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2  Herleitung der Aufgabenstellung

2.1 Allgemeines

In Deutschland werden ca. 20% der abdominalchirurgischen Eingriffe laparoskopisch durchgeführt. Die Tendenz ist steigend. In den nächsten Jahren kann mit einer Zunahme von ungefähr 10% gerechnet werden [33]. Die Vorteile gegenüber der konventionellen Technik sind geringere postoperative Beschwerden, weniger Einschränkung der Lungenfunktion und weniger Beeinflussung der gastrointestinalen Motilität. Daraus ergeben sich rasche Nahrungsaufnahme und frühe Mobilisation, rascher Beginn der Darmtätigkeit, frühe Entlassung aus der Klinik und frühere Rückkehr zu normaler Belastbarkeit [33].

Zu den Kontraindikationen laparoskopischer Operationen gehören unter anderem chronisch obstruktive Atemwegserkrankungen, die mit einer respiratorischen Insuffizienz einhergehen. Die nach Aufbau des Pneumoperitoneums mit Kohlendioxid entstehende Hyperkapnie kann von diesen Patienten auch durch kontrollierte Hyperventilation nicht mehr ausreichend kompensiert werden. Die resultierenden Komplikationen reichen von Herzrhythmusstörungen und -insuffizienz bis zum epileptischen Anfall.

Durch Verwendung eines chemisch inerten Gases zur intraperitonealen Insufflation können diese Nebenwirkungen vermieden werden. Ein solches Insufflationsgas wäre Helium. Die bisher durchgeführten tierexperimentellen Studien zeigen einen geringen Einfluß von Helium auf die kardiopulmonalen Funktionen [34,35,36]. Trotzdem findet Helium auch bei Risikopatienten in der Klinik bisher keine Anwendung. Der Grund ist die geringe Löslichkeit des Gases und die damit verbundene Gefahr der Entstehung klinisch relevanter Gasembolien.

Das vermehrte Auftreten dieser schweren Komplikation wurde in mehreren Tierexperimenten beobachtet [37,38]. Allerdings wurden dabei die laparoskopischen Gase direkt in ein venöses Gefäß injiziert, was die klinische Situation einer laparoskopischen Operation nur ungenügend simuliert.

2.2 Ziel der Untersuchung

In der vorliegenden Arbeit sollte untersucht werden, ob nach Anlage eines Helium-pneumoperitoneums die Inzidenz fulminanter Gasembolien erhöht ist. Das Insufflationsgas der Kontrollgruppe war Kohlendioxid. Um die experimentellen Bedingungen der klinischen Situation besser anzupassen, wurde eine laparoskopische Inzision der Vena cava inferior durchgeführt und die anschließende Blutung ebenfalls laparoskopisch versorgt. Dabei sollte der Zusammenhang untersucht werden, ob neben dem Pneumoperitoneum selbst, eine intraoperative Gefäßverletzungen das Auftreten klinisch relevanter Gasembolien begünstigen kann.


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24.11.2004