Cotta, Livia: Psychophysiologische Reaktionen unter psychosomatischen Therapiebedingungen

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Kapitel 1. Einleitung

Über viele Jahrzehnte beschränkte sich die psychotherapeutische Forschung auf theoretische Arbeiten bzw. Einzelfallbeobachtungen. Dies ermöglichte eine gute interne Validierung, schloß aber eine Prüfung durch sonst übliche empirische Wissenschaftsmethoden nahezu vollständig aus. So ist die Psychotherapie insbesondere in den 70er Jahren in großen Legitimationsdruck hinsichtlich anerkannter allgemeingültiger Wirksamkeitsnachweise geraten, der in Zeiten knapper Ressourcen weiter an Gewicht zunimmt.

In den letzten Jahren hat man begonnen, sich auch psychologische Methoden, zumeist in Form von katamnestischen Fragebögen im Sinne von Prä-Post-Vergleichen, zunutze zu machen. Dennoch muß man auch heute noch einen bedenklichen Mangel an Methoden zur psychotherapeutischen Prozeßforschung und diesbezüglich einen großen Nachholbedarf feststellen.

Dabei liegt es im speziellen Fall psychosomatischer Forschung nahe, nach Methoden zu suchen, die nicht nur die psychische Konstitution des Patienten erfragen, sondern auch somatische Größen erfassen. Die Psychophysiologie kann heute durch die Fortschritte der Computertechnologie Techniken bereitstellen, die u.a. auch mobile Messungen, d.h. außerhalb des Labors, unter realen Therapiebedingungen ermöglichen. Somit besteht die Möglichkeit, die Wirkungen des Therapieprozesses auf psychischer wie somatischer Ebene genauer zu dokumentieren, was u.a. auch die Option in sich trägt, die Unterschiedlichkeit verschiedener Therapie-Settings in Hinsicht auf differentielle Therapieindikationen sowie gegebenenfalls für bestimmte Personen bestimmte Therapieeffekte nachweisbar machen zu können.

Ziel dieser Arbeit ist es, die Anwendbarkeit psychophysiologischer Messungen unter verschiedenen psychotherapeutischen Interventionsformen in der psychosomatischen Medizin zu untersuchen und Schritte zur Etablierung dieser Methoden zu unternehmen. Es wird versucht, Effekte psychosomatischer Therapie mit Hilfe psychophysiologischer Methoden zu analysieren und zu überprüfen, ob diese eine sinnvolle Ergänzung zu den bisher üblichen rein psychologisch-psychometrischen darstellen.

Diese Untersuchung versteht sich also als eine Erprobung psychophysiologischer Feldforschung im Kontext differentieller Therapie-Evaluation.


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Fri Dec 10 17:34:16 1999