5 Diskussion

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5.1  Einfluss einer Milchrestriktion während der laktogenen Aufzucht

Gegenstand vorliegender Arbeit war die Untersuchung der Auswirkung einer Futterrestriktion auf die Entwicklung von Ziegenlämmern. Ein Teil der Ziegenlämmer wurde in einem ersten Versuchsabschnitt einer Milchrestriktion unterzogen. Im Anschluss an die laktogene Phase wurde in einem zweiten Versuchsabschnitt eine zeitweise Nährstoffrestriktion mit nachfolgender hoher Futterverfügbarkeit und somit Ausnutzung kompensatorischer Wachstumseffekte der Lämmer untersucht.

Diese Behandlungen wurden in zwei Versuchsphasen mit veränderter Restriktions- und Realimentationsdauer geprüft.

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Während der laktogenen Aufzucht führte eine Milchrestriktion (7 Wochen) um 40 % bei den Lämmern zu einer erhöhten Kraftfutteraufnahme, mit der das Nährstoffdefizit größtenteils ausgeglichen werden konnte. Ein deutlicher Anstieg des Kraftfutterverzehrs war erst ab der 5. Lebenswoche zu verzeichnen. Dies weist darauf hin, dass eine Milchunterversorgung bei Jungtieren erst ab einem bestimmten Alter zu einer höheren Aufnahme anderer Futtermittel führt. So stellte auch TOUKOUROU (1997) bei Versuchen mit Ziegenlämmern und gestaffelter Milchgabe fest, dass eine Milchrestriktion erst ab der 6. Lebenswoche der Ziegenlämmer eine höhere Heuaufnahme hervorrief.

GAYA et al .(1978) konnte bei Untersuchungen mit Kälbern im Alter von 10 Tagen bis einem Monat keine Kompensation einer Milchrestriktion mit Hilfe von Konzentraten feststellen.

Im 1. Versuchsdurchgang konnte die Milchrestriktion durch eine erhöhte Kraftfutteraufnahme ausgeglichen werden, es bestanden keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Lebendmasse am Ende der laktogenen Phase. Im 2. Versuchsdurchgang wiesen die Lämmer der Gruppe N jedoch eine signifikant geringere Lebendmasse als die Tiere der Gruppe H auf.

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Bei Versuchen von ALLDEN (1968a) mit Schaflämmern führte eine Restriktion erst ab einer Lebendmasse von 15 kg zu kompensatorischen Wachstumseffekten. Tiere, die von 0 bis 6 Monate restriktiv ernährt wurden (50 % der Energieaufnahme der Kontrollgruppe) brauchten 54 Monate um die Lebendmasse zu den Kontrolltieren auszugleichen (ALLDEN, 1968b). Eine restriktive Fütterung von Kälbern im Alter von 0 bis 16 Wochen resp. 16 bis 32 Wochen führte nur im 2. Fall (16 bis 32 Wochen) zu kompensatorischen Wachstumseffekten (MORGEN, 1972).

Dagegen berichten VAN WYK und PRETORIUS (1990) bei Versuchen mit Schafen, welche im Alter von 2-30 Tagen um 50 % restriktiv ernährt wurden, von einer vollständigen Kompensation der Wachstumsrückstände.

5.2 Einfluss einer zeitweise restriktiven Fütterung und anschließende Realimentation

5.2.1  Gewichtsentwicklung

Aus vorliegenden Ergebnissen kann festgestellt werden, dass eine zeitweise Reduzierung der Nährstoffzufuhr in der anschließenden Phase hoher Futterverfügbarkeit zu signifikant höheren täglichen Zunahmen der realimentierten Tiere gegenüber der Positivkontrollgruppe führte, wobei die Dauer der Restriktion einen Einfluss auf die Differenz des Mehrzuwachses zwischen den realimentierten Tieren der Gruppen HNH und NNH und der Positivkontrollgruppe (HHH) ausübte.

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In Abbildung 12 ist die Gewichtsentwicklung der Lämmer während des 1. Versuchsdurchganges dargestellt. Eine vierwöchige Restriktion im I. Versuchsdurchgang führte zu einem Gewichtsdefizit der Versuchsgruppen HN und NN gegenüber der Positivkontrollgruppe HH von 2 kg resp. 3 kg.

Während der anschließenden vierwöchigen Realimentationsperiode wiesen die Ziegen der Gruppe HNH (172 g je Tier und Tag) um 9 % höhere tägliche Zunahmen als die Tiere der Positivkontrollgruppe (157 g je Tier und Tag) auf. Die Tiere der Gruppe NNH (197 g je Tier und Tag), erreichten eine um 25 % höhere tägliche Zunahme als die Positivkontrollgruppe (HHH). Diese Unterschiede hinsichtlich der täglichen Zunahmen führten am Ende des Versuches zu einem Endgewicht der Gruppe HHH von 20 kg und der Gruppen HNH und NNH von 19 kg, wobei die Differenz zwischen den Gruppen HHH, HNH und NNH keine Signifikanz aufweist (p≥0,05). Die höheren täglichen Zunahmen der Gruppe NNH scheinen aus dem größeren Gewichtsdefizit zur Positivkontrollgruppe zu resultieren.

Eine Verlängerung der Restriktionsdauer auf 10 Wochen im zweiten Versuchsjahr führte zu drastischeren Unterschieden hinsichtlich der täglichen Zunahme zwischen den Gruppen (Abb. 13). Die Tiere der Gruppe HNH hatten um 32 %, die Tiere der Gruppe NNH um 30 % höhere tägliche Zunahmen als die Positivkontrollgruppe in der folgenden Realimentationsperiode. Das Gewichtsdefizit zwischen Positivkontrollgruppe und der Gruppe HNH lag am Ende der Restriktionsperiode bei 7,35 kg und der Gruppe NNH bei 10,7 kg.

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BARASCH et al. (1996) weisen auf die Proportionalität zwischen Stärke der Restriktion und Höhe des kompensatorischen Wachstums hin. Ein größerer Gewichtsverlust kann bis zu gewissen Grenzen schneller wieder ausgeglichen werden als ein geringerer Gewichtsverlust Zu gleichem Schluss kamen auch YAMBAYAMBA und PRICE (1991), DROUILLARD (1991) sowie AREDO (2000) bei Versuchen mit Rindern.

Es kann weiterhin festgestellt werden, dass die in der Realimentationsphase höheren täglichen Zunahmen der Gruppen HNH und NNH im Vergleich zur Positivkontrollgruppe (HHH) mit der sinkenden Wachstumsgeschwindigkeit der Positivkontrollgruppe im Zusammenhang steht. (Abb. 13)

KRACHT et al. (1985) weisen darauf hin, dass eine weitgehende Kompensation des Wachstumsrückstandes vorwiegend dann erreicht wird, wenn ein Absinken der Wachstumskurve der Kontrolltiere einsetzt.

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Die Wachstumskurve der Tiere weist einen stetigen Anstieg auf bis ca. 50 % des genetisch fixierten Endgewichtes erreicht ist, danach kommt es zum Absinken der Wachstumsintensität (HOGG, 1991).

Die Lämmer, die zeitweise einer Futterrestriktion unterzogen wurden, erreichten diese maximale Wachstumsintensität zu einem späteren Zeitpunkt als die Kontrolltiere.

So wiesen in vorliegenden Versuchen die realimentierten Tiere keine höheren täglichen Zunahmen als die Tiere der Positivkontrollgruppe (HHH) in entsprechenden Gewichtsabschnitten auf.

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Im ersten Versuchsdurchgang nahmen die durchgängig auf hohem Niveau gefütterten Lämmer der Positivkontrollgruppe in dem Gewichtsabschnitt von 10- 16 kg 197 g je Tier und Tag zu. In dem folgenden Gewichtsabschnitt von 16-20 kg sanken die täglichen Zunahmen auf 172 g . Die Ziegen der Gruppe NNH befanden sich während der Realimentationsperiode

(3. Versuchsperiode) im Gewichtsabschnitt von 13 – 19 kg und wiesen dann die gleichen tägliche Zunahme wie die Positivkontrollgruppe auf (197 g) (Tab. 14, S. 30).

Ein gleiches Bild zeigte sich im 2. Versuchsdurchgang, wobei hier die Lämmer der Gruppen HNH und NNH nicht in der Lage waren, das Gewichtsdefizit bis zum Ende des Versuches vollständig zu kompensieren (Tab. 30, S. 51).

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LEDIN (1983) weist darauf hin, dass die Wachstumsraten in gleichen Gewichtsabschnitten verglichen werden sollten.

BUTTLER-HOGG und TULLOH (1982) fanden bei Versuchen mit Schafen im Gewichtsabschnitt von 30 kg – 50 kg, dass in der Initialphase der Realimentation die täglichen Zunahmen der realimentierten Tiere um 60 % bis 80 % über den Zunahmen der Kontrollgruppe lagen. Die vorangegangene restriktive Phase wurde so gestaltet, dass bei den Versuchstieren ein täglicher Gewichtsverlust von 50 – 100 g je Tag induziert wurde. Höhere Zunahmen in gleichen Gewichtsabschnitten zeigen auch die Arbeiten von BURTON (1974)

MARAIS et al. (1990) fand bei Versuchen mit Schaflämmern einen Unterschied zwischen weiblichen und männlichen Tieren. Während die weiblichen Schafe nicht in der Lage waren, die Kontrollgruppe während der Realimentation hinsichtlich der Wachstumsintensität zu entsprechenden Gewichtsabschnitten zu übertreffen, wiesen die männlichen Tiere höhere tägliche Zunahmen auf als jene der Kontrollgruppe in entsprechendem Gewichtsabschnitt.

↓142

In vorliegenden Versuchen kann zwar ein Geschlechtseinfluss auf die Wachstumsintensität festgestellt werden, jedoch sind weder die weiblichen noch die männlichen Tiere in der Lage, die Lämmer der Kontrollgruppe zu vergleichbaren Gewichtsabschnitten zu übertreffen.

Die Gründe für die unvollständige Kompensation nach zehnwöchiger Restriktion und anschließender sechswöchiger Realimentation im II. Versuchsdurchgang könnten in einer zu langen Restriktion bzw. zu kurzen Dauer der folgenden Realimentationsperiode liegen.

Eine weitere mögliche Begründung ist im Alter bzw. den Gewichtsabschnitten der Lämmer zu suchen.

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SAUDIBET und VERDE (1976) fanden bei Untersuchungen zum Einfluss des Alters sowie des Gewichtsunterschiedes zwischen Versuchs- und Kontrolltieren heraus, dass die Höhe der Kompensationseffekte zu 65 % vom Alter der Tiere und zu 43 % vom Gewichtsunterschied bestimmt wurde. Beide Faktoren zusammen beeinflussten die Höhe des Zuwachses während der Realimentation zu 73 %.

THORNTON et al. (1979) stellten bei Versuchen mit Schafen in verschiedenen Alters- bzw. Gewichtsabschnitten (20 kg resp. 40 kg Lebendmasse) fest, dass die jüngeren Tiere schneller in der Lage waren (33 Tage), das Gewichtsdefizit zur Kontrollgruppe zu kompensieren, als die älteren Tiere, die 50 Tage dazu brauchten. Dies lässt sich wiederum mit der Höhe der Wachstumsintensität in bestimmten Gewichtsabschnitten begründen.

Auch die Untersuchungen von COLEMAN and EVANS et al. (1986) an Stieren zeigten den Einfluss des Alters der Tiere auf die Höhe der Kompensation. Die Autoren folgerten, dass der höchste Kompensationseffekt eintritt, wenn ca. 25 bis 30 % des voraussichtlichen Endgewichtes erreicht sind.

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Abb. 14 :Gewichtsentwicklung der Lämmer während des I. Versuchsdurchganges

Abb. 15 : Gewichtsentwicklung der Lämmer während des 2. Versuchsdurchganges

Abb. 16: Aufnahme an ME (MJ je LM0,75 und Tag (Versuch I)

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Abb. 17: Aufnahme an ME (MJ je LM0,75 und Tag (Versuch II)

5.2.2 Futteraufnahme

Ein in der Literatur genannter Grund für kompensatorische Wachstumseffekte ist eine Erhöhung der Futteraufnahme der Tiere während der Realimentationsperiode gegenüber den durchgängig auf hohem Niveau gefütterten Tiere, wobei die Aussagen über Unterschiede hinsichtlich der Futteraufnahme zwischen Kontrolltieren und kompensierenden Tieren sehr unterschiedlich sind.

Zu den Einflussfaktoren, die über das Sättigungszentrum im Hypothalamus auf eine Senkung der Futteraufnahme beim Wiederkäuer wirken, gehören die aufgenommene Futtermenge, welche präabsorbtiv über intestinale Dehnungsrezeptoren wirkt sowie über den postabsorbtiven Anstieg der Konzentration flüchtiger Fettsäuren im Blut. Langzeitig führt ein zunehmender Verfettungsgrad der Tiere zur Senkung der Futteraufnahme.

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In vorliegendem Versuch konnten nach einer vierwöchigen restriktiven Fütterung in der folgenden Realimentationsphase keine signifikanten Unterschiede (p≥0,05) zwischen den Gruppen HHH, HNH und NNH hinsichtlich der Trockensubstanz-, Rohprotein- und Energieaufnahme bezogen auf das metabolische Lebendgewicht festgestellt werden (Abb. 14). Die Negativkontrollgruppe, entsprechend der Versuchsanstellung auf 1,4fachem Energieerhaltungsbedarf (Restriktion um 40 %) gefüttert, nahm im Vergleich zur Positivkontrollgruppe 65 % Trockensubstanz, 58 % Rohprotein und 60 % Energie auf.

Nach zehnwöchiger Restriktionsperiode nahmen die Lämmer der Gruppen HNH und NNH bei gleichem Futterangebot während der sechswöchigen Realimantationsperiode um 8 % mehr Trockensubstanz-, Rohprotein- und Energie je metabolisches Lebendgewicht im Vergleich zur Positivkontrollgruppe (HHH) auf. Diese höhere Futteraufnahme der Ziegen der Gruppen HNH und NNH im II. Versuchsdurchgang ging mit einem Absinken der Futteraufnahme der Positivkontrollgruppe gegen Ende des Versuches einher (Abb. 15). Deutlich wird das Absinken der Futteraufnahme der Positivkontrollgruppe auch an der Differenz zur Negativkontrollgruppe, die trotz Restriktion um 40 % nur 28 % weniger Trockensubstanz, 35 % weniger Rohprotein und 32 % weniger Energie aufnahm.

KEENAN (1970) und HOGG und TULLOH (1982) stellten keine Unterschiede hinsichtlich der Futteraufnahme zwischen zeitweise restriktiv gefütterten Schafen und den Kontrolltieren fest. Eine höhere Futteraufnahme der Tiere während der Realimentation wurden von
MC MANUS et al. (1972) und GRAHAM und SEARLE (1975) beobachtet. ALLDEN (1968) kam zu dem Schluss, dass die Höhe der Futteraufnahme während der Realimentation vom Wachstumsstadium der Tiere zum Zeitpunkt der Restriktion sowie vom Grad der Unterversorgung abhängig sind. Bei seinen Versuchen mit Schaflämmern zeigten die jüngeren Lämmer (unter 6 Monaten) keine Unterschiede hinsichtlich der Futteraufnahme, während bei den älteren Tieren eine signifikant höhere Futteraufnahme der Lämmer während der Realimentation festgestellt werden konnte.

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KABBALI et al. 1992 fanden bei Versuchen mit Schaflämmern im Gewichtsabschnitt von 17 – 30 kg keine Unterschiede hinsichtlich der Futteraufnahme während der Realimentation.

LEDIN (1983) weist auf den Zusammenhang der Energiekonzentration der Ration und der Höhe der Futteraufnahme hin. Eine geringere Energiekonzentration der Ration führt zu einer längeren Anpassungsdauer an das höhere Futterniveau und zu einer geringeren Aufnahme der realimentierten Tiere.

Die Dauer der Restriktion hatte einen signifikanten Einfluss auf die Dauer der Anpassung der Tiere an das höhere Fütterungsniveau.

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So stieg nach vierwöchiger Restriktion (I. Versuchsdurchgang) die Futteraufnahme der realimentierten Tiere sofort auf das Niveau der Positivkontrollgruppe (Abb. 14).

Im Gegensatz dazu brauchten die Lämmer nach zehnwöchiger Restriktion 7 Tage, um das Niveau der Positivkontrollgruppe zu erreichen (Abb. 15).

Bei Versuchen von BUTTLER –HOGG und TULLOH (1982) fraßen die Schafe in dem Lebendmasseabschnitt von 30 bis 40 kg für die Dauer der ersten 10 kg Lebendmassezunahme signifikant weniger als die Schafe der Kontrollgruppe. Auch DREW und REID (1975) stellten bei ihren Untersuchungen eine fünfzehntägige Anpassungszeit der Schafe an das Fütterungsniveau der Kontrollgruppe fest.

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FOX et al. (1972) weisen auf den Einfluss des Energiegehaltes der Ration auf die Dauer der Anpassung nach Umstellung von niedrigem zu hohem Fütterungsniveau hin. So steigt die Futteraufnahme bei hoher Energiekonzentration der Ration schneller an und das Level der Kontrolltiere ist früher erreicht, als bei einem niedrigeren Energiegehalt des Futters. Da in vorliegenden Versuchen keine Veränderungen hinsichtlich der Energiekonzentration der Rationen vorgenommen wurden, erscheint diese Begründung hier nicht gerechtfertigt.

Vielmehr scheint die Dauer der Anpassung mit der Größe und Absorbtionskapazität des Verdauungstraktes und der Leber sowie mit der stärkeren Veränderung dieser durch die längere Restriktionsdauer in Zusammenhang zu stehen (Abschnitt 4.3.4 ).

5.2.3 Innere Organe

Das Ausmaß der Wachstumsbeeinflussung der Organe durch Nährstoffrestriktion ist abhängig von deren metabolischer Aktivität. Eine Reduktion der Nährstoffzufuhr führt aufgrund der hohen metabolischen Aktivität der Leber und des Dünndarms zu einer Reduzierung der Nährstoffzufuhr zu einer Verringerung deren Masse (HORNICK, 2000). Nicht immer ist eine vollständige Kompensation während der folgenden Realimentation möglich. LEDIN et al. (1983) konnten bei Versuchen mit Schafen, die für 52 Tage einer Restriktion von 60 % im Vergleich zur ad libitum gefütterten Gruppe unterzogen wurden, nach 72 Tagen Wiederauffütterung keine vollständige Kompensation der Leber feststellen. Zu ähnlichen Ergebnissen kamen FOOT und TULLOH (1977) bei Versuchen mit Rindern.

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Im Gegensatz dazu war in vorliegenden Versuchen eine vollständige Kompensation sowohl nach vierwöchiger Restriktion im I. Versuchsdurchgang als auch nach zehnwöchiger Restriktion im II. Versuchsdurchgang möglich.

Es bestanden keine signifikanten Unterschiede (p≥0,05) zwischen den Gruppen HHH, HNH und NNH hinsichtlich der relativen Organgewichte der Lämmer im I. Versuchsdurchgang.

Eine Auswirkung der Futterrestriktion auf die Masse der inneren Organe belegen die Daten der Negativkontrollgruppe (NNN). So liegt das relative Labmagengewicht der Gruppe NNN im Vergleich zur Positivkontrollgruppe bei 90 %, das relative Darmgewicht bei 87 %, das relative Lebergewicht bei 81 % und das relative Herzgewicht bei 93 %. Keine signifikanten Unterschiede (p≥0,05) zwischen Positiv- und Negativkontrollgruppe konnten bei dem Relativgewicht des Vormagens, der Lunge und der Niere festgestellt werden.

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Infolge einer 10wöchigen Restriktion mit anschließender 6wöchiger Realimentation (II. Versuchsdurchgang) zeigen die realimentierten Tiere signifikant (p<0,05) größere relative Leber-, Magen- und Darmgewichte als die durchgängig auf hohem Niveau gefütterten Lämmer der Positivkontrollgruppe (HHH). Zwischen der Positiv- und der Negativkontrollgruppe bestanden keine signifikanten Unterschiede (p≥0,05) hinsichtlich des relativen Labmagen-, Darm-, Leber-, Herz-, Lungen- und Nierengewichtes. Die Negativkontrollgruppe (NNN) wies das höchste relative Vormagengewicht auf, wobei nur der Unterschied zur Positivkontrollgruppe (HHH) signifikant (p≤0,05) war.

Aus den Ergebnissen wird deutlich, dass der Dünndarm und die Leber am sensibelsten auf die Futterveränderungen reagierten. ROMPALA und HOAGLAND (1988) zeigten, dass eine Steigerung des Gewichtes von Darm, Magen und Leber einsetzt, wenn die Futteraufnahme in der Realimentation ansteigt. Bei Versuchen von ROMPALA et al. (1988) mit Schafen zeigte sich ein Zusammenhang zwischen den Futtereigenschaften und der Veränderung der inneren Organe. So führte eine Steigerung der Trockenmasseaufnahme um 10 % bei gleichbleibender Energieaufnahme zu einer Vergrößerung von Magen, Herz, Lunge und Niere; die Leber und der Dünndarm sind hingegen eng an die Energie- bzw. Nährstoffaufnahme gebunden. SIRCAR et al. (1983) zeigten bei Versuchen mit Ratten, dass die Veränderungen von Magen und Dickdarm eher die Folge von Volumenveränderungen sind, während die Leber und der Dünndarm auf Nährstoffveränderungen reagieren (WESTER, 1995)

In vorliegenden Untersuchungen führte die Kompensation nach zehnwöchiger Futterrestriktion sowohl zu höheren Leber- und Darmgewichten als auch zu einem höheren Vormagengewicht, wobei während der Realimentation sowohl die Futtermenge als auch die Energieaufnahme gesteigert wurde. Ein höheres Lebergewicht der zeitweise restriktiv ernährten Tiere geht mit Ergebnissen von KABBALI et al. (1992) konform. Die Autoren führten einen Fütterungsversuch mit Schaflämmern im Gewichtsabschnitt von 20 bis 30 kg durch. Die Gruppe, die ab 21 kg Lebendmasse restriktiv bis zu einem Gewichtsverlust von 4 kg (Lebendmasse von 17 kg) gefüttert und im Anschluss ad libitum bis zum Erreichen einer Lebendmasse von 30 kg gehalten wurde, wies höhere Lebergewichte als die durchgängig ad libitum gefütterte Kontrollgruppe auf.

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Im Gegensatz zu ROMPALA (1988) scheinen die Niere und die Lunge in vorliegenden Versuchen, die am wenigsten durch die Fütterung beeinflussbaren Organe zu sein. Es bestanden in beiden Versuchsdurchgängen keine signifikanten (p≥0,05) Unterschiede hinsichtlich des relativen Nieren- bzw. Lungengewichtes zwischen den 4 Versuchsgruppen (HHH, HNH, NNH, NNN).

Keine vollständige Kompensation war in vorliegenden Versuchen hinsichtlich des Mesenterial- und Nierenfettes möglich. Im I. Versuchsdurchgang lag die relative abdominale Fettmenge der Gruppen HNH und NNH in der Tendenz unterhalb der Positivkontrollgruppe, die Unterschiede weisen jedoch keine Signifikanz (p≥0,05) auf. Die Negativkontrollgruppe (NNN) hatte einen relativen Bauchfettanteil von 54 % im Vergleich zur Positivkontrollgruppe (p≤0,05).

Im II. Versuchsdurchgang wiesen die Tiere der Gruppen HNH, NNH und NNN einen signifikant (p≤0,01) geringeren relativen Bauchfettanteil als die Tiere der Positivkontrollgruppe auf.

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Der relative Fettanteil der Gruppe HNH lag bei 65 %, der Gruppe NNH bei 60 % und der Gruppe NNN bei 42 % im Vergleich zur Positivkontrollgruppe. Zwischen den Tieren der Gruppen HNH, NNH und NNN bestanden keine signifikanten (p≥0,05) Unterschiede.

Die Ergebnisse gehen mit Untersuchungen von KABBALI et al. (1992) konform, die keine vollständige Kompensation der Mesenterial- und Nierenfettmenge feststellen konnten.

TURGEON et al. (1986) weisen darauf hin, dass die Energie in der ersten Phase der Realimentation vorrangig für die Regeneration der Protein- und Glycogenreserven genutzt wird, woraus die schnelle Regeneration des Darmes und der Leber resultieren. Die Regeneration der Fettdepots erfolgt erst am Ende der Realimentation.

5.2.4 Chemische Zusammensetzung des Tierkörpers

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In vorliegenden Versuchen wies die Positivkontrollgruppe HHH sowohl im I. als auch im II. Versuchsdurchgang den höchsten Trockensubstanzgehalt im Tierkörper (Schlachtkörper + Organe) im Vergleich zu den anderen 3 Versuchsgruppen auf. Bei der Negativkontrollgruppe NNN, welche durchgängig restriktiv auf einem 1,4fachen Energieerhaltungsbedarf gefüttert wurde, war der Trockensubstanzgehalt in beiden Versuchsdurchgängen im Vergleich zu den anderen 3 Versuchsgruppen am geringsten.

Die Positivkontrollgruppe HHH wies am Ende des I. Versuchsdurchganges (110 Tage) einen Trockensubstanzgehalt im Tierkörper von 33,6 % auf. Der Trockensubstanzgehalt der Negativkontrollgruppe NNN betrug am Ende des Versuches 31,4 %, die Versuchsgruppen HNH und NNH, welche alternierend auf 2,4fachen bzw. 1,4fachen Energieerhaltungsbedarf gefüttert wurden, hatten einen Trockensubstanzgehalt von 33,1 % resp. 32,3 % .

Am Ende des II. Versuches (165 Tage) lag der Trockensubstanzgehalt der Gruppen HHH, HNH, NNH und NNN bei 36,1 %, 35,1 % 34,2 % und 33,7 %.

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Bei allen 4 Versuchsgruppen wiesen die Organe einen geringeren Trockensubstanzgehalt als der Schlachtkörper auf. Der Trend zur Abnahme des Trockensubstanzgehaltes von der Positivkontrollgruppe zur Negativkontrollgruppe war jedoch in beiden Fraktionen erkennbar.

Eine Abnahme des Trockensubstanzgehaltes infolge einer Nährstoffrestrikion steht im Gegensatz zu den Ergebnissen von DROUILARD et al. (1991), welche bei restriktiver Ernährung von Lämmern, verbunden mit einem Wachstumsstillstand für 5-6 Wochen, ein Ansteigen des Trockensubstanzgehaltes während der Restriktion feststellten.

Von einem Anstieg des Trockensubstanzgehaltes während der Restriktion bei Schafen berichten ebenfalls LEDIN (1983) und SEARLE et al.(1982). Alle drei Arbeiten fanden einen Anstieg des Wassergehaltes in der folgenden Realimentation.

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BURTON et al. (1974), KABBALI et al. (1992) und MURPHY et al. (1994) stellten bei Versuchen mit Schaflämmern in Übereinstimmung mit vorliegenden Ergebnissen einen geringeren Gehalt an Trockensubstanz bei restriktiv ernährten Tieren fest.

In beiden Versuchsdurchgängen wurden in der Positivkontrollgruppe HHH die geringsten und in der Negativkontrollgruppe NNN die höchsten Rohproteingehalte in der Trockensubstanz ermittelt.

Der Rohproteingehalt der Lämmer im I. Versuchsdurchgang betrug für die Gruppen HHH 55,4 %, HNH 57,3 %, NNH 58,2 % und NNN 61,15 %. Im II. Versuchsdurchgang wiesen die Lämmer der Positivkontrollgruppe HHH in der Trockensubstanz einen Rohproteingehalt von 50,6 %, der HNH-Gruppe 53,2 %, der NNH-Gruppe 54,6 % und der Negativkontrollgruppe NNN 55,8 % auf.

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Der Rohfettgehalt im Tierkörper korrespondierte mit dem Trockensubstanzgehalt und entwickelte sich entgegengesetzt zum Rohproteingehalt. Die Lämmer der Positivkontrollgruppe HHH wiesen sowohl im I. (35,8 %) als auch im II. Versuchsdurchgang (46,9 %) den höchsten Rohfettgehalt auf . Die Negativkontrollgruppe NNN hatte im I. Versuchsdurchgang einen mittleren Rohfettgehalt von 26,5 % und im II. Versuchsdurchgang von 34,4 %. Die Versuchsgruppen HNH und NNH hatten am Ende des I. Versuches (110 Tage) einen Rohfettgehalt von 33,8 % resp. 32,9 % und im II. Versuchsdurchgang (165 Tage) von 40,5 bzw. 38,3 %.

In Übereinstimmung mit vorliegenden Ergebnissen berichten REID et al.(1968); KEENAN et al.(1969); MC MANUS et al. (1972), BURTON et al. (1974) sowie DREW und REID (1975) ebenfalls von einem höheren Rohprotein- und einem geringeren Rohfettgehalt der Tierkörper während der Realimentation.

Im Gegensatz dazu führte bei Versuchen von MAYER und CLAWSON (1964) eine zeitweise Nährstoffreduktion in der nachfolgenden Realimentation zu einem höheren Fett- und geringeren Rohproteingehalt.

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Nach DREW und REID (1975) wird das Körperfett erst reduziert, nachdem sich die Leerkörpermasse um 12-15 % reduziert. Dabei erfolgt die Fettmobilisierung zuerst in den subkutanen und später in den internen Fettdepots. Die Wiederauffüllung der Depots geschieht in reziproker Reihenfolge (BUTTLER-HOGG et al. 1985, BURTON et al., 1974).

LITTLE und SANDLAND (1975) konnten nur eine Reduzierung des subkutanen Fettes feststellen, nicht dagegen eine Veränderung des intra- und intermuskulären Fettgehaltes.

BURTON et al. (1974) und THORNTON et al. (1979) weisen darauf hin, dass die Anzahl der Fettzellen nicht von Realimentation und Restriktion beeinflusst wird. Während der Realimentation kommt es vornehmlich zur Hypertrophie der Fettzellen.

↓159

Dabei spielt das Alter eine Rolle. Haben die Tiere 50 % des determinierten Endgewichtes erreicht, ist Hyperplasie eher auszuschließen (THORNTON et al., 1979).

Eine Betrachtung vorliegender Versuchsergebnisse lässt vermuten, dass die Unterschiede hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung der Tierkörper u.a. eine Funktion der unterschiedlichen Lebendmasse der Tiere am Tag der Schlachtung sind, bzw. dass der Einfluss der unterschiedlichen Lebendmasse auf die Körperzusammensetzung nicht außer Betracht gelassen werden sollte.

SANZ SAMPELAYO et al.(1990) konnten bei Versuchen mit Ziegenlämmern im Alter von 0 bis 30 Tagen und der Fütterung des 2,4fachen resp. 1,9fachen Energieerhaltungsbedarfes, keinen signifikanten Einfluss der Energiezufuhr auf die Leerkörpermasse feststellen; dagegen war die Leerkörperzusammensetzung im hohen Maße von der Leerkörpermasse abhängig. Zu gleichen Ergebnissen kamen THERIEZ et al. (1982) bei Versuchen mit Schaflämmern im Gewichtsabschnitt von 17 bis 36 kg.

↓160

MARAIS et al. (1990) konnte bei Versuchen mit Schafen im Gewichtsabschnitt von 20 bis 42 kg keine Unterschiede hinsichtlich der chemischen Zusammensetzung bei gleicher Körpermasse feststellen.

Auch SEARLE et al. (1982), O DONOVAN (1984), MEISSNER und HOFMEYR (1976) und BASSON (1975) stellten einen konstanten Proteingehalt der Schaflämmer bei bestimmter Körpermasse fest.

Versuche von TURGEON et al. (1986) mit Schafen zeigten einen signifikanten Einfluss der Lebendmasse auf die chemische Zusammensetzung des Tierkörpers. Mit steigendem Gewicht der Tiere sank der Wasser-, Rohprotein- und Aschegehalt während der Fettgehalt dagegen anstieg.

↓161

Eine Beeinflussung des Rohprotein- bzw. Fettgehaltes im Tierkörper konnten SEARLE et al. (1982) durch eine Veränderung des Rohprotein:Energie-Verhältnisses im Futter erzielen. So führte ein geringerer Proteingehalt zu einem höheren Fettgehalt des Tierkörpers.

LEDIN (1983) sowie SEARLE et al. (1982) berichten von einer Verringerung des Proteingehaltes während einer Futterrestriktion. Sie weisen darauf hin, dass das Protein:Energie Verhältnis geringer wird, da im Pansen Protein zur Energiegewinnung abgebaut wird.

5.2.5 Futteraufwand

Eine zeitweise restriktive Fütterung hatte einen positiven Effekt auf die Futterverwertung in der folgenden Realimentation.

↓162

Sowohl die vierwöchige als auch die zehnwöchige restriktive Fütterung führte zu einem geringeren Futteraufwand der Ziegen der Gruppen HNH und NNH während der Realimentationsperiode im Vergleich zur Positivkontrollgruppe HHH. Dabei wird die Auswirkung der höheren Zunahmen während dieser Periode deutlich.

Der Energieaufwand der Gruppen HNH und NNH nach vierwöchiger Restriktion sank um

8 % bzw. 18 % gegenüber der Positivkontrollgruppe HHH aber nur die Gruppe NNH wich signifikant (p≤0,05) von der Positivkontrollgruppe ab.

↓163

Im II. Versuchsdurchgang (10 Wochen Restriktion/ 6 Wochen Realimentation) verringerte sich der Energieaufwand der Lämmer HNH und NNH während der Realimentation gegenüber der Positivkontrollgruppe signifikant (p≤0,05) um 20 % bzw. 19 %.

Eine bessere Futterverwertung während der Realimentationsperiode belegen Arbeiten von

GREFF et al. (1986) mit Schaflämmern sowie LOFGREEN und KIESLING (19 85) und TUDOR und O`ROURKE (1980) mit Kälbern.

↓164

Bei den Versuchen von MARAIS et al. (1990) mit Schaflämmern, verbesserte sich die Energieverwertung während der Realimentation proportional zum Anstieg des Lebendmassezuwachses.

ABDALLA et al. (1988) schlussfolgerten bei ihren Versuchen mit Rindern (Holstein Frisian), dass die höhere Effektivität der Futterverwertung im Gewichtsabschnitt von 96 kg bis 500 kg eine Folge der höheren Futteraufnahme und der besseren Ausnutzung der Umsetzbaren Energie ist.

FOX et al. (1972 ) sowie BUTLER-HOGG und TULLOH (1982) fanden bei Versuchen mit Corriedale Schafen zwischen 30 bis 50 kg eine bessere Effektivität der Futterverwertung während der Realimentation unabhängig von einer Futteraufnahmesteigerung.

↓165

RYAN et al. (1993) gehen davon aus, dass die bessere Futterverwertung während der Realimentation bei ihren Versuchen mit Rindern (260 kg bis 450 kg Lebendmasse) und Schafen (mit einem Lebendgewicht von 33 kg) auf eine Senkung des Erhaltungsbedarfes sowie auf einen höheren Proteinansatz der Tiere zurückzuführen ist.

Ein Beweis für die Senkung des Energieerhaltungsbedarfes wird in der Reduktion der metabolisch aktiven Gewebe (Leber, Darm) während der Restriktion gesehen. Dies bleibt für eine gewisse Zeit während der Realimentation bestehen und so stehe mehr Energie für den Zuwachs zur Verfügung. Diese These wurde von WESTER et al. (1995) in Versuchen mit Schaflämmern im Alter von 2 Monaten wiederlegt. Während der 7wöchigen Restriktion war sowohl das absolute als auch das relative (g Leber pro kg Lebendgewicht) Lebergewicht der Lämmer reduziert. Obwohl das relative Lebergewicht schon 2 Tagen nach Beginn der Realimentation kompensiert war, dauerte das kompensatorische Wachstum der Versuchslämmer die gesamte Realimentationsperiode (2 Wochen) an.

Ergebnisse von MEYER und CLAWSON (1964) zeigten keine Unterschiede hinsichtlich der Futterverwertung während der Realimenation.

↓166

Aus dem Zuwachs der Lämmer, verteilt über den gesamten Versuchszeitraum, lässt sich der Energieansatz und daraus abgeleitet der Wirkungsgrad berechnen (Tabelle 42).

Tabelle 42: Ansatz an MJ, Gesamtwirkungsgrad (k g) sowie Teilwirkungsgrad (k p f) über den gesamten Versuchszeitraum

I. Versuchsjahr

II. Versuchsjahr

HHH

HNH

NNH

NNN

HHH

HNH

NNH

NNN

MJ aus Protein

68,96

64,19

63,20

49,8

108,0

87,5

73,4

54,4

MJ aus Fett

66,7

56,9

53,2

33,2

137,0

96,8

73,2

54,8

MJ gesamt

135,6

121,1

116,4

83,0

245,0

184,3

146,6

109,1

MJ/Tag

1,23

1,10

1,06

0,75

1,49

1,12

0,89

0,66

MJ/kg Zuwachs

8,29

8,07

7,83

7,24

9,76

8,98

8,45

8,47

k g

0,22

0,23

0,23

0,20

0,20

0,19

0,19

0,17

k p f

0,43

0,50

0,54

0,60

0,39

0,45

0,49

0,56

Die Tiere der durchgängig auf hohem Niveau gehaltenen Gruppe HHH wiesen in beiden Versuchsjahren einen höheren Energieansatz auf, was u.a. auf den insgesamt höheren Zuwachs zurückzuführen ist. Eine Betrachtung des Energiegehaltes je kg Zuwachs (Tab. 42 ) zeigt jedoch auch insgesamt einen geringeren Energiegehalt des Zuwachses für die Tiere der Gruppen HNH, NNH und NNN, was als Folge der Zusammensetzung des Ansatzes (Verhältnis Rohprotein : Fett) sowie des höheren Wassergehaltes zu sehen ist.

↓167

Auch LITTLE und SANDLAND (1975) konnten bei ihren Untersuchungen mit Schafen einen höheren Rohprotein- und Wassergehalt sowie einen geringeren Fett- und Energiegehalt des Zuwachses der realimentierenden Tiere feststellen.

Hinsichtlich des Gesamtwirkungsgrades bestanden kaum Unterschiede zwischen den Gruppen HHH, HNH und NNH. Betrachtet man jedoch den Teilwirkungsgrad für das Wachstum (k p f), erschien dieser in beiden Versuchsjahren günstiger für die zeitweise restriktiv ernährten Gruppen im Vergleich zur Positivkontrollgruppe.


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21.09.2006