Meißner, Wassilios: Vergleich verschiedener Konservierungslösungen in der Langzeitperfusion der Leber anhand klinisch-chemischer Parameter

31

Kapitel 3. Ergebnisse

3.1. Messung der klinisch-chemischen Parameter

Alle im folgenden aufgeführten klinisch-chemischen Parameter wurden zu definierten Meßzeitpunkten während der Warmperfusion gemessen. Es erfolgt eine Umrechnung auf 100g Lebergewicht, da sich die Lebergröße der einzelnen Schweine als verschieden erwies bei ansonsten gleichen Bedingungen in der Perfusionskammer, sowie den damit konnektierten Schläuchen und Reservoiren. Aus diesen Gründen ist bei einer größeren Leber unter gleichen Bedingungen ein höherer Wert zu erwarten. Besonders aussagekräftig sind die Werte zum Meßzeitpunkt 0, 60 und 300 min. Damit werden der Konservierungsschaden, die Situation nach Wiederaufnahme des Stoffwechsels während der Reperfusion und abschließend der Konservierungs- und Reperfusionsschaden erfaßt.

Präoperativ wurde bei allen Tieren jeder einzelne klinisch-chemische Parameter bestimmt, welcher nicht auf 100g Lebergewicht angegeben ist, da hier im Verhältnis zur Perfusionskammer nach Neuhaus die Körpergröße und die verschiedenen Kompartimente und Organsysteme annähernd proportional mit dem Lebergewicht korrelieren.

GOT

Präoperativ beträgt die mittlere GOT-Serumkonzentration 35,5 (±8,0) U/l in der UW-, 25 (±3,1) U/l in der FU-, 23,2 (±3,5) U/l in der HTK- und 24,7 (±2,4) U/l in der Kaltlagerungsgruppe. Die statistische Prüfung für die präoperativen Werte ergibt keine signifikanten Unterschiede.

Zu Beginn der Warmperfusion nach 0 Minuten besitzt die FU-Gruppe die niedrigste mittlere GOT-Serumkonzentration. Am Ende der Erwärmungsphase nach 60 Minuten und am Ende der Reperfusion nach 300 Minuten hat die UW-Gruppe im Mittel niedrigere Konzentrationen als die FU-Gruppe. Die HTK- und die Kaltlagerungsgruppe haben an allen gemessenen Zeitpunkten höhere Werte als die UW- und die FU-Gruppe, wobei die HTK-Gruppe immer die höchste mittlere Serumkonzentration aufweist.

Im Test nach Kruskal-Wallis für mehrere unverbundene Stichproben ergeben sich signifikante Unterschiede mit p<0,01 zu den Meßzeitpunkten 0 und 60 Minuten. Nach 300 Minuten ist p<0,05. Im Student-Newman-Keuls-Test sind zum Meßzeitpunkt 0 Minuten die Werte der UW- und der FU-Gruppe signifikant (p<0,01) niedriger als die der HTK-


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Tabelle 7: Mittlere GOT-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen nach 0, 60 und 300 Minuten Warmperfusion

GOT U/l/100g

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

0 min

18,3 (±4,6)°#

11,8 (±4,3)*ª

198,7 (±44,7)°*1

111,5 (±48,2)#ª1

60 min

33,6 (±4,8)°#2

61,6 (±24,7)*2

264,2 (±53,0)°*1

146,2 (±48,6)#1

300 min

250,5 (±68,6)°

404,3 (±119,2)

680,4 (±59,2)°

485,5 (±83,7)

°p<0,01 UW vs. HTK, #p<0,05 UW vs. Kalt., *p<0,01 FU vs. HTK, ªp<0,05 FU vs. Kalt., 1p<0,05 Kalt. Vs. HTK, 2p<0,05 UW vs. FU

Abbildung 4: Mittlere GOT-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen während der Warmperfusion im Verlauf


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Gruppe. Weiterhin ist die mittlere GOT-Serumkonzentration der UW- und der FU-Gruppe signifikant geringer (p<0,05) als die der Kaltlagerungsgruppe. In der Kaltlagerungsgruppe lassen sich signifikant geringere GOT-Werte messen als in der HTK-Gruppe (p<0,05).

Nach 60 Minuten ergeben sich wie zu Beginn der Warmperfusion die gleichen Konstellationen zwischen der UW- und der FU-Gruppe im Vergleich mit der HTK-Gruppe mit einer Signifikanz von p<0,01. Zusätzlich besitzt die UW-Gruppe nach 60 Minuten eine signifikant (p<0,05) niedrigere mittlere GOT-Serumkonzentration als die FU- und die Kaltlagerungsgruppe. Der zu Beginn der Warmperfusion genessene signifikante Unterschied zwischen der Kaltlagerungsgruppe und der HTK-Gruppe (p<0,05) besteht auch nach 60 Minuten.

Am Ende der Warmperfusion nach 300 Minuten lassen sich signifikante (p<0,01) Unterschiede der UW-Gruppe im Vergleich zur HTK-Lösung nachweisen, mit niedrigeren GOT-Werten der mit UW-Lösung kaltperfundierten Lebern.

Der Vergleich der mittleren GOT-Serumkonzentration im Verlauf der Warmperfusion in der Abbildung 4 zeigt, daß die HTK- und die Kaltlagerungsgruppe bereits nach der Warmperfusion höhere GOT-Werte als die beiden anderen Gruppen aufweisen. Während der Warmperfusion verlaufen die Mittelwertskurven der verschiedenen Gruppen annähernd parallel mit einem Maximum nach 300 Minuten. Dabei besitzt die Mittelwertskurve der HTK-Gruppe die höchste und die der UW-Gruppe die niedrigste GOT-Serumkonzentration.

GPT

Tabelle 8: Mittlere GPT-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen nach 0, 60 und 300 Minuten Warmperfusion

GPT U/l/100g

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

0 min

1,4 (±0,3)°$

1,1 (±0,1)*\|[amp ]\|

8 ,5 (±1,4)°*

5,5 (±1,9)$\|[amp ]\|

60 min

1,9 (±0,3)°$

2,4 (±0,6)*§

9,5 (±1,4)°*1

6,6 (±1,9)$§1

300 min

8,3 (±2,8)•

11,0 (±2,9)#

22,8 (±3,3)•#

15,8 (±3,4)

°p<0,01 UW vs. HTK, •p<0,05 UW vs. HTK, $p<0,01 UW vs. Kalt., *p<0,01 FU vs. HTK, \|[amp ]\|p<0,01 FU vs. Kalt., #p<0,05 FU vs. HTK, §p<0,05 FU vs. Kalt., 1p<0,05 Kalt. vs. HTK


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Präoperative wird eine mittlere GPT-Serumkonzentration von 20,7 (±1,6) U/l in der UW-, 21,3 (±2,4) U/l in der FU-, 21,5 (±1,8) U/l in der HTK- und 20,3 (±1,8) U/l in der Kaltlagerungsgruppe gemessen. Mittels Kruskal-Wallis- und Student-Newman-Keuls-Test lassen sich präoperativ keine signifikanten Unterschiede berechnen. Die mittlere GPT-Serumkonzentration ist in der HTK-Gruppe zu Beginn der Reperfusion am höchsten, während die mit FU-Lösung kontinuierlich kaltperfundierten Lebern die niedrigste mittlere Serumkonzentration besitzt. Die Werte der UW-Gruppe sind nach 0 Minuten nur gering höher als die der FU-Gruppe. Nach 60 Minuten hat die UW-Gruppe ähnlich der Beobachtung bei der GOT niedrigere GPT-Konzentrationen als die FU-Gruppe. Die HTK- und die Kaltlagerungsgruppe haben höhere GPT-Werte, wobei erstere die höchste mittlere Serumkonzentration aufweist. Diese Unterschiede zwischen den einzelnen Gruppen nach60 Minuten bleiben bis zum Ende der Warmperfusion nach 300 Minuten bestehen. Der Test nach Kruskal-Wallis ergibt signifikante statistische Unterschiede zu den

Abbildung 5: Mittlere GPT-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen während der Warmperfusion im Verlauf


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Meßzeiten 0, 60 (jeweils p<0,01) und 300 Minuten (p<0,05). Im Student-Newman-Keuls-Test sind zum Zeitpunkt 0 Minuten die Meßwerte der UW- und der FU-Gruppe jeweils signifikant geringer (p<0,01) im Vergleich mit der HTK- und der Kaltlagerungsgruppe. Bei der Entnahme nach 60 Minuten sind die GPT-Werte der UW- und der FU-Gruppe ebenfalls signifikant kleiner (p<0,01) als die der HTK-Gruppe. Für die Kaltlagerungsgruppe ließen sich ebenfalls signifikant geringere GPT-Werte im Vergleich mit der HTK-Gruppe messen (p<0,05). Weiterhin lassen sich signifikante Unterschiede mit kleineren Meßwerten für die UW- (p<0,01) und die FU-Gruppe (p<0,05) im Vergleich mit der Kaltlagerung feststellen. Am Ende der Warmperfusion nach 300 Minuten ergeben sich signifikant (p<0,05) geringere GPT-Werte für UW- und FU-Lösung im Vergleich mit der HTK-Lösung.

Aus der Abbildung 5 ist zu ersehen, daß der Verlauf der mittleren GPT-Serumkonzentration dem der GOT ähnlich ist, mit bereits nach der Kaltkonservierung höheren GPT-Konzentrationen für die HTK- und die Kaltlagerungsgruppe. Zu Beginn der Warmperfusion zeigt die FU-Gruppe leicht geringere GPT-Werte als die UW-Gruppe. Bereits nach 45 Minuten besitzt die UW-Gruppe, vergleichbar mit den Mittelwertskurven der GOT, geringere Werte als die mit der FU-Lösung konservierten Lebern. Dieser Verlauf bleibt bis zum Ende der Warmperfusion bestehen, wobei die Mittelwertskurven annähernd parallel verlaufen.

GGT

Präoperativ ist die mittlere GGT-Serumkonzentration 15,2 (±2,2) U/l in der UW-, 23,7 (±4,4) U/l in der FU-, 18,4 (±1,7) U/l in der HTK- und 13,2 (±1,7) U/l in der Kaltlagerungsgruppe, ohne daß sich signifikante Unterschiede nachweisen lassen.

Tabelle 9: Mittlere GGT-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen nach 0, 60 und 300 Minuten Warmperfusion

GGT in U/l/100g

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

0 min

0,973 (±0,346)

0,919 (±0,154)

1,143 (±0,115)

2,272 (±0,620)

60 min

1,724 (±0,306)

2,249 (±0,260)

2,610 (±0,560)

1,666 (±0,447)

300 min

2,159 (±0,527)

2,637 (±0,302)

2,753 (±0,524)

1,474 (±0,347)


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Wie Tabelle 3 zu entnehmen ist, hat die FU-Gruppe zu Beginn der Warmperfusion die niedrigste mittlere GGT-Serumkonzentration, die durch die UW-Gruppe nur geringfügig übertroffen wird. Die Kaltlagerungsgruppe besitzt zu Beginn der Warmperfusion die höchsten mittlere Serumkonzentration. Nach 60 und 300 Minuten sind die GGT-Werte in dieser Gruppe am geringsten, gefolgt von der UW- und der FU-Gruppe. Die HTK-Gruppe zeigt nach 60 und 300 Minuten die höchsten Serumkonzentrationen. An keinem der verschiedenen Meßzeitpunkte ergeben sich im Kruskal-Wallis-Test signifikante Unterschiede.

Abbildung 6: Mittlere GGT- Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen während der Warmperfusion im Verlauf

Anhand der Abbildung 6 läßt sich erkennen, daß im Verlauf der Warmperfusion die GGT-Werte der UW-, der FU- und der HTK-Gruppe kontinuierlich ansteigt und ihr Maximum zwischen 180 und 240 Minuten erreicht, während die Mittelwertskurve der Kaltlagerungsgruppe während der Reperfusion absinkt mit einem Maximum nach 0 und einem Minimum nach 300 Minuten.


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Alkalische Phosphatase

Die zu Beginn des Versuchs gemessene mittlere AP-Serumkonzentration ist 139,7 (±8,7) U/l in der UW-, 85,7 (±6,6) U/l in der FU-, 100,0 (±9,8) U/l in der HTK- und 216,8 (±27,6) U/l in der Kaltlagerungsgruppe. Die statistische Prüfung mittels Kruskal-Wallis-Test ist bereits präoperativ signifikant (p<0,01). Im Student-Newman-Keils-Test bestehen präoperativ signifikante (p<0,01) Unterschiede zwischen der FU- und der UW-Gruppe sowie zwischen der HTK- und der UW-Gruppe (p<0,05) mit jeweils niedrigeren AP-Werten der FU- und der HTK-Gruppe. Weiterhin ergeben sich präoperativ signifikante Unterschiede (p<0,01) zwischen der UW-, der FU- und der HTK-Gruppe im Vergleich mit der Kaltlagerungsgruppe mit einer geringeren mittleren AP-Serumkonzentration der UW-, der HTK- und der FU-Gruppe.

Tabelle 10: Mittlere AP-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen nach 0, 60 und 300 Minuten Warmperfusion

AP U/l/100g

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

0 min

5,285 (±0,600)°²$

2,777 (±0,481)²#

1,886 (±0,199)°§

9,187 (±1,039)$#§

60 min

8,930 (±0,753)•³

4,536 (±0,669)³#

4,636 (±1,002)•*

10,381 (±1,424)#*

300 min

11,646 (±0,810)°²

7,415 (±1,248)²#

5,413 (±0,937)°*

11,013 (±1,514)*#

°p<0,01 UW vs. HTK, •p<0,05 UW vs. HTK, ²p<0,05 UW vs. FU, ³p<0,01 UW vs. FU, $p<0,01 UW vs. Kalt. §p<0,01 HTK vs. Kalt., *p<0,05 HTK vs. Kalt., #p<0,01 FU vs. Kalt.

Zu Beginn der Warmperfusion hat die HTK-Gruppe die niedrigsten AP-Werte, gefolgt von der FU- und der UW-Gruppe. Die Serumkonzentration der Kaltlagerungsgruppe ist am höchsten. Nach 60 Minuten Warmperfusion sind die AP-Werte in allen Gruppen angestiegen, mit niedrigster mittlerer Serumkonzentrationen in der FU-Gruppe, gefolgt von der HTK-Gruppe. In der Kaltlagerungsgruppe finden sich weiterhin die höchsten AP-Werte. Am Ende, nach 300 Minuten, hat die UW-Gruppe die höchsten Werte, die unwesentlich höher sind als die der Kaltlagerungsgruppe, während die HTK-Gruppe wie zu Beginn der Reperfusion die niedrigsten aufweist.

Der zu den Meßzeiten 0, 60 und 300 Minuten durchgeführte Kruskal-Wallis-Test ist signifikant (p<0,01). Der für die einzelnen Stichproben durchgeführte Student-Newman-


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Keuls-Test ist zum Meßzeitpunkt 0 Minuten signifikant (p<0,01) mit niedrigeren Werten der HTK- und der Kaltlagerungsgruppe im Verhältnis zur UW-Gruppe und auch signifikant (p<0,05) zwischen der FU- und der UW-Gruppe mit geringerer mittlerer Serumkonzentration ersterer. Gleichzeitig ergeben sich signifikante (p<0,01) Unterschiede

Abbildung 7: Mittlere AP-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen während der Warmperfusion im Verlauf

mit geringeren AP-Werten der mit der FU- und der HTK-Lösungkontinuierlich perfundierten Lebern im Vergleich zu den kaltgelagerten Lebern. Nach 60 Minuten ergibt die statistische Prüfung ein schwach signifikantes Ergebnis (p<0,05) zwischen der HTK- und der UW-Gruppe sowie der HTK- und der Kaltlagerungsgruppe mit geringeren Meßwerten der erstgenannten Gruppe. Hoch signifikante (p<0,01) Unterschiede ergeben sich mit geringeren Meßwerten für die FU-Gruppe im Vergleich mit der UW- und der Kaltlagerungsgruppe. Zum Versuchsende nach 300 Minuten sind nur die Unterschiede zwischen der HTK- und der UW-Lösung hoch signifikant (p<0,01) mit geringeren AP-


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Serumkonzentrationen der HTK-Gruppe. Schwach signifikante Unterschiede (p<0,05) ergeben sich zwischen der FU- und der UW- und der Kaltlagerungsgruppe, sowie der HTK-und der Kaltlagerungsgruppe mit niedrigeren AP-Werten der erstgenannten Gruppen.

Aus der Abbildung 7 ist ersichtlich, daß die UW-, die FU- und die HTK-Gruppe im Verlauf der Warmperfusion eine ansteigende Mittelwertskurve besitzen. Das Maximum wird nach ungefähr 240 Minuten erreicht. Der Verlauf der Kaltlagerungsgruppe ist annähernd konstant mit einem biphasischen Maximum nach 15 und 120 Minuten.

Gesamtbilirubin

Die Messung des Gesamtbilirubins beträgt präoperativ 0,250 (±0,092) mg/dl für die UW-, 0,200 (±0,026) mg/dl für die FU-, 0,200 (±0,045) mg/dl für die HTK- und 0,267 (±0,049) mg/dl für die Kaltlagerungsgruppe. Die präoperativen Unterschiede sind nicht signifikant.

Zu Beginn der Warmperfusion hat die FU-Gruppe die niedrigste mittlere Gesamtbilirubin-Serumkonzentration, während die HTK-Gruppe die größte Konzentration an Bilirubin im Serum besitzt. Dies ist auch nach 60 und 300 Minuten der Fall. Die Werte der Kaltlagerungs- und der UW-Gruppe liegen dazwischen. Nach 60 Minuten Reperfusion ist der Bilirubin-Wert der UW-Gruppe am niedrigsten, dicht gefolgt von der FU- und der Kaltlagerungsgruppe. Am Ende der Warmperfusion nach 300 Minuten ist die Serumkonzentration in der FU-Gruppe wie bereits nach 0 Minuten am niedrigsten. Die AP-Werte der UW- und der Kaltlagerungsgruppe liegen nach 300 Minuten eng beieinander. Der Kruskal-Wallis-Test zeigt zu Beginn der Warmperfusion nach 0 Minuten

Tabelle 11: Mittlere Gesamtbilirubin-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen nach 0, 60 und 300 Minuten Warmperfusion

Gesamtbilirubin

in mg/dl/100g

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

0 min

0,025 (±0,007)

0,013 (±0,002)*

0,033 (±0,004)*

0,020 (±0,003)

60 min

0,020 (±0,003)

0,021 (±0,004)

0,033 (±0,004)

0,023 (±0,005)

300 min

0,048 (±0,015)

0,032 (±0,004)

0,059 (±0,016)

0,047 (±0,012)

*p<0,01 FU vs. HTK


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ein signifikantes (p<0,05) Ergebnis. Die Testung der einzelnen Stichproben mit dem Student-Newman-Keuls-Test zu Beginn der Warmperfusion ist signifikant (p<0,01) mit niedrigeren Bilirubin-Werten der FU- im Vergleich mit der HTK-Gruppe.

Abbildung 8: Mittlere Gesamtbilirubin-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppe während der Warmperfusion im Verlauf

Der Vergleich der Mittelwerte im Verlauf der Warmperfusion in der Abbildung 8 läßt erkennen, daß die HTK-Gruppe zu allen Meßzeitpunkten die höchste Gesamtbilirubinkonzentration aufweist, mit einem Maximum nach 300 Minuten. Die Konzentrationen der anderen Gruppen haben einen plateauartigen Verlauf mit ansteigender Tendenz zum Versuchsende mit einem Maximum nach 300 Minuten.

PCHE

Die Maßeinheit für die PCHE ist präoperativ kU/l und umgerechnet auf das Organgewicht kU/l/100g Lebergewicht während der Warmperfusion. Die präoperativen PCHE-Werte


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sind 0,353 (±0,015) kU/l in der UW-, 0,333 (±0,022) kU/l in der FU-, 0,318 (±0,030) kU/l in der HTK- und 0,362 (±0,018) kU/l in der Kaltlagerungsgruppe. Sie sind nicht signifikant.

Zu Beginn der Warmperfusion nach 0 Minuten hat die HTK-Gruppe den höchsten und die FU-Gruppe den niedrigsten PCHE-Wert. Die HTK-Gruppe besitzt auch nach 60 und 300 Minuten die höchste PCHE-Serumkonzentration, während die UW-Gruppe nach 60 Minuten und nach 300 Minuten die geringste PCHE-Konzentration aufweist.

Die statistische Prüfung mit Hilfe des Kruskal-Wallis-Tests ergibt hoch signifikante Unterschiede (p<0,01) nach 0 und 300 Minuten. Die Unterschiede nach 60 Minuten sind ebenfalls signifikant (p<0,05). Der Student-Newman-Keuls-Test ist zu Beginn der Warmperfusion nach 0 Minuten signifikant (p<0,01) mit einer niedrigeren mittleren PCHE-Serumkonzentration der UW- und der FU-Gruppe im Vergleich mit der HTK-Gruppe. Gleichzeitig zeigen sich signifikante Unterschiede (p<0,05) mit geringeren PCHE-Werten der UW- und der FU-Gruppe im Vergleich mit der Kaltlagerungsgruppe. Nach 60 Minuten bestehen signifikante Unterschiede (p<0,05) zwischen der UW- und der HTK-Gruppe, sowie zwischen der FU- und der HTK-Gruppe (p<0,01) mit niedrigeren Werten der erstgenannten Gruppen. Zum Ende der Warmperfusion lassen sich signifikante Unterschiede (p<0,01)

Tabelle 12: Mittlere PCHE-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen nach 0, 60 und 300 Minuten Warmperfusion

PCHE kU/l/100g

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

0 min

0,012 (±0,001)°#

0,011 (±0,001)*$

0,024 (±0,002)°*

0,019 (±0,005)#$

60 min

0,015 (±0,002)•

0,017 (±0,001)*

0,029 (±0,003)•*

0,022 (±0,003)

300 min

0,019 (±0,004)°

0,023 (±0,002)*

0,052 (±0,007)°*§

0,028 (±0,003)§

°p<0,01 UW vs. HTK, •p<0,05 UW vs. HTK, #p<0,01 UW vs. Kalt., *p<0,01 FU vs. HTK, $p<0,01 FU vs. Kalt., §p<0,05 HTK vs. Kalt.

zwischen der UW- und der HTK-Gruppe, sowie zwischen der FU- und der HTK-Gruppe nachweisen mit niedrigeren Werten für die UW- und die FU-Gruppe.


42

Die Abbildung 9 zeigt, daß die Mittelwertskurve der HTK-Gruppe im Vergleich den stärksten Anstieg über die 300 Minuten der Warmperfusion zeigt mit der höchsten PCHE-Serumkonzentration aller Gruppen nach 300 Minuten, gefolgt von der Kaltlagerungsgruppe.

Abbildung 9: Mittlere PCHE-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen während der Warmperfusion im Verlauf

Die mittlere Serumkonzentration der anderen Gruppen nimmt im Verlauf ebenfalls zu. Ab dem Meßzeitpunkt 45 Minuten bis zum Ende der Warmperfusion nach 300 Minuten besitzt die Mittelwertskurve der UW-Gruppe die niedrigsten Serumkonzentrationen. Die Mittelwertskurve der FU-Gruppe verläuft ab diesem Zeitpunkt zwischen der Mittelwertskurve der UW- und der Kaltlagerungsgruppe.

Albumin

Präoperativ ergibt sich ein Mittelwert von 2,75 (±0,11) g/dl für die UW-, 3,10 (±0,24) g/dl für die FU-, 2,90 (±0,18) g/dl für die HTK- und 2,18 (±0,07) g/dl für die Kaltlagerungsgruppe. Diese Unterschiede sind bei Anwendung des Kruskal-Wallis-Test


43

signifikant (p<0,01). Die Kaltlagerungsgruppe besitzt präoperativ eine signifikant geringere (p<0,01) mittlere Albumin-Serumkonzentration als die UW- und die FU-Gruppe. Zusätzlich sind die Werte in der HTK-Gruppe signifikant kleiner (p<0,01) als in der FU-Gruppe.Zu Beginn der Warmperfusion nach 0 Minuten besitzt die Kaltlagerungsruppe die höchsten Albumin-Werte, während sich bei den anderen Gruppen annähernd gleiche Konzentrationen messen lassen, mit den niedrigsten Werten in der HTK-Gruppe. Auch nach 60 und 300 Minuten finden sich in der Kaltlagerungsgruppe die höchsten Albumin-Werte. Bei den Messungen nach 60 und 300 Minuten hatte die FU-Gruppe die niedrigsten Werte. Der Kruskal-Wallis-Test ist zu keinem Meßzeitpunkt signifikant.

Tabelle 13: Mittlere Albumin-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen nach 0, 60 und 300 Minuten Warmperfusion

Albumin g/dl/100g

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

0 min

0,075 (±0,014)

0,073 (±0,021)

0,069 (±0,006)

0,116 (±0,013)

60 min

0,081 (±0,013)

0,080 (±0,012)

0,099 (±0,007)

0,121 (±0,013)

300 min

0,111 (±0,023)

0,092 (±0,014)

0,120 (±0,009)

0,129 (±0,012)

*p< 0,05 FU vs. Kaltlagerung

Der Abbildung 10 ist zu entnehmen, daß zu Beginn der Warmperfusion nach 0 Minuten alle Gruppen ihre minimale Albumin-Konzentration besitzen. Nach 15 Minuten Erwärmung zeigt sich ein erstes Maximum in allen Gruppen mit insgesamt weiter ansteigender Tendenz im Verlauf. Der Verlauf der Mittelwertskurve der Kaltlagerungsgruppe ist plateauförmig mit einem biphasischen Maximum nach 15 und nach 300 Minuten. Die mit FU- und HTK-Lösung konservierten Lebern haben ihr Maximum nach 240 Minuten und zeigen zum Versuchsende ein geringes Absinken auf niedrigere Meßwerte. Die mittlere Serumkonzentration der UW-Gruppe verläuft zwischen den Meßzeitpunkten 15 und 120 Minuten annähernd konstant mit danach ansteigenden Werten und der höchsten Konzentration zum Versuchsende.


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Abbildung 10: Mittlere Albumin-Serumkonzentration in den einzelnen Gruppen während der Warmperfusion im Verlauf

3.2. Weitere Ergebnisse

Zusätzlich zu den klinisch-chemischen Parametern wurde die Gallesekretion nach intraoperativer Kanülierung des Ductus choledochus bis zum Ende der Warmperfusion, die Gefäßwiderstände der Arteria hepatica communis während der Reperfusion, sowie die Lebergewichte postoperativ und nach Ende der Warmperfusion gemessen.

3.2.1. Messung der Gallesekretion

Die intraoperative Gallesekretion beträgt 1,28 (±0,38) ml/h/100g Lebergewicht in der UW-, 1,94 (±0,25) ml/h/100g Lebergewicht in der FU-, 1,39 (±0,23) ml/h/100g Lebergewicht in der HTK- und 2,46 (±0,41) ml/h/100g Lebergewicht in der Kaltlagerungsgruppe. Der Vergleich dieser Werte mittels Kruskal-Wallis-Test ist nicht


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Tabelle 14: Mittlere Gallesekretion in den einzelnen Gruppen während der Warmperfusion in Prozent pro Stunde der intraoperativen Gallesekretion

Gallesekretion

%/h des intraop. Wertes

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

0-60 Minuten

27,99 (±7,54)°$#

5,70 (±2,90)$

6,92 (±2,89)#

0,43 (±0,43)°

240-300 Minuten

19,03 (±13,69)

8,05 (±2,14)

9,96 (±3,51)

4,35 (±2,05)

°p<0,01 UW vs. Kalt., $p<0,05 UW vs. FU, #p<0,05 UW vs. HTK

Abbildung 11: Mittlere Gallesekretion in den einzelnen Gruppen während der Warmperfusion in Prozent pro Stunde der intraoperativen Gallesekretion


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signifikant. Die mit UW-Lösung kontinuierlich kaltperfundierten Lebern sezernieren während der ersten sechzig Minuten der Warmperfusion mehr Galle im Vergleich mit allen anderen Versuchsgruppen. In der Kaltlagerungsgruppe ist die Gallesekretion am geringsten, die Werte der FU- und HTK-Gruppe liegen eng beieinander. Insgesamt steigt die Gallesekretion in allen Gruppen während der Warmperfusion an, mit Ausnahme der UW-Gruppe, die ihr Maximum bereits in den ersten 60 Minuten der Warmperfusion erreicht mit einer abnehmenden Gallesekretion in der letzten Stunde. Die Anwendung des Kruskal-Wallis-Tests ergibt nur für die ersten 60 Minuten der Reperfusion signifikante Unterschiede (p<0,01), die sich für die letzte Stunde der Warmperfusion nicht mehr nachweisen lassen. In den ersten 60 Minuten der Warmperfusion hat die UW-Gruppe eine signifikant höhere Gallesekretion im Vergleich mit der HTK- und der FU-Gruppe (p<0,05), sowie der Kaltlagerungsgruppe (p<0,01). Zusätzlich besitzen die FU- und die HTK-Gruppe eine signifikant höhere prozentuale Gallesekretion als die Kaltlagerungsgruppe (p<0,05).

Die graphische Darstellung der mittleren prozentualen Gallesekretion in Abbildung 11 verdeutlicht die anhand der Tabelle 8 beschriebenen Konstellationen in und zwischen den einzelnen Gruppen.

3.2.2. Messung des Gefäßwiderstandes der Arteria hepatica communis

Während der Warmperfusion wurde kontinuierlich der arterielle Widerstand der Arteria hepatica communis der einzelnen Versuchstiere gemessen.

Der Mittelwert des arteriellen Widerstands schwankt in den einzelnen Gruppen in den ersten Minuten der Warmperfusion erheblich. Ein konstanter Verlauf stellt sich erst nach 15 Minuten ein. Hier haben die mit UW-Lösung perfundierten Lebern den geringsten und die kaltgelagerten Lebern den höchsten mittleren arteriellen Widerstand. Diese Unterschiede zeigen sich auch nach 60 Minuten. In der HTK- und der Kaltlagerungsgruppe kommt es in den ersten 60 Minuten zu einem deutlichen Anstieg des arteriellen Widerstandes. Im Verlauf sinkt der Widerstand in der HTK-Gruppe zum Versuchsende nach dem Maximum nach 60 Minuten. Kurz vor Ende der Reperfusion nach 270 Minuten finden sich in der UW-Gruppe die geringsten und in der Kaltlagerungsgruppe die höchsten Widerstände. Die UW-Gruppe zeigt über die gesamte Dauer der Warmperfusion einen annähernd konstanten Verlauf, ebenso die FU-Gruppe, jedoch auf höherem Niveau. Die arteriellen Widerstände der kaltgelagerten Lebern steigen während der ersten sechzig


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Minuten der Warmperfusion an mit anschließend konstantem Verlauf. Der Kruskal-Wallis-Test ist nach 15 Minuten (p<0,05), 60 Minuten und 240 Minuten (jeweils p<0,01) signifikant. Im Student-Newman-Keuls-Test zeigen sich nach 15 Minuten Warmperfusion signifikante Unterschiede (p<0,01) mit geringeren arteriellen Widerständen in der UW- im Vergleich mit der HTK- und der Kaltlagerungsgruppe.

Tabelle 15: Mittlerer arterieller Widerstand in den einzelnen Gruppen nach 15, 60 und 300 Minuten während der Warmperfusion

art. Widerstand

in Torrmin/l

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

15 min

296,3*§

372,7

418,6*

439,9§

60 min

288,7*§

348,8°$

574,8*°

616,7§$

270 min

296,0*§

346,0#

425,5§*•

617,6§#•

§ p<0,01 UW vs. Kalt., *p<0,01 UW vs. HTK, °p<0,05 FU vs. HTK, $p<0,01 FU vs. Kalt.,

#p<0,05 FU vs. Kalt., •p<0,05 HTK vs. Kalt.

Diese Unterschiede lassen sich auch nach 60 und 270 Minuten ermitteln. Zusätzlich ergeben sich nach 60 Minuten signifikante Unterschiede mit geringeren arteriellen Widerständen in der FU- im Vergleich mit der HTK- (p<0,05) und der Kaltlagerungsgruppe (p<0,01). Kurz vor Ende der Reperfusion nach 270 Minuten sind die arteriellen Widerstände der FU- und der HTK-Gruppe signifikant geringer (p<0,05) als die der Kaltlagerungsgruppe.

3.2.3. Messung des Lebergewichts

Die Gewichtszunahme in unseren Versuchsgruppen im Vergleich postoperativ versus nach Warmperfusion beträgt 22,8 (±3,1) % in der UW-, 19,0 (±1,6) % in der FU-, 51,0 (±5,6) % in der HTK- und 54,1(±4,5) % in der Kaltlagerungsgruppe. Der Kruskal-Wallis-Test für mehrere unverbundene Stichproben ist signifikant (p<0,01) für die prozentuale Gewichtszunahme der Lebern in den einzelnen Gruppen. Im Vergleich der Gruppen mit Hilfe des Student-Newman-Keuls Tests ergeben sich signifikant (p<0,01) geringere Gewichtszunahmen in der UW- im Vergleich mit der HTK- und der Kaltlagerungsgruppe, sowie signifikant (p<0,01) geringere Gewichtszunahmen in der FU- im Vergleich mit der


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HTK- und Kaltlagerungsgruppe.

Tabelle 16: Mittleres Lebergewicht postoperativ und nach Warmperfusion, sowie mittlere prozentuale Gewichtszunahme in den einzelnen Gruppen

Lebergewicht in g

UW

FU

HTK

Kaltlagerung

Postoperativ

907,5 (±81,3)

1323,7 (±112,8)

1258,5 (±79,7)

907,2 (±81,3)

nach Warmperfusion

1104,3 (±80,5)

1571,8 (±130,0)

1898,5 (±136,2)

1399,2 (±133,0)

Zunahme in %

22,8 (±3,1)°*

19,0 (±1,6)#§

51,0 (±5,6)°#

54,1 (±4,5)*§

°p<0,01 UW vs. HTK, *p<0,01 UW vs. Kalt., #p<0,01 FU vs. HTK, §p<0,01 FU vs. Kalt.


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