von Münster, Thomas: Der Einfluss der Körperposition auf die zerebrale venöse Drainage. Eine duplexsonographische Untersuchung der Vena jugularis interna und Vena vertebralis

17

Kapitel 4. Ergebnisse

4.1 Untersuchte Probanden

Das Untersuchungskollektiv aus insgesamt 23 Personen (12 weiblich, 11 männlich) hatte ein Durchschnittsalter von 25 ± 3 Jahren (s. Tabelle 4.1). Ein signifikanter Altersunterschied zwischen den Geschlechtern bestand nicht. Vor Beginn der Untersuchung wurden die Vitalparameter Blutdruck und Herzfrequenz im Liegen gemessen. Nach Ende der Untersuchung wurden die Vitalparameter nochmals im Stehen kontrolliert. Der arterielle Mitteldruck (MAP) vor und nach der Untersuchung war identisch (84 ± 5 mmHg vs. 84 ± 5 mmHg). Auch die mittlere Herzfrequenz unterschied sich mit 64 ± 6 min -1 vor und 70 ± 11 min -1 nach der Messung nicht signifikant von einander. Keiner der Probanden hatte hypertone Blutdruckwerte (>140/90). Eine Probandin entwickelte beim Aufrichten eine asymptomatische Tachykardie. Eine weitere Probandin drohte beim Aufrichten des Tisches in die 45°-Position zu kollabieren. Die Untersuchung konnte nach einer kurzen Unterbrechung weitergeführt werden

Tabelle 4.1: Alter, mittlerer arterieller Blutdruck (MAP) und Herzfrequenz in der 0°-und 90°-Position. Herzfrequenz und Blutdruck unterschieden sich in beiden Positionen nicht signifikant voneinander.

 

 

Gesamt (n = 23)

Frauen (n = 12)

Männer (n = 11)

Alter (Jahre)

 

25 ± 3 (19-31)

23 ± 2 (19-25)

27 ± 2 (24-31)

Herzfrequenz (min )

64 ± 6

65 ± 6

63 ± 6

90°

70 ± 11

71 ± 14

62 ± 20

MAP (mmHg)

84 ± 5

82 ± 3

87 ± 4

90°

84 ± 5

83 ± 4

86 ± 5

Angaben als Mittelwerte ± einfache Standardabweichung, Median [ ], Spannweite ( ) in Klammern.

4.2 Untersuchungsergebnisse venöser Gefäße

4.2.1 Vena jugularis interna

4.2.1.1 Querschnittsfläche der Vena jugularis interna

Die mittlere Querschnittsfläche beider Vv. jugulares internae fiel mit zunehmend aufrechter Körperposition signifikant ab (p<0,0001) (s. Tabelle 4.2 und Abbildung 4.1). In Kopftieflage konnte bei allen 23 Probanden die maximale, im Stehen die individuell geringste Querschnittsfläche gemessen werden. Die mittlere Gesamtquerschnittsfläche in Kopftieflage betrug 153 ± 52 mm2 (Spannweite: 57-270 mm2), wobei die Querschnittsfläche der rechten V. jugularis interna mit 92 ± 36 mm2 (SW: 23-160 mm2) größer war als auf der Gegenseite mit 61 ± 32 mm2 (SW: 22-132 mm2). In horizontaler Lagerung (0°) betrug die mittlere Gesamtquerschnittsfläche 106 ± 37 mm2 (SW: 29-213 mm2). Wie auch in Kopftieflage war die rechte V. jugularis interna größer als die Gegenseite. Im Stehen betrug die Gesamtquerschnittsfläche 17 ± 8 mm2 (SW: 0-30 mm2), die Querschnittsfläche 8 ± 5 mm2 (SW: 0-17 mm2) auf der rechten und 9 ± 6 mm2 (SW: 0-22 mm2) auf der linken Seite. In keiner der Positionen unterschieden sich die beiden Seiten jedoch signifikant voneinander.


18

Tabelle 4.2: Querschnittsfläche der V. jugularis interna (VJI) in Abhängigkeit von der Körperposition.

 

- 15°

15°

30°

45°

90°

Rechte VJI

92 ± 36 [95]

61 ± 22 [60]

32 ± 18 [29]

31 ± 19 [27]

23 ± 14 [22]

8 ± 5 [8]

(mm2)

(23-160)

(18-109)

(10-76)

(0-82)

(0-50)

(0-17)

Linke VJI

62 ± 32 [51]

46 ± 25 [45]

25 ± 15 [22]

20 ± 14 [16]

14 ± 10 [14]

9 ± 6 [8]

(mm2)

(23-132)

(10-120)

(5-56)

(2-56)

(0-34)

(0-22)

Beide VJI

153 ± 52 [147]

106 ± 37 [108]

57 ± 25 [51]

51 ± 24 [46]

37 ± 18 [36]

17± 8 [17]

(mm2)

(57-270)

(29-213)

(18-102)

(16-94)

(8-68)

(0-30)

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.

Abbildung 4.1: Dargestellt ist die Querschnittsfläche und die Gesamtquerschnittsfläche ± einfacher Standardabweichung der V. jugularis interna (VJI).

Die Reduktion der Querschnittsfläche verlief nicht linear. Der stärkste Rückgang der Gesamtquerschnittsfläche war in den Positionen -15° bis 15° zu verzeichnen. In der Horizontalen reduzierte sich der Gesamtquerschnitt um 47 mm2 auf 69 % des Ausgangswertes in Kopftieflage. In der 15°-Position reduzierte sich die Fläche nochmals um 49 mm2 auf 37% der Fläche in Kopftieflage. In der 30°- und 45°-Position fiel die Gesamtquerschnittsfläche auf 33% und 24% des Ausgangswertes. Der Übergang von 45° auf 90° führte nochmals zu einer Abnahme der Gesamtquerschnittsfläche um 20 mm2 auf 11 % der Gesamtquerschnittsfläche in Kopftieflage. Die Neigung des Tisches wurde zwischen 45° und 90° jedoch nicht wie vorher um 15°, sondern um 45° verändert. Die 30°-Lagerung führte bei einem Probanden rechtsseitig zu einem vollständigen Kollaps des Gefäßlumens. In der 45°-Position kam es bei einer weiteren Person linksseitig zum Kollaps. Im Stehen stellte sich bei insgesamt 2 Probanden ein Kollaps beider Vv. jugulares internae dar. Bei vier Personen ließ sich einseitig kein Gefäßlumen mehr nachweisen. Je zur Hälfte war die linke oder die rechte Seite kollabiert.


19

4.2.1.2 Seitendominanz des Gefäßkalibers der Vena jugularis interna

In Kopftieflage und in der Horizontalen war die Querschnittsfläche der rechten V. jugularis interna größer als auf der Gegenseite. Die Unterschiede erreichten jedoch kein signifikantes Niveau (p>0,05). In Kopftieflage zeigte sich bei 13 von 23 Probanden (57%) eine rechtsdominante Drainage über die V. jugularis interna. Acht Personen (35%) wiesen eine annähernd seitengleiche Drainage auf. Eine Linksseitendominanz der V. jugularis interna fand sich lediglich in 2 Fällen (9%). Mit zunehmend aufrechter Position glich sich die Seitendominanz aus. In der Horizontalen fand sich in 9 Fällen (39%) ein ausgeglichenes Seitenverhältnis, zehnmal (43%) eine Rechtsdominanz und in 4 Fällen (17%) eine linksbetonte Drainage. In der Vertikalen ließ sich keine Seitendifferenz mehr nachweisen. Als dominant gewertet wurde eine Differenz von mehr als einem Drittel der mittleren Querschnittsfläche des Gefäßes in der jeweiligen Position.

4.2.1.3 Konfiguration der Vena jugularis interna im Querschnitt

Die V. jugularis interna hatte in Kopftieflage ein kreisrundes Profil. Beim Aufrichten nahm das Gefäß ein ovales Profil an. Der lange Durchmesser des Ovals verlief dabei parallel zur darüberliegenden Haut. Im präkollaptischen Zustand nahm die Vene einen schlitzförmigen Querschnitt an.

4.2.1.4 Flussgeschwindigkeit der Vena jugularis interna

Die mittlere Flussgeschwindigkeit Vtav in der V. jugularis interna variierte in verschiedenen Körperpositionen (s. Tabelle 4.3 und Abbildung 4.2) In zunehmend aufrechter Position nahm die Standardabweichung deutlich zu. In Kopftieflage betrug Vtav rechtsseitig 10,7 ± 5,2 cm/s (Spannweite: 3-28 cm/s) und 7,9 ± 3,6 cm/s (SW: 1-18 cm/s) auf der Gegenseite. In der Vertikalen lag Vtav rechtsseitig bei 12,9 ± 19,7 cm/s (SW: 0-77 cm/s) und linksseitig auf 3,8 ± 5,8 cm/s (SW: 0-23 cm/s) an. Im Seitenvergleich lag Vtav rechtsseitig durchgehend etwas höher als auf der Gegenseite. In Kopftieflage ließ sich bei allen Probanden ein Fluss in der V. jugularis interna detektieren. Beim Aufrichten konnte in einer zunehmenden Anzahl von Gefäßen kein Flusssignal nachgewiesen werden (s. Tabelle 4.4). In der Horizontalen war bei einer Person beidseitig und bei einer weiteren Person rechtsseitig kein Flusssignal nachzuweisen. In der 15°-Position konnte bei zwei Personen beidseitig, neunmal auf der linken und einmal auf der rechten Seite kein Flusssignal nachgewiesen werden.

Tabelle 4.3: Flussgeschwindigkeit Vtav in der V. jugularis interna (VJI) in Abhängigkeit von der Körperposition.

 

-15°

15°

30°

45°

90°

rechte VJI

11 ± 5 [10]

12 ± 7 [11]

6 ± 5 [6]

10 ± 20 [3]

6 ± 8 [1]

13 ± 20 [0]

(cm/s)

(3-28)

(0-29)

(0-23)

(0-94)

(0-33)

(0-77)

linke VJI

8 ± 4 [8]

9 ± 7 [9]

2 ± 4 [6]

2 ± 4 [3]

2 ± 5 [1]

4 ± 6 [0]

(cm/s)

(1-18)

(0-34)

(0-18)

(0-19)

(0-24)

(0-23)

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.

In der 30°-Position fand sich fünfmal beidseitig, neunmal linksseitig und einmal rechtsseitig ein Flussabbruch. In der 45°-Position konnte siebenmal beidseitig, neunmal linksseitig und zweimal rechtsseitig kein Dopplerflusssignal nachgewiesen werden. In der Vertikalen fand sich in 23 von 46 untersuchten Gefäßen (50%) kein Fluss. Bei 9 Personen (39%) konnte beidseitig kein Flusssignal nachgewiesen werden. Bei 2 Probanden zeigte sich auf der linken Seite und bei drei weiteren auf der rechten Seite kein Flusssignal. Gefäße die im Stehen noch ein Lumen aufwiesen, zeichneten sich durch hohe Flussgeschwindigkeiten aus. Gefäße ohne Fluss waren in der Regel kollabiert. In 9 Fällen (39%) zeigte sich jedoch trotz Flussabbruch weiterhin eine abgrenzbare Gefäßquerschnittsfläche. Bei 6 dieser Probanden war dies doppelseitig der Fall, bei 2 Personen nur auf der rechten und bei einer Person nur linksseitig der Fall.


20

Tabelle 4.4: Anzahl der Vv jugulares internae (VJI) in denen sich kein Flusssignal nachweisen ließ.

 

-15°

15°

30°

45°

90°

rechte VJI ohne Flusssignal (n)

0

1

1

1

2

3

linke VJI ohne Flusssignal (n)

0

0

9

9

9

2

beide VJI ohne Flusssignal (n)

0

1

2

5

7

9

Anzahl Gefäße ohne Flusssignal (n)

0

3

14

20

25

23

Anteil der VJI mit Flusssignal (%)

100

93

70

56

46

50

Abbildung 4.2: Flussgeschwindigkeit Vtav der V. jugularis interna (VJI) in verschiedenen Körperpositionen.

4.2.1.5 Blutfluss der Vena jugularis interna

Tabelle 4.5 und Abbildung 4.3 zeigen die Ergebnisse der Blutflussmessung im Überblick. Der Gesamtblutfluss der Vv. jugulares internae reduzierte sich signifikant von 810 ± 360 ml/min (Spannweite: 230-1580 ml/min) in Kopftieflage auf einen Wert von 70 ± 100 ml/min (SW: 0-290 ml/min) im Stehen (p<0,0001). Gegenüber der Kopftieflage fiel der Gesamtblutfluss in der Horizontalen auf 700 ± 270 ml/min (SW: 0-1230 ml/min) ab, wovon 450 ± 250 (SW: 0-1040 ml/min) auf die rechte und 240 ± 180 ml/min (SW: 0-720 ml/min) auf die linke V. jugularis interna entfielen. Bei einem Probanden konnte in dieser, wie auch den steileren Positionen beidseitig kein Blutfluss nachgewiesen werden. In der 15°-, 30°- und 45°-Position nahm der Blutfluss weiter ab. Im Stehen erreichte der Blutfluss mit 50 ± 75 ml/min (SW: 0-230 ml/min) auf der rechten Seite, gegenüber 20 ± 35 ml/min (SW: 0-140 ml/min) auf der linken Seite, seinen minimalen Wert, der Gesamtblutfluss lag bei 70 ± 100 ml/min (SW: 0-290 ml/min).


21

Tabelle 4.5: Ergebnisse der Blutflussmessung in der V. jugularis interna (VJI).

 

-15°

15°

30°

45°

90°

rechte VJI

530±275 [590]

450±250 [450]

120±125 [70]

120±195 [30]

90±135 [20]

50±75 [0]

(ml/min)

(80-1000)

(0-1040)

(0-460)

(0-750)

(0-510)

(0-230)

linke VJI

280±175 [200]

240±175 [250]

30±45 [10]

20±50 [0]

20±30 [0]

20±35 [10]

(ml/min)

(30-680)

(0-720)

(0-160)

(0-180)

(0-100)

(0-140)

Gesamt

810±365 [850]

700±265 [690]

150±125 [130]

140±205 [50]

110±150 [40]

70±100 [20]

(ml/min)

(230-1580)

(0-1230)

(0-480)

(0-750)

(0-610)

(0-290)

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.

In allen Positionen lag der Blutfluss auf der rechten Seite höher als auf der Gegenseite. Mit abnehmender Nachweisrate eines Dopplerflusssignals ging auch die Nachweisrate des Blutflusses von 100% in Kopftieflage mit zunehmend aufrechter Körperposition deutlich zurück (s. Tabelle 4.6). In der Horizontalen konnte in 43 Gefäßen (94%) ein Blutfluss nachgewiesen werden. Bei einem Probanden konnte beidseitig und bei einem weiteren auf der rechten Seite kein Fluss detektiert werden. In der 15°-Position ließ sich in 32 Gefäßen (70%) ein Blutfluss nachweisen. In zwei Fällen waren beide Vv. jugulares internae betroffen, neunmal die linke und einmal die rechte V. jugularis interna. In der 30°-Position ließ sich in 23 Gefäßen (50%) ein Blutfluss nachweisen, bei 6 doppelseitig, 10 nur linksseitig und einem rechtsseitig betroffenen Probanden. In der 45°-Position konnte in 20 Gefäßen (43%) ein Blutfluss nachgewiesen werden. Sieben Probanden waren beidseitig betroffen, 10 nur auf der linken und 2 weitere nur auf der rechten Seite. Im Stehen wiesen 50% der Gefäße einen Blutfluss auf. Bei 9 Versuchspersonen (40%) konnte im Stehen in beiden Vv. jugulares internae kein Blutfluss nachgewiesen werden. Bei 5 weiteren Personen (22%) konnte im Stehen einseitig kein Fluss ermittelt werden.

Tabelle 4.6: Anzahl der Vv. jugulares internae (VJI) in denen kein Blutfluss nachweisbar war

 

-15°

15°

30°

45°

90°

rechte VJI ohne Blutfluss (n)

0

1

1

1

2

3

linke VJI ohne Blutfluss (n)

0

0

9

10

10

2

beidseitig ohne Blutfluss (n)

0

1

2

6

7

9

Gesamtanzahl Gefäße ohne Blutfluss (n)

0

3

14

23

26

23

Gefäße ohne nachweisbaren Blutfluss (%)

100

94

70

50

43

50


22

Abbildung 4.3: Blutfluss der V. jugularis interna (VJI) in verschiedenen Körperpositionen

4.2.2 Vena vertebralis

4.2.2.1 Querschnittsfläche der Vena vertebralis

Tabelle 4.7 und Abbildung 4.4 fassen die Messergebnisse zusammen. Die mittlere Querschnittsfläche beider Vv. vertebrales war im Stehen signifikant größer als in Kopftieflage (p=0,0008). Die Seitenunterschiede erreichten in keiner der Positionen ein signifikantes Niveau.

Tabelle 4.7: Mittlere Querschnittsfläche der V. vertebralis (VV), sowie die addierte Gesamtquerschnittsfläche beider Gefäße in Abhängigkeit von der Körperposition.

 

-15°

15°

30°

45°

90°

rechte VV

4,8±1,8 [4,9]

5,4±1,5 [4,9]

5,8±1,7 [6,1]

5,7±1,8 [5,7]

6±1,2 [5,7]

6,5±2,8 [5,7]

(mm2)

(2,1-9,3)

(2,9-8,4)

(2,9-8,4)

(1,9-10,5)

(3,5-7,4)

(2,3-16,7)

linke VV

4,3±1,6 [4,2]

5,2±1,6 [4,9]

5,1±1,3 [4,9]

5,3±1,9 [4,9]

5,7±2,0 [5,7]

5,4±1,5 [4,9]

(mm2)

(1,9-8,4)

(2,3-8,6)

(2,9-7,4)

(2,9-9)

(2,3-9,4)

(1,9-8,6)

beide VV

9,1±2,8 [9,9]

10,6±2,8 [9,9]

10,9±2,5 [10,8]

11±3,2 [10]

11,6±2,5 [11,4]

11,9±3,6 [11,4]

(mm2)

(4,1-13,3)

(5,8-16,5)

(6,4-15,8)

(6,4-17,9)

(5,8-15,8)

(6,8-25,3)

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.

Die mittlere Gesamtquerschnittsfläche beider Vv. vertebrales vergrößerte sich von 9,1 ± 2,8 mm2 (Spannweite: 4,1-13,3 mm2) als Ausgangswert in Kopftieflage auf einen Wert von 11,9 ± 3,6 mm2 (SW: 6,8-25,3 mm2) in der vertikalen Position (p= 0,0122). Die mittlere Querschnittsfläche der V. vertebralis bei -15° betrug 4,8 ± 1,8 mm2 (SW: 2,1-9,3 mm2) auf der rechten Seite, 4,3 ± 1,6 mm2 (SW: 1,9-8,4 mm2) auf der linken Seite. Beim Aufrichten stieg die Querschnittsfläche des Gefäßes kontinuierlich an. In der 90°-Position betrug die mittlere Querschnittsfläche rechtsseitig 6,5 ± 2,8 mm2 (SW: 2,3-16,7mm2) und 5,4 ± 1,5 mm2 (SW: 1,9-8,6 mm2) auf der linken Seite.


23

Abbildung 4.4: Querschnittsfläche der V. vertebralis (VV) in Abhängigkeit von der Körperposition.

4.2.2.2 Blutflussgeschwindigkeit der Vena vertebralis

In Tabelle 4.8 und Abbildung 4.5 sind die Untersuchungsergebnisse zusammengestellt. Die Blutflussgeschwindigkeit der Vv. vertebrales stieg beim Aufrichten aus Kopftieflage in die stehende Position deutlich an (p<0,0001). In Kopftieflage wurde mit 4,0 ± 3,0 cm/s (SW: 0-12 cm/s) auf der rechten und 3,4 ± 2,7 cm/s (SW: 0-10 cm/s) auf der linken Seite die minimale Flussgeschwindigkeit gemessen. In zunehmend aufrechter Position stieg Vtav kontinuierlich an. In der Vertikalen erreichte die Blutflussgeschwindigkeit mit 32,2 ± 13,7 cm/s (SW: 9-66 cm/s), bzw. 23,7 ± 11,8 cm/s (SW: 7-49 cm/s) das achtfache des Ausgangswertes.

Tabelle 4.8: Blutflussgeschwindigkeit Vtav der V. vertebralis (VV) in Abhängigkeit von der Körperposition.

 

-15°

15°

30°

45°

90°

rechte VV

4±3 [3]

7,7±5,3 [7]

17,2±9,2 [15]

20,7±13,1 [15]

20,0±11,9 [20]

32,2±13,7 [32]

(cm/s)

(0-12)

(0-24)

(2-38)

(3-49)

(3-48)

(9-66)

linke VV

3,4±2,7 [3]

4,3±2,7 [4]

10,2±8,4 [8]

12,8±8,8 [12]

17,0±13 [13]

23,7±11,8 [27]

(cm/s)

(0-10)

(0-10)

(1-34)

(2-35)

(3-59)

(7-49)

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.


24

Abbildung 4.5: Blutflussgeschwindigkeit Vtav der V. vertebralis (VV) in Abhängigkeit von der Körperposition.

4.2.2.3 Flussprofil

Aufgrund der sehr unterschiedlichen Flussprofilmuster in der V. vertebralis wurden diese hinsichtlich der Lageabhängigkeit separat ausgewertet. Drei unterschiedliche Flussprofile konnten in der V. vertebralis beobachtet werden.

  1. Diskontinuierliches Profil mit variablen Phasen ohne Flusssignal
  2. Kontinuierlich pulsatiles Flussprofil
  3. Bandförmiges Flussprofil

In Kopftieflage überwog ein diskontinuierliches Flussprofil mit variablen Phasen ohne Fluss. In zunehmend aufrechter Position kam es zu einem Überwiegen des bandförmigen Flussprofils. Tabelle 4.10 fasst die Häufigkeit der verschiedenen Flussprofile in der V. vertebralis zusammen. Bei -15° fand sich in 42 von 46 untersuchten Gefäßen (91%) ein diskontinuierliches Profil mit variablen Phasen ohne Flusssignal. In 4 Gefäßen (9%) zeigte sich ein kontinuierliches pulsatiles Signal. In der Horizontalen lag noch in 28 Gefäßen (61%) ein diskontinuierliches Profil vor, während in 16 Gefäßen (35%) bereits ein pulsatiles Signal vorlag. In 2 Venen (4%) konnte ein bandförmiges Flusssignal nachgewiesen werden. Bei 15° zeigten noch 2 Gefäße (4%) ein diskontinuierliches Signal, 26 Gefäße (57%) ein kontinuierlich pulsatiles Signal und 18 (39%) ein bandförmiges Signal. In den Positionen 30° und 45° zeigten 2 Gefäße (4%) ein kontinuierlich pulsatiles Signal, 44 (96%) Gefäße ein bandförmiges Signal. In der Vertikalen bestand in allen 46 Vv. vertebrales (100%) ein bandförmiges Flusssignal.

Tabelle 4.9: Häufigkeit verschiedener Flussprofile in der V. vertebralis in zunehmend aufrechter Position.

 

-15°

15°

30°

45°

90°

diskontinuierliches Flussprofil (n)

42 (91%)

28 (61%)

2 (4%)

0

0

0

kontinuierlich pulsatiler Fluss (n)

4 (9%)

16 (35%)

26 (57%)

2 (4%)

2 (4%)

0

bandförmiges Flussprofil (n)

0

2 (4%)

18 (39%)

44 (96%)

44 (96%)

46 (100%)


25

4.2.2.4 Blutfluss der Vena vertebralis

Tabelle 4.10 und Abbildung 4.6 stellen die Ergebnisse der Blutflussmessung in der V. vertebralis vor. Der Blutfluss beider Vv. vertebrales stieg in zunehmend aufrechter Position kontinuierlich an. (p<0,0001) In Kopftieflage lag der Blutfluss am niedrigsten. Gemeinsam transportierten beide Gefäße 20 ± 14 ml/min (Spannweite: 0-50 ml/min). Beide Seiten waren mit jeweils 10 ml/min daran beteiligt. Im Stehen erreichte der Gesamtblutfluss mit 210 ± 120 ml/min ein Maximum (SW: 60-560 ml/min).

Tabelle 4.10: Blutfluss der V. vertebralis (VV) in Abhängigkeit von der Körperposition.

 

- 15°

15°

30°

45°

90°

rechte VV

(ml/min)

10±13 [10]

(0-50)

30±16 [20]

(0-60)

60±40 [50]

(0-170)

70±50 [60]

(0-160)

70±40 [70]

(10-160)

140±80 [130]

(20-350)

linke VV

(ml/min)

10±6 [10]

(0-20)

10±10 [10]

(0-30)

30± 30 [20]

(0-120)

40±40 [40]

(0-160)

60±50 [40]

(10-200)

80±50 [80]

(10-210)

beide VV

(ml/min)

20±15 [20]

(0-50)

40±20 [40]

(10-80)

90±60 [80]

(10-290)

110±70 [120]

(10-270)

130±70 [120]

(20-290)

210±120 [200]

(60-560)

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.

Abbildung 4.6: Blutfluss und Gesamtblutfluss der V. vertebralis (VV) in verschiedenen Körperpositionen.

4.2.3 Zerebralvenöser Gesamtblutfluss

Tabelle 4.11 und Abbildung 4.7 fassen die Untersuchungsergebnisse zusammen. Der venöse Rückstrom von V. jugularis interna und V. vertebralis nahm in zunehmend aufrechter Körperposition ab (p<0,0001). In Kopftieflage erreichte der erfasste venöse Rückstrom mit 830 ± 370 ml/min (SW: 230-1590 ml/min) ein Maximum. Der Anteil der V. jugularis interna mit 810 ± 365 ml/min (SW: 230-1580 ml/min) betrug 98%. In zunehmend aufrechter Lagerung fiel der gemessene gesamtvenöse Rückstrom um 65% bis auf 290 ± 140 ml/min (SW: 70-630 ml/min) in der Vertikalen ab


26

.

Tabelle 4.11: Anteil der V. jugularis interna (VJI) und der V. vertebralis (VV) an der zerebralen venösen Drainage. Die Angaben in Prozent beziehen sich auf den Blutfluss in der Horizontalen.

 

-15°

15°

30°

45°

90°

Blutfluss VJI

810±365

700±265

150±125

140±205

110±150

70±100

[850]

[690]

[130]

[50]

[40]

[20]

(ml/min)

(230-1580)

(0-1230)

(0-480)

(0-750)

(0-610)

(0-290)

Blutfluss VV

20±15 [20]

40±20 [40]

90±60 [80]

110±70 [120]

130±70 [120]

210±120 [200]

(ml/min)

(0-50)

(10-80)

(10-290)

(10-270)

(20-290)

(60-560)

venöser Rück

830±370 [860]

740±260 [720]

240±130 [220]

250±200 [210]

240±140 [220]

280±140 [280]

strom (ml/min)

(230-1590)

(60-1270)

(70-490)

(20-890)

(50-730)

(70-630)

%-Anteil der VJI*

110

96

20

19

15

9

%-Anteil der VV*

3

4

12

15

18

28

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.
* bezogen auf die der gesamtvenöse Drainage in 0°

Zurückzuführen war dies auf die deutliche Abnahme des Blutflusses in der V. jugularis interna, von 810 ± 365 ml/min (SW: 230-1580 ml/min) in Kopftieflage auf 70 ± 100 ml/min (SW: 0-290 ml/min) im Stehen. Im Gegensatz dazu stieg der Blutfluss der V. vertebralis um das Zehnfache, von 20 ± 15 ml/min (SW: 0-50 ml/min) auf 210 ± 120 ml/min (SW: 60-560 ml/min). In der Horizontalen drainierte die V. jugularis interna 96% des Gesamtblutflusses. Ihr Anteil bezogen auf den Gesamtblutfluss in der Horizontalen reduzierte sich in der 15°-Position auf 20%, bei 30° auf 19%, weiter auf 15% in der 45°-Position bis auf 9% in der Vertikalen. Der Anteil der V. vertebralis am Gesamtblutfluss nahm von 4% in der Waagerechten auf 28% im Stehen zu.

Abbildung 4.7: Anteil von V. jugularis interna (VJI) und V. vertebralis (VV) an der erfassten zerebralen venösen Drainage.


27

4.3 Untersuchungsergebnisse arterieller Gefäße

4.3.1 Arteria carotis interna

Die Untersuchungsergebnisse der A. carotis interna sind in Tabelle 4.12 zusammengefasst.

4.3.1.1 Durchmesser der Arteria carotis interna

Der mittlere Durchmesser der A. carotis interna unterschied sich mit 5,4 ± 0,6 mm (Spannweite: 3,7-6,7 mm) auf der rechten Seite nicht signifikant vom Durchmesser der Gegenseite mit 5,5 ± 0,7 mm (SW: 4,2-7,1 mm). Bei 45° wurden nahezu identische Werte gemessen (p=0,63).

Tabelle 4.12: Durchmesser, Blutflussgeschwindigkeit Vtav und Blutfluss der A. carotis interna (ACI) in der 0°- und 45°-Position.

 

Durchmesser

(mm)

Flussgeschwindigkeit Vtav

(cm/s)

Blutfluss

(ml/min)

Position

45°

45°

45°

rechte ACI

5,4±0,6 [5,6]

5,3±0,5 [5,2]

22,3±4,7 [23]

18,5±5,2 [19]

310±100 [290]

240±90 [250]

(3,7-6,7)

(4,0-6,1)

(11-33)

(10-27)

(110-560)

(120-440)

linke ACI

5,5±0,7 [5,6]

5,5±0,6 [5,5]

22,1±5,5 [22]

21,4±5,0 [21]

320±90 [320]

300±70 [280]

(4,2-7,1)

(4,4-7,5)

(14-37)

(11-30)

(210-640)

(180-440)

beide ACI

 

 

 

 

630±142 [590]

540±90 [540]

(400-990)

(340-690)

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.

4.3.1.2 Blutflussgeschwindigkeit der Arteria carotis interna

In der Horizontalen unterschied sich die mittlere Blutflussgeschwindigkeit Vtav mit 22,3 ± 4,7 cm/s (Spannweite: 11-33 cm/s) auf der rechten und 22,1 ± 5,5 cm/s (SW: 14-37 cm/s) auf der linken Seite nicht signifikant voneinander. Im Gegensatz zur Horizontalen konnte in der 45°-Position rechtsseitig ein signifikanter Rückgang der Flussgeschwindigkeit auf 18,5 ± 5,2 cm/s (SW: 10-27 cm/s) festgestellt werden (p<0,01). Die Blutflussgeschwindigkeit der linken A. carotis interna ging in der 45°-Position auf 21,4 ± 5,0 cm/s (SW: 11-30 cm/s) zurück (p>0,05). Auch in der 45°-Position bestand kein signifikanter Seitenunterschied.

4.3.1.3 Blutfluss der Arteria carotis interna

Der Gesamtblutfluss der Aa carotis internae betrug 630 ± 143 ml/min (Spannweite: 400-990 ml/min) in der Horizontalen und 540 ± 90 ml/min (SW: 340-690 ml/min) in der 45°-Position. (p=0,021) Der Blutfluss der rechten A. carotis interna ging von 310 ± 100 ml/min (SW: 110-560 ml/min) auf 240 ± 90 ml/min (SW: 120-440 ml/min) zurück (p<0,05). Auf der linken Seite ging der Blutfluss von 320 ± 90 ml/min (SW: 210- 640 ml/min) in horizontaler Lagerung auf 300 ± 70 ml/min (SW: 180-440 ml/min) in der 45°-Position zurück. Die Seitenunterschiede erreichten in beiden Positionen kein signifikantes Niveau.

4.3.2 Arteria vertebralis

Tabelle 4.13 fasst die Messergebnisse der A. vertebralis zusammen. Durchmesser, Blutflussgeschwindigkeit Vtav und Blutfluss der A. vertebralis wiesen weder eine signifikante Seitendifferenz noch eine Lageabhängigkeit auf.


28

4.3.2.1 Durchmesser der Arteria vertebralis

Der mittlere Durchmesser der rechten A. vertebralis lag in horizontaler Lagerung mit 3,7 ± 0,5 mm (SW: 1,7-4,4 mm) nur geringfügig unter dem Durchmesser der Gegenseite mit 3,9 ± 0,5 mm (SW: 2,3-4,6 mm). In der 45°-Position veränderte sich der Durchmesser nicht. In zwei Fällen konnte einseitig eine hypoplastische Vertebralarterie nachgewiesen werden.

Tabelle 4.13: Ergebnisse der A. vertebralis (AV) im Überblick.

 

Durchmesser

(mm)

Flussgeschwindigkeit Vtav

(cm/s)

Blutfluss

(ml/min)

Position

45°

45°

45°

rechte AV

3,7±0,5 [3,8]

3,7±0,5 [3,8]

11,3±4,2 [11]

12,2±3,6 [11]

80±30 [80]

80±30 [80]

(1,7-4,4)

(2,3-4,4)

(5-24)

(7-20)

(10-170)

(20-130)

linke AV

3,9±0,5 [4]

3,9±0,4 [4]

13,3±3,8 [14]

12,8±3,2 [13]

100±40 [80]

90±30 [90]

(2,3-4,6)

(2,7-4,4)

(8-22)

(7-19)

(20-190)

(20-170)

beide AV

 

 

 

 

170±40 [170]

180±30 [180]

(100-260)

(110-230)

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.

4.3.2.2 Blutflussgeschwindigkeit der Arteria vertebralis

In horizontaler Lagerung lag die mittlere Blutflussgeschwindigkeit Vtav der linken A. vertebralis mit 13,3 ± 3,8 cm/s (Spannweite: 8-22 cm/s) nicht signifikant höher als auf der rechten Seite mit 11,3 ± 4,2 cm/s (SW: 5-24 cm/s). Gegenüber der Horizontalen veränderte sich Vtav in der 45°-Position nicht signifikant. Rechtsseitig stieg Vtav auf 12,2 ± 3,6 cm/s (SW: 7-20 cm/s) an, wohingegen sie auf der linken Seite auf 12,8 ± 3,2 cm/s (SW: 7-19 cm/s) abfiel. Wiederum fanden sich keine signifikanten Seitenunterschiede.

4.3.2.3 Blutfluss der Arteria vertebralis

In der Horizontalen lag der Blutfluss der rechten A. vertebralis mit 80 ± 30 ml/min (SW: 10-170 ml/min) nicht signifikant niedriger als auf der Gegenseite mit 100 ± 40 ml/min (SW: 20-190 ml/min). In der 45°-Position, nach ca. einer Stunde Untersuchungsdauer ergaben sich keine signifikanten Veränderungen. Der Blutfluss in den Vertebralarterien nahm von 170 ± 44 ml/min (SW: 100-260 ml/min) auf 180 ± 34 ml/min (SW: 110-230 ml/min) um 6% geringfügig zu.

4.4 Globaler zerebraler Blutfluss

Aussagen über den globalen zerebralen Blutfluss können anhand der vorliegenden Daten der arteriellen (CBFa) und der venösen Gefäße (CBFv) getroffen werden. Der arterielle zerebrale Blutfluss berechnet sich aus dem Blutfluss der Aa. carotis internae und Aa. vertebrales. Die Summe des Blutflusses von V. jugularis interna und V. vertebralis ist Grundlage für die Berechnung von CBFv. Tabelle 4.14 gibt einen Überblick über die Parameter des globalen zerebralen Blutflusses in unterschiedlichen Körperpositionen. CBFa betrug in der horizontalen Lagerung 800 ± 153 ml/min (SW: 560-1120 ml/min). Der Anteil der Aa. carotis internae am CBFa lag bei 79%, die Vertebralarterien trugen 21% bei. In der 45°-Position war ein Rückgang des CBFa um 10% auf 720 ± 105 ml/min (SW: 500-910 ml/min) zu verzeichnen (p=0,0277). Ursache der orthostatisch bedingten Reduktion des CBFa war eine Abnahme des Blutflusses der rechten A. carotis interna. CBFv lag in der Horizontalen bei 730 ± 260 ml/min. In Kopftieflage fand sich mit 830 ± 370 ml/min (SW: 230-1590 ml/min) ein höherer Wert, der ungefähr dem Ergebnis der arteriellen Seite entsprach. In der 45°-Position betrug CBFv nur noch 240 ± 140 ml/min (SW: 50-730 ml/min).


29

Vergleicht man beide Parameter des globalen CBF in der Horizontalen am einzelnen Probanden, so ergibt sich folgendes Bild (Tabelle 4.15).

Tabelle 4.14: Parameter des globalen zerebralen Blutflusses (CBF) im arteriellen und im venösen Schenkel.

 

-15°-Position

0°-Position

45°-Position

CBF arteriell (ml/min)

 

800 ± 153 (560 - 1120)

720 ± 105 (500 - 910)

CBF venös (ml/min)

830 ± 370 ( 230 - 1590)

730 ± 260 (60 - 1270)

240 ± 140 (50 - 730)

Angaben als Mittelwert ± einfache Standardabweichung, Median [ ] und Spannweite ( ) in Klammern.

In 11 Fällen stimmten die beiden Parameter des CBF überein. Als Grenzwert wurde die einfache Standardabweichung des CBF von ±150 ml/min festgesetzt. In 8 Fällen überstieg CBFa den venösen Wert um mehr als eine Standardabweichung. Bei 4 Probanden lag CBFa mehr als eine Standardabweichung unter CBFv.

Tabelle 4.15: Vergleich des Parameter des globalen zerebralen Blutflusses (CBF) in der Horizontalen

 

Häufigkeit (n)

CBFa = CBFv (± 150 ml/min)

11

CBFa > CBFv (± 150 ml/min)

8

CBFa < CBFv (± 150 ml/min)

4

Angaben als Mittelwerte ± einfache Standardabweichung, Spannweite in Klammern ()

4.5 Zusammenfassung der Ergebnisse

Alle Gefäße konnten erfolgreich beschallt werden. Der venöse Gesamtblutfluss reduzierte sich von 830 ± 370 ml/min in Kopftieflage auf einen Wert von 290 ± 140 ml/min in der Vertikalen (p<0,0001). Die Betrachtung der einzelnen Gefäßsysteme zeigte jedoch, dass sich der Blutfluss der V. vertebralis und der V. jugularis interna gegenläufig entwickelten. Der Fluss der V. jugularis interna fiel von 810 ± 365 ml/min in Kopftieflage auf 70 ± 100 ml/min in 90° ab (p<0,0001). Der stärkste Abfall war zwischen der Horizontalen und der 15°-Position zu verzeichnen. In zunehmend aufrechter Lagerung nahm das in Kopftieflage zirkuläre Querschnittsprofil der V. jugularis interna eine elliptischen Form an. In der Vertikalen ließ sich bei allen Probanden ein nahezu vollständiger Kollaps des Gefäßlumens feststellen. Bei 9 Probanden konnte in der Vertikalen ein vollständiger Kollaps beider Vv. jugulares internae dargestellt werden. In zwei Fällen ließ sich bereits in der 15°-Position beidseitig kein Blutfluss mehr nachweisen. Bei vier Personen stellte sich bei 15° ein weites Gefäßlumen dar, in dem jedoch nahezu kein Fluss nachgewiesen werden konnte. Der Blutfluss der V. vertebralis stieg, im Gegensatz zur V. jugularis interna, von 20 ± 15 ml/min in Kopftieflage auf einen Wert von 210 ± 120 ml/min im Stehen signifikant an (p<0,0001). Dieser Anstieg war im wesentlichen auf eine Zunahme der Blutflussgeschwindigkeit zurückzuführen. Auch die Querschnittsfläche der V. vertebralis nahm im Gegensatz zur V. jugularis interna leicht zu. Der Blutfluss der Aa. carotis internae betrug 630 ± 143 ml/min (SW: 400-990 ml/min) in der Horizontalen. In der 45°-Position ging der Blutfluss um 14% auf 540 ± 90 ml/min (SW: 340-690 ml/min) zurück. Der Blutfluss der Aa. vertebrales blieb mit 170 ± 44 ml/min (SW: 100-260 ml/min) in der Horizontalen und 180 ± 34 ml/min (SW: 110-230 ml/min) in der 45°-Position nahezu konstant. Der globale zerebrale Blutfluss CBF in der Horizontalen war mit 800 ± 153 ml/min (SW: 560-1120 ml/min) im arteriellen Schenkel und 730 ± 260 ml/min (SW: 60-1270 ml/min) auf der venösen Seite in etwa vergleichbar.


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Fri Jan 24 17:06:57 2003