Fragestellung dieser Arbeit

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2.1  Wissensstand

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Periphere Blutmonozyten spielen eine Rolle bei der Pathogenese der Arteriosklerose. Liu et al 1996 beschrieben signifikant erhöhte Zahlen aktivierter Monozyten bei spontan hypertensiven Ratten im Vergleich zu normotonen Wistar-Kyoto-Ratten. Auch das Renin-Angiotensin-System ist an der Entwicklung der Arteriosklerose beteiligt, wie von Okamura et al (1999) beschrieben [Okamura et al 1999]. Strawn et al publizierten, dass die Blockade von Angiotensin II Subtyp1 (AT1) -Rezeptoren bei hypertensiven Ratten zu einer signifikant verminderten Zahl zirkulierender und endotheladhärenter Monozyten führt [Strawn et al 1999].

Aus unserer Arbeitsgruppe wurde berichtet, dass Monozyten von Patienten mit arterieller Hypertonie nach Stimulation mit Angiotensin II (Ang II) oder Lipo-polysacchariden (LPS) signifikant höhere Mengen an proinflammatorischen Zytokinen (Interleukin-1β (IL-1β) und Tumornekrosefaktor-α (TNF-α)) ver-glichen mit normotonen Personen sezernieren. Eine Hochregulation der IL-1β und TNF-α Expression wurde auch auf RNA-Ebene festgestellt [Dörffel et al 1999]. Unter dem Einfluss von proinflammatorischen Zytokinen verändern Endothelzellen ihre Expression jener Adhäsionsmoleküle, die die Adhäsion der Monozyten an die Intimaoberfläche vermitteln [Swerlick et al 1992].

Die erhöhte Sekretion dieser Zytokine wird als ein Marker für aktivierte zirkulierende Monozyten angesehen [Fiotti et al 1999; Jelinek et al 1987]. Fukai et al (1999) zeigten, dass Angiotensin II und Bluthochdruck mit dem vaskulären Oxidationsstress ansteigen. Dieser kann zur Monozyten-Makrophagen- Infiltration beitragen.

2.2 Hypothese

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Ziel der vorliegenden Arbeit war es, die Adhäsion von humanen Monozyten aus humanem Venenblut an menschliches Endothel zu charakterisieren. Wir wollten herausfinden, ob das Adhäsionsverhalten der Monozyten bei Hochdruck-erkrankung mit der Sauerstoffradikalfreisetzung durch Endothelzellen oder mit den aktivierten Monozyten zusammenhängt. Desweiteren sollte analysiert werden, ob ein erhöhter Angiotensin-II-Spiegel im menschlichen Blut zirkulierende Monozyten voraktiviert.

Es wird allgemein angenommen, dass mit größter Wahrscheinlichkeit die Sekretion von Endothelzellfaktoren die Monozytenaktivierung verursacht. Unserer Meinung nach könnten die voraktivierten Monozyten in Patienten mit arterieller Hypertonie zu subendothelialer Infiltration führen und in der Folge das Risiko von atherosklerotischen Komplikationen auch im intakten Endothel erhöhen.

2.3 Vorhaben zur Verifikation der Hypothese

Monozyten aus peripherem Blut von Patienten mit essentieller Hypertonie und von gesunden Probanden, bei denen in vitro eine erhöhte Sekretion von proinflammatorischen Zytokinen nachgewiesen werden konnte, sollten hinsichtlich weiterer möglicher Unterschiede des Aktivierungszustands analysiert werden. Dazu sollte das Adhäsionsverhalten der Monozyten, an von uns kultivierte humane Aortenendothelzellen (HAEC), an von uns isolierte und kultivierte Saphenavenenendothelzellen (HSVEC), sowie an Umbilikalvenen- (HUVEC) und Umbilikalarterienendothelzellen (HUAEC) untersucht werden.

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Außerdem sollten die zirkulierenden Mengen der Adhäsionsmoleküle: Humanes lösliches interzelluläres Adhäsionsmolekül-1 (ICAM-1), Vaskuläres Zelladhäsionsmolekül-1 (VCAM-1) und E-Selektin als Marker für den Endothelschaden bestimmt werden.

Desweiteren sollte die spontane Superoxidfreisetzung von humanem Endothel und humanen Monozyten von Patienten mit arterieller Hypertonie und gesunden Kontrollpersonen analysiert werden. Durch das Messen der Chemilumineszenzaktivität nach Stimulation mit Angiotensin II sollte geklärt werden, ob der arterielle Hypertonus und Angiotensin II eine erhöhte Adhärenz von Monozyten an Endothelzellen verursachen.


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14.02.2007