5 Zusammenfassung

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Die Detektion des Pankreaskarzinoms oder die Unterscheidung zwischen einem Karzinom und einer chronischen Pankreatitis bleibt ein diagnostisches Problem. Derzeit werden eine Vielzahl bildgebender Methoden zur Diagnosefindung genutzt, darunter der transabdominelle Ultraschall, die kontrastmittelgestützte CT, die Magnetresonanztomographie, die endoskopische retrograde Cholangiopankreatographie, der endoskopische Ultraschall und die selektive Angiographie. Keine dieser sechs Methoden ist perfekt: Jede hat Vor- und Nachteile, alle variieren in ihrer Sensitivität und Spezifität in weiten Bereichen.

Die Bildfusion macht sich die verschiedenen Stärken und Schwächen der einzelnen Bildgebungen zum Vorteil und kombiniert diese mit dem Ziel, die Stärken zu addieren und die Schwächen zu reduzieren. In dieser Arbeit werden Bilder der CT und der Positronenemissionstomographie miteinander kombiniert, um sowohl eine hohe anatomische Auflösung zu erreichen als auch auf Stoffwechseleigenschaften des Gewebes zurückgreifen zu können. Die technische Entwicklung einer Bildfusionssoftware hat es ermöglicht, diese Methode für die klinische Evaluation beim Pankreaskarzinom einzusetzen.

Hinsichtlich der Karzinomdetektion wurde beim Einsatz der Bildfusion eine Sensitivität von 88,9% und eine Spezifität von 64% erreicht. Die CT erreichte beim gleichen Kollektiv 75,5% bzw. 64,0%, die Positronenemissionstomographie 84,4% bzw. 60,0%.

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Weiterhin wurde das Kollektiv auf Umgebungsinfiltration, Lymphknotenbefall und Fernmetastasen untersucht. Bei der Auswertung der Umgebungsinfiltration verbesserte die Bildfusion die Sensitivität der besten Einzelmodalität um 19,3%. Die Auswertung hinsichtlich eines Lymphknotenbefalles ergab, abgesehen von der Spezifität, für die Bildfusion generell bessere Ergebnisse als für die CT und PET alleine. Bezüglich der Spezifität erreichten sowohl die CT als auch die Bildfusion 75,0%, die PET lag mit 69,2% darunter. Für die Diagnostik der Fernmetastasen erreichte die Bildfusion für die Sensitivität die besten Werte aller untersuchten bildgebenden Verfahren. Die Ergebnisse hinsichtlich der Spezifität von CT, PET und Bildfusion waren identisch.

Immer variieren diese Werte ganz beträchtlich in Abhängigkeit vom Tumorstadium wie auch von der Erfahrung des Betrachters. Zum jetzigen Zeitpunkt ist die Bildfusion nur in wenigen spezialisierten Kliniken möglich. Die Bildfusion kann die Akkuratheit der verschiedenen Untersuchungen verbessern und ohne technisch großen Aufwand wie auch ohne weitere Patientenbelastung um wertvolle Information ergänzen. Inzwischen wird die Bildfusion erfolgreich bei kolorektalen Tumoren und Cervixkarzinomen eingesetzt, weitere Anwendungsbereiche sind in Erprobung. Damit stellt die Bildfusion eine wertvolle Methode zur Visualisierung kleiner und schwer zu lokalisierender Neoplasien dar. Ebenfalls bietet sie eine genaue Möglichkeit zur Biopsie- und Bestrahlungsplanung.


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23.11.2006