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5.  Herleitung der Aufgabenstellung

5.1. Zielsetzungen

Das Ziel dieser Arbeit war es, das etablierte Verfahren der Plattenosteosynthese bei distalen Femurfrakturen mit dem des LIS-Systems zu vergleichen. Um eine bessere Vergleichbarkeit zu ermöglichen, sollte diese Studie, wie oben erwähnt, definierter Punkte genügen:

In diese Studie wurden zusätzlich zu frischen, nichtpathologischen Frakturen auch osteoporotische Frakturen und Frakturen bei liegender Endoprothese oder liegendem Osteosynthesematerial eingeschlossen. Die Osteoporose ist überwiegend ursächlich für die pathologischen Frakturen im höheren Alter und verantwortlich für den zweiten Gipfel der Inzidenz der distalen Femurfrakturen. Bei der Osteoporose kommt es auf Grund des Verlustes an Knochenmasse, -struktur und -funktion zu Frakturen, auch bei niedrigenergetischen Ereignissen. Von Osteopenie spricht man, wenn bei einem solchen pathologischen Prozess noch keine Frakturen aufgetreten sind. Bei der Osteoporose unterscheidet man die präsenile Typ-1-Osteoporose, die als so genannte postmenopausale Osteoporose bei Frauen zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr vorkommt [47] und der senilen Typ-2-Oseoporose, die sich im 6. und 7. Lebensjahrzehnt manifestiert [120]. Sekundäre Osteoporosen, die ca. 5 Prozent ausmachen und durch exogene Noxen und internistische Krankheiten [120, 191], kalziumarme Kost, Immobilisation und Bewegungsarmut [120, 191] verursacht werden können, spielen eine untergeordnete Rolle.

Die periprothetischen Frakturen wurden in diese Studie aufgenommen, da sie bezüglich der Epidemiologie den anderen Frakturen ähnlich sind und sich nur durch das liegende Implantatmaterial unterscheiden. In der Regel sind ältere Menschen betroffen, es liegt eine osteoporotische Knochenstruktur vor und die Ursache sind meistens Niedrigenergietraumata. Die Anzahl der periprothetischen Frakturen steigt durch den höherwerdenden Anteil älterer Men­schen in unserer Gesellschaft und die stete Zunahme der Zahl der implantierten Endoprothesen. Die periprothetischen Frakturen stellen den Operateur vor eine besondere Herausforderung [89, 138, 200]. Bei der Verwendung extramedullärer Implantate wurde von bis zu 42% Reoperationen [89], 20% Pseudarthrose [144], 25% Infektion [138]% berichtet. Auch andere therapeutische Konzepte, wie der Prothesenwechsel [108, 172] oder die intramedulläre Osteosynthese [138, 144], die hier nicht Gegenstand der Untersuchung waren, sind nur eingeschränkt erfolgreich und unterstreichen die Wichtigkeit extramedullärer Osteosyntheseverfahren.


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5.2.  Hypothesen

Die Osteosynthese am distalen Femur mit dem LISS bietet gegenüber der konventionellen Plattenosteosynthese folgende Vorteile:


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25.11.2004