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7  Argumente für fehlenden (aktuellen) Kinderwunsch

Von besonderem Interesse sind der Stellenwert spezifischer Lebensbedingungen und -situationen der Frauen hinsichtlich ihres Wunsches, gegenwärtig bzw. innerhalb eines Jahres kein (weiteres) Kind bekommen zu wollen. Hierin reflektieren sich sowohl bestehende objektive Gegebenheiten, wie beispielsweise das Alter der Frau, die Anzahl der bereits geborenen Kinder, die Formen der Partnerschaft, Wohn- und Einkommensverhältnisse, Ausbildung und Erwerbstätigkeit, als auch eine Bewertung dieser individuellen Bedingungen als Voraussetzungen für die Geburt eines Kindes.

Bei 8,8 % der Frauen bestand zum Zeitpunkt der Befragung der Wunsch, schwanger zu werden und innerhalb des nächsten Jahres ein Kind zu bekommen. Diese Frauen wurden in die Erhebung der Gründe, „warum ein (weiteres) Kind jetzt oder in nächster Zeit nicht erwünscht ist“ nicht einbezogen. Die Befragten ohne aktuellen Kinderwunsch wurden gebeten, anzugeben, „welche Bedeutung die aufgezählten Gründe für sie persönlich haben, sich jetzt gegen die Geburt eines (weiteren) Kindes zu entscheiden“. Bei den vorgegebenen 26 Inhalten konnten sich die Probandinnen jeweils äußern, ob diesem Argument für ihre aktuelle Entscheidung gegen Schwangerschaft und Geburt eine große, mittlere, geringe oder kleine Bedeutung zukommt.

In die vorliegende Arbeit werden die wesentlichen Inhalte, gruppiert nach:

nach ihrem Stellenwert für die Entscheidung beschrieben und hinsichtlich bestehender Unterschiede nach dem Wohnsitz der Frauen analysiert.

7.1 Bereits erfüllter Kinderwunsch und Alter der Frau

Das Hauptargument gegen einen aktuellen Kinderwunsch ist die Auffassung der Frauen, die von ihnen gewünschte Kinderzahl bereits erreicht zu haben. 51,3 % der Befragten messen dem Inhalt, „weil mein Kinderwunsch bereits erfüllt ist“ eine große Bedeutung für ihre Entscheidung gegen ein (weiteres) Kind bei, 5,2 % eine mittlere Bedeutung. Für 43,5 % ist diese Fragestellung von geringer bzw. ohne Bedeutung für ihren Wunsch, in nächster Zeit kein Kind zu bekommen (Tab. IX). Bemerkenswert ist, dass sich die Frauen hinsichtlich eines erfüllten Kinderwunsches deutlich polarisieren, was für konkrete Vorstellungen der von ihnen angestrebten Kinderzahl entspricht.

Bezüglich der Bewertung einer bereits erfolgten Verwirklichung der individuell gewünschten Kinderzahl bestehen nach dem Wohnsitz der Frauen signifikante Unterschiede. So messen im Bezirk Köpenick rund zwei Drittel der Befragten (67,6 %) diesem Argument eine große persönliche Bedeutung bei, hingegen in Mitte (43,6 %) und in Weißensee (43,1 %) deutlich weniger als die Hälfte der Frauen (Tab. IX; Abb. 23). Diese Differenzen lassen sich weder mit der Altersstruktur der Probandinnen in den jeweiligen Bezirken noch mit der Anzahl der bereits geborenen Kinder erklären. Von Bedeutung hierfür dürfte der von Frauen in Köpenick häufig geäußerte Wunsch sein, kein oder nur ein Kind bekommen zu wollen (47,0 %).


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Abb. 23: Anteil von Frauen, die ihrem bereits erfüllten Kinderwunsch eine große Bedeutung dafür
beimessen, kein (weiteres) Kind bekommen zu wollen, nach dem Wohnsitz (Studie Frau ´90)

Ausgehend von der Erwartung, dass das Alter der Frau eine große Rolle bei der Entscheidung zur Geburt eines (weiteren) Kindes spielt, wurden die Frauen befragt, welche persönliche Bedeutung sie dem Grund, zu jung bzw. zu alt zu sein für den Wunsch beimessen, gegenwärtig kein Kind bekommen zu wollen.

Der Anteil der Frauen, die dem Argument, sich zu jungzu fühlen, eine große Bedeutung beimessen, beträgt bei Frauen ohne aktuellem Kinderwunsch 10,8 %. Für den überwiegenden Teil der Befragten (82,3 %) ist dieser Grund bedeutungslos (Tab. IX). Dieses Ergebnis resultiert daraus, dass einerseits nur 11,1 % der Probandinnen zum Zeitpunkt der Befragung jünger als 20 Jahre waren, andererseits in der DDR die Familiengründung mit Geburt eines Kindes bereits in jüngeren Altersjahren der Frau erfolgte (FRITSCHE; SPEIGNER, 1992; KEISER, 1992; DORBRITZ; FLEISCHHACKER, 1995).

Zwischen dem Wohnsitz der Frau und ihrer Begründung, zu jung für ein Kind zu sein, lassen sich zwar Zusammenhänge erkennen, die jedoch statistisch nicht gesichert werden können. So ist der Anteil der Frauen, die diesem Argument eine große Bedeutung beimessen, in Pankow (17,7 %) und Treptow (14,7 %) überdurchschnittlich hoch, in Hellersdorf (7,2 %) und Weißensee (7,7 %) besonders niedrig (Tab. IX). Ursächlich hierfür dürften die jeweiligen Anteile der unter 20jährigen Frauen in den entsprechenden Bezirken sein.

Das Argument, zu altzu sein, hat für 28,2 % der Befragten eine große Bedeutung hinsichtlich ihrer Einstellung, kein (weiteres) Kind bekommen zu wollen, für 14,1 % der Frauen ist es jedoch nicht vorrangig und bei mehr als der Hälfte der Frauen (57,7 %) ohne Bedeutung für den Wunsch, in absehbarer Zeit kein Kind zu wünschen (Tab. IX).

Der Begründung, für die Geburt eines Kindes zu alt zu sein, kommt je nach Wohnsitz der Frau ein unterschiedlicher Stellenwert für einen fehlenden aktuellen (und späteren) Kinderwunsch zu. Überraschend häufig wird diesem Argument von Frauen in Köpenick eine große Bedeutung beigemessen (50,7 %), gefolgt von Probandinnen in Marzahn (34,8 %) und Treptow (30,4 %). Keine Bedeutung für die Entscheidungsfindung hat die Auffassung der Frauen, zu alt zu sein, insbesondere in den Bezirken Weißensee (73,8 %), Hellersdorf (65,7 %) und Prenzlauer Berg (65,4 %). Die statistisch gesicherten Unterschiede in der Einschätzung der Bedeutsamkeit eines höheren Alters für einen weiteren Kinderwunsch in Abhängigkeit von dem Wohnsitz der Frau (Tab. IX) können nur teilweise auf bestehende Altersstrukturen in den Bezirken zurückgeführt werden. Zwar ist der Anteil der 30jährigen und älteren Frauen in Köpenick mit 52,2 % leicht überrepräsentiert (Durchschnitt: 49,3 %), jedoch deutlich niedriger als in Marzahn (61,2 [Seite 81↓]%); der Anteil der jüngeren Frauen bis zum Alter von 30 Jahren ist beispielsweise in Weißensee zwar höher (54,8 %) als im Durchschnitt (50,8 %), rechtfertigt jedoch nicht diese gravierenden Unterschiede zwischen den Bezirken bei der Bewertung des Altersfaktors für den aktuellen Kinderwunsch.

7.2 Partnerschaftsbeziehungen

Studien zur Motivationsstruktur bei Frauen, die ihre bestehende Schwangerschaft abbrechen lassen, haben zum Ergebnis, dass das Fehlen eines festen Partners oder eine als unzureichend empfundene Partnerschaftsbeziehung einen hohen Stellenwert für die Entscheidung der Frau haben, das werdende Kind nicht austragen zu wollen (FRITSCHE, 1983; HENNING, 1984; HENNING, Gert et al., 1991). Die Akzeptanz der Schwangerschaft, insbesondere durch den Partner fördert hingegen den Entschluss der Frau, auch eine ungeplant eingetretene Schwangerschaft mit der Geburt des Kindes zu beenden (INFRATEST EPIDEMIOLOGIE und GESUNDHEITSFORSCHUNG, 1994).

In der Studie wird von der Annahme ausgegangen, dass bei Frauen ohne einen festen Partner bzw. solchen, die ihre Partnerschaftsbeziehungen als nicht besonders gut ansehen, diesen Argumenten eine große Bedeutung für einen (aktuell) nicht bestehenden Kinderwunsch zukommt.

Befragt nach den Gründen, warum ein (weiteres) Kind jetzt oder in der nächsten Zeit nicht erwünscht ist, geben 17,7 % der Befragten an, dass das Fehlen eines festen Partnersdafür besonders bedeutungsvoll sei, für 77,7 % ist jedoch dieses Argument ohne Bedeutung. Hierbei sind Probandinnen, die, zumeist noch ohne Partnerschaftsbeziehungen, die Frage nicht beantwortet haben (n=187), nicht einbezogen (Tab. X). Der relativ geringe Anteil von Frauen, für die dieser Grund eine große Bedeutung hat, ist darauf zurückzuführen, dass 73,8 % der Befragten zum Untersuchungszeitpunkt mit ihrem Ehepartner oder in einer eheähnlichen Gemeinschaft lebten.

Werden die Frauen, die keine Angabe zu diesem Inhalt gemacht haben, ausgeklammert, sind zwischen den Bezirken statistisch gesicherte Unterschiede zu beobachten. So hat das Argument, keinen festen Partner zu haben, einen besonders hohen Stellenwert bei den Befragten in Köpenick (30,0 %), in Weißensee (21,5 %), im Prenzlauer Berg (20,0 %) und im Friedrichshain (19,8 %), für vier von fünf Frauen in Hellersdorf (85,6 %), Hohenschönhausen (80,3 %) und Marzahn (79,7 %) ist es hingegen bedeutungslos (Tab. X). Eine große Bedeutung wird seitens der Frauen dem Fehlen eines festen Partners insbesondere in Bezirken mit einem hohen Anteil lediger oder geschiedener Frauen beigemessen; in Bezirken mit einem hohen Anteil verheirateter Frauen wird dieses Argument erwartungsgemäß deutlich seltener genannt. Die Ergebnisse unterlegen zwar den Stellenwert von Ehen “ohne Trauschein“ für einen aktuellen Kinderwunsch, unterstreichen jedoch besonders die Bedeutsamkeit des Familienstandes dafür.

Nur für 5,9 % der Frauen, die sich dazu geäußert haben, welches Gewicht für ihren fehlenden aktuellen Kinderwunsch bestehenden nichtharmonischen Partnerschaftsbeziehungenzukommt, sind diese Gründe bedeutsam, für 88,0 % hingegen bedeutungslos. Beim Vergleich der Einschätzung der Probandinnen nach ihrem Wohnsitz sind keine signifikanten Unterschiede nachweisbar (Tab. X). Auffällig ist jedoch, dass Frauen im Bezirk Prenzlauer Berg schlechten Partnerschaftsbeziehungen deutlich häufiger einen großen Stellenwert für die Entscheidung gegen ein weiteres Kind beimessen als beispielsweise Frauen in Köpenick.

Die Frage nach der Haltung des Partners hinsichtlich der Geburt eines (weiteren) Kindes wurde von 90,3 % der Probandinnen (n=1.875) beantwortet. Von diesen hat für 18,5 % der fehlende Kinderwunsch des Partners eine große Bedeutung, sich in absehbarer Zeit kein Kind zu wünschen; 70,8 % der Frauen haben diesem Argument keine Bedeutung für ihre Entscheidung beigemessen. Differenziert nach dem Wohnsitz der Frau lassen sich statistisch keine Unterschiede sichern. Auffällig ist jedoch, dass für mehr als 20 % der Befragten in Hellersdorf und Hohenschönhausen diese Begründung von großer Bedeutung für fehlenden aktuellen [Seite 82↓]Kinderwunsch ist, diese Inhalte von Frauen in Köpenick und Mitte hingegen überdurchschnittlich häufig als bedeutungslos angesehen werden (Tab. X).

7.3 Berufliche Entwicklung und Erwerbstätigkeit

Zur Beurteilung des Stellenwerts von Ausbildung, beruflicher Situation sowie Erwerbstätigkeit und Arbeitslosigkeit für den Wunsch der Frau, in absehbarer Zeit kein (weiteres) Kind zu bekommen, wurden die Probandinnen gefragt, welche Bedeutung nachfolgende Inhalte für sie haben:

„Ich wünsche mir jetzt oder in nächster Zeit kein (weiteres) Kind, weil:

22,7 % aller Probandinnen waren zum Zeitpunkt der Befragung in Aus- oder Weiterbildung, darunter 4,6 % in Schul- und 10,1 % in Berufsausbildung. 3,3 % der Frauen befanden sich in Umschulung und 4,8 % in einer sonstigen Spezialisierung.

Von den Frauen ohne aktuellen Kinderwunsch geben 13,8 % an, dass der Sachverhalt, noch in Ausbildung zu sein, eine große Bedeutung für sie habe, sich jetzt und innerhalb des nächsten Jahres kein Kind zu wünschen, für 3,4 % hat es eine mittlere oder geringe Bedeutung und 82,7 % messen diesem Argument keinerlei Bedeutung bei (Tab. XI). Der Anteil der Frauen, die ihre bestehende Ausbildung als ein wesentliches Argument gegen ein Kind zum gegenwärtigen Zeitpunkt ansehen, entspricht in etwa der relativen Häufigkeit von Frauen, die sich noch in schulischer oder beruflicher Ausbildung befinden.

Zwischen dem Wohnsitz der Frau und ihrer Begründung eines fehlenden aktuellen Kinderwunsches infolge von Ausbildung sind keine signifikanten Beziehungen nachweisbar. Zwar wird dieses Argument von Probandinnen in Bezirken mit einem hohen Anteil jüngerer Frauen und von Frauen in schulischer oder beruflicher Ausbildung häufiger als bedeutsam angesehen (z. B. in Köpenick und Pankow) als in Bezirken mit einem höheren durchschnittlichen Alter der Probandinnen und einem geringeren Anteil von Frauen in Ausbildung (z. B. in Hellersdorf und Mitte); die Unterschiede sind jedoch statistisch nicht zu sichern (Tab. XI).

Das berufliche Engagement der Frau hat einen hohen Stellenwert für den Wunsch, in absehbarer Zeit kein Kind bekommen zu wollen. 20,9 % der Probandinnen messen diesem Argument eine große und 21,4 % eine mittlere Bedeutung für ihren fehlenden aktuellen Kinderwunsch bei; nur für 42,2 % der Befragten ist dieser Grund bedeutungslos (Tab. XI).

Hierbei bestehen signifikante Unterschiede zwischen den Bezirken hinsichtlich der Bedeutsamkeit beruflicher Entwicklung für die Einstellung der Frau zu einem (weiteren) Kind. Mehr als die Hälfte der Befragten im Prenzlauer Berg (54,2 %) und in Köpenick (51,0 %) geben an, dass ihr Wunsch, beruflich vorwärts zu kommen, eine große oder mittlere Bedeutung habe, sich gegenwärtig kein Kind zu wünschen, und nur für weniger als ein Drittel der Befragten (Prenzlauer Berg: 30,4 %; Köpenick: 28,8 %) ist dieser Grund bedeutungslos. Im Bezirk Treptow hat dieses Argument einen deutlich geringeren Stellenwert: hier vertreten 50,4 % der Befragten die Auffassung, dass der Wunsch nach beruflicher Entwicklung keine Bedeutung für ihren fehlenden Kinderwunsch habe, gefolgt mit 47,2 % bei Frauen in Lichtenberg und 46,9 % in Weißensee (Tab. XI). Diese Differenzen zwischen den Wohnregionen in der Wertung der beruflichen Entwicklung für die Geburt eines Kindes sind nicht durch die Altersstruktur oder die Anzahl der bereits geborenen Kinder erklärbar; es lassen sich auch keine eindeutigen Beziehungen zum Bildungsabschluss und [Seite 83↓]der Erwerbstätigkeit der Frau erkennen.

Die Sorge, in Verbindung mit der Geburt eines Kindes die jetzige berufliche Stellung aufgeben oder einschränken zu müssen, hat für fast die Hälfte aller Befragten eine große (28,3 %) oder mittlere (17,5 %) Bedeutung hinsichtlich des Wunsches, aktuell kein (weiteres) Kind bekommen zu wollen; dieses Argument ist für nur 42,9 % der Frauen bedeutungslos (Tab. XI).

Differenziert nach dem Wohnsitz der Frau bestehen zwischen den Bezirken signifikante Unterschiede hinsichtlich der Wertung dieses Argumentes für das Fehlen eines aktuellen Kinderwunsches. So wird von den Befragten im Prenzlauer Berg (37,3 %), Köpenick (33,6 %) und Friedrichshain (30,5 %) überdurchschnittlich häufig dem Bestreben nach Aufrechterhaltung der beruflichen Stellung eine große Bedeutung beigemessen, in Mitte (29,9 %) und Hellersdorf (24,6 %) deutlich seltener. Während für nur 32,1 % der Frauen in Köpenick, 34,0 % im Prenzlauer Berg und 38,9 % im Friedrichshain dieser Grund keine Bedeutung hat, trifft das für 55,4 % der Befragten in Weißensee und 53,4 % in Köpenick zu (Tab. XI). Diese Abweichungen lassen sich nicht mit dem Bildungsgrad oder den Formen der Erwerbstätigkeit der Frau sowie dem Anteil der noch in Ausbildung befindlichen Probandinnen in den jeweiligen Bezirken erklären.

Angst vor Arbeitslosigkeit ist für mehr als die Hälfte der Frauen von großer (37,9 %) bzw. mittlerer (17,0 %) Bedeutung für ihre Haltung, kein Kind bekommen zu wollen; nur 34,1 % der Befragten messen diesem Grund keine Bedeutung für ihren aktuellen Kinderwunsch bei (Tab. XI). In den Ergebnissen spiegelt sich deutlich die Verunsicherung der Frauen nach der „Wende“ dahingehend wider, mit Geburt eines (weiteren) Kindes das Risiko zu erhöhen, gegen ihren Wunsch aus dem Erwerbsleben ausscheiden zu müssen. Ende der 80er Jahre waren in der DDR rund 90 % der Frauen erwerbstätig (MIETHE et al., 1990).

Zwar verminderte sich der Anteil der vollbeschäftigt tätigen Mütter mit steigender Kinderzahl, jedoch selbst von den Frauen in Ostdeutschland, die 1989 ein drittes oder weiteres Kind zur Welt brachten, waren mehr als 95 % berufstätig (FRITSCHE; SPEIGNER, 1992). In der Studie waren zum Zeitpunkt der Befragung (1990/91) 7,0 % der Frauen arbeitslos. Zwischenzeitlich hat sich sowohl die Arbeitslosigkeit insgesamt, als auch insbesondere die der Frauen drastisch erhöht und beträgt gegenwärtig (2000) rund 18 % der Erwerbsfähigen in den neuen Bundesländern.

Hinsichtlich der Bewertung von Arbeitslosigkeit als Grund, gegenwärtig kein Kind bekommen zu wollen, bestehen nach dem Wohnsitz der Frau signifikante Unterschiede. Überdurchschnittlich häufig wird von Frauen im Friedrichshain (43,5 %), Köpenick (42,5 %), Treptow (41,9 %) und Prenzlauer Berg (40,9 %) diesem Argument eine große Bedeutung beigemessen (Abb. 24). Hingegen hat nur für 29,2 % der Frauen in Weißensee, 29,4 % in Mitte und 31,9 % in Pankow eine mögliche oder bereits bestehende Arbeitslosigkeit einen hohen Stellenwert für den fehlenden aktuellen Kinderwunsch (Tab. XI). Dabei spielt der Anteil der zum Zeitpunkt der Befragung bereits arbeitslosen Probandinnen innerhalb der jeweiligen Wohnbezirke eine untergeordnete Rolle für deren Einschätzung von möglicher Arbeitslosigkeit als Hemmfaktor für die Entscheidung zum Kind.

Abb. 24: Anteil von Frauen, die ihrer Erwerbstätigkeit eine große Bedeutung dafür beimessen,
kein (weiteres) Kind bekommen zu wollen, nach dem Wohnsitz (Studie Frauen ´90)

7.4 Finanzielle Voraussetzungen und Wohnverhältnisse

Der Einfluss von finanziellen Voraussetzungen sowie entsprechender Wohnbedingungen auf den Wunsch der Frauen und Paare zur Geburt eines Kindes ist unbestritten. Offen bleibt jedoch, welches Gewicht diesen Inhalten für dessen Realisierung zukommt. So sind die Ergebnisse hinsichtlich des Stellenwerts von finanzieller Lage und Wohnbedingungen als Voraussetzung für die Entscheidung zur Geburt eines Kindes deutlich unterschiedlich bei Frauen, die sich zur Geburt oder zum Abbruch einer Schwangerschaft entscheiden (HENNING, 1984; FRITSCHE et al., 1992; HENNING, Gert; HENNING, Marion, 1992; IN-FRATEST EPIDEMIOLOGIE und GESUNDHEITSFORSCHUNG, 1994) und divergieren in Abhängigkeit von der sozialen Stellung der Frau (INFRATEST EPIDEMIOLOGIE und GESUNDHEITSFORSCHUNG, 1994). Weiterhin werden von Frauen in Ost- und Westdeutschland finanzielle und bestehende Wohnverhältnisse mit unterschiedlicher Wertigkeit als Voraussetzungen für die Geburt eines Kindes gewertet (INFRATEST EPIDEMIOLOGIE und GESUNDHEITSFORSCHUNG, 1994).

Auf die Frage nach den Gründen, warum in absehbarer Zeit seitens der Frauen kein Kind gewünscht wird, waren in der Studie zu diesen Inhalten folgende Antworten vorgegeben, die durch die Probandinnen hinsichtlich der jeweiligen Bedeutsamkeit für ihre aktuelle Entscheidung gegen die Geburt eines (weiteren) Kindes eingeschätzt werden sollten:

Rund zwei Drittel der betreffenden Befragten messen ihren finanziellen Voraussetzungen keine oder eine nur geringe Bedeutung bei. Dieser Anteil ist bei der Frage nach der finanziellen Einschränkung etwas höher (63,8 %) als bei der Auffassung, sich finanziell kein Kind leisten zu können (63,2 %). Für etwa jede fünfte Frau haben jedoch ungenügende finanzielle Bedingungen oder als solche individuell bewertete Einkommens- und Vermögensverhältnisse einen hohen Stellenwert für den fehlenden aktuellen Kinderwunsch. 18,1 % der Frauen geben an, dass eine mögliche finanzielle Einschränkung infolge der Geburt eines Kindes für sie eine [Seite 85↓]große Bedeutung habe, sich gegenwärtig kein Kind zu wünschen und 22,1 % der Probandinnen vertreten die Meinung, sich in absehbarer Zeit kein Kind leisten zu können (Tab. XII; Abb. 25).

Abb. 25: Anteil von Frauen, die ihrer finanziellen Situation und ungenügenden Wohnbedingungen eine große Bedeutung dafür beimessen, kein (weiteres) Kind bekommen zu wollen. Berlin-Ost insgesamt und ausgewählte Bezirke, Studie Frau ´90

Bei beiden Inhalten sind signifikante Unterschiede hinsichtlich der Wertung finanzieller Voraussetzungen für eine Entscheidung zum Kind in Abhängigkeit vom Wohnsitz der Frau zu beobachten. So messen fast die Hälfte der Probandinnen in Köpenick (42,7 %) einer möglichen finanziellen Einschränkung eine große Bedeutung dafür bei, sich innerhalb der nächsten Zeit kein Kind zu wünschen, und 32,9 % dieser Frauen meinen, sich finanziell kein Kind leisten zu können. Am zweithäufigsten wird von Befragten im Prenzlauer Berg finanziellen Voraussetzungen ein hoher Stellenwert für die Geburt eines (weiteren) Kindes beigemessen (26,8 % und 30,6 %), gefolgt von den Frauen im Friedrichshain (22,3 % und 29,0 %). Deutlich abweichend davon sind die Auffassungen vorwiegend in den Bezirken Mitte und Weißensee. Nur 8,2 % der Frauen in Mitte und 9,2 % der in Weißensee messen finanziellen Einschränkungen eine große Bedeutung für ihren fehlenden aktuellen Kinderwunsch bei und 15,5 % der Probandinnen in Mitte sowie 16,9 % in Weißensee geben an, sich ein (weiteres) Kind finanziell nicht leisten zu können.

Mit Ausnahme von Köpenick ist in allen Bezirken der Anteil der Frauen, die finanziellen Einschränkungen eine große Bedeutung beimessen, geringer als die Bedeutsamkeit von als ungenügend beurteilten finanziellen Voraussetzungen für den Wunsch nach einem Kind (Tab. XII).

Bezieht man zur Erklärung der regionalen Unterschiede hinsichtlich des Stellenwerts finanzieller Bedingungen für den aktuellen Kinderwunsch die Angaben der Probandinnen, differenziert nach dem Wohnsitz, zu ihrem Nettofamilieneinkommen, ihrer Beurteilung zur finanziellen Situation und die Einschätzung ihres Lebensstandards ein, sind keine eindeutigen Beziehungen zwischen der Bedeutsamkeit materieller Voraussetzungen für ein (weiteres) Kind und den jeweilig bestehenden Einkommensverhältnissen sowie der Selbstbewertung materieller Bedingungen durch die Frau feststellbar. Auch mit den unterschiedlichen Altersstrukturen, der bereits geborenen Kinderzahl sowie den Partnerschaftsformen sind diese Differenzen nicht erklärbar.


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Ungenügenden Wohnbedingungen wird von rund einem Drittel der betreffenden Frauen eine große (17,1 %) oder mittlere (18,6 %) Bedeutung dafür beigemessen, in absehbarer Zeit kein Kind bekommen zu wollen. Für fast die Hälfte der Probandinnen ist dieses Argument ohne Bedeutung (Tab. XII).

Auch hier bestehen zwischen den Bezirken signifikante Unterschiede hinsichtlich des Stellenwerts bestehender Wohnverhältnisse für den aktuellen Kinderwunsch der Frauen. Während in Köpenick für 32,1 % der Befragten ungenügende bzw. als ungünstig erachtete Wohnbedingungen von großer Bedeutung sind, gefolgt von 30,1 % im Prenzlauer Berg und 26,7 % im Friedrichshain, werden diese Inhalte von Frauen in Hohenschönhausen (13,1 %), Hellersdorf (13,01 %) und Marzahn (19,9 %) deutlich seltener als bedeutungsvoll für die Entscheidung zum Kind angesehen (Tab. XII; Abb. 25).

Die regionale Differenzierung bei der Bewertung von Wohnbedingungen für ein (weiteres) Kind zeigt keine eindeutigen Beziehungen zu der von den Probandinnen angegebenen Wohnsituation (eigene Wohnung, Wohnungsausstattung). Zwar ist beispielsweise in den Bezirken Friedrichshain und Prenzlauer Berg der Anteil der Frauen, die keine eigene Wohnung haben, deutlich geringer als in Hohenschönhausen oder Marzahn, jedoch der Ausstattungsgrad der Wohnungen (Innentoilette, Bad, Zentralheizung) häufiger ungenügend. Im Gegensatz dazu kann ein Zusammenhang zwischen der Wohnzufriedenheit und der Beurteilung der Wohnbedingungen für die Geburt eines Kindes innerhalb der jeweiligen Bezirke beobachtet werden. So sind beispielsweise in Hellersdorf nur 10,8 %, in Hohenschönhausen 12,8 % und in Marzahn 16,1 % der Befragten mit ihrer Wohnsituation ziemlich oder sehr unzufrieden, hingegen im Prenzlauer Berg 29,6 %, im Friedrichshain 25,6 % und in Köpenick 23,5 %. Der deutlich überhöhte Anteil von Frauen in Köpenick, die ihren bestehenden ungünstigen Wohnbedingungen eine große Bedeutung für ihren fehlenden Kinderwunsch beimessen, ist jedoch weder aus der objektiven Wohnsituation noch aus der subjektiven Wertung der Wohnverhältnisse erklärbar.

7.5 Lebensgestaltung und Kinderbetreuung

Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, die Verwirklichung individuell angestrebter Lebensinhalte und
-ziele sowie die aus Erwerbstätigkeit und Mutterschaft resultierenden Anforderungen und Belastungen werden häufig als Motivation für eine Geburtenbegrenzung und den Wunsch nach Schwangerschaftsabbruch genannt (GEISSLER, 1976; HENNING, 1984; LÖHR, 1991; FRITSCHE; SPEIGNER, 1992; HENNING und HENNING, 1992; SCHNEEWIND et al., 1992; NEBENFÜHR, 1995; POHL, 1995; HOLZER; MÜNZ, 1996; RICHTER, 1996; BEGENAU; HELFFERICH, 1997).

In der vorliegenden Studie sind wir diesen Inhalten bei Frauen einer Wohnbevölkerung nachgegangen, indem wir die Probandinnen veranlasst haben, für die entsprechenden Fragestellungen die jeweilige Bedeutung anzugeben, die diese für sie persönlich haben, in absehbarer Zeit kein Kind bekommen zu wollen. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit werden folgende Fragen analysiert:

Kein (weiteres) Kind, weil:

Einer Einschränkung ihrer Unabhängigkeit durch ein (weiteres) Kind messen 14,6 % der Befragten eine große Bedeutung für den Wunsch bei, in absehbarer Zeit kein Kind bekommen zu wollen, für mehr als die Hälfte der Frauen (52,5 %) ist dieses Argument jedoch ohne Bedeutung (Tab. XIII).

Zwischen den Bezirken bestehen hinsichtlich der dieser Bewertung statistisch gesicherten Unterschiede. Während im Prenzlauer Berg für 23,9 % und in Friedrichshain für 18,3 % der Befragten eine (weitere) [Seite 87↓]Einschränkung ihrer Unabhängigkeit von großer Bedeutung für ihren fehlenden aktuellen Kinderwunsch ist, sind es in Hellersdorf nur 11,4 % und in Köpenick 12,2 % der Frauen. Auffällig ist, dass der Anteil der Probandinnen, die diesem Inhalt keine Bedeutung beimessen, sowohl in Köpenick (36,0 %) wie auch im Prenzlauer Berg (38,3 %) deutlich unterrepräsentiert ist (Tab. XIII). Ursächlich für die Differenzen nach dem Wohnsitz der Frau, dürften weder Unterschiede in der Altersstruktur der Frauen, der Anzahl der bereits geborenen Kinder oder der Partnerschaftsformen sein. Vielmehr kann vermutet werden, dass sich hierin abweichenden Formen von Lebensinhalten und -weisen in unterschiedlichen Regionen von Berlin-Ost reflektieren.

Bemerkenswert ist, dass nur für 2,6 % der Befragten eine möglicherweise Aufgabe von Hobbies von großer Bedeutung ist, sich (jetzt) kein Kind zu wünschen. Für 82,8 % der Probandinnen ist dieses Argument gegen ein Kind bedeutungslos (Tab. XIII).

Die auch hierbei zwischen den Bezirken statistisch gesicherten Unterschiede lassen eine deutliche Abweichung von der durchschnittlichen Verteilung insbesondere in Prenzlauer Berg erkennen. Hier messen 10,5 % der Frauen einer Einschränkung von Hobbys eine große Bedeutung bei, kein (weiteres) Kind zu wünschen und nur 67,5 % der Befragten sehen diese Begründung als bedeutungslos für ihre Entscheidung an (Tab. XIII).

Eine mögliche Fremdbetreuung des Kindes stellt eine der Voraussetzungen dar, einen Spielraum in der persönlichen Lebensgestaltung zu haben und trotz Mutterschaft sowohl einer Erwerbstätigkeit wie auch spezifischen Interessen und Hobbys nachgehen zu können. In der Studie wurden diese Inhalte auf die Frage begrenzt, welche Bedeutung die Probandinnen einer Absicherung der Kinderbetreuung in den ersten Lebensjahren für ihren fehlenden aktuellen Kinderwunsch beimessen.

Fast die Hälfte der Frauen (47,3 %) messen der nicht gesicherten Betreuung eines Kindes innerhalb der ersten drei Lebensjahre durch eine Kindertagesstätte keine Bedeutung dafür bei, sich (gegenwärtig) kein Kind zu wünschen, für 17,1 % der Befragten hat die Sorge vor Betreuungsdefiziten einen hohen Stellenwert bezüglich ihrer Entscheidung für ein Kind (Tab. XIII).

Hinsichtlich der Bewertung dieser Inhalte bestehen nach dem Wohnsitz der Probandinnen signifikante Unterschiede derart, dass in Hellersdorf der Anteil der Frauen, die diesem Argument einen hohen Stellenwert einräumen, besonders hoch ist (23,3 %), in Köpenick sich hingegen die Auffassungen der Befragten deutlicher differenzieren mit Schwerpunkt der Zuordnung auf eine mittlere Bedeutung (41,3 % im Vergleich zu 18,6 % im Durchschnitt). Im Gegensatz zu den vorangegangenen Inhalten entspricht die Einschätzung mangelnder Kinderbetreuung als Argument gegen ein (weiteres) Kind im Bezirk Prenzlauer Berg in etwa den Durchschnittswerten für Berlin-Ost (Tab. XIII).

7.6 Belastung und Gesundheit

Reale physische und psychische Belastungen und/oder als solche reflektierte überdurchschnittliche Anforderungen durch Beruf und Familie werden häufig als Motivationen genannt, die Familiengröße zu begrenzen und bei einer bereits bestehenden Schwangerschaft, diese nicht austragen zu wollen (HENNING, 1984; NEBENFÜHR, 1995; HOLZER; MÜNZ, 1996).

In der vorliegenden Studie wurden die Probandinnen befragt, welchen Stellenwert sie einer bestehenden Belastung durch die täglichen Pflichten sowie Einschränkungen der persönlichen Gesundheit sowie der Gesundheit des Partners für ihren Wunsch, in absehbarer Zeit kein Kind bekommen zu wollen, einzuräumen.

21,9 % der Frauen ohne aktuellen Kinderwunsch sehen ihre gegenwärtige Belastung durch tägliche Pflichten [Seite 88↓]als sehr bedeutsam an, dafür, diese nicht durch die Geburt eines (weiteren) Kindes vergrößern zu wollen; für 42,2 % der Befragten hat dieses Argument keinen Stellenwert (Tab. XIV).

Zwischen dem Wohnsitz der Frauen und ihrer Bewertung der Belastung bei der Entscheidung zum Kind bestehen statistisch gesicherte Unterschiede. Erklärbar mit der Altersstruktur und der Anzahl der bereits geborenen Kinder ist in Marzahn der Anteil der Frauen, die diesem Argument eine große Bedeutung beimessen, mit 27,4 % besonders hoch. Noch häufiger wird jedoch von Probandinnen in Köpenick angegeben (35,7 %), dass eine bestehende Be- und Überlastung ein Grund dafür sei, keinen Kinderwunsch zu haben. Darüber hinaus ist besonders auffällig, dass die Befragten in Weißensee deutlich seltener der Belastung durch die täglichen Pflichten als Begründung für ihren fehlenden Kinderwunsch angeben (Tab. XIV; Abb. 26).

Eine Einschränkung der eigenen Gesundheit ist nur für rund ein Viertel der Frauen (26,4 %) bedeutsam für ihre Entscheidung gegen ein Kind, davon nur für 11,8 % von großer Bedeutung (Tab. XIV).

Die zwischen den Bezirken bestehenden signifikanten Unterschiede hinsichtlich der Wertung gesundheitlicher Einschränkungen für den Wunsch nach Geburt eines Kindes (Abb. 26) sind vorwiegend in der Altersstruktur der Befragten begründet. Am häufigsten wird von den Frauen in Marzahn einer beeinträchtigten gesundheitlichen Verfassung eine große Bedeutung für den fehlenden Kinderwunsch beigemessen (17,2 %), am seltensten von den Befragten in Köpenick (3,6 %) und Weißensee (7,7 %). Der geringe Stellenwert der eigenen Gesundheit bei der Argumentation gegen die Geburt eines Kindes (Tab. XIV; Abb. 26) kann damit erklärt werden, dass der überwiegende Teil der Frauen, entsprechend ihrem Alter, (noch) keine wesentlichen körperlichen Beeinträchtigungen hat.

Abb. 26: Anteil der Frauen, die ihren täglichen Belastungen durch Beruf und Familie sowie ihrer Einschränkung der Gesundheit eine große Bedeutung dafür beimessen, kein (weiteres) Kind bekommen zu wollen nach dem Wohnsitz, Studie Frau ´90

Die Gesundheit des Partners ist nur für wenige Frauen (3,7 %) hinsichtlich ihres Wunsches nach einem (weiteren) Kind von großer Bedeutung, für 89,1 % der Probandinnen hingegen bedeutungslos. Neben den für die Frauen zutreffenden Erklärungsmodellen, insbesondere den Altersgang von gesundheitlichen Störungen, wird jedoch offensichtlich, dass für die Entscheidung zu einem (weiteren) Kind die Beurteilung des eigenen eingeschränkten Gesundheitszustandes wesentlicher als gesundheitliche Beeinträchtigungen des Partners ist (Tab. XIV).

Die zwischen den Bezirken bestehenden signifikanten Unterschiede hinsichtlich des Stellenwertes der [Seite 89↓]Gesundheit des Partners für einen fehlenden Kinderwunsch der Frau legen die Vermutung nahe, dass hierbei vorwiegend altersstrukturelle Unterschiede ursächlich sind. So wird beispielsweise von den Befragten in Marzahn überdurchschnittlich häufig eine eingeschränkte Gesundheit des Partners als Begründung für fehlenden Kinderwunsch genannt, von den Frauen in Köpenick und Weißensee hingegen die Bedeutsamkeit dieses Argumentes völlig verneint (Tab. XIV).


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13.08.2004