Neumeyer, Rita: Metastasierungsverhalten und Prognose von verrukösen Karzinomen - Literaturübersicht und retrospektive Studie -

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Kapitel 5. Zusammenfassung

In den Jahren 1980 bis 1995 wurden in der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie der Charité 24 Patienten mit verrukösen Karzinomen und in der Hals-Nasen-Ohrenklinik der Charité 13 Patienten mit verrukösen Karzinomen behandelt.

Neben der Auswertung der Patientenakten wurden Fragebögen verschickt. Diese konnten in 14 Fällen in die Studie einbezogen werden.

Bei 3 Patienten wurden Lymphknotenmetastasen festgestellt.

In 2 Fällen wurden die Metastasen einem VK zugeordnet. In einem Fall wurde der Lymphknotenbefall durch ein schlecht differenziertes Plattenepithelkarzinom verursacht. Fernmetastasen traten nicht auf.

Bei keinem Patienten ist als Todesursache ein verruköses Karzinom bekannt.

Die Überlebensrate wurde deshalb anhand der Rezidivierung untersucht.

Bei 8 Patienten kamen Rezidive vor, in 3 Fällen mehrfach.

Das Auftreten der Rezidive wurde mit der Cox’schen Regressionsanalyse auf Zusammenhänge mit der Operationsmethode, dem Alter und dem Geschlecht der Patienten und der Tumorgröße geprüft. Ein signifikanter Zusammenhang ergab sich nur zum TNM-Stadium. Mit Hilfe der Kaplan-Meier-Schätzung wurde diese Beziehung dargestellt.

Es wurde festgestellt, daß größere Tumoren häufiger und schneller rezidivieren. Der Log Rank- und der Breslow-Test ergaben statistisch signifikante Werte.

Bei der Hälfte der Patienten trat das Rezidiv 4 bis 9 Monate post operationem auf.

Die Literaturauswertung ergab in 17 Fällen regionale Lymphknotenmetastasen und in einem Fall eines verrukösen Karzinoms der Cervix Fernmetastasen.

Die Prognose von verrukösen Karzinomen ist gut bei einer adäquaten Therapie. Die chirurgische Tumorbehandlung erwies sich in der Regel als Behandlungsmethode der Wahl.

Die Mitbehandlung des Lymphabstromgebietes sollte nicht routinemäßig, nur in kleinem Ausmaß und in erster Linie bei ausgedehnten verrukösen Karzinomen in Erwägung gezogen werden.


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Die vollständige Entfernung des Tumors ist beim ersten Eingriff anzustreben. Neben der Exzision von verrukösen Karzinomen mit dem Skalpell tritt die Entfernung mit dem CO 2-Laser in den Vordergrund.

Elektro- und Kryochirurgie sind in den meisten Fällen abzulehnen. Die Chemochirurgie nach Mohs bietet sich besonders für Rezidivoperationen an.

Bestrahlungstherapie von verrukösen Karzinomen ist stark umstritten.

Chemo- und die Immuntherapie stehen noch in ihren Anfängen.

Die Früherkennung von verrukösen Karzinomen ist wichtig, denn die Prognose von verrukösen Karzinomen ist umso besser, je kleiner der Tumor ist.

Zur Diagnosefindung und somit auch für die Therapie und die Prognose ist eine sehr enge Zusammenarbeit und die Absprache der Diagnosekriterien zwischen Kliniker und Pathologen notwendig.

Sorgfältige Tumornachkontrollen sind notwendig, um Rezidive frühzeitig zu erkennen.

Eine weitere klinische Studie größeren Umfangs ist notwendig, um die erhaltenen Hinweise zu verifizieren und statistisch zu untermauern.


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