| Annette Neumann:
Sprachverarbeitung, Genus und Aphasie
Der Einfluß von Genustransparenz auf den Abruf von Genusinformation |
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Institut für deutsche Sprache und Linguistik
Dissertation
Sprachverarbeitung, Genus und Aphasie
Der Einfluß von Genustransparenz auf den Abruf von Genusinformation
zur Erlangung des akademischen Grades doctor philosophiae (Dr. phil.)
eingereicht an der Philosophischen Fakultät II der Humboldt-Universität zu Berlin
von
Annette
Neumann
Präsident:
Präsident der Humboldt-Universität
Prof. Dr. Jürgen Mlynek
Dekan:
Dekan der Philosophischen Fakultät II
Prof. Dr.Wolfgang Hock
Gutachter:
1. Prof. Dr. Norbert Fries
2. Prof. Dr. Herbert Schriefers
eingereicht:16.11.2000
Datum der Promotion:09.04.2001
Abstract
Different rules have been proposed for the assignment of gender to nouns in German. For instance, on the basis of derivational or diminutive suffixes gender can be assigned reliably, with only a few exceptions. However, there are several nouns that do not have any formal indication of gender. It was the aim to investigated whether normal and aphasic speakers benefit from formal gender cues.
Results indicate that healthy speakers do not profit from gender cues in a gender assignment task. There are no differences in reaction times between the transparent and nontransparent condition. This contradicts findings from languages like French and Italian. However, Broca’s and Wernicke’s aphasics benefit from gender cues, although they do so in a different way. I interpret these findings within the context of current models of language processing and argue that gender is neither only lexically stored nor exclusively assigned on the basis of assignment rules. Both strategies seem to be part of German speakers’ language competence.
Keywords:
Gender transparency,
Broca’s and Wernicke’s aphasia,
processing load
Abstract (deutsch)
Für die Zuweisung von Genus im Deutschen wurden verschiedene Regeln vorgeschlagen. Genuszuweisung kann beispielsweise auf der Grundlage von Suffixregeln erfolgen. Diesen Regeln zufolge sind Derivations- und Diminutivsuffixe zuverlässige Genusindikatoren. Es finden sich nur wenige Ausnahmen zu diesen Regeln. Andere Nomen hingegen scheinen keine Genustransparenz zu haben. Ziel der durchgeführten Studien ist zu prüfen, inwieweit gesunde sowie aphasische Sprecher von formalen Genusindikatoren profitieren.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, daß gesunde Sprecher des Deutschen, anders als im Französischen oder Italienischen, in einer Genuszuweisungsaufgabe nicht von der Transparenz der Stimuli profitieren. Es wurden keine Reaktionszeitunterschiede zwischen der transparenten und intransparenten Bedingung gemessen. Aphasische Sprecher hingegen machen in der transparenten Bedingung weniger Fehler bei der Genuszuweisung als in der intransparenten Bedingung. Diese Ergebnisse werden im Kontext aktueller Sprachverarbeitungsmodelle diskutiert. Sie deuten daraufhin, daß Genus weder nur lexikalisch gespeichert ist noch ausschließlich auf der Basis von Regeln zugewiesen wird. Es wird angenommen, daß beide Strategien Teil der sprachlichen Kompetenz sind.
Eigene Schlagworte:
Genustransparenz,
Broca-, Wernicke-Aphasie,
Sprachverarbeitungskosten
Inhaltsverzeichnis
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1
Sprachliche Informationsverarbeitung, Genus und Aphasie
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1.1 Überblick
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1.2 Genus
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1.3 Aphasie
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1.4 Ordnen, Vereinfachen, „Verdaulichmachen“
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2 Linguistik und Genus
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2.1 Einführung
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2.2 Regeln der Genuszuweisung
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2.3 Regeln und psychische Realität
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2.3.1 Fremd- und Lehnwörter
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2.3.2 Erstspracherwerb
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2.3.2.1 „Wie kommt der Pudding in den Kopf“
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2.3.2.2 Der Erwerb von Genus im Erstspracherwerb
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2.3.3 Die schreckliche deutsche Sprache
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2.3.4 Von Knirfs
und anderen Pseudowörtern
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2.4 Diskussion
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3
Psycholinguistik und Genus
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3.1 Einführung
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3.2 Lexikalische Speicherung
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3.2.1 Hierarchisch serielle Modelle
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3.2.2 Kaskadenmodelle
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3.2.3 Zusammenfassung
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3.3 Berechnung von Genus
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3.3.1 Konnektionismus oder der Kopf im Computer
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3.3.2
Competition Model und Konnektionismus
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3.4
Hybride Modelle – einige Spekulationen
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3.5
Zusammenfassung
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3.6 Das Interaktionsproblem
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3.6.1 Gibt es einen Einfluß formaler Genustransparenz auf den Abruf von Genusinformation?
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3.6.2 Zusammenfassung
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3.7 Ausblick
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4
Wieviel kostet die Verarbeitung deutscher Substantive?
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4.1 Der Einfluß morphologischer Genustranparenz auf den Abruf vonGenusinformation durch gesunde Sprecher
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4.2 Methode
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4.3 Ergebnisse
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4.4 Diskussion
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4.5 Zusammenfassung
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5
Perspektiven der Aphasieforschung
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5.1 Einführung
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5.2 Klassifikationen und Kernsymptome
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5.3 Störungsursachen
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5.3.1 Symbolverarbeitende Modelle und modulare Defizite
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5.3.2 Konnektionismus und Aphasie
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5.3.2.1
Cue Validity, Cue Cost und Aphasie
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5.3.2.2 Der syndromunspezifische Ansatz
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5.4 Aphasie und Genuszuweisung
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5.5 Zur Relevanz von Aphasieklassifikationen
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5.5.1 Aphasieklassifikationen und gestörtes Sprachverarbeitungssystem
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5.5.2 Aphasieklassifikationen und gesunde Sprachverarbeitung
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5.6 Zusammenfassung
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6
Der Einfluß morphologischer Genustransparenz auf sprachliche Leistungen aphasischer Patienten
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6.1 Problemstellung
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6.2 Methode
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6.3 Ergebnisse
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6.4 Diskussion
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6.5 Zusammenfassung
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7
Synthese und Ausblick oder Platons Versprechen
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8
Zusammenfassung
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Literatur
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Anhang A
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Anhang B
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Lebenslauf
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Danksagung
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Erklärung
Tabellen
Bilder
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Abbildung 1: Kernkonzepte des Competition Models
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Abbildung 2: Architektur des hierarchisch seriellen Modells der Sprachproduktion nach Levelt, 1992, S. 4
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Abbildung 3: Genus als Teil der Lemma- Information
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Abbildung 4: Verlauf semantischer und phonologischer Verarbeitungsprozesse im hierarchisch seriellen Modell; nach Levelt et al., 1991, S. 124
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Abbildung 5: Speicherung von Genusinformation im hierarchisch seriellen Modell; nach Jescheniak, Levelt, 1994, S. 826
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Abbildung 6: kaskadierende Verarbeitung ohne Feedback; nach Levelt et al., 1991, S. 125
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Abbildung 7: kaskadierende Verarbeitung mit Feedback; nach Levelt et al., 1991, S. 125
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Abbildung 8: Architektur des interaktiven Modells nach Dell, O’Seaghdha, 1992, S. 294
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Abbildung 9: Korrelation von Lexikon und linguistischen Regelsystemen im interaktiven Modell; nach Dell, O’Seaghdha, 1992, S. 301
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Abbildung 10: Modell unterschiedlicher Verarbeitungsprozesse für transparente und intransparente Nomina beim Zugriff auf Genusinformation
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Abbildung 11: Prozentuale Verteilung der Fehler in der Bedingung transparente und intransparente Wörter für alle Versuchspersonen
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Abbildung 12: Prozentuale Verteilung der Fehler in der Bedingung transparente Nichtwörter für alle Versuchspersonen
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Abbildung 13: Prozentuale Verteilung der Antworten in Abhängigkeit von den einzelnen Suffixen in der Bedingung transparente Nichtwörter für Broca-Aphasiker
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Abbildung 14: Prozentuale Verteilung der Antworten in Abhängigkeit von den einzelnen Suffixen in der Bedingung transparente Nichtwörter für Wernicke-Aphasiker
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Abbildung 15: Prozentuale Verteilung der Antworten in Abhängigkeit von den einzelnen Suffixen in der Bedingung transparente Nichtwörter für Kontrollpersonen
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Abbildung 16: Prozentuale Verteilung der Antworten aller Versuchspersonen in der Bedingung intransparente Nichtwörter
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