Hiemann, Nicola E.: Histomorphometrische Untersuchungen myokardialer Blutgefäßveränderungen nach Herztransplantation. (Ein Beitrag zur Pathogenese der Transplantatvaskulopathie.)

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Kapitel 1. Einleitung

Die Herztransplantation ist ein weltweit anerkanntes Verfahren zur Behandlung unterschiedlicher Formen der terminalen Herzinsuffizienz, die mit anderen operativen und konservativen Methoden nicht beherrschbar sind. Die Hauptindikationen umfassen vor allem die dilatative Kardiomyopathie und Endstadien der koronaren Herzkrankheit. Obwohl die operative Technik der Herztransplantation weitgehend ausgereift ist, die Auswahl potentieller Spender sehr sorgfältig erfolgt und die prä- und postoperative Betreuung der Empfänger verbessert werden konnte, verbleiben Früh- und Spätkomplikationen, die das Ergebnis dieses Eingriffs einschränken können ( 36 , 53 , 78 , 114 ).

Während in der frühen Phase nach Herztransplantation Komplikationen wie Infektion und Rejektion dominieren, wird das Langzeitergebnis unter anderem durch die Folgen der Auseinandersetzung des Empfängers mit dem fremden Organ und den Nebenwirkungen des immunsuppressiven Regimens bestimmt.

Nach jeder Herztransplantation finden im Transplantat unter anderem Veränderungen an arteriellen und venösen Blutgefäßen unterschiedlichen Kalibers statt, die zu einer hämodynamisch bedeutsamen Einengung der Gefäßlumina führen können. Das Organ verliert dadurch die Fähigkeit, sich an unterschiedliche funktionelle Anforderungen zu adaptieren. Aufgrund der Denervierung des Transplantates sind diese vaskulären Veränderungen ”klinisch stumm“, so daß kongestives Herzversagen, ventrikuläre Arrhythmien und der plötzliche Herztod oft die ersten und einzigen Manifestationszeichen einer letztendlich ischämischen Erkrankung des Transplantates darstellen. Aus diesem Grunde ist es erforderlich, im postoperativen Betreuungsmanagement angiographische und auch Untersuchungen mittels des intravaskulären Ultraschalls vorzusehen. Das Dilemma besteht aber unter anderem darin, daß gegenwärtig keine klinisch relevanten Methoden bekannt sind, um Veränderungen kleinkalibriger Blutgefäße zu erfassen und ihre Auswirkung auf das transplantierte Organ zu bestimmen.

Das individuelle Betreuungsmanagement herztransplantierter Patienten könnte deshalb durch die Einführung einer Untersuchungsmethode entscheidend verbessert werden, welche die frühzeitige Diagnose vaskulärer Veränderungen gewährleistet. Ein solches Verfahren steht jedoch zur Zeit noch nicht zur Verfügung.

Mit den regelmäßig durchzuführenden Rejektionskontrollbiopsien ist aber andererseits Material vorhanden, das gestattet, Veränderungen im Bereich der kleinen Blutgefäße nachzuweisen, die ihre funktionelle Kapazität beschränken.


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