Riedel, Frank: ”Prävalenz schlafbezogener Atmungsstörungen bei Herzschrittmacherpatienten“

42

Kapitel 4. Untersuchungsergebnisse

4.1. Charakterisierung des Patientenkollektivs

In den folgenden Tabellen und Abbildungen sind charakteristische Daten der Patienten des untersuchten Kollektivs (Kollektiv 1) denen des nicht untersuchten Kollektivs (Kollektiv 2) gegenübergestellt. Ein Vergleich zwischen beiden Gruppen ist notwendig, um eine durch die Methode der Patientenauswahl erfolgte Selektion zu erkennen.

Als statistisches Testverfahren für stetige Merkmale diente der Student-t-Test für unverbundene Stichproben. Für diskrete Merkmale wurde eine Kontingenztafel erstellt und ein æ2-Test durchgeführt. Eine Irrtumswahrscheinlichkeit kleiner 0,05 gilt als schwach signifikant, kleiner 0,01 als signifikant und kleiner 0,001 als stark signifikant.

Tabelle 4.1: Charakteristika des diagnostizierten Kollektivs 1 und der Vergleichsgruppe des nicht diagnostizierten Kollektivs 2

Parameter

Kollektiv 1

Kollektiv 2

Signifikanz

Anzahl

192

154

Alter (Jahre)

62,2 ± 12,2

65,9 ± 11,5

signifikant (P < 0,01)

BMI (kg/m2)

25,7 ± 3,5

25,5 ± 3,9

nicht signifikant (P > 0,05)

Tabelle 4.2: Charakteristika der männlichen Patienten

Parameter

Kollektiv 1

Kollektiv 2

Signifikanz

Anzahl

100

69

Alter (Jahre)

64,5 ± 9,6

66,6 ± 11,7

nicht signifikant (P > 0,05)

BMI (kg/m2)

26,1 ± 3,2

25,8 ± 3,2

nicht signifikant (P > 0,05)

Tabelle 4.3: Charakteristika der weiblichen Patienten

Parameter

Kollektiv 1

Kollektiv 2

Signifikanz

Anzahl

92

85

Alter (Jahre)

59,8 ± 14,2

65,4 ± 11,3

signifikant (P < 0,01)

BMI (kg/m2)

25,2 ± 3,8

25,3 ± 4,4

nicht signifikant (P > 0,05)

Signifikant um 3,7 Jahre höher ist das Durchschnittsalter im Kollektiv 2 gegenüber Kollektiv 1. Die Geschlechterunterteilung zeigt, daß dieser Unterschied nicht zwischen den beiden männlichen Kollektiven, sondern nur zwischen den weiblichen Patienten besteht. Im durchschnittlichen Körpergewicht (repräsentiert durch den BMI) differieren beide Gruppen nicht. Trotz des umgekehrten Geschlechtsverhältnis zwischen Kollektiv 1


43

(m : w = 1,1 : 1) und Kollektiv 2 (m : w = 1 : 1,2) erweist sich auch dieser Unterschied bei Durchführung eines æ2-Tests als nicht signifikant.

Die Häufigkeiten verschiedener Arten von Herzrhythmusstörungen sind aus der Tabelle 4.4 ersichtlich. Signifikante Differenzen zwischen beiden Kollektiven ergeben sich nicht.

Tabelle 4.4: Absolute und relative Häufigkeiten verschiedener Arten von Herzrhythmusstörungen bei den Schrittmacherpatienten beider Kollektive

Rhythmusstörung

Kollektiv 1 (n = 192)

Kollektiv 2 (n = 154)

SSS

100 (52,1 %)

82 (53,2 %)

AV-Block

58 (30,2 %)

32 (20,8 %)

BAA

19 (9,9 %)

19 (12,3 %)

SSS + AV-Block

11 (5,7 %)

14 (9,1 %)

BAA + AV-Block

1 (0,5 %)

1 (0,6 %)

Carotis-Sinus-Syndrom

1 (0,5 %)

0

bradykarde HI

1 (0,5 %)

2 (1,3 %)

ventrikuläre Extrasystolie

1 (0,5 %)

0

pAVKT

0

1 (0,6 %)

bifaszikulärer Block

0

2 (1,3 %)

WPW-Syndrom

0

1 (0,6 %)

Die in Kapitel 3.3 dargelegte Einteilung der Patienten in SBB-Gruppen anhand der Angaben auf dem Symptombewertungsbogen (SBB) widerspiegelt im Vergleich von Kollektiv 1 und 2 den Einfluß der subjektiven Beschwerdesymptomatik auf die Patientenauswahl (SBB 1 = kein Verdacht auf SBAS, SBB 2 = unklares Ergebnis, SBB 3 = Verdacht auf SBAS). Die Häufigkeiten der einzelnen SBB-Gruppen innerhalb der beiden Kollektive ( Tabelle 4.5 und Abbildung 4.1 ) unterscheiden sich nicht signifikant (æ2-Test).

Tabelle 4.5: Absolute Häufigkeiten der SBB-Gruppen in beiden Kollektiven

Kollektiv 1

Gesamt Männer Frauen

Kollektiv 2

Gesamt Männer Frauen

SBB 1

114 51 63

100 41 59

SBB 2

44 26 18

36 18 18

SBB 3

34 23 11

18 10 8


44

Abbildung 4.1: Prozentuale Verteilung der SBB-Gruppen innerhalb beider Kollektive

Die Angaben der Patienten über zusätzliche kardiovaskuläre und kardiopulmonale Erkrankungen bzw. Risikofaktoren ergeben für das untersuchte Kollektiv eine durchschnittliche Diagnoseanzahl von 2,0 gegenüber 2,2 Diagnosen pro Patient in der Vergleichsgruppe. Die aus Abbildung 4.2 erkennbaren Differenzen hinsichtlich der Häufigkeit bestimmter Erkrankungen sind nur beim Diabetes mellitus als nicht zufallsbedingt anzusehen. Hier besteht ein schwach signifikanter Unterschied (P < 0,05) zwischen der Häufigkeit im Kollektiv 1 (13,5 %) und im Kollektiv 2 (22,1 %) (æ2-Test).

Zusammenfassung: Signifikant unterscheiden sich das untersuchte Kollektiv 1 und das nicht untersuchte Kollektiv 2 in zwei Punkten:

  1. Das Durchschnittsalter von Kollektiv 2 liegt signifikant um 3,7 Jahre höher als von Kollektiv 1. Diese Differenz besteht jedoch nur zwischen den weiblichen Patienten beider Kollektive.
  2. Ein schwach signifikanter Unterschied ergibt sich in der Häufigkeit des Diabetes mellitus zwischen Kollektiv 1 (13,5 %) und Kollektiv 2 (22,1 %).

45

Abbildung 4.2: Prozentuale Häufigkeiten zusätzlicher Erkrankungen bzw. Risikofaktoren in beiden Patientenkollektiven


46

4.2. Ergebnisse der ambulanten Screeninguntersuchung auf SBAS

4.2.1. Einteilung der Patienten in Abhängigkeit vom RDI

Durch die ambulante Diagnostik im Kollektiv 1 konnten pathologische Atmungsmuster in Form von sich wiederholenden Apnoe- bzw. Hypopnoeereignissen bei den Patienten festgestellt werden. Die Summe der respiratorischen Störungen pro Stunde Schlaf, ausgedrückt durch den respiratorischen Gesamtindex (RDI), ermöglicht eine Aussage über das Vorliegen SBAS. Dazu wurden die Patienten anhand ihres RDI klassifiziert und in die Diagnosegruppen A (RDI < 5/h; keine SBAS), B (RDI S 5/h und < 10/h; Grenzbefund) und C (RDI S 10/h; Vorliegen SBAS) eingeteilt. In Tabelle 4.6 sind die absoluten Häufigkeiten der Diagnosegruppen wiedergegeben, aus der Abbildung 4.3 ist der prozentuale Anteil der jeweiligen Gruppen ersichtlich.

Tabelle 4.6: Absolute Häufigkeiten der Diagnosegruppen und RDI-Lokalisationsmaße

Gesamt (n = 192)

Männer (n = 100)

Frauen (n = 92)

Gruppe A

100

44

56

Gruppe B

30

16

14

Gruppe C

62

40

22

RDI:

1. Quartile (25,0 %)

1,9

2,5

1,3

2. Quartile (Median)

4,8

7,05

3,4

3. Quartile (75,0 %)

13,5

15,9

9,0

Variationsbreite

0 - 72,6

0 - 72,6

0 - 36,0

Bei 100 von 192 Patienten (52,1 %) ergab sich ein RDI kleiner 5/h (Gruppe A), so daß bei diesen kein Anhalt für SBAS besteht. 30 Patienten (15,6 %) wiesen auf Grund eines RDI zwischen 5/h und 10/h einen Grenzbefund auf (Gruppe B). Bei fast einem Drittel der Patienten (62 Patienten; 32,3 %) konnten SBAS nachgewiesen werden. Der RDI in dieser Gruppe C lag oberhalb von 10/h.

Signifikante Unterschiede bestehen zwischen beiden Geschlechtern im Auftreten SBAS, was sich in der Verteilung der Diagnosegruppen widerspiegelt (P < 0,05 im æ2-Test) ( Abbildung 4.3 ). Während bei den Männern fast ebenso viele Patienten der Gruppe C (40,0 %) wie der Gruppe A (44,0 %) angehören, weist die überwiegende Mehrzahl der Frauen keine SBAS auf (Gruppe A 60,9 %). Aber auch bei den Patientinnen treten pathologische Atmungsmuster in 23,9 % der Fälle auf (Gruppe C). Grenzbefunde ergeben sich bei beiden Geschlechtern ungefähr gleich häufig (16,0 % der Männer und 15,2 % der Frauen).


47

Abbildung 4.3: Prozentuale Verteilung der Diagnosegruppen im Patientenkollektiv

4.2.2. Häufigkeit SBAS in Abhängigkeit von der Art der Herzrhythmusstörung

Ein weiterer wichtiger Aspekt ergibt sich aus der Frage, ob SBAS besonders häufig bei Patienten mit einer bestimmten Art der Herzrhythmusstörung nachgewiesen werden können.

Wie aus Tabelle 4.7 und Abbildung 4.4 ersichtlich ist, treten SBAS bei Patienten mit SSS bzw. AV-Block ungefähr gleich häufig auf. Nur bei den Patienten mit einer Bradyarrhythmia absoluta (BAA) scheint die Diagnosegruppe C (47,4 %, Odds Ratio<1> 2,04), bei den Patienten mit Zweiknotenerkrankungen (SSS + AV-Block) die Gruppe B (36,4 %, Odds Ratio 3,40) überrepräsentiert.

Die genannten Unterschiede in der Häufigkeit der Diagnosegruppen bei bestimmten Herzrhythmusstörungen erweisen sich jedoch bei Erstellung einer Kontingenztafel und Durchführung eines æ2-Tests als nicht signifikant.


48

Tabelle 4.7: Absolute Häufigkeiten der Diagnosegruppen bei Patienten mit verschiedenen Arten von Herzrhythmusstörungen (Werte in Klammern = Odds Ratio)

Rhythmusstörung

Gruppe A (n = 100)

Gruppe B (n = 30)

Gruppe C (n = 62)

SSS (n = 100)

52 (0,99)

17 (1,24)

31 (0,88)

AV-Block (n = 58)

33 (1,32)

7 (0,66)

18 (0,92)

BAA (n = 19)

8 (0,64)

2 (0,61)

9 (2,04)

SSS + AV (n = 11)

4 (0,50)

4 (3,40)

3 (0,77)

BAA + AV (n = 1)

1

0

0

bHI (n = 1)

1

0

0

CSS (n = 1)

0

0

1

VES (n = 1)

1

0

0

Abbildung 4.4: Prozentuale Verteilung der Diagnosegruppen bei Patienten mit verschiedenen Arten von Herzrhythmusstörungen


49

4.2.3. Zusammenhang zwischen dem Auftreten SBAS und Alter, BMI und Begleiterkrankungen

Die Tabelle 4.8 gibt Auskunft über das durchschnittliche Alter der Patienten innerhalb einer Gruppe. Aus der Tabelle 4.9 und der Abbildung 4.5 sind die Verteilungen der Diagnosegruppen innerhalb verschiedener Altersklassen ersichtlich.

Tabelle 4.8: Durchschnittsalter (in Jahren) der Patienten innerhalb der Diagnosegruppen

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe C

Gesamt

58,5 ± 14,5

64,0 ± 9,3

67,3 ± 6,8

Männer

62,6 ± 12,4

64,1 ± 5,3

66,7 ± 6,7

Frauen

55,4 ± 14,8

63,9 ± 12,7

68,5 ± 5,7

Tabelle 4.9: Absolute Häufigkeiten der Diagnosegruppen innerhalb verschiedener Altersklassen

Altersklasse (Jahre)

Gruppe A (n = 100)

Gruppe B (n = 30)

Gruppe C (n = 62)

18 - 39 (n = 15)

14

1

0

40 - 59 (n = 42)

29

5

8

60 - 84 (n = 135)

57

24

54

Als statistisches Testverfahren kam hier der H-Test von Kruskal und Wallis für den Vergleich mehrerer unabhängiger Stichproben zum Einsatz. Hinsichtlich des Durchschnittsalters der Patienten differieren danach die Diagnosegruppen hochsignifikant mit einer Irrtumswahrscheinlichkeit von P < 0,001.

Dies trifft hauptsächlich auf die durchschnittliche Altersdifferenz zwischen den Gruppen A und C zu, während zwischen den Gruppen A und B bzw. B und C die Irrtumswahrscheinlichkeit P < 0,05 beträgt (Student-t-Test).

Bei den Männern ergibt sich nur für den Altersunterschied zwischen Gruppe A und C eine Signifikanz mit P < 0,05. Die Frauen weisen in diesen beiden Gruppen eine hoch signifikante Altersdifferenz auf (P < 0,001). Auch zwischen den Gruppen A und B ist hier die Irrtumswahrscheinlichkeit kleiner 0,05, zwischen den Gruppen B und C zeigt sich dagegen kein signifikanter Altersunterschied.


50

Abbildung 4.5: Prozentuale Verteilung der Diagnosegruppen innerhalb verschiedener Altersklassen

Tabelle 4.10: Durchschnittlicher BMI (kg/m2) innerhalb der Diagnosegruppen

Gruppe A

Gruppe B

Gruppe C

Gesamt

24,8 ± 3,4

25,5 ± 3,1

27,1 ± 3,3

Männer

25,5 ± 3,2

25,3 ± 1,7

27,0 ± 3,7

Frauen

24,3 ± 3,3

25,8 ± 3,7

27,2 ± 3,3

Ebenso besteht im BMI zwischen den Diagnosegruppen eine hochsignifikante Differenz mit P < 0,001 (H-Test von Kruskal und Wallis).

Der Vergleich von jeweils zwei Diagnosegruppen hinsichtlich des BMI (Student-t-Test) ergibt zwischen den Gruppen A und B sowohl im Gesamtkollektiv als auch innerhalb beider Geschlechter keine signifikanten Unterschiede. Diese bestehen jedoch zwischen den Gruppen B und C im Gesamtkollektiv (P < 0,01) und bei den Männern (P < 0,05), allerdings nicht bei den Frauen. Zwischen den Patienten der Gruppen A und C besteht hinsichtlich des BMI ein signifikanter Unterschied, und zwar im Gesamtkollektiv und beim weiblichen Geschlecht mit P < 0,001 und bei den Männern mit P < 0,01.

Die Häufigkeiten zusätzlicher kardiovaskulärer und kardiopulmonaler Risikofaktoren bzw. Erkrankungen sind aus der Tabelle 4.11 zu entnehmen. Ein signifikanter Unterschied zwischen den Diagnosegruppen besteht bei keinem der aufgeführten Krankheitsbilder (æ2-Test).


51

Tabelle 4.11: Absolute Häufigkeiten bestimmter zusätzlicher Erkrankungen innerhalb der Diagnosegruppen (Werte in Klammern = Odds Ratio)

Gruppe A

(n = 100)

Gruppe B

(n = 30)

Gruppe C

(n = 62)

KHK (n = 111)

61 (1,09)

16 (0,81)

34 (0,82)

Hypertonie (n = 59)

27 (0,68)

6 (0,61)

26 (2,12)

Hyperlipoproteinämie (n = 38)

19 (0,90)

7 (0,56)

12 (0,96)

Herzinsuffizienz (n = 37)

18 (0,84)

5 (0,81)

14 (1,36)

Diabetes mellitus (n = 26)

9 (0,44)

5 (1,34)

12 (1,99)

Rheumatische Erkrankungen (n = 25)

13 (0,99)

4 (1,03)

8 (0,98)

Hyperurikämie (n = 25)

11 (0,69)

4 (1,03)

10 (1,47)

Rauchen (n = 17)

12 (2,37)

3 (1,17)

2 (0,26)

Asthma bronchiale (n = 16)

12 (3,0)

0

4 (0,68)

Adipositas (n = 14)

4 (0,34)

3 (1,52)

7 (2,24)

Renale Erkrankungen (n = 9)

4 (0,73)

1 (0,66)

4 (1,72)

Myokarditis (n = 5)

4 (3,79)

0

1 (0,52)

Myokardinfarkt (n = 4)

2 (0,92)

0

2 (2,13)


52

4.3. Zusammenhang zwischen den Ergebnissen des SBB und den Resultaten der ambulanten Screeninguntersuchung auf SBAS

Bei der Erstellung und Benutzung von Fragebögen stellt sich die Frage, inwieweit die Ergebnisse des Symptombewertungsbogens mit den tatsächlichen Untersuchungsergebnissen korrelieren, wie also die Gütekriterien des Fragebogens einzuschätzen sind.

Tabelle 4.12 stellt die Gütekriterien des SBB dar. Als deren Berechnungsgrundlage gilt für den RDI ein cut-off von 10/h, die Patienten der Diagnosegruppe B sind also als apnoenegativ eingestuft und zu den Patienten der Gruppe A hinzugerechnet worden. Ebenso wurden die Patienten, die im SBB ein fragliches Ergebnis zeigten (SBB 2), den Patienten mit negativem Ergebnis (SBB 1) gleichgestellt.

Tabelle 4.12: Gütekriterien des SBB (R: Richtig, F: Falsch, P: Positiv, N: Negativ)

Patienten mit einem

RDI < 10/h

(Gruppen A + B)

Patienten mit nachgewiesenen SBAS (Gruppe C)

RDI S 10/h

Patienten ohne Anhalt für SBAS im SBB (SBB 1 + 2)

118

(RN)

40

(FN)

Patienten mit Anhalt für SBAS im SBB (SBB 3)

12

(FP)

22

(RP)

Wert

Berechnungsformel

Sensitivität

0,35

RP / (RP + FN)

Spezifität

0,91

RN / (RN + FP)

Vorhersagewert positiv

0,65

RP / (RP + FP)

Vorhersagewert negativ

0,75

RN / (RN + FN)

.

Gekennzeichnet ist der SBB durch eine geringe Sensitivität (0,35) bei vergleichsweise noch hoher Spezifität (0,91). So wiesen von den 130 Patienten, bei denen keine SBAS festgestellt wurde (RDI < 10/h, Gruppe A + Gruppe B), 118 (90,7 %) auch im SBB keinen eindeutigen Anhalt für SBAS auf (Spezifität). Die geringe Sensitivität zeigt sich besonders deutlich daran, daß von den 62 Patienten mit SBAS (Gruppe C) nur 22 (35,4 %) als solche durch einen SBB 3 auch erkannt worden wären. Entsprechend gering ist auch die Vorhersagewahrscheinlichkeit, mit der von einem positiven SBB-Ergebnis (SBB 3) auf das Vorliegen SBAS geschlossen werden kann (65 %). Umgekehrt kann bei nur 75 % der Patienten mit negativem SBB-Ergebnis (SBB 1 + 2) davon ausgegangen werden, daß tatsächlich keine SBAS durch die ambulante Screeninguntersuchung ermittelt werden.

Tabelle 4.13 und die Abbildung 4.6 geben die Häufigkeiten der Diagnosegruppen in Bezug zu den Ergebnissen des SBB wieder.


53

Tabelle 4.13: Zusammenhang zwischen den Ergebnissen des SBB (SBB-Gruppen) und den Ergebnissen der ambulanten Screeninguntersuchung auf SBAS (Diagnosegruppen)

SBB-/Diagnosegruppe

Gruppe A (n = 100)

Gruppe B (n = 30)

Gruppe C (n = 62)

SBB 1 (n = 114)

69

20

25

SBB 2 (n = 44)

22

7

15

SBB 3 (n = 34)

9

3

22

Abbildung 4.6: Prozentuale Verteilung der Diagnosegruppen in Bezug zu den Ergebnissen des Symptombewertungsbogens (SBB-Gruppen)


Fußnoten:
<1>

Odds Ratio: Gradmesser für den Zusammenhang zwischen Exposition und Erkrankung (in diesem Fall von SBAS und Art der Herzrhythmusstörung). Nimmt die Odds Ratio Werte > 1 an, signalisiert das einen erhöhten Zusammenhang, bei Werten < 1 einen verringerten Zusammenhang. Aussagen zur Signifikanz sind anhand des einzelnen Wertes nicht möglich.


[Titelseite] [Widmung] [Abkürzungsverzeichnis] [1] [2] [3] [4] [5] [6] [Bibliographie] [Anhang] [Danksagung] [Lebenslauf] [Selbständigkeitserklärung]

© Die inhaltliche Zusammenstellung und Aufmachung dieser Publikation sowie die elektronische Verarbeitung sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung. Das gilt insbesondere für die Vervielfältigung, die Bearbeitung und Einspeicherung und Verarbeitung in elektronische Systeme.

DiDi DTD Version 1.1
a subset from ETD-ML Version 1.1
Zertifizierter Dokumentenserver
der Humboldt-Universität zu Berlin
HTML - Version erstellt am:
Wed Nov 24 16:27:24 1999