Weber, Holm: ”Optimierung der Glaswollefiltration von menschlichen Ejakulaten zum Zwecke der assistierten Reproduktion und für labordiagnostische Untersuchungen“

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Kapitel 8. Zusammenfassung

Mittels Glaswolle (Microfibre code 112) in einer speziellen Filtrations-Anordnung steht ein effektives Spermienpräparations- verfahren zur Verfügung. Durch Ausnutzung eines gefäßform- induzierten Konzentrierungseffektes kann auf samenzellschädigende Zentrifugation zur Spermatozoen-Anreicherung verzichtet werden. Folgend aufgeführte Ergebnisse sind Mittelwerte aus 30 Messungen. Die Computer-Assistierte Spermienmotilitäts-Analyse (CASA) zeigt eine gegenüber dem nativen Ejakulat signifikante Erhöhung der Spermienkonzentration im Filtrat (27,45 vs. 69,56 Mio/ml). Das Verteilungsverhältnis der Samenzell-Populationen nach Glaswolle- Filtration bietet gute Voraussetzungen für assistierte Reproduktion. Unter Abnahme des immotilen Anteils auf 1/5 (54,53 vs. 11,66 %), erhöht sich konsekutiv der motile Spermien-Anteil (39,53 vs. 82,06 %). In der weiteren Spezifisierung motiler Spermatozoen, kann eine Verschiebung zugunsten linear motiler Spermien registriert werden. Während die Verringerung der nicht linear motilen Subpopulation nur zufälligen Charakters ist, weist der Kreisläuferanteil post filtrationem einen signifikanten Rückgang auf (34,96 vs. 31,1 %). Der Zuwachs linear motiler Samenzellen ist jedoch von besonderem Interesse (7,36 vs. 12,43 %). Bei Zugrundelegung von Absolut- zahlenwerten, läßt sich (auch für oligozoosperme Ejakulate) ein nahezu 9-facher Anstieg linear motiler Spermatozoen von nativ 0,8 auf 7,1 Mio/ml nach Filtration demonstrieren. Ihre Spurgeschwindigkeit (curvilinear velocity-VCL) nimmt dabei überproportional zu (41,26 vs. 62,66 µm/s), während sich über alle motilen Spermien im Mittel nur eine filtrationsbedingte VCL-Erhöhung von 10 µm/s abzeichnet. Weiterhin kam ein Cell Counter + Analyser System (CASY®) zum Einsatz, das ein Verfahren der Partikelmeßtechnik nutzt. So gelang der Nachweis, daß die Glaswolle-Filtration unter Reduktion klein- und großkorpuskulärer Bestandteile (zelluläre und nichtzelluläre) eine deutliche Anreicherung einer Samenzell-Population mit medianen


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Membrandurchmesser von 3,47 µm bewirkt. Die Ergebnisse der morphologischen Differenzierung (strict criteria) stehen damit im Einklang. Nach Filtration konnte eine signifikante Zunahme der Normalform (13,33 vs. 19,16 %) bei adäquater Verminderung von Makro- und Mikroköpfen (6,5 vs. 3,03 %) sowie Vorstufen (8,33 vs. 5,96 %) registriert werden.

Auf den raster-elektronen-mikroskopischen Aufnahmen wird deutlich, wie besonders membrandefekte Spermatozoen und muköses Eiweiß der Glaswolle-Faseroberfläche verhaften.

Raster-Elektronen-Mikroskopische Filteraufnahmen und kompletter CASA-, CASY®-Meßzyklus im Anhang.


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