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1  Einleitung

Die Idee zu dieser Arbeit entstand während meiner Tätigkeit als Ärztin im Praktikum auf der onkologischen Station des Krankenhauses im Friedrichshain in Berlin. Obwohl es sich bei der vorliegenden Arbeit um eine retrospektive Studie handelt, habe ich viele der untersuchten Patientinnen selbst betreut, war Zeugin ihrer progredienten Tumorleiden und konnte viel über ihre Ängste, Hoffnungen sowie ihre Akzeptanz des persönlichen Schicksals erfahren. Hierbei habe ich mir häufig die Frage nach Möglichkeiten und Grenzen der Medizin gestellt. Trotz vieler neuer Forschungsansätze während der letzten Jahre und Jahrzehnte sterben immer noch zu viele Frauen an Eierstockkrebs. Einerseits hat der Einsatz der Platinderivate in den 90er Jahren zu einer Verlängerung der mittleren Lebensdauer beigetragen. Andererseits ist die Prognose des Ovarialkarzinoms nach wie vor unbefriedigend aufgrund des typischerweise späten Diagnosezeitpunktes.

Diese Studie befasst sich mit klinischen Ergebnissen von Patientinnen, die in den Jahren 1992 bis 1998 an einem Ovarialkarzinom erkrankten und im Krankenhaus im Friedrichshain behandelt wurden. Das Ziel der Arbeit ist, den Einfluss verschiedener Faktoren auf den Krankheitsverlauf (Gesamtüberleben, rezidivfreies Überleben) zu analysieren, Prognose­regeln zu erarbeiten und die Therapieformen im Krankenhaus im Friedrichshain darzustellen. Besonderes Augenmerk wurde auf das umstrittene Second-look-Verfahren gelegt.

Die Arbeit gliedert sich in die Kapitel Grundlagen und Problemabgrenzung, Methodik, Ergebnisse und Diskussion. Zunächst werden die Grundlagen der Klassifikation von Ovarial­karzinomen, der Epidemiologie, Ätiologie, Risikofaktoren, Klinik, Diagnostik, Prognose, Therapieformen und Rezidive diskutiert und die Zielsetzung der Arbeit beschrieben. Anschlie­ßend werden im Kapitel Methodik die Datenerhebung und die Aus­wertungskriterien vorge­stellt. Auf die Nachbeobachtungszeit und statistische Auswertung wird hierbei gesondert eingegangen. Im Ergebnis-Teil wird das Patientenkollektiv nach Alter, Parität, FIGO, Tumorbefall verschiedener Organe, Aszites und postoperativem Tumor­rest mit verschiedenen Korrelationen sowie Allgemeinzustand nach ECOG charakterisiert. Die angewandten Therapien werden beschrieben und pathologische Befunde, das Second-look-Verfahren, Rezidive, die Aussagefähigkeit des Tumormarkers CA-125 und weitere Malignome (Zweit-, Dritt-, Viertkarzinome) näher betrachtet. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse des Einflusses verschiedener Risikofaktoren auf die Gesamtüberlebensrate. Es werden statistisch unabhängige Prognose­faktoren identifiziert und das Gesamtüberleben in Abhängigkeit dieser Faktoren prognosti­ziert. Abschließend werden die Ergebnisse mit anderen Arbeiten verglichen und interpretiert.


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20.05.2005