Weber, Holm: ”Optimierung der Glaswollefiltration von menschlichen Ejakulaten zum Zwecke der assistierten Reproduktion und für labordiagnostische Untersuchungen“

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Kapitel 2. Problemstellung

Welches Präparationsverfahren auch betrachtet wird, frühzeitige Isolation intakter Zellen und Konzentrierungsschritte nehmen eine zentrale Rolle ein - zwei Schwerpunkte, die über die Brauchbarkeit der Methode entscheiden. Ziel der Studie ist es, der Frage nachzugehen, wie effizient Glaswollefiltration dem qualitativen Maß zum einen und der quantitativen Ausbeute zum anderen genügt. Konkretisiert heißt das: Führt die Glaswolle-Filtration zu einer Abnahme des Anteils immotiler Spermien bei gleichzeitiger Zunahme des Anteils motiler Spermatozoen, deren Motilität im Sinne einer Geschwindigkeitserhöhung gesteigert ist (entspricht Hauptaussage H1)? Durch gezielte Ausnutzunng der Behältnisform soll auf Zentrifugation verzichtet werden. Irreversible Schäden durch Übergang reaktiver Sauerstoffspezies auf ”intakte“ Spermatozoen (Aitken und Clarkson; 1988 und 1989) würden damit vermieden.

Grundlegend muß man sich jedoch Klarheit über den geeignetsten Filteraufbau verschaffen. Seit den Anfängen der Glaswolle-Filtration wurden verschiedenste Empfehlungen gegeben. Durch permanente Modifizierung ist die Aussagekraft, vor allem die Vergleichbarkeit mit den anderen Präparationstechniken, beeinträchtigt. Säulendurchmesser (Spritzenkaliber), Filterpackungsdichte (ein Maß aus verwendeter Glaswollmasse und Säulenhöhe bei vorgegebenem Säulendurchmesser) und Säulenwaschung (geeignetes Spülvolumen, das der Benetzung und Glasfaserpartikelausschwemmung genügt) sind dabei sich wechselseitig beeinflussende Parameter. Nur eine ausgewogene Abstimmung garantiert jene Fasergitterstruktur, deren Zwischenräume gerade groß genug sind, von vitalen normomorphen motilen Spermatozoen durchschwommen zu werden. Alles andere geht entweder auf Kosten der Filtrationswirkung oder liefert ein Filtrat, in dem selbst vitale und motile Spermien fehlen.

Die Optimierung des Glaswollefiltrationsverfahrens unter folgenden Gesichtspunkten:


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soll Gegenstand dieser Arbeit sein. Rasterelektronenmikroskopische Schichtenaufnahmen einzelner Filter sollen ergänzende Aussagen über die Filtrationsleistung liefern.


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