| Günther, Lukas: Thema: Charakterisierung des Proliferationsverhaltens
östrogen-positiver und östrogen-negativer Zellen
des Mammakarzinoms durch Vermessung
argyrophiler Nukleolus-organisierender Regionen
(AgNORs) |
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Die Bestimmung des Östrogenrezeptorstatus ist Teil der pathologischen Routine-diagnostik. Es lassen sich neben Aussagen über die Differenzierung des Tumors und die Ansprechbarkeit gegenüber endokriner Therapie auch Aussagen über die Prognose der Tumorkrankheit treffen.
Die Vermessung von AgNORs an Schnitten des Mammakarzinoms trägt noch experimentellen Charakter. AgNOR-Parameter lassen sich am besten den Proliferations-markern zuordnen [Brugal 1994
; Martin 1994
]. Jedoch geben sie auch Hinweise auf Differenzierung und Prognose.
Betrachten wir die biologischen Tumoreigenschaften, so beschreiben AgNOR-Merkmale und Östrogenrezeptorstatus unterschiedliche und zum Teil auch gegen-sätzliche Sachverhalte. Wogegen zum Beispiel größere AgNOR-Mengen häufiger bei schnell proliferierenden, entdifferenzierten Tumoren vorzufinden sind [Rüschoff et al. 1990], ist ein stark positiver Östrogenrezeptorstatus häufiger bei höher differenzierten, niedrigmalignen Tumoren vorhanden [Underwood 1983
].
Zusammenhänge zwischen beiden Markern wurden bisher nur auf Fallebene und nicht auf Zellebene diskutiert. Man weiß nicht, ob östrogen-negative Zellen gleich viel, mehr oder weniger AgNORs haben als östrogen-positive Zellen. Die Untersuchungen zu diesem Thema wurden also entweder mit unterschiedlichen Methoden (zum Beispiel: biochemische versus histologische Ergebnisse) oder durch Studien an unterschiedlichen histologischen Schnitten ermittelt. Geschlußfolgert werden konnte also nur indirekt. Die Ergebnisse sind einheitlich und zeigen statistisch eine inverse Korrelation an [Rüschoff 1992
, Giménez-Mas et al. 1996
]. Das bedeutet, daß je größer die gemessenen AgNOR-Mengen in Mammatumoren sind, desto geringer ist deren Östrogenpositivität und umgekehrt.
Indem man beide Marker unabhängig voneinander untersucht und die Meßergebnisse miteinander korreliert, ist jedoch noch kein direkter Zusammenhang auf zellulärer Ebene nachgewiesen. Dieser Nachweis ist nur durch Untersuchung von AgNORs und Östrogenrezeptoren innerhalb des selben Präparates möglich. Dabei kann die Tumorzelle selbst als Referenzobjekt dienen.
Das Ziel dieser Arbeit besteht deshalb darin, erstmals beide Marker kombiniert auf zellulärer Ebene zu betrachten. Untersucht werden soll auch die Frage, ob es sinnvoll ist, in östrogen-negativen und östrogen-positiven Zellen zu messen oder ob die Aussagefähigkeit bei getrennter Messung oder Reduktion der Messung auf östrogen-negative beziehungsweise östrogen-positive Zellen genauere Aussagen ermöglicht. Vielleicht kann die kombinierte Betrachtung beider Marker Aussagen über das Tumorverhalten oder die Prognose präzisieren.
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Zielstellung dieser Pilotstudie soll sein:
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