Wandner , Hendrik: Thema: ”Computergestützte Dokumentation von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten“

Aus der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie/Plastische Operationen des Universitätsklinikums Charité
Direktor Prof. Dr. Dr. H.-J. Neumann


Medizinische Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin

DISSERTATION
Thema: ”Computergestützte Dokumentation von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten“

zur Erlangung des akademischen Grades
doctor medicinae
(Dr. med.)

vorgelegt der Medizinischen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin

von Hendrik Wandner ,
geb. am 09. 01. 1971 in Magdeburg

Dekan: Prof. Dr. med. M. Dietel

Gutachter:
1. Prof. Dr. Dr. med. habil. H.-J. Neumann
2. Prof. Dr. Dr. med. habil. D. Schumann
3. PD Dr. med. Dr. h.c. J. Michel

eingereicht: Mai 1997

Datum der Promotion: 15.12.1997

Abstract

The efforts in the past to improve the treatment of patients suffering from cleft lip and palate as well as to better understand the etiology of clefts have shown that a large number of cases with very large amount of data will normally have to be assessed considering the natural variation of the cleft lip and palate and the true effects to be apparent clinically and statistically.

With the help of computer supported databases it is possible to keep comprehensive records about anamnestic information and results of clinical examination before and after all types of treatment including the assessment of the standard of outcome. If necessary the future treatment approaches can be altered.

Therefore a computer supported database system using the latest features of object orientated relational database management systems was developed. The efforts of the German Society Of Maxillofacial Surgery to standardize the clinical records and treatment evaluations were considered. The introduced system features network compatibility, high performance query tools and can be managed by average computer users. Running it on actual customary hardware the processing speed considering the very large amount of data to be collected from thousands of patients with often more than 18 years of treatment is excellent.

The introduced system contributes to the general approach to improve the treatment outcome and to better understand the etiology of cleft lip and palate.

Keywords:
cleft lip and palate, cleft lip etiology, cleft palate etiology, computer supported database, computer systems, database, data processing, documentation methods, documentation system, medical records

Abstrakt

Es wurde eine Datenbankmanagementsystem-Anwendung zur Dokumentation von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten entwickelt. Ziel des Computerprogramms ist, anhand großer Patientenzahlen weitere statistisch abgesicherte Daten zur Heredität, anderen ätiologischen Faktoren, Epidemiologie und Therapiebewertung zu gewinnen. Besonderes Augenmerk wurde auf Angaben zu möglichen ursächlichen Faktoren der Spaltentstehung gelegt. Möglicherweise ergeben sich doch einmal durchgreifende präventive Maßnahmen bei Risikoschwangerschaften.

Die Auswertung großer Patientenkollektive (seit 1948 etwa 3000 Spaltpatienten an der Charité) im objektiven Vergleich mit anderen Behandlungszentren kann zur Therapieoptimierung beitragen. Zur Analyse werden die funktionellen und aesthetischen Behandlungsresultate in Abhängigkeit vom Therapieverfahren eingeschätzt. Die Gesamtbehandlung erstreckt sich über 20 Jahre. Eine endgültige Ergebnisbeurteilung kann erst nach dieser Zeit erfolgen.

Es muß von einer großen Variationsbreite der Behandlungsmodelle ausgegangen werden. Diese müssen an großen Patientenkollektiven statistisch in ihrem Erfolg abgesichert werden.

Das Projekt steht im Konsens mit den Empfehlungen des interdisziplinären Arbeitskreises Dokumentation der Arbeitsgemeinschaft Lippen-Kiefer-Gaumenspalten der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie.

Die Anwendung wurde auf Basis eines relationalen Datenbankmanagementsystems entwickelt. Das Programm zeichnet sich durch einfache Bedienbarkeit und schnelle Datenerfassung aus. Es ist als detaillierte Erfassung konzipiert. Verschiedenartige Eingabeerleichterungen wurden eingearbeitet. Die Datenerfassung ist weitgehend standardisiert und skaliert.

Voraussetzung für diese Eigenschaften, die in ihrer Gesamtheit einen Fortschritt im Vergleich zu vorgenannten anderen Systemen darstellen, war die rasante Entwicklung der Hard- und Softwaretechnik. Nunmehr ist es problemlos möglich, die Datenfülle zu bewältigen. Schon für den einzelnen Patienten besteht durch die vielen beteiligten Fachgebiete, diverse Behandlungsmaßnahmen und wiederholte Kontrolluntersuchungen ein beachtlicher Dokumentationsbedarf. Bei den für die statistische Auswertung nötigen hohen Patientenzahlen resultieren tausende Datensätze.

Der erreichte Stand ist nicht endgültig. Das Programm kann ständig weiterentwickelt und angepaßt werden.

Bezugnehmend auf andere Systeme soll der interdisziplinäre Charakter noch einmal betont werden. Dafür spricht unter anderem die Netzwerkkompatibilität. Im Wechselspiel mit der Kieferorthopädie, der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Pädiatrie, Logopädie sowie der konservierenden Zahnheilkunde ergibt sich eine gegenseitige Beeinflussung. Das fand Berücksichtigung bereits im anamnestischen Bereich, setzt sich bei der Diagnose und Befunddokumentation fort. Auch die Menügestaltung ist darauf abgestimmt.

Die Wechselwirkung der beteiligten Fachgebiete zu optimieren, ist das Ziel der Auswertung großer Patientenkollektive. Dazu sind ausgezeichnete Voraussetzungen geschaffen worden. Größte Patientenkollektive können nach beliebigen Kriterien und deren Verknüpfung in beeindruckender Schnelligkeit ausgewertet werden.

Die Anwendung moderner Erfassungssysteme und insbesondere die Archivierung und Bearbeitung visueller Befunde besitzt nicht nur wissenschaftlichen Wert in ihrer Auswertung oder der Therapieplanung, sondern kann im Praxisbetrieb motivierende Wirkung auf den Patienten haben. Er fühlt sich optimal mit modernsten Mitteln betreut, was die Compliance erhöhen kann. Die eingehende Beschäftigung mit seinen Befunden beziehungsweise mit den Eltern bezüglich der Krankengeschichte vermittelt dem Einzelnen, daß sein Schicksal nicht nur für ihn wichtig ist, sondern sich in die Gesamtheit der Bemühungen einordnet, die Prävention und Therapie der Spaltbildungen zu verbessern.

Schlagwörter:
Lippen-Kiefer-Gaumenspalten, Ätiologie, Therapiekontrolle, computergestützte Datanbank, Computersysteme, Datenbank, Datenverarbeitung, Dokumentationsverfahren, Dokumentationssysteme, medizinische Aufzeichnungen


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Inhaltsverzeichnis

TitelseiteThema: ”Computergestützte Dokumentation von Patienten mit Lippen-Kiefer-Gaumenspalten“
Abkürzungsverzeichnis Abkürzungen:
1 EINLEITUNG
1.1.Ätiologie und Embryologie von Lippen-Kiefer-Gaumenspalten unter dem Aspekt ihrer Dokumentation
1.2.Zu Fragen der Klassifikation
1.3.Fachübergreifende Dokumentation
1.4.Erfahrungen mit EDV-gestützten Dokumentationssystemen
2 ZIELSTELLUNG DES PROJEKTS
3 MATERIAL UND METHODEN
4 ERGEBNISSE
4.1.Dateistruktur
4.2.Eingabemasken
4.3.Eingabehilfen
4.4.Menüführung
4.5.Datenaustausch und abteilungsübergreifende Nutzung
4.6.Statistische Auswertung
4.7.Bilddokumentation
4.8.Datenschutz
4.9.Erläuterung ausgewählter Masken
4.9.1.Stammdaten
4.9.2.Anamnese
4.9.3.Diagnose
4.9.4.Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie
4.10.Weitere Menüpunkte
4.10.1.Analyse
4.10.2.Ergänzungen
4.10.3.Kieferorthopädie, HNO, Logopädie
4.10.4.Ergebnisse einer ersten Patientenerhebung
4.10.5.Lippen-Kiefer-Spalten
4.10.6.Isolierte Gaumen-Segel-Spalten
4.10.7.Totale Lippen-Kiefer- Gaumenspalten
4.10.8.Infektionen der Mutter während der Schwangerschaft
4.10.9.Antibiotikaeinnahme während der Schwangerschaft
4.10.10.Betroffene Verwandte
4.10.11.Lippenrot-/-weißverlauf
5 DISKUSSION DER ERGEBNISSE
5.1.Diskussion ausgewählter Dokumentationsinhalte
5.2.Zum innovativen Charakter des Projektes
5.3.Entwicklungsrichtungen
5.4.Projektspezifische Varianten
5.5.Zur Compliance der Patienten und Eltern
6 ZUSAMMENFASSUNG
7 7. LITERATUR
Danksagung
Selbständigkeitserklärung
Lebenslauf

Tabellenverzeichnis

Tab. 1: Wiederholungsrisiken für das Auftreten von isolierten Lippen-Kiefer-Gaumenspalten in %
Tab. 2: Datenbanktabellen
Tab. 3: Lippen-Kiefer-Spalten
Tab. 4: isolierte Gaumen-Segel-Spalten
Tab. 5: Vergleich der Spaltformen
Tab. 6: Totale Lippen-Kiefer-Gaumenspalten
Tab. 7: Infektionen
Tab. 8: Antibiotika
Tab. 9: Betroffene Verwandte
Tabelle 10: Korrekturoperationen

Abbildungsverzeichnis

Abb. 1: Klassifikation nach Veau (Friedmann et al 1991)
Abb. 2: Thallwitzer Nomenklatur (Koch 1982)
Abb. 3: Internationale Klassifikation von Rom 1967 (Neumann 1989)
Abb. 4: Nomenklaturen nach Pfeifer bzw. Kernahan (Friedmann et al 1991)
Abb. 5: Nomenklatur nach Friedmann 1991
Abb. 6: Minimaldokumentation (Befundkategorien) (Härle1989)
Abb. 7: Beispiel Popup
Abb. 8: Beispiel Kontrollkästchen
Abb. 9: Beispiel Optionsfeld
Abb. 10: Beispiel Editierbereich
Abb. 11: Menü
Abb. 12: RQBE-Fenster, Berichtsgenerator, Feld berechnen
Abb. 13: RQBE- Sortierung
Abb. 14: RQBE-Popup für Vergleiche
Abb. 15: Bildverabeitungssystem mit PC-Kopplung
Abb. 16: Bildverabeitungssystem im Netzwerk
Abb. 17: Stammdaten
Abb. 18: Ärzte
Abb. 19: Familienanamnese - LKGS & Mikroformen im Verwandtenkreis
Abb. 20: Familienanamnese-Aborte/Totgeburten
Abb. 21: Pränatale Entwicklung I
Abb. 22: Pränatale Entwicklung II
Abb. 23: Postnatale Entwicklung
Abb. 24: Formular
Abb. 25: Diagnose
Abb. 26: Seltene Gesichtsspalten
Abb. 27: OP-Methoden
Abb. 28: OP-Ergebnisse Lippe
Abb. 29: OP-Ergebnisse Kiefer
Abb. 30: OP-Ergebnisse Gaumen
Abb. 31: OP-Ergebnisse Nase
Abb. 32: Diagramm Operationsergebnisse Lippe

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Thu Dec 16 17:32:12 1999