei der Behandlung auf interärztliche Kooperation angewiesen ist. Der Patient kehrt jedoch häufig nach erfolgter fachärztlicher Behandlung nicht zum Hausarzt zurück, oder das Resultat wird nicht zurückgemeldet.
Die Studie hatte die Aufgabe, diese Defizite in der ärztlichen Kooperation aufzudecken und die Effektivität interärztlicher Kooperationsbeziehungen zu untersuchen. Ziele waren die Beschreibung von Art und Umfang der außerhausärztlichen Behandlungen, die Untersuchung der Vollständigkeit von Überweisungsprozessen und die Analyse von Determinanten auf das Rückmeldeverhalten.
In einer hausärztlich tätigen internistischen Praxis wurden die schriftlichen Mitteilungen und die Einträge über externe Behandlungen in der Befunddatei des Praxiscomputers aus einem Jahr erhoben. Zusätzlich standen aus einer Patientendatenbank retrospektiv die Daten aller Konsultationen in den letzten 3 Jahren für die Analyse zur Verfügung.
Für über die Hälfte der Ein- und Überweisungen konnte keine Rückmeldung gefunden werden. Auf der anderen Seite hatten zwei Drittel der Mitteilungen keine Überweisung als Grundlage. Ein Fünftel der Informationen über externe Behandlungen, die den Hausarzt erreichten, resultierten aus Patienteninformationen während der Anamnese. Den größten Einfluß auf das Überweisungsgeschehen hatte die Häufigkeit des Hausarztbesuchs. Patienten mit häufigen Besuchen hatten öfter Überweisungen und Rückmeldungen und einen höheren Anteil vollständiger Überweisungsprozesse.
Effectiveness of physicians' co-operation -Out of sight, out of mind...?
Empirical analysis based on patients' data
The medical progress led to an ongoing specialization and differentiation of medical specialities. As a result the physician depends on co-operation with colleagues. But the patient often doesn't return to the general practitioner after consultation of the consultant or the results are not reported back.
The task of the study was to reveal deficits of physicians' co-operation and to examine the effectiveness of physicians' relationships. Aims were description of type and extent of consultants treatment, completeness of referrals and analysis of determinants for the feedback behaviour.
Written reports and entries in the electronic patient-file about treatments of other physicians as the general practitioner were examined in a general practice during one year. In addition the data of a database, which contains all consultations in the last three years, were available for the analysis.
More than half of the referrals didn't have a feedback. On the other hand two third of the feedback information don't base on a general practitioner's referral. One fifth of the information, which reaches the general practitioner, were information by patients during the anamnesis. The frequency of general practitioners consultations had highest influence on the referral process. Patients with frequent consultations had more often referrals, feedback information and a higher proportion of complete referral processes.
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Inhaltsverzeichnis | |
| Titelseite | Effektivität ärztlicher Kooperationsbeziehungen - Aus den Augen, aus dem Sinn ...? Empirische Analyse auf der Basis von Patientendaten |
| 1 | Einleitung |
| 1.1. | Rahmenbedingungen |
| 1.1.1. | Notwendigkeit zur interärztlichen Kooperation |
| 1.1.2. | Rechtliche Aspekte |
| 1.1.3. | Bedeutung der ökonomischen Bedingungen |
| 1.1.4. | Bedeutung des Hausarztes im Überweisungsgeschehen |
| 1.1.5. | Trend der Patienten zum Facharzt |
| 1.2. | Relevanz von Ein- und Überweisungen |
| 1.2.1. | Überweisungsformen |
| 1.2.2. | Häufigkeit von Überweisungen |
| 1.2.3. | Determinanten für eine Überweisungsentscheidung |
| 1.2.4. | Ökonomische Relevanz von Überweisungen |
| 1.3. | Form, Inhalt und Bewertung der ärztlichen Kommunikation |
| 1.3.1. | Arztbrief als Medium |
| 1.3.2. | Funktion und Inhalt des Arztbriefes |
| 1.3.3. | Rücklauf der Arztbriefe |
| 1.3.4. | Bewertung der Kooperation |
| 1.4. | Einfluß neuer Versorgungsformen |
| 1.4.1. | Versorgungsmodelle |
| 1.4.2. | Leitlinien für eine erfolgreiche Kooperation |
| 2 | Untersuchungsansatz |
| 2.1. | Ein- und Überweisungen als Kooperationsaufgabe |
| 2.1.1. | Verbesserung der interärztlichen Zusammenarbeit |
| 2.1.2. | Effektivität des Informationsflusses |
| 2.2. | Forschungsfragen |
| 2.2.1. | Häufigkeit von Überweisungen und Rückmeldungen |
| 2.2.2. | Vollständigkeit des Prozesses |
| 2.2.3. | Prädikatoren für das Rückmeldeverhalten |
| 3 | Methodik der Untersuchung |
| 3.1. | Methodische Grundlagen für die Interpretation ambulanter Ereignisdaten |
| 3.1.1. | Wahl der Bezugsgrößen |
| 3.1.2. | Nennerbildung |
| 3.2. | Datengrundlage und Stichprobenziehung |
| 3.2.1. | Datenbasis |
| 3.2.2. | Auswahl der Stichprobe |
| 3.2.3. | Datenquellen für die Kooperationsbeziehungen |
| 3.2.4. | Berücksichtigung chronisch Erkrankter |
| 3.3. | Statistische Methoden |
| 3.3.1. | Beschreibung von Häufigkeiten und Zusammenhängen |
| 3.3.2. | Beschreibung von Mittelwerten und Zusammenhängen |
| 3.3.3. | Prädikatoren für den Überweisungsprozeß |
| 4 | Ergebnisse der Untersuchung |
| 4.1. | Stichprobencharakteristika |
| 4.1.1. | Anzahl der Untersuchungsteilnehmer |
| 4.1.2. | Repräsentativität der Stichprobe |
| 4.2. | Art und Umfang der Kooperation |
| 4.2.1. | Über- und Einweisungen |
| 4.2.2. | Schriftliche Rückmeldungen |
| 4.2.3. | Einträge in der Befunddatei |
| 4.3. | Vergleich der Informationen über externe Behandlungen |
| 4.3.1. | Zeitraum zwischen Überweisung, Konsultation und Rückmeldung |
| 4.3.2. | Rückmeldeinformationen |
| 4.3.3. | Vollständigkeit des Überweisungsprozesses |
| 4.4. | Determinanten für das Rückmeldeverhalten |
| 4.4.1. | Variablen im Modell |
| 4.4.2. | Über- und Einweisungen |
| 4.4.3. | Rückmeldungen |
| 5 | Diskussion der Resultate |
| 5.1. | Kontext der Untersuchung |
| 5.1.1. | Wachsende Primärinanspruchnahme von Patienten |
| 5.1.2. | Etablierung von Kooperationsmodellen |
| 5.2. | Umfang und Qualität der Kooperation |
| 5.2.1. | Forschungsstrategie und Auswahl der Stichprobe |
| 5.2.2. | Unterschiede bei den Überweisungsraten |
| 5.2.3. | Rückmeldungen von außerhausärztlichen Kontakten |
| 5.3. | Zusammenarbeit der Leistungserbringer |
| 5.3.1. | Ärztliche Entscheidungsfreiheit |
| 5.3.2. | Vollständigkeit der Überweisungen |
| 5.3.3. | Brief als Kommunikationsmedium |
| 5.4. | Aus den Augen, aus dem Sinn ...? |
| 5.4.1. | Effekt der Besuchsfrequenz |
| 5.4.2. | Ansätze zur Intensivierung der Patientenbetreuung |
| Zusammenfassung | Zusammenfassung |
| Bibliographie | Literaturverzeichnis |
| Danksagung | |
| Selbständigkeitserklärung | |
| Lebenslauf | |
Tabellenverzeichnis | |
| Tab. 3.1: | Angaben der Patientendatenbank MediPlus |
| Tab. 3.2: | Informationen aus den Mitteilungen in der Patientenakte |
| Tab. 3.3: | Beispiel für Einträge in der Befunddatei |
| Tab. 3.4: | Informationen aus den Einträgen in der Befunddatei |
| Tab. 4.1: | Untersuchte Stichprobe |
| Tab. 4.2: | Geschlechtsverteilung der Patienten |
| Tab. 4.3: | Versichertenstatus der GKV-Patienten |
| Tab. 4.4: | Überweisungsrate pro Patient |
| Tab. 4.5: | Überweisungsrate pro Konsultation |
| Tab. 4.6: | Einweisungsraten pro Patient |
| Tab. 4.8: | Überweisungsrate nach Krankenkasse |
| Tab. 4.9: | Korrelation der Überweisungshäufigkeit mit Alter und Konsultationsfrequenz |
| Tab. 4.10: | Überweisungsrate nach Patientencharakteristika |
| Tab. 4.11: | Überweisungsrate von chronisch Erkrankten |
| Tab. 4.12: | Schriftliche Rückmeldungen nach Fachgebieten |
| Tab. 4.13: | Rückmelderaten |
| Tab. 4.14: | Rückmelderate nach Krankenkasse |
| Tab. 4.15: | Korrelation der Anzahl der schriftlichen Rückmeldungen mit Alter und Konsultationsfrequenz |
| Tab. 4.16: | Rückmelderate nach Patientencharakteristika |
| Tab. 4.17: | Rückmelderate von chronisch Erkrankten |
| Tab. 4.18: | Rate der Einträge in der Befunddatei |
| Tab. 4.19: | Einträge in der Befunddatei nach Fachgebieten (ohne stationäre Aufenthalte) |
| Tab. 4.20: | Rate der Einträge in der Befunddatei nach Krankenkasse |
| Tab. 4.21: | Korrelation der Anzahl der Einträge in der Befunddatei mit Alter und Konsultationsfrequenz |
| Tab. 4.22: | Rate der Einträge in der Befunddatei nach Patientencharakteristika |
| Tab. 4.23: | Rate der Einträge in der Befunddatei bei chronisch Erkrankten |
| Tab. 4.24: | Dauer zwischen Über-/Einweisung und Konsultation in Tagen |
| Tab. 4.25: | Dauer zwischen Konsultation/Entlassung und Eintrag in Befunddatei in Tagen |
| Tab. 4.26: | Dauer zwischen Überweisung und Konsultation in Tagen |
| Tab. 4.27: | Dauer zwischen Konsultation und Eintrag in die Befunddatei in Tagen |
| Tab. 4.28: | Gemeinsame Rückmelderate von schriftlichen Mitteilungen und sonstigen Befundeinträgen |
| Tab. 4.29: | Art der Rückmeldungen und Quelle |
| Tab. 4.30: | Vergleich von Über-/Einweisungen mit Rückmeldung und Rückmeldungen mit Über-/Einweisung |
| Tab. 4.31: | Mittlerer Anteil von vollständigen Prozessen nach Krankenkasse |
| Tab. 4.32: | Korrelation des Anteils vollständiger Prozesse |
| Tab. 4.33: | Mittlerer Anteil von vollständigen Prozessen nach Patientencharakteristika |
| Tab. 4.34: | Mittlerer Anteil von vollständigen Prozessen chronisch Erkrankter |
| Tab: 4.35: | Erklärende Variablen im logistischen Regressionsmodell |
| Tab. 4.36: | Parameterschätzungen für die Überweisungsrate (n=219) |
| Tab. 4.37: | Parameterschätzungen für einen Rückmeldeanteil 0,5 (n=89) |
| Tab. 4.38: | Parameterschätzungen für die Rückmelderate (n=219) |
| Tab. 4.39: | Parameterschätzungen für einen Überweisungsanteil 0,5 (n=114) |
Abbildungsverzeichnis | |
| Abb. 2.1: | Überweisungsprozeß (nach Grembowski, Cook et al. 1998) |
| Abb. 4.1: | Altersverteilung der Patienten |
| Abb. 4.2: | Krankenversicherung der Patienten |
| Abb. 4.3: | Überweisungen nach Fächern |
| Abb. 4.4: | Art der schriftlichen Mitteilungen |
| Abb. 4.5: | Art der Befundeinträge |
| Abb. 4.6: | Vergleich der schriftlichen Rückmeldungen mit den Einträgen in der Befunddatei |
| Abb. 4.7: | Vergleich der drei Informationsquellen |
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HTML - Version erstellt am: Mon Nov 29 12:05:29 1999 |