Neustädter, Irena: Erweiterung der pulmologischen Diagnostik in der Nuklearmedizin - kombinierte Ventilations - Inhalationsszintigraphie
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Kapitel 7. Zusammenfassung
Die Untersuchung von 32 Patienten mit chronisch obstruktiver Atemwegserkrankung ergab, daß die pulmologische Diagnostik innerhalb der Nuklearmedizin seine Berechtigung hat. Es können gezielte Aussagen zu regionalen Inhomogenitäten getroffen werden. Weiterhin sind durch die Radioaerosolszintigraphie Früherkennungen von peripheren Atemwegserkrankungen möglich.
Ad 1
Die erfolgten 32 Vergleichsuntersuchungen von Xenon-133 Ventilationsszintigraphie und Technetium-99m DTPA Inhalationsszintigraphie ermöglichen folgende Schlußfolgerung:
a) Patienten ohne obstruktive Ventilationsstörung
- vergleichbare Ergebnisse bei der Ventilations- und Inhalationsszintigraphie
Normales Ventilations-Inhalations-Match
b) Patienten mit Verdacht auf ventilatorische Verteilungsstörungen - obstruktive Lungenerkrankung
- differente Ergebnisse bei der Ventilations- und Inhalationsszintigraphie
- Die single-breath Xenon-133 Ventilationsszintigraphie ermöglicht eine allgemeine Aussage zur Ausbreitung eines Gasgemisches in den pulmonalen Regionen. Englumige periphere Bronchiolen können passiert werden.
- Die Technetium-99m DTPA Inhalationsszintigraphie bildet die Grundlage für klinische Aussagen über die für den Gasaustausch relevanten Areale. Englumige Bronchiolen werden vermindert oder gar nicht passiert.
Geringgradiges und Ausgeprägtes Ventilations-Inhalations-Mismatch
- Vergleichbare Ergebnisse bei schwersten Obstruktionen die der Ventilations- und Inhalationsszintigraphie
Pathologisches Ventilations-Inhalations-Match
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c) Die Technetium-99m Aerosolszintigraphie ist der single-breath Xenon-133 Ventilationsszintigraphie in der Diagnostik von Störungen der Lungenbelüftung im Anfangsstadium sicher überlegen.
Ad 2
Aussagekraft bei der Beurteilung der Lungenfunktion
- Detektion und Lokalisation von Verteilungsstörungen
- Regionale Beurteilung der Lungenfunktion
- Regionale Funktionsdarstellung obstruktiver Zustände
- Deutliche Erkennung von pathologischen Depositionsmustern bei inhomogener Belüftung der Lunge
Ad 3
Beziehung zwischen konventioneller Lungenfunktion und Ventilations-Inhalations Konstellationen
- Eine Störung der Atemwegsgeometrie der zentralen und peripheren Atemwege geht mit einem pathologischen Szintigraphiebefund einher. Der außerhalb des Normbereiches liegende mittlere exspiratorische Fluß bei 50% der Vitalkapazität (MEF 50%) und der Atemwiderstand (Rpaw) zeigen einen pathologischen nuklearmedizinischen Befund im Sinne einer regionalen und/oder globalen Veränderung der Aktivitätsverteilung des Radioaerosols.
Ad 4
Ergänzung der Nuklearmedizin bei der Detektion von Verteilungsstörungen
- Der Nachweis von regionalen Verteilungsstörungen durch die Szintigraphie bei klinischen Verdacht auf Verteilungsstörungen ist auch ohne Lungenfunktionsveränderungen möglich.
- Die Szintigraphie stellt einen Benefiz bei Patienten mit ungenügender Mitarbeit oder Dyspnoe dar, da bei diesen eine konventionelle Lungenfunktionsprüfung nicht in ausreichendem Maße durchführbar ist.
- Zur Erkennung von Frühschäden in den peripheren und zentralen Atemwegen ist die Inhalationsszintigraphie besonders geeignet. Es kann somit der Versuch einer Noxenvermeidung und damit einer Lungenverschlechterung unternommen werden.
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Schlußfolgerung
- Höhere Sensitivität der Ventilations-Inhalationsszintigraphie bei der Detektion von Verteilungsstörungen
- Fähigkeit der Detektion und Lokalisation von abnormen Verteilungsstörungen auf regionaler Basis
- Fortgeschrittene Stadien einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung - kein Benefiz gegenüber der Lungenfunktion
- Frühstadien einer obstruktiven Lungenerkrankung und diskrete Veränderungen in der Lungenfunktion - Benefiz durch die kombinierte Ventilations-Inhalationsszintigraphie
- Regionale Parameter der Nuklearmedizin geben in indizierten Fällen wertvolle Hinweise zur Therapieoptimierung
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